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ich bin noch vollkommen neu hier und weiß auch leider nicht, ob dass der richtige Tread, Blog oder sonst was ist, weil ich mich mit sowas noch gar nicht auskenne, ich hoffe aber, ich bin hier richtig.

Kurz zu meiner Person, ich bin 28 Jahre als und habe die Diagnose Panikstörung seit fast 7 Jahren. Hatte echt Glück und deswegen keine lange Ärzteodysee mit Ungewissheit durchlaufen müssen, obwohl die Diagnose ja schon immer ein ganz schöner Brocken ist. Habe dann relativ zeitnah eine tiefenpsychologische Therapie begonnen, die, mit Unterbrechungen, fast 4 Jahre gedauert hat. Danach war ich zwei Jahre fast "angstfrei" bzw. ich kam mit den sporadisch auftretenen Panikattacken gut allein zurecht und sie haben mich nicht wesentlich in meiner Lebensausführung beeinträchtigt.

Leider, leider, leider hab ich seit November letzten Jahres wieder verstärkt mit Panikattacken und Angst zu tun. Man kann von einem handfesten Rückfall ausgehen mit allen drum und dran bis zu einem kurzeitigen stationären Aufenthalt in einer Krisenintervention weil ich mir den Notarzt gerufen habe.

Seitdem geht es aber stetig berauf, jedenfalls hoffe ich das, bin mir meiner eigenen Erfolge immer nicht so sehr bewusst und rede die auch oft klein. Gehe wieder zu meinem alten Therapeuten und werde in den nächsten Wochen parallel dazu ein Kurzzeitverhaltenstheraphie starten.

Meine Frage an Euch, hat einer von Euch schon Erfahrung mit einer kognitiven Verhaltenstherapie gemacht? Habe mir selbst schon Selbsthilfebücher besorgt und sehr sehr viel darüber gelesen und versuche auch dementsprechend zu handeln. Will heißen, ich gehe immer überall hin auch wenn ich furchtbare Angst davor habe, fahre mit Bus und Tram (Bahn und U-Bahn gehen leider noch nicht so gut), gehe auf Partys, besuche Verwandte, gehe in Einkaufszentren etc. und versuche mit so gut es geht selbst "umzukonditionieren" in dem ich mir bei einer Attacke immer sage, es ist nur Angst, es ist nur Angst (anstatt: ich muss sterben, ich werd irre, gleich dreh ich durch und lieg sabbernd auf der Straße).

Wie ihr wahrscheinlich wisst, klappt es mal mehr und mal weniger gut. An manchen Tagen denke ich kaum an die Angst und selbst wenn sie kommt, ist sie mir schon gleichgültig und dann gibt es wieder Tage, da denke ich, ich werde nie nie nie wieder normal.

Habe nun die Befürchtung, dass die Verhaltenstherapie nicht fruchten wird bei mir (schließlich mach ich das ja alles schon und trotzdem ist die Angst da). Bin ich vielleicht resistent? Habe echt Angst, dass es nie wieder gut gehen wird und ich mich mit lediglich "besseren" Tagen abfinden muss aber ein unbeschwertes Leben nie erreicht werden kann.

Geht es Euch ähnlich? Ich bin sehr dankbar für Eure Antworten (auch das ihr Euch die Mühe gemacht habt, diesen langen Text überhaupt zu lesen)

ckbe

19.03.2011 20:27 • 05.04.2011 #1


Strand
Het Ckbe!

Willkommen im Forum!
Hab ja schon Beiträge von Dir gelesen und finde, dass Du schon sehr viel weißt und super mit Deiner Angst umgehen.
Also ich hatte vor 13 Jahren schob mal eine Angstphase, bin dann 3 Jahre in Psychoanalyse nach Freud und Gesprächstherapie gewesen.
Dann ging das alles wieder ganz weg.

