App im Playstore
Pfeil rechts
27

Hamm

Hamm
Mitglied

Beiträge:
14
Themen:
3
Danke erhalten:
23
Mitglied seit:
Hallo zusammen,
ich würde gerne mal eure Meinung bzw. eure Erfahrungen hören, weil ich gerade etwas unsicher bin.
Ich habe seit ungefähr einem Monat einen Therapieplatz und komme mit meiner Therapeutin eigentlich sehr gut zurecht. Ich finde sie sehr nett, allerdings ist sie auch ziemlich direkt, was grundsätzlich für mich okay ist.
Heute habe ich mit ihr darüber gesprochen, dass ich im Dezember gerne meinen Geburtstag feiern möchte. Dabei habe ich auch erwähnt, dass ich an diesem Abend gerne Alk. trinken würde.
Sie meinte daraufhin, dass ich ihrer Einschätzung nach eine schwere Depression habe und dass Alk. mich möglicherweise wieder deutlich zurückwerfen könnte. Sie sagte sogar, dass sie die Therapie zunächst pausieren würde, wenn ich mich dazu entscheiden sollte, an meinem Geburtstag Alk. zu trinken.
Diese Aussage hat mich ehrlich gesagt etwas verunsichert und ich weiß gerade nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll. Einerseits verstehe ich natürlich, dass Alk. bei einer Depression problematisch sein und die Stimmung bzw. den Therapieerfolg negativ beeinflussen kann. Andererseits frage ich mich, ob es wirklich angemessen ist, deshalb eine Therapiepause anzukündigen.
Ich möchte ihr nichts unterstellen und bin auch bereit, ihre fachliche Einschätzung ernst zu nehmen. Gleichzeitig würde ich gerne verstehen, wie ihr das seht: Ist so eine Reaktion bzw. diese Konsequenz aus therapeutischer Sicht nachvollziehbar? Oder findet ihr es eher ungewöhnlich, eine Therapie davon abhängig zu machen, ob man bei einer Geburtstagsfeier Alk. trinkt?
Vielleicht hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir ein bisschen helfen, das einzuordnen.
Vielen Dank schon mal für eure Meinungen! ❤

• • 08.10.2026 #1


15 Antworten ↓

Windy
Zitat von Hamm:
Sie meinte daraufhin, dass ich ihrer Einschätzung nach eine schwere Depression habe und dass Alk. mich möglicherweise wieder deutlich zurückwerfen könnte. Sie sagte sogar, dass sie die Therapie zunächst pausieren würde, wenn ich mich dazu entscheiden sollte, an meinem Geburtstag Alk. zu trinken.
Diese Aussage hat mich ehrlich gesagt etwas verunsichert und ich weiß gerade nicht so richtig, wie ich damit umgehen soll.

Das ist ihr Stil, du kannst mit ihr darüber reden, was du dabei empfindest und daß es dich verunsichert.

Zitat von Hamm:
Andererseits frage ich mich, ob es wirklich angemessen ist, deshalb eine Therapiepause anzukündigen.

Es ist ihr Stil, jeder Therapeut hat da seinen eigenen. Wenn sie Alk. innerhalb der Therapie nicht haben möchte, dann bleibt dir nur, diesen zu vermeiden und mit ihr darüber zu sprechen.

Zitat von Hamm:
Einerseits verstehe ich natürlich, dass Alk. bei einer Depression problematisch sein und die Stimmung bzw. den Therapieerfolg negativ beeinflussen kann.

Alk. bringt die Gehirnchemie völlig durcheinander, jedenfalls geht es mir so. also so unbegründet, ist da ihr Vorgehen nicht.

Zitat von Hamm:
Ist so eine Reaktion bzw. diese Konsequenz aus therapeutischer Sicht nachvollziehbar?

Ja, siehe direkt darüber. Kommt natürlich auch auf die Menge an. Ein halbes Glas Sekt ist natürlich etwas völlig anderes, als dort die ganze Zeit durchzuzechen und auch, ob du generell ein Alk. hast oder nicht.

