Zitat von Maro: Es geht lediglich darum, dass man die Eigenverantwortung als das Grundprinzip des Lebens postuliert und sich von der abstrusen Idee der "Solidargemeinschaft" Stück für Stück verabschiedet. Wie das im Detail ausgestaltet werden soll, sowie der Weg dahin, darüber kann man lange diskutieren. Aber mit der sozialistischen Mentalität, die heute vorherrscht, wird unser Wohlstand den Bach runtergehen. Die Länder des Ostblocks haben es vorgelebt. Und das Konzept des bevormundenden und fürsorglichen Staates geht in dieselbe Richtung.
Mehr Eigenverantwortung? Da bin ich absolut deiner Meinung. Allerdings bedeutet Eigenverantwortung ausdrücklich
nicht einmal in 4 Jahren sein Kreuz irgendwo zu machen, wo man es die letzten Male schon machte; sondern sich regelmäßig um 'die Sache' zu kümmern.
Jedes demokratische Staatsgebilde funzt im Prinzip wie die Firma an der Ecke: Oben ist der Chef (Das Volk) , er trägt die Verantwortung und gibt seinem Geschäftsführer (Regierung) klare Anweisungen, wie dieser vorzugehen hat. Und wenn der Chef nicht in der Lage ist klare Anweisungen zu geben, muss er sich nicht wundern zur Verantwortung gezogen zu werden. Er kann seinen GF feuern, die Verantwortung bleibt letztlich bei ihm.
Solidargemeinschaft wird allgemein als Prinzip in der Sozialversicherung verstanden. Tatsächlich ist dieser Begriff aber deutlich weiter zu fassen. Er bedeutet, dass ein Bürger nicht allein für sich verantwortlich ist, sondern sich die Mitglieder einer definierten Solidargemeinschaft gegenseitig Hilfe und Unterstützung gewähren. So ist letztlich selbst ein Staat eine Solidargemeinschaft, eine Gewerkschaft, eine freiwillige Feuerwehr, etc. letztendlich auch dieses Forum. Als einen Kern des Problems betrachte ich aber gerade den Gedanken der Abkehr von der Solidargemeinschaft. Es wird mehr gedacht, was können die für mich tun als, 'was können wir gemeinsam erreichen?'
Und solange die Solidargemeinschaft Chef keine klare Linie verfolgt, sich nicht auf klare Linien einigen kann, ist sie nicht in der Lage einen klaren Kurs zu bestimmen. Diese wird aber ein Teil der Solidargemeinschaft Chef (Nennen wir sie mal u. a. 'Geldadel', Lobbyisten) nutzen um dem 'Angestellten' Anweisungen zu erteilen.
Letztendlich haben wir dadurch aber nicht - wie von dir vermutet - eine 'sozialistische Mentalität'. Statt dessen eine stärker werdende Umverteilung von Arm nach Reich. Oder anders ausgedrückt: eine Rückkehr zu kapitalistischen Strukturen vergangener Jahrhunderte, nur mit etwas sozialer Makulatur versehen.
Und was deinen Verweis auf den Ostblock betrifft: Einen 'Kommunismus' oder 'real existierenden Sozialismus' auf Basis von Marx These gab es nie. Meist nur um Staatskapitalismus.