Zitat von funnycosmo:hallo liebe alle!
dann verstricken sich meine gedanken und ich denke so über sachen nach wie z.b. wie kann all das leben auf dieser welt so existieren und wie kann es sein, das ich lebe, lebe ich wirklich?
dann diese missempfindungen, das macht mich alles wahnsinnig!
ich könnte nur heueln!
Das klingt jetzt erstmal merkwürdig: Gut, dass es dir genauso geht. Denn ich hatte auch so 2,3 Wochen nach Weihnachten eine krasse DP / DR-Phase in der ich mich EXAKT diese Dinge gefragt habe und aufgrund dessen auch befürchtete, Wahngedanken zu entwickeln. Gut deshalb, weil das doch ein recht eindeutiger Beweis dafür ist, dass unsere Verunsicherung, ob wir und die Welt wirklich existieren, keine Wahngedanken sind, sondern mit Depersonalisierung und Derealisation einhergehen. Es ist doch logisch: Wer bei einer Angstattacke massives Herzrasen und Stolpern verspürt, wird sich danach immer wieder zwanghaft fragen, ob sein Herz krank sei und ob er bald einen Herztod stirbt, weil er das Vertrauen in die Selbstverständlichkeit seiner Herzfunktion verloren hat. Und je mehr er darüber nachdenkt, desto schlimmer wird das Herzrasen, was die Gedanken daran nochmal verstärkt. Typische Angstspirale. Das gleiche trifft auf DP und DR zu. Bei starker DP und DR glaubt man, sich nicht mehr auf seine Wahrnehmung der eigenen Person oder seiner Umwelt verlassen zu können. Man fragt sich, ob das alles (inklusive einem selbst) wirklich da ist. Solche Fragen bei DP und DR sind für mich im Nachhinein völlig verständlich. Ich würde mich eher wundern, wenn jemand, der sowas mal erlebt hat und zudem eine gewisse Vulnerabilität (Empfänglichkeit) für psychische Erkrankungen und Probleme hat, NICHT über solche Dinge nachdenken würden. Mit Wahn oder Schizophrenie hat das in etwa soviel zu tun wie Herzrasen aufgrund von Aufregung mit plötzlichem Herztod.
Ich bin übrigens nicht verrückt geworden, im Gegenteil, mittlerweile geht es mir deutlich besser. Bei mir war auch das Grübeln zwischenzeitlich noch schlimmer als DP und DR. Geholfen hat mir dabei eine strikte Tagesstruktur, die mir kaum Raum für Leerlauf ließ, zudem habe ich zweimal täglich eine Stunde Gedankenkonfrontation mittels Tonbandschleifen, wo ich meine schlimmsten Befürchtungen draufsprach, gemacht, was mir nach einiger Zeit geholfen hat, die Grübeleien besser in den Griff zu bekommen, was dann auch einen sehr positiven Effekt auf DP und DR hatte. Ich weiß nicht, inwiefern Zwangsbefürchtungen und Katastrophengedanken bei dir mit reinspielen, aber falls dem so ist, würde ich einer Gedankenkonfrontation mal eine Chance geben. Am besten natürlich mit therapeutischer Anleitung, aber wenn du derzeit überhaupt keine Möglichkeit dazu hast, findest du z.B. auch auf der Seite von Dr. Hans Morschitzsky,
www.panikattacken.at Informationen über die Durchführung einer solchen Konfrontation.
Ich bin sehr optimistisch, dass du diese Zustände bald besser im Griff hast und drücke dir (und nicht zuletzt auch mir