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201806.01




687
2
Wien
329

Status: Online online
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Ich lese gerade von John Strelecky, The Big Five for Life.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was ich mir eigentlich von meinem Leben wünsche. Bis jetzt habe ich mich darum nur wenig gekümmert, weil ich sowieso überzeugt war, dass das keine Rolle spielt. Fortan will ich mich regelmäßig am Tag daran erinnern, ob mein Verhalten dazu beiträgt, meine fünf großen Lebensziele zu erreichen.

Als meine Big Five habe ich identifiziert:

- Eine Ausstellung mit meinen Fotos und/oder Gemälden
- In meinem Job etwas bewirken - contra Stereotype und Klischees, pro der Einzigartigkeit und Komplexität des Individuums
- Den Moment genießen und ganz im Hier und Jetzt sein - ohne Hetze und endlosen To-do-Listen
- Authentisch sein: im Umgang mit mir selbst und anderen
- Qi Gong lernen

Als meinen Lebenszweck sehe ich, alles zu erleben, tun und wagen, was ich mir wünsche

Ganz praktisch (Punkt Authentizität), werde ich heute damit beginnen, einer lieben Freundin zu offenbaren, dass ich einen weiteren Rückfall erlitten habe. Mich in meiner Verletzlichkeit zu zeigen, fällt mir besonders schwer. Ich schäme mich sogar regelrecht dafür. Dadurch vergebe ich mir aber auch immer wieder die Chance, Zuspruch und Trost zu bekommen.

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687
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Wien
329

Status: Online online
  06.01.2018 23:09  
Der Nachmittag mit der lieben Freundin hat gut getan. Vor allem auch das Durchspielen von Lösungsmöglichkeiten für meine belastende Arbeitssituation.
Es war gut zu hören, dass in meinem Fall die Abteilungsleitung ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden ist. Klar, war ja auch einfach und angenehm, dass ich so viele zusätzliche und fachfremde Aufgaben übernehme und mich nicht wehre. Ich bin mir bewusst, dass auch ich zu dieser Situation beigetragen habe, indem ich nicht viel früher Stopp geschrien habe, aber mind 50 % der Verantwortung liegen auch bei der Abteilungsleitung. Es ist einfach nicht möglich das gewünschte Pensum mit der Hälfte des vorgesehen Personals abzuwickeln. Entweder man stockt auf oder macht eben Abstriche bei den Projekten. Aber das Pensum zu Lasten meiner Gesundheit durchdrücken, dazu sage ich fortan konsequent NEIN.

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6311
NRW
4058
  06.01.2018 23:50  
Hallo Schokopudding,

Zitat:
Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was ich mir eigentlich von meinem Leben wünsche. Bis jetzt habe ich
mich darum nur wenig gekümmert, weil ich sowieso überzeugt war, dass das keine Rolle spielt.


Eine gute Entscheidung von Dir, finde ich.
Und schöne Ziele hast du auch für Dich herausgearbeitet.

Dann viel Erfolg auf diesem Weg.

Viele Grüße

Bernhard

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687
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Wien
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Status: Online online
  06.01.2018 23:58  
Hallo Hotin,

danke für die lieben Worte!

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke




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Wien
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Status: Online online
  08.01.2018 21:09  
So, heute war es soweit der gefürchtete erste Arbeitstag nach beinahe 4wöchigem Krankenstand. Habe in letzten Tage eine Angstepisode nach der anderen geschoben.

Meine größte Sorge war, dass sich trotz meiner Offenbarung, dass es so nicht weitergehen kann, nichts ändern wird. Aber ich hatte heute noch einmal ein längeres Gespräch mit der Abteilungsleitung und ich hatte schon das Gefühl, dass der Groschen gefallen ist. Wir haben auch besprochen, welche Aufgaben ich in Zukunft übernehme und welche nicht. Ich bin jetzt mal vorsichtig optimistisch, dass sich da tatsächlich was tut. Allzu optimistisch kann ich als professioneller Angsthase natürlich nicht sein :-) Aber ich merke immerhin, dass meine Angst deutlich zurück geht. Ich habe heute sogar eine Person, dich sich beim Anstellen in meine Schlange drängen wollte, zurückgewiesen. Yeah, trau ich mich sonst nämlich nicht.