Erst letztes Jahr kam es jetzt wieder in Zusammenhang mit einem Burnout und jetzt bin ich also in kognitiver Verhaltenstherapie und find es super!
Dachte auch immer, dass mir nix mehr helfen wird und ich mich mit den "besseren" Tagen zufrieden geben muss, aber ich glaub das einfach nicht!
Seit ich in meiner VT bin, ging es steil bergauf und die normalen guten Tage überwiegen! ))

Also ich empfehle VT!
Es wird wieder ckbe! Bei uns beiden

LG
Strand

21.03.2011 21:55 • #2



Hallo an alle "Leidensgenossen"

x 3


jadi
ich würde auch jedem dazu raten...du lernst da nicht nur dich allem zu stellen sondern auch wie du sie richtig zulässt und in der situation bleibst bis die angst vorüber geht...so speichert dein gehirn jedesmal erneut das keine gefahr besteht.....und eines tages lebt es sich wieder leichter.....und du lernst wieso weshalb grad dann kommt usw........ich wünsch dir viel erfolg damit den du auch haben wirst...ich gehe grad den weg umgekehrt....erst VT nun noch tiefenpsycho...lg jadi

21.03.2011 22:22 • #3


Danke für Deine aufbauenden Worte.

Da geht es mir gleich besser, setze auch echt viel Hoffnung in die kommende VT. Leider ist die Warteliste sehr lang und ich muss noch mind. zwei Monate warten bis die Therapie beginnt

Momentan meister ich mein Leben so gut es geht, versuche alles zu machen aber momentan steht bei mir auch nicht viel an. Bin Studentin und hab momentan noch Semesterferien. ABER ab dem 01. April muss ich in ein Vollzeitpraktikum starten. Das heißt 6 Monate, 40 h Woche und nebenbei noch arbeiten. Jetzt geht mir ganz schön die Muffe, ob ich dass alles schaffen werde. Ich ganz alleine, mit der Bahn hin und zurück fahren und mich die ganze Zeit konzentrieren müssen. Oh mann, kann mich ja wohl kaum ne Stunden hinlegen während des Praktikums wenn ich mal panisch bin und möchte auch nicht unbedingt, dass es gleich jeder mitbekommt.

Aber wenn Du sagst, dass es mit VT steil berauf geht, gibt mir das erstmal wieder Mut. Hab schon öfter gehört, dass man Panik vollständig heilen kann (allein mir fehlt der Glaube...zumindestens manchmal).

Schön wäre es auf jeden Fall, hab keine Lust, dass es mal 2 Jahre gut geht, dann wieder kommt, dann wieder gut geht und immer so weiter.

Hast Du vielleicht irgendwelche Tipps, wie ich die kommende Zeit bis zum Beginn der VT durchstehen kann und auch das Praktikum?

ckbe

21.03.2011 22:28 • #4


Strand
Hallo ckbe,

also das Programm was da auf Dich zukommt, erscheint mir sehr straff!
Hast Du schon überlegt von was die Angst kommen könnte, bzw. was sie Dir sagen will?
Ich denke mir immer das dass ja nicht einfach ohne Grund kommt. Vielleicht stresst Dich der Gedanke was da alles auf Dich zukommt?

Also ein paar Tipps könnten sein bis zur VT dass Du weiterhin bisschen über VT liest, das Buch von der Doris Wolff "Ängste verstehen und überwinden" fand ich super.
Was mir auch hilft, ist immer einen Tag nach dem anderen zu machen, also mir jetzt keine Sorgen machen was nächste Woche ist. D.h alles in kleinen langsamen Schritten machen und für genug Ruhepausen sorgen.
Nutze die Semesterferien jetzt noch zum Kraft tanken, tu jeden Tag etwas Gutes für Dich. Ich schreib jeden Tag Stimmungstgebuch und schreibe jeden Tag rein was ich heute gutes für mich gemacht hab (PME, Atemeditation, spazieren gehen, schwimmen, lachen, Mittagsschlaf...)
Ich denke Konfrontation ist super, auf jeden Fall, aber man darf auch nicht zu verbissen sein

Hast Du jemand zum Reden? Mir hilft auch immer reden über die Sorgen und Ängste. Bis du dann zur VT kannst.