• x 2 #2


A


Therapie pausieren wegen Alk.

x 3


Hamm
Ich glaube, ihr habt wahrscheinlich recht damit, dass ich erstmal komplett auf Alk. verzichten sollte. Ich kenne das ja auch aus den Therapien bzw. Kliniken, dass dort absolutes Alk. gilt. Gerade weil ich Escitalopram nehme und es mir psychisch momentan nicht gut geht, möchte ich da kein Risiko eingehen.
Ich bin sowieso nicht jemand, der viel Alk. trinkt. Seit Ostern habe ich überhaupt keinen einzigen Schluck mehr getrunken, weil es mir einfach nicht gut ging. Vielleicht muss ich jetzt einfach diese Phase durchstehen und meinem Körper und meiner Psyche die Zeit geben, die sie brauchen.
Ich hoffe einfach, dass es mit der Zeit wieder besser wird.

• x 2 #3


Windy
Zitat von Hamm:
Gerade weil ich Escitalopram

Dann hat deine Therapeutin schon recht, mit Alk. kann die Gehirnchemie wieder aus den Fugen geraten, die ohnehin schon empfindlich ist.

• x 3 #4


Kruemel_68
@Hamm Ich sehe das komplett anders als Windy. Ja, natürlich ist Alk. nicht gut und ja, natürlich sollte man sich nicht regelmäßig abschiessen, wenn man krank ist. Und ja, natürlich darf ein Therapeut dazu eine Empfehlung abgeben.

ABER - in meinen Augen ist die Aussage deiner Therapeutin absolut übergriffig. Denn die Entscheidung, ob du einen Rat annimmst oder nicht, liegt bei Dir. Die Therapie zu pausieren, weil jemand einen Rat nicht befolgt, hat was von Erziehung und "Strafe".

Ich denke mal, dass du dich ja nicht komplett abschießen willst, sondern nur ein paar B. oder einen Wein. Wenn man das gut verträgt, ist da zu besonderen Gelegenheiten überhaupt nix dagegen zu sagen. Denn auch mit einer Depression ist es wichtig, das Leben auch mal zu genießen (wenn man es denn kann). Was spricht dagegen, mal einen Tag normal zu leben? Ich finde es sehr positiv, dass du planst und deinen Geburtstag feiern willst.

Und genau das würde ich der Therapeutin so sagen.

• x 8 #5


boomerine
Du kannst dich über deinen Therapeuten hinwegsehen.
Es gibt Patienten die einen Platz dringendst benötigen
Setz ihn nicht aufs Spiel
Antidepressiva und Alk. würde ich dir nicht empfehlen.
Nur ein Ratschlag und Tipp.

• x 2 #6


Windy
Teilweise muß man schon jahrelang auf einen Therapieplatz warten, als Kassenpatient. Da wäre ich wegen nur dieser einen Aussage auch nicht so kritisch. Wenn sie sonst gut ist und die Chemie stimmt, ist das schon sowas wie ein Lottogewinn heutzutage.

• x 1 #7


YellowFerrum
Hast du denn ansonsten ein Problem mit Alk. oder ein Suchtproblem? Wenn nicht, dann finde ich diese Aussage (unter Vorbehalt des AD) ebenfalls übergriffig. Du musst dich selbstverständlich nicht betrinken und kannst dich beherrschen. Ich habe den Eindruck, sie ist sehr fixiert darauf und verstehe nicht, weshalb eine ganze Therapie in Gefahr geraten sollte. Sag`s ihr einfach nicht.

• x 3 #8


martinidry
Seit Ostern gar nichts getrunken ist ja auch schon eine ganze Weile. Wegen diesem einen Geburtstag würde ich da wahrscheinlich gar nicht groß herumprobieren. Gerade wenn es dir momentan sowieso nicht besonders gut geht und du Escitalopram nimmst, ist der Geburtstag dafür vielleicht einfach ein blöder Zeitpunkt.

Bei dieser angekündigten Therapiepause wäre ich allerdings auch hängen geblieben. Beim nächsten Termin würde ich noch mal nachfragen, was damit eigentlich konkret gemeint war. Die Alk. muss man dafür ja nicht wieder von vorne aufrollen. So eine Aussage hätte mich vermutlich trotzdem noch eine Weile beschäftigt.

Feiern geht ja trotzdem. Und am nächsten Morgen keinen Kater zu haben, ist zumindest auch nicht schlecht.

