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Leni44
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Hallo ihr Lieben, ich versuche mich kurz zu fassen. Und ja natürlich bin ich aktuell erneut auf Therapiesuche, dies gestaltet sich bekanntlich zunehmend schwierig und hat mich nun zusätzlich getriggert.
Ich habe schon sehr lange mit diffusen Ängsten zu kämpfen. Erst Panikattacken, später generalisierte angststörung plus Mittel- bis schwergradige Depression. Die Depression macht sich nun seit drei Jahren phasenweise sehr breit und aufgrund mangelnder therapieoptionen falle ich jedes Mal in dieses tiefe Loch. Bin völlig antriebslos, traurig (habe regelrechte weinkrämpfe) und bin im Alltag, Vorallem wenn ich alleine bin handlungsunfähig und lasse den Tag vorbeiziehen. Ich nehme venlafaxin und kann nicht beurteilen , inwiefern es mir hilft. Aber ich habe , gerade im letzten Jahr, aufgrund diverser lebensereignisse ein dauerhaft angespanntes Nervensystem. Es fühlt sich jedenfalls oft so an, wie wenn man erschrickt, es schießt durch den Körper. Hierbei geht es häufig um Krankheiten, beim kleinsten Symptom kommt der Satz „ach dann lohnt es sich alles nicht“ und ich bin wie erstarrt. Steiger mich da total rein und finde keinen klaren Gedanken. Ich habe so massive Angst davor. Es geht Tag und Nacht darum. Das lässt sich leider auch auf meine chronisch kranke Hündin übertragen. Ich strebe nach absoluter , Vorallem gesundheitlicher Sicherheit.

Ja, die Kindheit war sehr schlimm (grob zusammengefasst) und auch später gab es einschneidende lebensereignisse.

Aber ich dachte, es würde sich langsam alles fügen. Diesen Sommer ging es mir, erstmals in meinem Leben gut. Ich habe sogar zu meinem Freund gesagt „Ich glaube so undepressiv war ich in meinem Leben noch nie“.
Ich hatte Tatendrang im Alltag und endlich richtige Lebensfreude, ich habe mir also zuvor nicht eingebildet , das nicht zu haben. Einem wird da ja gerade in einer akuten Phase kaum geglaubt.
Das Gefühl war toll, ich war morgens früher ausgeschlafen (6-7 Uhr) und habe in den Tag gestartet, obwohl ich vorher immer länger im Bett lag. Zwischenzeitlich gab es eine Aufsättigung von Eisen (ferritin 15) und Vitamin d (14). Und ja, es gab wie gesagt konstant irgendwelche trigger für mein Nervensystem. Nun war ich in der psychotherapeutischen Sprechstunde und habe der Therapeutin meine Situation , natürlich sehr subjektiv , geschildert . Daraufhin erkundigte sie sich, ob eine bipolarität mal abgeklärt worden sei . Später ergänzte sie, dass ich ihr die entsprechenden Dinge natürlich auch auf einen siöbedtablett serviert habe und dies lediglich eine Frage war.
Da ich diese Befürchtung aufgrund meiner Hypochondrie bereits vorher hatte bin ich jetzt total durch den Wind. War diese , erstmals positive Phase von ein paar Wochen , mit Tatendrang und Lebensfreude etwa „krankhaft „ ? Wenn man die Symptome nachliest , passt alles irgendwie ein bisschen. Ja genau in der Phase war ich früher wach (nach 6-8 std Schlaf). War motiviert und voller Tatendrang , habe es immer laienhaft mein „adhs“ genannt wenn ich wieder alles erledigen musste. Natürlich war nichts davon massiv ausgeprägt , aber es gibt ja schließlich auch die hypomanie.

Was erhoffe ich mir hier? Vielleicht geht es jemandem ähnlich oder jemand hat aufbauende Worte. Alles andere kann und soll natürlich ein Therapeut/Arzt entscheiden, trotzdem finde ich diesen Austausch hier ganz schön. Vielleicht gibt es sogar Tipps?