Bis dahin, Kopf hoch, Brust raus und Schritt für Schritt alles langsam angehen lassen
Sich nicht zuviel auf einmal vornehmen, und sich so akzeptieren wie es gerade halt ist.
Es war schon mal ganz weg, dann geht's auch wieder ganz weg
Vielleicht musst Du ja noch "Reste" bearbeiten (Konflikte, Ängste, alte Verhaltensmuster) die bei der ersten Therapie nicht ganz fertig wurden.

Und viel schlafen, das hilft mir auch
Das mach ich jetzt mal!

Gute Nacht!

LG
Strand
Ich bin ja auch schon beim 2.Mal jetzt dran

22.03.2011 00:06 • #5


Hallo Strand,

danke für Deine lieben Worte und ja Du hast Recht, das Programm was auf mich zukommt ist mehr als straff. Schon ohne tägliche Panikattacken ist es ziemlich viel aber dann noch mit Panik, buhh, da wird mir gleich wieder ganz anders.

Aber ich werd versuchen immer nur einen Schritt nachdem anderen zu machen. Das fällt mir aber manchmal echt furchtbar schwer. Bin auch so ungeduldig mit mir selbst. Denke immer, ich mach doch schon alles was getan werden muss, konfrontiere mich in einer Tour und wenn die Panik dann trotzdem so verstärkt kommt, bin ich bockig und traurig und fühle mich ungerecht behandelt, weil ich nicht weiß, was ich denn noch machen soll. Naja, es braucht halt Zeit und Rückschläge demotivieren mich immer so sehr, dass ich denke, ich hab bereits erobertes Terrain wieder verloren.

Gestern und vorgestern war es besonders schlimm. War mit meiner Mam im Musical, alles in allem ein schöner Abend wäre diese doofe Erwartungsangst nicht, die mitten im Musical in einer handfesten PA mündete. Es war so schrecklich, rechts und links überall Leute, oben und unten auch, keine Fluchtmöglichkeit, dazu noch Lichtershow und laute Musik, der blanke Horror. Ich hab es ausgesessen aber seitdem bin ich echt wieder anfälliger und fühle mich als Loser, anstatt stolz zu sein, dass ich es trotzdem geschafft habe. In der Nacht hatte ich dann noch eine heftige Attacke und meine Mam musste mich trösten und beruhigen wie ein kleines Kind

Naja, der ganze gestrige Tag war dann auch nicht mehr so schön und heute hab ich schon die ganze Zeit kalte Hände und unterschwellige PA. Da bin ich natürlich beunruhigt wie das erst werden soll, wenn ich 8 h Stunden täglich arbeiten soll und keine Bezugsperson habe.

Habe schon überlegt ob ich meinen Praktikumsleiter einweihe, habe aber Angst damit auch die Nase zu fallen und als schwach zu gelten. Bin unschlüssig was das werden soll, ich denke dadurch ist die PA auch wieder verstärkt. Aber wenn Du sagst, dass es mit VT echt steil bergauf geht will ich mal hoffen.

LG ckbe

24.03.2011 14:42 • #6


Strand
Hei ckbe,

ich hatte gestern übrigens auch einen Rückfalltag und bin mit einer dunklen Regenwolke im Kopf (Entfremdung) mehrere Stunden durch die Arbeit geschwebt da war ich gestern auch sofort wieder total verunsichert und dachte oh je, jetzt wird alles wieder schlimm usw.
Aber heute der Tag war schon wieder besser. Es geht nun mal auf und ab, die Frage ist wohl, wie man damit umgeht.

