» »


201806.01




904
2
Wien
457
1, 2, 3, 4, 5 ... 22  »
Ich lese gerade von John Strelecky, The Big Five for Life.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was ich mir eigentlich von meinem Leben wünsche. Bis jetzt habe ich mich darum nur wenig gekümmert, weil ich sowieso überzeugt war, dass das keine Rolle spielt. Fortan will ich mich regelmäßig am Tag daran erinnern, ob mein Verhalten dazu beiträgt, meine fünf großen Lebensziele zu erreichen.

Als meine Big Five habe ich identifiziert:

- Eine Ausstellung mit meinen Fotos und/oder Gemälden
- In meinem Job etwas bewirken - contra Stereotype und Klischees, pro der Einzigartigkeit und Komplexität des Individuums
- Den Moment genießen und ganz im Hier und Jetzt sein - ohne Hetze und endlosen To-do-Listen
- Authentisch sein: im Umgang mit mir selbst und anderen
- Qi Gong lernen

Als meinen Lebenszweck sehe ich, alles zu erleben, tun und wagen, was ich mir wünsche

Ganz praktisch (Punkt Authentizität), werde ich heute damit beginnen, einer lieben Freundin zu offenbaren, dass ich einen weiteren Rückfall erlitten habe. Mich in meiner Verletzlichkeit zu zeigen, fällt mir besonders schwer. Ich schäme mich sogar regelrecht dafür. Dadurch vergebe ich mir aber auch immer wieder die Chance, Zuspruch und Trost zu bekommen.

Auf das Thema antworten
Danke4xDanke




904
2
Wien
457
  06.01.2018 23:09  
Der Nachmittag mit der lieben Freundin hat gut getan. Vor allem auch das Durchspielen von Lösungsmöglichkeiten für meine belastende Arbeitssituation.
Es war gut zu hören, dass in meinem Fall die Abteilungsleitung ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden ist. Klar, war ja auch einfach und angenehm, dass ich so viele zusätzliche und fachfremde Aufgaben übernehme und mich nicht wehre. Ich bin mir bewusst, dass auch ich zu dieser Situation beigetragen habe, indem ich nicht viel früher Stopp geschrien habe, aber mind 50 % der Verantwortung liegen auch bei der Abteilungsleitung. Es ist einfach nicht möglich das gewünschte Pensum mit der Hälfte des vorgesehen Personals abzuwickeln. Entweder man stockt auf oder macht eben Abstriche bei den Projekten. Aber das Pensum zu Lasten meiner Gesundheit durchdrücken, dazu sage ich fortan konsequent NEIN.

Danke2xDanke


6704
NRW
4575

Status: Online online
  06.01.2018 23:50  
Hallo Schokopudding,

Zitat:
Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was ich mir eigentlich von meinem Leben wünsche. Bis jetzt habe ich
mich darum nur wenig gekümmert, weil ich sowieso überzeugt war, dass das keine Rolle spielt.


Eine gute Entscheidung von Dir, finde ich.
Und schöne Ziele hast du auch für Dich herausgearbeitet.

Dann viel Erfolg auf diesem Weg.

Viele Grüße

Bernhard

Danke2xDanke




904
2
Wien
457
  06.01.2018 23:58  
Hallo Hotin,

danke für die lieben Worte!

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke




904
2
Wien
457
  08.01.2018 21:09  
So, heute war es soweit der gefürchtete erste Arbeitstag nach beinahe 4wöchigem Krankenstand. Habe in letzten Tage eine Angstepisode nach der anderen geschoben.

Meine größte Sorge war, dass sich trotz meiner Offenbarung, dass es so nicht weitergehen kann, nichts ändern wird. Aber ich hatte heute noch einmal ein längeres Gespräch mit der Abteilungsleitung und ich hatte schon das Gefühl, dass der Groschen gefallen ist. Wir haben auch besprochen, welche Aufgaben ich in Zukunft übernehme und welche nicht. Ich bin jetzt mal vorsichtig optimistisch, dass sich da tatsächlich was tut. Allzu optimistisch kann ich als professioneller Angsthase natürlich nicht sein :-) Aber ich merke immerhin, dass meine Angst deutlich zurück geht. Ich habe heute sogar eine Person, dich sich beim Anstellen in meine Schlange drängen wollte, zurückgewiesen. Yeah, trau ich mich sonst nämlich nicht.

Jetzt bin ich beinahe so etwas wie entspannt. Oder zumindest ruhig. Ich denke, es hat sich aufgezahlt, dass ich auf meine Bedürfnisse hingewiesen und Stopp gesagt hat. Ich hoffe, dass es morgen auch so gut laufen wird.