Liebe Grüße und passt alle gut auf euch auf

• • 04.10.2026 #1


9 Antworten ↓

Schlaflose
Zitat von Leni44:
War diese , erstmals positive Phase von ein paar Wochen , mit Tatendrang und Lebensfreude etwa „krankhaft „ ? Wenn man die Symptome nachliest , passt alles irgendwie ein bisschen. Ja genau in der Phase war ich früher wach (nach 6-8 std Schlaf)

Das passt über nicht. Eine manische Phase bei einer bipolaren Störung hat nichts mit Tatendrang und Lebensfreude zu tun. Es ist gekennzeichnet von Hyperaktivität. Man stürzt sich in ständig andere Aktivitäten und übt diese pausenlos und wie besessen aus, auch nachts, weil man so gut wie keinen Schlaf braucht (2-3 Stunden). Es kann auch mit psychotischen Symptomen begleitet sein.
Von all dem bist du meilenweit entfernt.

• x 4 #2


A


Bipolar oder ist das meine Krankheitsangst?

x 3


L
Danke dir , dass du dir die Mühe machst 🥰
Gibt es denn auch nicht eine abgeschwächte Form, die hypomanie?
Das alles ist halt so subjektiv , dass es schwer ist das zu beurteilen bei bekannter Hypochondrie. Das Internet geht sowieso vom schlimmsten aus und ist wenig hilfreich , und seit die Therapeutin das nur angesprochen hat, finde ich keinen klaren Gedanken mehr. Ist natürlich auch „gefundenes fressen“ für meine krankheitsangst, aber irgendwie entwickelt man seine Strategien über die Jahre 😔

Ich war schon sehr aktiv, hab wie gesagt endlich viel erledigt bekommen etc. und hatte parallel das Gefühl, „getrieben“ zu sein und nicht runter zu kommen. Das macht mir Angst.

• #3


-juli
Liest sich für mich persönlich nicht nach einer Manie. Aber ich habe schon öfters gelesen, dass viele Menschen, die sehr lange stark depressiv waren, Angst davor haben, dass sie manisch sein könnten, wenn das etwas besser wird.

Könnte es bei dir eine Mischung aus dieser Krankheitsangst und einem anderen Zustand als gewohnt sein? Eine Manie würdest du so vermutlich nicht aktiv währenddessen reflektieren können.

• x 2 #4


L
@-juli ja, total nachvollziehbar wäre das denke ich. Wenn man quasi 30 Jahre lang (natürlich teilweise nur in leichter Form) depressiv war , und das dann spürt. So „neu“ war dieses Gefühl für mich..

• x 1 #5


Gedeon
Zitat von Leni44:
Gibt es denn auch nicht eine abgeschwächte Form, die hypomanie?

Ja, die gibt es.

Schlechte Tage hat jeder, gute auch: Kein Wunder also, dass die Mundwinkel mal nach unten hängen und sich dann wieder vor Lachen nach oben biegen.
Bei Menschen mit einer Bipolaren Störung - auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet - ist das anders:
Sie fallen oft ohne nachvollziehbare Gründe von einem Extrem ins andere.
Je nach Ausprägung der Störung gehen manische und depressive Episoden mal direkt ineinander über, mal liegen ganze Jahre symptomfreier Zeit dazwischen.

Menschen mit einer Bipolaren Störung leben jedoch mit extremen Emotionen. Im Spannungsfeld zwischen Manie und Depression ist ein geregeltes Leben kaum möglich.

Das wiederkehrende Auf und Ab der Emotionen mit Schwankungen der Stimmung und des Antriebs sind ebenso Realität wie ein zwanzigfach erhöhtes Suizidrisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

• x 1 #6


freely
Mit 22 Jahren hatte ich eine sehr ungewöhnliche Phase. Bis dahin immer eher schüchtern, ängstlich und irgendwie gehemmt. Das kam von vielem.
Dann bekam ich eine gute Portion positiver Aufmerksamkeit, dazu auch noch Mari hu ana und Bämm! im Laufe der Sylvesternacht war ich ein anderer Mensch. Bzw war es für mich so als wäre ich von allen Ketten befreit endlich der Mensch der ich eigentlich bin.

Doch es war auch etwas grenzwertig. Ich nahm ziemlich schnell noch ein paar kg ab und war damit mal wirklich schlank. Gab mein ganzes Geld aus, für Kleider und besondere Dinge.
Ging im Minikleid alleine zum Tanzen. Aber, ich trank kein Alk.. Dro. rauchte ich auch nur bei dem einen Bekanntenkreis von Sylvester.

Das ganze ging so etwa 6 Monate. Ich hatte einiges erlebt in der Zeit und war auch mit einigen aneinander gerasselt.
Doch mir blieb von dieser Zeit nichts, keine Freunde o. ä. Und aufgrund der fehlenden positiven Zuwendung versank ich in Depris. Mir fiel wieder die Trennung zu meinem ersten Freund ein, dass ich nicht wusste was beruflich tun und dass ich wieder bei meiner Alk. Mutter wohnte machte es nicht besser.