Das mit dem Musical kann ich so verstehen! Du Arme dabei war das Konzert sooo toll! Hab mich währenddessen mich auch furchtbar über mich geärgert und dachte, wieso kann ich net normal sein und mich dran freuen wie andere?? Ich bin da auch sehr ungeduldig mit mir und schimpf auch schon mal laut im Auto mit der Angst oder meiner nervösen Unruhe (ich zapple eigentlich jeden Tag rum, weil ich jeden Tag unsicher bin ob "es heute alles klappt").

Ich will Dir keine Medis aufschwatzen, aber zur Überbrückung bis zur VT wärs doch ok?
Du musst Dich doch net unnötig rumquälen, und Du machst wirklich alles richtig mit Konfrontation usw.
Vielleicht will dir die Angst schon sagen, dass Dein Programm Dir zu krass wird? Kannst Du es nicht irgendwie entschärfen? Mehr Pausen einlegen?
Machst Du eigentlich Entspannungstechniken? Das ist auch sehr schön

Sei nicht zu hart zu Dir oder zu streng, und "das muss doch jetzt" usw. Ich bin da auch sehr ungeduldig, han aber gemerkt dass das alles schlimmer macht.
Akzeptanz und so hinnehmen wie es gerade ist, das hilft (bei mir -meistens)

Du hast schon soviel geschafft, dann wirst Du es auch wieder schaffen, auch wenn mit Hürden!

LG
Strand 

24.03.2011 22:07 • #7


Danke Strand,

deine lieben Worte haben mich sehr aufgebaut. Hah, musste sogar kurz lachen, als du das von dem David Garett Konzert geschrieben hast. Kann mir das richtig vorstellen, alle sitzen da und besappern den Gott an der Geige und Dir steht der Angstschweiß im Gesicht. Ist natürlich nicht witzig, gerade nicht in dem Moment aber beruhigend zu wissen, dass das noch jemand kennt. Als ich mich im Saal so umgeschaut habe beim Musical hab ich nur freudige Gesichter gesehen, aber ich glaub mir hat auch keiner meine Panik angemerkt, noch nicht mal meine Mam, die direkt neben mir saß. Das ist auch so ein Ding, dass eigentlich keiner einem was anmerkt (bis auf meinem Freund, aber der ist auch extrem aufmerksam und gut geschult was meine Panik angeht)

Mehr Ruhepausen einlegen ist schon richtig, leider bei einer 40 h Woche kaum machbar und meistens ist es auch gar nicht die "reale" Belastung im Sinne von Arbeit sondern die Vorstellung davon, mit dem negativen Hintergedanken, oh gott das schaffst du nie. Klar schaff ich das, hab mir Panik schon eine Ausbildung sehr gut absolviert (auch 40 h) dann mein Abitur nachgeholt mit Nebenjob und studiere jetzt schon 1,5 Jahre sehr erfolgreich auch mit nem anspruchsvollen Nebenjob nebenbei. Deswegen liegt die reale Belastung (die ohne Frage hoch ist, will das auch gar nicht klein reden) nicht in ihrer Tatsächlichkeit, sondern mal wieder in der bedrohlichen Vorstellung was alles dort passieren kann.

Naja mal schauen, ich denke es wird besser werden, allein dadurch dass ich gezwungen bin immer das Haus zu verlassen und mich zwangsweise nicht zu sehr mit Angst zu beschäftigen. Das raten ja eigentlich auch alle Therapeuten, so schnell wie möglich zurück in den Alltag, keine vermehrte Schonhaltung aus Angst vor Überlastung, denn wenn man sich zu sehr zurückzieht ist der Weg zurück in die Normalität erschwert.

Merk das immer selber, wenn ich mal einen Tag gar nicht außer Haus war. Dann pumpt mir das Herz und mir geht die Muffe wenn ich nur die Tür aufmache. Aber du hast Recht, ich sollte es natürlich nicht übertreiben. Hab Gott sei Dank einen echten lieben Freund und eine tolle Familie, die auch verstehen wenn ich mich mal zurückziehe und nicht jeden Klamauk mitmache und die auch selbst auch mich achten wenn ich es mal nicht tue.