Danke2xDanke




904
2
Wien
457
  10.01.2018 18:17  
So, zwei Tage später. Der Arbeitseinstieg lief leider nicht wie geplant. Ich bin gestern nach einem nervenaufreibenden Tag total zusammengeklappt und habe für mich beschlossen: so kann es nicht weitergehen. Was ist wichtiger? Der Job oder ich? Ich habe mich dann vernünftigerweise für mich entschieden und bin heute zu meiner Psychiaterin gegangen. Ich bin jetzt mal krankgeschrieben und wir haben auch schon eine Reha beantragt. Es war definitiv die richtige Entscheidung, denn ich letzter Zeit habe ich mir nur noch zur Arbeit geschleppt, dort Ängste ausgestanden und dann zu Hause weitere Ängste vor dem nächsten Tag. Ich habe nun eingesehen, dass mir mein Job offensichtlich nicht gut tut. Bei meinen schlechten Fähigkeiten mich abzugrenzen und Nein zu sagen, war es natürlich ein Leichtes mir alles Erdenkliche umzuhängen, mich bei den unpassendsten Dingen vorzuschieben und mir Überstunden sondergleichen zuzumuten.

Trotz des jetztigen Krankenstands und der geplanten Reha bin ich stolz auf mich, denn ich habe die richtigen Schritte gesetzt. Ich habe mich endlich wichtiger als den Job genommen!

Danke2xDanke


12310
7
BaWü
8064

Status: Online online
  10.01.2018 19:25  
Schoko, prima. Lernst, für dich einzustehen und Grenzen erkennen. Glaub mir, das wird wieder. Bist auf dem besten Weg dazu. Das mit deiner Ausstellung hat mir sehr gefallen.

Danke1xDanke




904
2
Wien
457
  10.01.2018 19:33  
Danke für die lieben Worte, die mich zusätzlich noch einmal bestärken und mir Kraft geben. :trost:

Es klingt komisch, aber ich bin richtig erleichtert, dass ich diesen Schritt gesetzt habe. Und auch meine Angstsymptomatik beginnt schon zurück zu gehen. Weil eben nun genau das eingetreten ist, wovor ich mich so gefürchtet habe: mich zu offenbaren, dass ich am Ende meiner Kräfte bin.

Und ja, dass mit der Ausstellung, das möchte ich unbedingt machen. Ich fotografiere und male ja schon seit einigen Jahren und es bereitet mir viel Freude und gibt mir Kraft.

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke


12310
7
BaWü
8064

Status: Online online
  10.01.2018 19:42  
Schoko, hab's heute schon in einem anderen Threat geschrieben. Diese Eingestehen ist unheimlich schwer, aber der absolut richtige Weg.

Jetzt ist Zeit und mit Hilfe von Therapeuten den Weg zu sich selbst zu finden. Das kommt noch.

Ich habe das auch so empfunden, als ich diesen Schritt in die richtige Richtung eingeschlagen habe. Richtige Erleichterung.

Und weisst du, so lernt man auch, dass es immer Alternativen gibt. Diesen Lernprozess hast du heute mal kosten dürfen. Fühlt sich nicht schlecht an, oder?

Danke1xDanke


2210
9
752
  10.01.2018 19:47  
Ich finde, das hast du richtig gut gemacht, du hast entschieden, hast gewählt und hast nicht entscheiden lassen.

Es ist der Anfang und ich wünsche dir, dass dein Angstmonsterchen immer kleiner und schwächer aufgrund von mangelnder Nahrung wird.





904
2
Wien
457
  10.01.2018 19:51  
Zitat:
Und weisst du, so lernt man auch, dass es immer Alternativen gibt. Diesen Lernprozess hast du heute mal kosten dürfen. Fühlt sich nicht schlecht an, oder?


Ja, ist tatsächlich so und deswegen bin ich stolz auch mich. Ich bin nämlich wirklich für mich eingestanden. Yeah! Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die kommende Zeit für mich allein freue. Meine Optionen zu prüfen, darüber nachzudenken was ICH will und ob man meinen Job so gestalten kann, dass ich dort in Zukunft gut aufgehoben sein kann.