Über ein Jahr verschanzte ich mich in meinem Zimmer, nahm 16kg zu, entwickelte eine soziale Phobie.

Ich konnte oder wollte das nie als manische Phase betrachten, weil ich mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig und echt gefühlt hatte. Ja in manchen Situationen etwas drüber, doch das konnte ich, wenn ich wollte ja regulieren. Am Anfang war es halt wie Übermut, endlich frei, die Welt liegt mir zu Füßen, ich kann jetzt erreichen was ich will.

Das entspricht für mich so viel mehr einem selbstbestimmten Leben, als dieses depri Dasein, dieser Melancholie und Antriebslosigkeit.

Für mich war diese manische Phase, wahrscheinlich auch eher Hypomanie, sehr wichtig um zu erfahren was noch in mir steckt, hinter all den Ängsten.

Meine ältere Schwester hatte immer gesagt, steh doch zu deinem Schüchternsein, du bist halt so, eher die Ruhige und Introvertiert. Bei mir kam das immer wie eine Beleidigung an, denn ich wusste insgeheim ich bin so nicht, will so auch nicht sein. Das ist doch wie in einem Käfig eingesperrt zu sein, nur zuzuschauen wie andere ihr Leben nutzen und genießen, während ich mich verstecke und mich nicht traue etwas zu sagen.

In meiner aufgedreht Phase kuckte sie dann aber. 😄

Bis heute hatte ich keine solcher ausgeprägten Phasen. Nur seitdem oft den Zugang zu dieser lebensfrohen Sichtweise, der Abenteuerlust, dem Humor.

Ja die Stimmungsschwankungen sind nervig. In Behandlung war ich deswegen noch nie. Ich bin kein Freund von Diagnosen und wenn es dann eine Mischform von vielem ist? Der Alk. meiner Mutter, die Vernachlässigung dadurch. Vielleicht noch Adhs, etwas Autismus.
Ich denke mir oft, wenn das Umfeld etwas besser wäre, die Leute um mich herum gesünder, wäre mir schon genug geholfen.

Ansonsten hilft mir die Erinnerung an die hypomanische Phase eher, ich weiß wer ich eigentlich sein kann.
Natürlich ist es wie ein Spiel mit den Extremen, zu versuchen nicht zu sehr in die Depri abzurutschen noch zu sehr aufgedreht zu sein,- also irgendwo die Mitte zu finden.
Aber wenn mir der Zugang zu Freude und Spaß angeboten wird, sag ich sicher nicht nein, ich will lieber missmutig sein.

Mich hatte es fast geärgert, als eine Therapeutin von bipolar sprach. Sie machte diese für mich besondere Phase, dieser Ausbruch aus dem Schneckenhaus zu einer Krankheit?! Für mich war es doch ein wichtiger Entwicklungsschritt, etwas woran ich immer ansetzen kann, mich immer erinnern kann, wenn Depris und Selbstzweifel wieder kamen.

Also ich sehe es bis heute nicht als eine Störung die vom Himmel fiel, eher als eine Chance die Mitte zwischen diesen Extremen zu finden, da ich vorher ja nur die eine Seite kannte.
Vielleicht liege ich damit auch falsch.

Was es vielleicht braucht um sich nicht zu verlieren, ist Bewusstheit. Ich muss merken das da etwas mit mir passiert, aber das nicht ich bin. Somit kann ich es besser steuern.

• #7


Sunny2808
@Schlaflose
Das ist so nicht ganz korrekt.
Es gibt zwei Formen der bipolaren Störung.
Bipolar 1 und bipolar 2
Ich bin bipolar 2 und werde nicht manisch oder psychotisch.
Ich werde „nur“ hypoman.

• x 1 #8


L
@Sunny2808 darf ich fragen wie sich das bei dir äußert?

• #9


Sunny2808
Meine Hypmanie hat sich durch ständige Unruhe, rum gewusel , wenig Schlaf und wissbegieriges gegoogel geäußert.

Ich war in einer Klinik (da war ich aber depressiv und ängstlich ) , ich habe eine Therapie gemacht mit großer Diagnostik und bin mittlerweile gut eingestellt so das ich schon eine Weile stabil bin.

• #10


A


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