Heute ist wieder ein gutes Beispiel dafür, wie gut Aktivität einfach tut. Bin heute früh in die Klinik gefahren, in der auch meine ambulante VT stattfinden wird und wurde beim Einführungsgespräch gefragt, ob ich auch an einer Studie zu Forschungszwecken teilnehmen will. Hab das natürlich bejaht, ist zwar ein Zeitaufwand (aber noch hab ich die ja und lieber raus als zu Hause trübsinnig auf die nächste PA zu warten) aber ich bin da sehr dafür die Wissenschaft zu unterstützen. Wer weiß vielleicht finden sie ja tolle Sachen raus und es kann so manchen früher geholfen werden.

Ich jedenfalls raus und ab in den Bus, da hab ich schon ordentlich gepumpt aber nur leichte PA und ich hab auch nicht meinen Freund unterwegs angerufen um mich abzulenken. Dann ab in die Klinik uns sage und schreibe 4 Stunden nur Fragen über Angst beantworten

Je mehr man drüber spricht, desto wahrscheinlicher kommt sie ja. Aber sie kam nicht. War danach ziemlich knülle und mit dem Bus wieder nach Hause. Der kam ewig nicht und ich war schon ziemlich nervös, es kamen auch immer mehr Leute und der Bus war schließlich rappelvoll. Ich mich mutig ganz hinten hingesetzt und ZACK da war se, ne richtig schöne fette PA. Hab die Sache einfach ausgesessen. Bin danach auch nicht gleich nach Hause sondern noch zu meinem Freund und dann sogar noch ins überfüllte Kaufland den Wochenendeinkauf machen. Alles ohne PA und mächtig viel Stolz in der Brust. Es geht also alles, ich muss mich nur langsam wieder gewöhnen und nicht alles auf einmal wollen.

Die Arbeit wird ohne Frage anstrengend, gerade weil ich jetzt in meinen Semesterferien zu sehr dem Müßiggang verfallen bin. Aber ich denke, dass geht auch Leute ohne PA so wenn sie nach langer Pause wieder arbeiten gehen.

Wie ist es denn bei dir so? Hab aus dem einen Beitrag rausgelesen, dass du die Arbeit geschwebt bist. Gehst du noch arbeiten trotz Burn Out? Dann können wir uns ja gegenseitig motivieren, wir werktätigen Paniker

So, ist doch ganz schön lang geworden der Beitrag, ich hoffe, ihr seht es mir nach.

lg ckbe

25.03.2011 23:04 • #8


Strand
Hallo ckbe,

Amen zu Deinem Beitrag! mir geht es ganz genauso, alles wie Du es beschreibst!
Ich mache auch alles trotz Angst! Habe einen sehr lieben Mann der auch sofort beim Frühstück merkt, wenn bei mir ein "Regenwolkentag" ist, mich aber sehr unterstützt und verständnisvoll ist. Ebenso meine Familie und alle Kollegen wissen
Bescheid.
Das Burnout oder wie man es nennen will, war letzten Herbst und ich bin ab Januar jetzt wieder unterrichten gegangen. Ich hab Musik studiert und arbeite jetzt an einer Musikschule.
Bei mir ist es genauso wie bei Dir, die tatsächliche Belastung ist eigentlich nicht das Problem, sondern mein Kopf der mir immer weiss machen will, ich schaff das nicht oder mir gehts gleich wieder schlecht usw usw..
Wenn ich es mir lang genug einrede, gehts mir dann auch schlechter, diese Woche hatte ich zwei schlechte Tage und es nervt mich so!
Wenn ich am WE zu Hause viel rumhänge und dann montags wieder rausgeh, muss ich mich auch wieder neu drauf einstellen und zusammenreissen. Aber wenn ich dann unterwegs bin und meine Sachen mach, dann geht es oft und es gibt auch schon viele Tage die schön sind.
Ich denke für uns kostet halt vieles mehr Kraft als für andere. Das find ich so schade, weil vor dem ganzen ging es mir nicht so, da hatte ich 13 Jahre angstfrei und Ruhe!
Ich hatte schon mal so eine Angstkrise am Anfang meines Studiums, bin dann auch in ambulante Therapie (erst Gesprächstherapie, dann Analyse) und da ging es wieder ganz weg!
Ich hätte nie und nimmer gedacht dass das nach soviel Jahren wieder zuschlägt (jetzt bin ich 33) ...,