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke




904
2
Wien
457
  11.01.2018 21:35  
Ok, heute war ein sehr bescheidener Tag. Um meine Durchschlafprobleme zu beheben, hat mir mein Doc Quetiapin verordnet. Die haben leider dazu geführt, dass ich den ganzen Tag durchpennen hätte können. So dermaßen schläfrig und ko war ich glaub ich noch nie am Tag. Werde daher dieses Medi weglassen, lieber etwas wachliegen als den ganzen nächsten Tag verschlafen. Das drückt einem nämlich zusätzlich die Laune, wenn man sich körperlich so am Sand fühlt. Morgen geht es zu meiner wöchentlichen Gesprächstherapie. Erster Termin seit den Weihnachtsfeiertagen. Ist immerhin ein Grund die Wohnung zu verlassen.





904
2
Wien
457
  13.01.2018 23:27  
Puh, heute war ein schwieriger Tag. Ich war sooooo unendlich müde. Kommt vielleicht aber auch daher, dass sich gerade viel bei mir löst. Mir wird immer klarer, dass ich das Wort Muss aus meinem Kopf streichen DARF. Es gibt Nichts, was wichtiger ist als mein Wohlbefinden, kein Job, kein Man-muss-aber, Das-tut-man-nicht ... tatsächlich habe ich IMMER eine Reihe von Optionen, ich muss es mir nur ERLAUBEN, diese auch zu sehen und zu ergreifen.

Leider kommt bei mir immer wieder gleich die Angst auf, wenn ich mich so schlapp und unfit fühle. Nichtsdestotrotz bin ich eine Stunde flott spazierengegangen und habe jetzt mit meiner besten Freundin und meinem Bruder telefoniert. Und habe sogar ein bisschen Haushalt gemacht.

Jetzt werde ich noch ein bisschen klicken und mich dann bald dem Sandmännlein anvertrauen ...

Was mir eigentlich bis jetzt auch nicht so klar war: ich bin jemand, der sehr zuverlässig nach Rückschlägen wieder aufsteht und obwohl ich gerade übel in der Krise bin, meinte meine Thera, dass man selbst jetzt noch merkt, dass ich eine unheimliche Kraft habe. Das sind doch zwei tolle Komponenten, um darauf mein Selbstvertrauen aufzubauen! Es gibt also auf Grund dieser zwei Fähigkeiten, die ich besitze, gar keinen Grund zu glauben, ich könnte nicht mit Veränderungen umgehen oder diese sogar aktiv herbeiführen. Ich habe doch tatsächlich vielmehr eine sehr gute Basis, um solche Projekte in Angriff zu nehmen!



12310
7
BaWü
8064

Status: Online online
  13.01.2018 23:59  
Schokopudding hat geschrieben:
Ich habe doch tatsächlich vielmehr eine sehr gute Basis, um solche Projekte in Angriff zu nehmen!


Hast du definitiv, aber darin eben auch die Gefahr der Selbstüberschätzung. Das Mittelmass ist unser Thema. Und damit tun wir uns schwer. Aber schwer heißt nicht, dass man das nicht gebacken bekommt. Jetzt bist du zwar erstmals müde, weil alles von dir abfällt, aber immer noch im Thema drin, es Recht zu machen. Selbst hier können wir nicht anders, als dem Therapeuten zu zeigen, wie gut wir sind.

Ist so ein Balanceakt, den wir hinbekommen müssen. Vergiss nie, unsereins mag das Gefühl, gut zu sein. Leistung zu bringen, koste es, was es will.

Ich schreib dir das nur, weil ich auch so bin. Ist nicht schlimm, man muss es nur wissen, warum man so und dass man so programmiert ist. Und es dauert, bis man diese Charaktereigenschaft zum Positiven nutzen kann. Positiv für einen selbst, nicht für andere.

Danke1xDanke




904
2
Wien
457
  14.01.2018 00:29  
@Icefalki

Danke für die aufrichtigen und zugleich mahnenden Worte. Ja, das Leistungsdenken, das ist wirklich schwer zu bändigen. Selbst die Krise muss mit 1A-Noten gemeistert werden ;-) Milde und Nachsicht sind definitiv Themen an denen ich arbeiten muss.

Übrigens alles Gute für die Unterbringung des Pferdes! Ich mag Tiere sehr gerne und genieße ihre Anwesenheit.

