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201802.02




6282
NRW
3991
«  1, 2, 3  »
Hallo Ani,
Zitat:
Jetzt bin ich seit über einem Jahr in der Wohnung und fühle mich nicht angekommen.


Kannst Du bitte mal beschreiben, was in der alten Wohnung besser war?
Und was war denn dafür verantwortlich, in diese neue Wohnung zu ziehen?
Da gab es doch einen oder mehrere Gründe für.
Zitat:
vieles habe ich nicht bedacht. Jetzt sitze ich hier fest, finanziell kann ich mir keinen weiteren Umzug leisten,
billige Wohnungen gibt es am alten Wohnort nicht.


Hinterher lässt sich immer leicht reden. Da weiß man natürlich mehr. Aber damals war Deine Entscheidung doch richtig,
sonst hättest Du es ja nicht gemacht.
Zitat:
Ich kann das Gefühl, ich will zurück, einfach nicht abstellen.


Können wirst Du das schon. Nur Du willst das vermutlich nicht. Warum?

Viele Grüße

Bernhard

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  02.02.2018 23:55  
Hallo,
die alte Wohnung war größer, großes Bad, helles Wohnzimmer, den ganzen Tag Sonne auf dem Balkon. Die Lage idyllisch, ziemlich ruhig, manchmal war es möglich Feldhasen zu beobachten. Eigentlich wollte ich dort nie wegziehen aber ein Nachbar war schon länger ohne Job und seitdem hat er regelmäßig getrunken, 2-3 mal in der Woche brüllte er Mitternacht stark betrunken in seiner Wohnung herum, Radio mehrfach bis zum Anschlag, der Lärm ging meistens bis 4 Uhr. Trotz mehrerer Beschwerden hat der Vermieter nicht viel unternommen. Nach einem Streit mit dem Nachbar (er war völlig uneinsichtig) war ich nervlich fertig und hatte Angst vor diesem Typ, sah außer Umzug keine andere Möglichkeit mehr.
Alle Bedenken und Mängel an der neuen Wohnung habe ich verdrängt. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben.

Warum ich den Gedanken nicht abstellen kann oder will, ist eine gute Frage.

Für mich ist Heimweh ein Gefühl, es ist einfach da. Auf meine alte Wohnung war ich stolz, sie war schön, da ich sonst nichts habe, kein Auto, keine Familie usw. war die Wohnung das einzigste was ich erreicht hatte.
Jetzt schäme ich mich jemanden zu sagen wo ich wohne, selbst Handwerker in die Wohnung zu lassen ist mir peinlich.
Ich habe versucht etwas positives zu finden, das jetzt anzunehmen aber es gelingt mir nicht, jedenfalls nicht ausreichend.

Ich betrachte den Umzug als Fehler, der schwer oder nicht korrigierbar ist. Ich habe etwas aufgegeben wofür ich hätte kämpfen müssen statt wegzulaufen.
Klar im Nachhinein ist man immer klüger aber diese Erkenntnis macht es auch nicht besser. Irgendwie hoffe ich auf ein Wunder.

Gruß



6282
NRW
3991
  03.02.2018 00:46  
Hallo Ani,

wenn Du wegen der ständigen Ruhestörung weggezogen bist, war Deine Entscheidung doch richtig.
Ich kann zwar verstehen, dass Du jetzt der alten helleren Wohnung nachtrauerst,
nur wird es keinen Weg zurück mehr geben.
Zitat:
Alle Bedenken und Mängel an der neuen Wohnung habe ich verdrängt. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben.


Nun dann bist Du damals einen Kompromiss eingegangen. Die nicht ganz so tolle Wohnung,
gegenmehr Ruhe. Hast Du denn jetzt auch mehr Ruhe?
Zitat:
Für mich ist Heimweh ein Gefühl, es ist einfach da. Auf meine alte Wohnung war ich stolz, sie war schön, da ich sonst
nichts habe, kein Auto, keine Familie usw. war die Wohnung das einzigste was ich erreicht hatte.


Dann kann ich schon verstehen, dass Du jetzt etwas vermisst.
Nur so sehr schlecht wird Deine neue Wohnung doch bestimmt nicht sein?
Zitat:
Ich betrachte den Umzug als Fehler, der schwer oder nicht korrigierbar ist. Ich habe etwas aufgegeben wofür
ich hätte kämpfen müssen statt wegzulaufen.