Sag mal, wo wohnst Du denn? Ich wohn im Kreis Stuttgart! Du kannst mir ja auch ne PN schicken, ich glaub bei uns ist es echt superähnlich und wie wir damit umgehen

LG und schönen Samstag!
Strand 

26.03.2011 11:35 • #9


Nataraja
Man darf auch nicht aufgeben.. das würde glaube ich alles schlimmer machen.

Zuhause zu sitzen.. damit lässt man ja zu "krank" zu werden.

Und ja... Stress ist ja eine Kopfsache.. aber trotzdem sollte man nicht denken, dass man eigentlich keinen Stress hat.

Ich habe da auch mit meiner Therapeutin drüber gesprochen.. dass ich mir manchmal denke "vielleicht hab ich garnicht so richtig Stress.. vielleicht rede ich mir das alles ein..vielleicht ist etwas anderes mein Problem."

Sie versucht das mit mir gemeinsam rauszufinden..aber das ist nicht alles. Natürlich haben wir Stress.. es spielt auch keine Rolle woher der kommt und wie er entsteht..er ist da, er überlastet unseren Körper.

Dagegen müssen wir angehen.. ich versuche auch immer wieder etwas Schönes zu unternehmen, denn ich merke, dass es mir dann richtig gut geht, wenn ich mal wieder einem Hobby nachgehe. Etwas produktives schaffe, statt auf der Couch zu liegen..

Ich denke immer ich finde nicht die Kraft dazu.. ich lebe nur noch zum studieren.. aber das ist falsch..wenn man sich mal aufrafft und was für sich tut, merkt man, dass man doch ganz schön viel Energie insich stecken hat

Ich bin übrigens bei der psychosomatischen Beratungsstelle von unserem Studentenwerk.. das kann ich jedem empfehlen..die Dame weiß ganz genau wie es mir geht, weil sie eben genau mit Menschen wie mir beschäftigt ist.

Also das empfehle ich allen Studenten als Versuch.. ich hab im selben Monat in dem ich angerufen hab einen Termin bekommen und kostet tut's auch nix ^^

27.03.2011 16:47 • #10


Strand
Hey Nataraja,

So "sieht" man sich wieder in diesem Thread

Bin auch ganz Deiner Meinung, dass zu Hause auf der Couch versacken auch nicht die Lösung ist. Das mit dem Stress ist so ne Sache, ja. Ich hatte diese Woche drei schlechte Tage wie Du sicher gelesen hast, echt blöd so einen Elefanten draus zu machen, aber es belastet mich schon. Vorallem weils mir davor wochenlang gut ging!
Aber ich finds toll von Dir und anderen zu lesen, dass ihr trotzdem raus geht, studiert, arbeiter und euer Leben lebt
Das macht mir Mut und gibt mir Auftrieb! Denke oft an alle die Forumsleute, wenn ich ins Auto steig um zur Arbeit zu fahren oder sonst was unternehme

LG
Strand

27.03.2011 17:12 • #11


Nataraja
3 Tage.. was sind schon 3 Tage.. du hast noch viele weitere gute Tage vor dir

Wichtig ist es doch daran zu denken, dass man nicht nur schlechte Tage hat..das wäre ziemlich kagge...aber nein.. es ist ei auf und ab.. meist behalten wir uns leider die negativen Momente.. die schönen Momente im Leben werden meist nicht genug geschätzt.