• #9


Raffa1974
Ich finde auch, dass das Verhalten der Psychologin übergriffig ist. Wer was wann wie konsumiert geht eine Therapeutin erstmal gar nichts an. Erst recht nicht, wenn jemand ankündigt, einmal in den nächsten Monaten Alk zu trinken! Ich bitte Dich...

Für meine Seele und meinen Körper bin in erster Linie ich selbst verantwortlich. Bisschen mehr Selbstbewusstsein bitte 🙂

• x 1 #10


SilentRoG
Zitat von Hamm:
Hallo zusammen, ich würde gerne mal eure Meinung bzw. eure Erfahrungen hören, weil ich gerade etwas unsicher bin. Ich habe seit ungefähr einem ...


Ich weiß nicht wie es medizinisch bei dem Thema aussieht.

Aber ich würde mich eher fragen, ob ich an meinem Geburtstag Alk. trinken müsste um Spaß zu haben und zu feiern oder ob es nicht auch ohne geht.

Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass ich selbst keinen Alk. zum Feiern und Spaß haben brauche.
Aber schlussendlich ist es deine Entscheidung mit allen Konsequenzen.

• x 1 #11


Progylein
Hi
Also das Risiko, meinen Therapieplatz zu verlieren, wäre mir persönlich zu groß.
Trotzdem gibt mir das Verhalten deiner Therapeutin zu denken.
Das grenzt ja schon so "Erpressung ",denn selbst mit AD kann man ja ruhig mal auf seinen Geburtstag 🎂 anstoßen.
Sich allerdings komplett zu betrinken, wäre natürlich nicht gut.
Man sollte ja ehrlich sein,aber warum sagts du es deiner Therapeutin, fas du am Geburtstag Alk. trinken willst?
Das geht die Frau nichts an und hätte ohne deine Aussage keine Konsequenzen gehabt 😉

• #12


Greta__
Wenn du anstoßen willst, stoße an. Musst du ja nicht erwähnen. Allerdings wäre mir das persönlich zu blöd. Ich würde sie direkt fragen warum sie eine Therapiepause erzwingen will, wenn du anstößt?

• x 2 #13


Feuerschale
ich finde es übertrieben, wenn keine Suchterkrankung vorliegt und es dann so unregelmäßig wie beim Geburtstag mal ist.
hinweisen, warnen kann man ja, aber man kann auch die Kirche im Dorf lassen.

Und Therapiepause deswegen ist schon mehr als streng. Als würd vom beim Geburtstag anstoßen direkt alles mögliche passieren. Methode Vorschrift und Strafe...naja wers braucht (als Therapeut).

Wie gesagt, bei ner aktiven Sucht ist es was anderes, da reichen auch kleine Mengen, um die Sucht wieder voll auszulösen.
Es haben aber nicht alle Menschen die Neigung zur Alk., oder dass der Körper SO reagiert.

Es gibt fließende Grenzen zwischen Genuß, Konsum und Gebrauch, Missbrauch und Sucht.
Bzw bei den einen ggf. fließender, bei den anderen klarer.

• x 2 #14


Donnie_Darko
Aus Klinikaufenthalten kenne ich es, dass Alk. nicht gestattet ist, da der Aufenthalt dort sehr fordernd ist. Ich habe aber noch nie einen ambulanten Psychotherapeuten erlebt, der diesbezüglich Vorschriften gemacht hat. Sofern keine Alk. vorliegt, empfinde ich das als sehr übergriffig und ich hätte in diesem Fall sogar aus Protest getrunken. Wenn das zum Therapieende geführt hätte, wäre ich einfach zu einer Therapeutin gegangen die weniger übergriffig ist.

Ja, Alk. kann eine Depression verschlimmern, genauso wie unzählige andere Dinge auch, die man als Depressiver macht.

• #15


freely
Hm vermutlich befürchtet sie, dass ihre Arbeit der letzten Wochen dann umsonst war.
Was der Alk. bewirkt, weiß keiner sicher. Nur wenn es dir dann schlechter geht und die Therapeutin dich aufpepeln darf, hat sie wohl keine Lust drauf.

• #16


A


x 4





Youtube Video

Dr. Christina Wiesemann
App im Playstore