Jetzt bin ich beinahe so etwas wie entspannt. Oder zumindest ruhig. Ich denke, es hat sich aufgezahlt, dass ich auf meine Bedürfnisse hingewiesen und Stopp gesagt hat. Ich hoffe, dass es morgen auch so gut laufen wird.

Danke2xDanke




687
2
Wien
329

Status: Online online
  10.01.2018 18:17  
So, zwei Tage später. Der Arbeitseinstieg lief leider nicht wie geplant. Ich bin gestern nach einem nervenaufreibenden Tag total zusammengeklappt und habe für mich beschlossen: so kann es nicht weitergehen. Was ist wichtiger? Der Job oder ich? Ich habe mich dann vernünftigerweise für mich entschieden und bin heute zu meiner Psychiaterin gegangen. Ich bin jetzt mal krankgeschrieben und wir haben auch schon eine Reha beantragt. Es war definitiv die richtige Entscheidung, denn ich letzter Zeit habe ich mir nur noch zur Arbeit geschleppt, dort Ängste ausgestanden und dann zu Hause weitere Ängste vor dem nächsten Tag. Ich habe nun eingesehen, dass mir mein Job offensichtlich nicht gut tut. Bei meinen schlechten Fähigkeiten mich abzugrenzen und Nein zu sagen, war es natürlich ein Leichtes mir alles Erdenkliche umzuhängen, mich bei den unpassendsten Dingen vorzuschieben und mir Überstunden sondergleichen zuzumuten.

Trotz des jetztigen Krankenstands und der geplanten Reha bin ich stolz auf mich, denn ich habe die richtigen Schritte gesetzt. Ich habe mich endlich wichtiger als den Job genommen!

Danke2xDanke


11923
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BaWü
7464
  10.01.2018 19:25  
Schoko, prima. Lernst, für dich einzustehen und Grenzen erkennen. Glaub mir, das wird wieder. Bist auf dem besten Weg dazu. Das mit deiner Ausstellung hat mir sehr gefallen.

Danke1xDanke




687
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Wien
329

Status: Online online
  10.01.2018 19:33  
Danke für die lieben Worte, die mich zusätzlich noch einmal bestärken und mir Kraft geben. :trost:

Es klingt komisch, aber ich bin richtig erleichtert, dass ich diesen Schritt gesetzt habe. Und auch meine Angstsymptomatik beginnt schon zurück zu gehen. Weil eben nun genau das eingetreten ist, wovor ich mich so gefürchtet habe: mich zu offenbaren, dass ich am Ende meiner Kräfte bin.

Und ja, dass mit der Ausstellung, das möchte ich unbedingt machen. Ich fotografiere und male ja schon seit einigen Jahren und es bereitet mir viel Freude und gibt mir Kraft.

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke


11923
7
BaWü
7464
  10.01.2018 19:42  
Schoko, hab's heute schon in einem anderen Threat geschrieben. Diese Eingestehen ist unheimlich schwer, aber der absolut richtige Weg.

Jetzt ist Zeit und mit Hilfe von Therapeuten den Weg zu sich selbst zu finden. Das kommt noch.

Ich habe das auch so empfunden, als ich diesen Schritt in die richtige Richtung eingeschlagen habe. Richtige Erleichterung.

Und weisst du, so lernt man auch, dass es immer Alternativen gibt. Diesen Lernprozess hast du heute mal kosten dürfen. Fühlt sich nicht schlecht an, oder?

Danke1xDanke


1422
8
420
  10.01.2018 19:47  
Ich finde, das hast du richtig gut gemacht, du hast entschieden, hast gewählt und hast nicht entscheiden lassen.

Es ist der Anfang und ich wünsche dir, dass dein Angstmonsterchen immer kleiner und schwächer aufgrund von mangelnder Nahrung wird.


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