Ok. Dann hast Du eventuell einen Fehler gemacht. So etwas passiert immer mal im Leben.
Ja, vielleicht hättest Du nicht so schnell weglaufen sollen. Dann hast Du bei der ganzen Aktion etwas Wichtiges
für Deine Zukunft gelernt.
Zitat:
Irgendwie hoffe ich auf ein Wunder.


Also Wunder gibt es wohl kaum, aber glückliche Wendungen und Entwicklungen gibt es häufiger.
Entwicklungen, die Du vorher nie für möglich gehalten hättest.
Glaube daran, dass es für Dich auch so etwas geben kann. Dies wünsche ich Dir.

Einen schönen Abend

Bernhard



  03.02.2018 12:46  
Du kannst doch gar nicht wissen, ob ein längerer Kampf, mit diesem Nachbarn überhaupt etwas gebracht hätte.
Solche Leute, ändern sich doch oft gar nicht und Du hättest Dich nur noch weiter unnötig selbst fertig gemacht.
Genieß die Ruhe, die Du jetzt hast und denk an den Krach und Lärm der anderen, dann wird sie Dir auch nicht
mehr so nostalgisch schön vorkommen. Wer weiß, was der Irre sich noch alles einfallen lassen hätte um Dich
zu ärgern. Also war es doch die richtige Entscheidung!

Danke1xDanke


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  03.02.2018 13:51  
Ich bin auch aufgrund von Lärmbelästigung ausgezogen, habe auch einen Threat dazu.

Die schönste Wohnung ist mit einem asozialen, lauten Nachbarn nichts mehr wert. Lärm macht krank. Schau in die Zukunft. Dein Leben ist lang, du wirst irgendwann in einer schöneren Wohnung als deiner alten wohnen.



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Düsseldorf
14
  06.02.2018 00:08  
Ich bin grade in einer ganz ähnlichen Situation.
Im Dezember bin ich aus meiner Wohnung ausgezogen, weil gegenüber eine Kneipe war die bis nachts um ein oder zwei Uhr Lärm gemacht hat; laute Musik und Gegröhle. Ich hatte immer mal wieder das Ordnungsamt oder Polizei gerufen, aber es hatte sich immer nur kurzfristig was geändert.
Dann hab ich durch Zufall eine neue Wohnung in einem ruhigen Stadtteil gefunden, und dachte auch zuerst alles wäre ok. Ich bin umgezogen und war zuerst auch ganz glücklich. Leider stellte sich heraus, das unter mir eine WG aus lauter jungen Leuten wohnt (was ich beim Einzug nicht wusste) die mehrmals in der Woche bis mitten in der Nacht Party feiern. Laut meinen Vermietern sollte das eigentlich ein "sehr ruhiges Haus" sein.
Jetzt sitze ich auch hier in meiner neuen Wohnung und bereue meinen Entschluß umzuziehen zutiefst. Es war ein riesen Fehler, ich bin praktisch vom Regen in die Traufe gekommen. Einen weiteren Umzug kann ich mir nicht leisten, außerdem ist das Angebot an bezahlbaren Wohnungen hier extrem begrenzt.
Ich trauere meiner alten Wohnung total nach, denn irgendwie hab ich mich ja doch trotz des Lärms dort wohl gefühlt; sonst hätte ich auch nicht 16 Jahre dort gewohnt. Ich verbinde so viele Erinnerungen daran, eben auch sehr schöne, nicht nur an den Lärm.
Ich glaube, das Gefühl sich nach der alten Wohnung zu sehnen, kommt daher, das man sich wünscht das in der neuen Wohnung alles besser und schöner wird. Aber das ist es manchmal eben nicht - und was macht man dann?





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7
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  06.02.2018 05:06  
Was macht man dann? Das ist die Frage auf die ich leider keine Antwort weiß.
Ich habe genau das gleiche Problem. In der neuen Wohnung habe ich noch keine einzige Nacht durchschlafen können. Der Fernseher der direkten Nachbarn läuft bis Mitternacht oder sie sitzen auf dem Balkon ( ist gleich neben meinem Schlafzimmer), obendrüber wohnt einer dem ständig in der Nacht etwas umfällt und unten geht immer gegen 3.00 Uhr ein Signalton/ Klingel, da ist jemand schwer krank, pflegebedürftig und die Frau rennt dann aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer, stellt den Signalton ab und redet laut auf den Kranken Mann oder Sohn ein.
Wohnungssuche erscheint fast aussichtslos.
Ich bin oft am weinen, weil der Umzug nichts verbessert hat und es mir psychisch jetzt schlechter geht als vorher.