Wie geht es dir denn jetzt?

Ich hatte Dienstag nen richtig schlimmen Tag..und generell seit ca. ner Woche geht's mir auch nicht so super gut.. ich hab gerade alle meine Prüfungen hinter mir und denke das ist der Auslöser.. gerade am Dienstag konnte ich mal so richtig gut entspannen und das hat voll rein gehauen..sofort hat sich mein Körper gemeldet und gesagt "hallooo..ich bin auch noch da..sonst verdrängst du mich ja immer..aber dafür zahl ich's dir jetzt Heim".

31.03.2011 17:24 • #12


Strand
Hey Nataraja!

Toll dass Du Deine Prüfungen gemacht und geschafft hast!! Respekt!!
Das passiert ja oft dass die Angst dann erst richtig rausplatzt, wenn man Zeit zum Entspannen hat, gell. Das ist echt scheibe
Kenn ich auch gut, aber ich wünsch Dir das Du Dich bald relaxen kannst und Deine Erfolge geniessen kannst!

Also diese Woche gings mir ganz gut ausser gestern, gestern war wieder Horror nervöse Unruhe und Zappelei hab das immer mal wieder dass ich superunruhig werd morgens und schweissgebadet bin bevor ich an die Musikschule fahre, weil ich Angst hab dass ich den Tag nicht schaffe, dass es mir wieder schlecht geht usw...
Die Unsicherheit ist immer noch da, obwohl ich schon wieder seit drei Monaten am Arbeiten bin. Ich trau dem Frieden immer noch nicht. Bescheuert
Dann ärger ich mich weil ich mir die Sorgen ja immer selber mach und frag mich dann immer wieso.
Meine Thera meinte am Montag, ich würde immer mit der Lupe jede Gefühlsregung bei mir beobachten und mich nur auf das Negative konzentrieren.
Da hat sie recht, aber das versuch ich natürlich zu ändern

Also es klappt schon alles so weit, aber manchmal ist es halt noch richtig anstrengend wegen Angst vor der Angst oder Symptomen wie Entfremdung, Zittern und Schwitzen.

Jetzt guck ich mal wieder DSDS, das ist ja sooo schlecht ! Aaaaah!
Haha!

LG
Strand

02.04.2011 22:31 • #13


Nataraja
Naja, was mich immer irritiert ist, dass ich garnicht an irgendwas Böses denke. Wenn's mir längere Zeit gut geht, denk ich garnicht mehr daran, wie schlecht es mir davor ging und dann plötzlich aus heiterem Himmel kommen wieder Symptome.. vor allem Gleichgewichtsstörungen leider.. ich stell dann immer wieder in Frage, ob es wirklich der Stress ist, weil ich ja garnicht an Stress, Angst, Krankheit etc. denke..es taucht einfach so auf.. aber vielleicht ist es wirklich das Unterbewusstsein.

Ich hoffe, dass wir in der vorlesungsfreien Zeit im Sommer nicht so viele Prüfungen haben, damit ich da mal endlich ohne Prüfungsdruck entspannen kann..

Es freut mich, dass es dir jetzt wieder besser geht

Entfremdung, Zittern und schwitzen kenn ich auch.. mir ist aufgefallen, dass ich das vor allem dann bekomm, wenn ich mal unter Leuten bin.. das macht mir ein Wenig Angst..so war ich doch früher nicht.. warum krig ich da so ne innere Unruhe auf einmal? :/ ich versuch's dann immer zu verdrängen.. wenn man sich nicht mehr drauf konzentriert, geht's auch wieder weg

05.04.2011 16:57 • #14



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Dr. Hans Morschitzky