Liebe Grüße
Schoko

Danke1xDanke





904
2
Wien
457
  15.01.2018 21:55  
Ich bin dankbar, dass ich gestern und heute einen guten Tag hatte. Gestern um den Mittag herum war es zwar nicht so gut, dafür war aber dann der Nachmittag und Abend umso schöner. Bin am Nachmittag mit einer Freundin durch den frisch gefallenen Schnee gestapft und wir haben dann in einer schönen Kirche vor dem eisigen Wind etwas Zuflucht gesucht. Das war wirklich schön, weil es so gerade um das Dunkelwerden herum war und eine ganz besondere Stimmung in der Kirche geherrscht hat. Das hat mich irgendwie entspannt. Danach sind wir sogar noch in ein nettes Bräu gegangen und haben uns dort mit toller warmer Suppe gestärkt. Zuerst hatte ich etwas Bedenken, da ich ja auch etwas sozialphobisch bin, ist dann aber sehr gut gegangen. Und das Allerschönste: ich war danach so schön entspannt und habe seit längerem mal wieder deutlich besser geschlafen. Auch heute war ich schon draußen und bin in ein Cafe gegangen. Müde bin zwar weiterhin, aber ich glaube, das hängt vor allem damit zusammen, dass derzeit unheimlich viel Druck von mir abfällt. Ich in so froh, dass ich den Konflikt mit meiner Abteilungsleitung angegangen bin. Hat zwar vieeel zu lange gedauert, aber immerhin :-)





904
2
Wien
457
  17.01.2018 15:48  
So gut die letzten Tage waren, so mies ist der heutige.
Schon seit der Früh verfolgt mich die Angst vor der Angst. Ich bin dann trotz der Angst einkaufen gegangen und ich konnte alles erledigen, aber die Angst hat sich trotz dieses Erfolgs nicht gelegt. Dies beschwört natürlich gleich wieder Zukunftsängste herauf. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass ich nun mal auch schlechtere Tage habe. Gleichzeitig fehlt mir auch das Vertrauen, dass die nächste Stunde, der nächste Tag noch nicht geschrieben sind und mir die Welt offensteht. Ach, immer diese Ungeduld und dieses negative Vorwegnehmen der Zukunft.



2210
9
752
  17.01.2018 15:59  
Ich würde einmal imaginieren, mir das Angstmonsterchen als Monster vorstellen, vielleicht kannst du es zeichnen.

Und dieses Monster will natürlich seine Macht über dich nicht aufgeben, wenn es dir einmal gutging,fühlt es sich bedroht, will es zeigen, dass es noch da ist. Ich würde mit ihm reden, sagen, dass es ja nicht gleich ganz verschwinden soll- dann ist es beruhigt, aber dass du willst, dass es immer kleiner und dünner wird und letzten Endes vielleicht sogar ein gutes Monster wird, dass dich vor wirklichen Gefahren schützt.

Danke1xDanke


6601
3
5054
  17.01.2018 16:03  
Hallo Schokopudding,

Du hast bald eine Reha? Gibt es dort QiGong?
Quetiapin haut einen die ersten Tage ziemlich um aber nach ein paar Tagen ist der Überhang morgens weg... am besten am Wochenende damit anfangen.

LG

Danke1xDanke




904
2
Wien
457
  17.01.2018 16:10  
Feigina hat geschrieben:
Ich würde einmal imaginieren, mir das Angstmonsterchen als Monster vorstellen, vielleicht kannst du es zeichnen.

Und dieses Monster will natürlich seine Macht über dich nicht aufgeben, wenn es dir einmal gutging,fühlt es sich bedroht, will es zeigen, dass es noch da ist. Ich würde mit ihm reden, sagen, dass es ja nicht gleich ganz verschwinden soll- dann ist es beruhigt, aber dass du willst, dass es immer kleiner und dünner wird und letzten Endes vielleicht sogar ein gutes Monster wird, dass dich vor wirklichen Gefahren schützt.


Och, danke das ist wirklich ein liebes und hilfreiches Bild! :trost:

Liebe Grüße
Schoko


« Auges Gedanken 1 Eintrag in meinen treuen Begleiter das Tagebuch » 

Auf das Thema antworten  434 Beiträge  1, 2, 3, 4, 5 ... 22  Nächste

Foren-Übersicht »Weitere Themen »Tagebücher & Aufzeichnungen


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 

Ein Tagebuch

» Tagebücher & Aufzeichnungen

2

655

12.06.2017

Ela ihr Tagebuch

» Tagebücher & Aufzeichnungen

2

256

17.04.2018

DieAlex Tagebuch

» Tagebücher & Aufzeichnungen

1736

72953

21.05.2018

Jochanans Tagebuch

» Tagebücher & Aufzeichnungen

1436

53557

18.09.2018

Delphies Tagebuch

» Tagebücher & Aufzeichnungen

858

49323

18.09.2018








Weitere Themen