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5
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  06.02.2018 10:38  
Hast du mal mit der Nachbarin mit dem pflegebedürftigen Mann gesprochen, dass du immer aufwachst mitten in der Nacht? Die Lautstärke von solchen Notrufklingeln kann man doch im Normalfall regulieren, vielleicht ist ihr gar nicht klar dass du das hörst und davon aufwachst.

Unser Haus ist auch sehr hellhörig, man hört sogar wenn jemand oben durchs Zimmer läuft. Da hat eine gute Dämmung des Bodens auch nicht viel gebracht. Aber bei uns wird die obere Wohnung von unseren Kindern genutzt. Ich glaube, wie stark man Geräusche als störend empfindet, hängt auch ein bisschen mit der Grundeinstellung zusammen. Mich stört es nicht großartig, ich höre es zwar oft wenn z. B. nachts jemand oben ins Bad geht, aber es ist eher so, dass ich es nur registriere und wieder einschlafe. Ich weiß ja, dass es eines der Kinder ist und deshalb regt es mich nicht auf. Bei fremden, noch dazu wenn man sich ohnehin nicht wohlfühlt ist es wahrscheinlich ganz anders, weil die subjektive Wahrnehmung eine andere ist.

Steht auch hier

https://www.sonicshop.de/gehoerschutz-r ... dlich.html

Da wird auch alles mögliche an Gehörschutz angepriesen. Hast du sowas schon mal versucht?

Ich meine es nicht böse, aber ehrlich gesagt wundere ich mich ein bisschen, dass du nach so vielen Monaten in dem Haus nicht weißt, ob der pflegebedürftige Mann der Sohn oder der Ehemann der Frau ist. Hast du denn gar keinen Kontakt zu den Nachbarn?

Ein Umzug kommt ja für die momentan wohl nicht in Frage, wenn es so wenige bezahlbare Wohnung bei euch gibt. Hast du dir die neue Wohnung dann wenigstens schön eingerichtet? Das können ja auch Kleinigkeiten sein, die nicht viel kosten, aber vielleicht hilft es damit du dich wohler fühlst. Neue Vorhänge, ein paar Wohnaccessoires oder so.



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Düsseldorf
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  06.02.2018 12:09  
Das mit dem Gehörschutz versuche ich auch grade. Ich war bei einem Hörgeräteakustiker und habe mir einen individuellen Hörschutz anpassen lassen. Er ist im Laufe der Woche fertig, und ich kann gern mal von meinen Erfahrungen berichten.
Ich hoffe es hilft um wenigstens hin und wieder mal Ruhe zu finden.

Aber an dem grundsätzlichen Gefühl ändert es natürlich nichts. Ich hab letztens gelesen das die Wohnung die "dritte Haut" ist, und ich finde das triffts voll. Wenn man sich in seiner Wohnung nicht wohl fühlt stimmt der ganze Rest auch irgendwie nicht. Denn eigentlich sollte es ja so sein das man vor allem abends und Nachts in seiner Wohnung zur Ruhe kommt und sich vom Stress des Tages erholt.





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  23.02.2018 18:20  
Gehörschutz habe ich schon lange und nehme ich abends immer, sonst könnte ich überhaupt nicht schlafen, nur leider stört mich das irgendwie und ich werde wach, teilweise mit Ohrenschmerzen. Einen individuellen Gehörschutz anpassen lassen, wär da eine gute Idee, danke für den Tipp.

Da ich mich nicht wohlfühle und absolut nicht zuhause, empfinde ich die Deko als nicht hilfreich, es macht mich eher traurig, weil ich mich nicht mal über neue Vorhänge (habe ich gekauft, auch Tapete und Deko Zeugs) freuen kann.
Bei der Frau zu klingeln habe ich mich bisher nicht getraut, ich kann es versuchen.
Kontakt zu den Leuten im Haus habe ich nicht, das ist sehr anonym hier und ein großes Haus.

Mit der Wohnungssuche habe ich leider auch nur Pech. Hatte eine Anzeige gefunden wo jemand einen Nachmieter sucht. Für gestern war ein Termin vereinbart ich sollte klingeln, aber keiner war da. Als ich später nachgefragt habe sagte die Frau sie war beim Arzt, naja neuen Termin für heute vereinbart, x mal geklingelt aber keiner macht auf. Vorhin habe ich per Email angefragt warum sie wieder nicht da gewesen ist, sie wäre da ich müsste eine Handynummer anrufen, wenn ich vor der Tür stehe, die sie mir in dem Moment erst geschickt hat .... ah ja, keine Entschuldigung oder ähnliches. Ärgerlich, wenn schon mal die Miete billig ist sind die Leute unzuverlässig.


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