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201508.05




1711
21
Schweiz
505
1, 2, 3, 4  »
Ich habe mich entschlossen ein Tagebuch zu führen. Ich hoffe dadurch mehr Reflektion über mein Wesen zu erlangen und auch um später darauf zurückgreifen zu können.

Die letzten Tage waren hart, mein Troll hat mich sehr stark eingenommen. Wiedereinmal. Ich kämpfte mich durch die Tage auf der Arbeit und habe mich irgendwie rar gemacht. Wir hatten ein schönes Wochenende, sehr sogar. Ich konnte das erste mal nach fast 3 Jahren JA zu der Beziehung sagen. Es fühlte sich richtig an und ich spürte die Verbindung zwischen uns. Warum kann Sie nicht so sein auch wenn ich Angst habe? Sie schenkte mir Aufmerksamkeit die ich nicht einforderte. Ja ich habe die Logik dahinter durchschaut und ich hoffe in Zukunft mich daran zu erinnern. Ich neige in Angstphasen zum Klammern, Einfordern und Abhängig machen. Himmel Herrgott ich weiss es. Ich fühlte mich GUT!

Der Montag darauf war immer noch herrlich. In diesen Phasen kann ich den Frühling riechen, das Wetter geniessen und mich auf kommende Dinge freuen! Ich fühlte mich stark. Die Kopfkobold meldete sich ab und an und wie ein Tennisass konnte ich die Gedanken abschmettern und ziehen lassen. Was für ein Tag! Am Abend holte ich meine Freundin ab, sie war zickig. Kein wunder bei den ganzen SS Hormonen. Ich nahm das ganze nicht persönlich und wir hatten einen schönen Abend. Ich freute mich auf meinen kleinen der im November kommen soll.

Für einen Moment dachte ich am Dienstag ich bin geheilt von meinen Problemen. Wiedereinmal. Tja, falsch gedacht. Ich wurde nervös. Irgendetwas brodelt in mir und wurde stärker. Auf wiedersehen Ratio es hat mich gefreut. Ich weiss nicht genau was der Trigger war aber es fühlte sich schei. an. Wie es so ist wenn ich in die Angst rutsche, meine Freundin fragt gleich ob ich Angst habe. Ich war so genervt weil ich es nicht mehr hören konnte und fuhr sie von der Seite an sie solle doch nicht ständig fragen. Das Problem ist ja eig. gar nicht die Frage sondern die Erkrankung bei mir, ich will mich nicht immer erklären. Wir hatten eine schöne Diskussion und ich machte ganz zu. Tja schöne Tage vorbei. Au revoir.

Der Troll sucht sich jetzt schöne Angriffsflächen aus mit denen ich zu kämpfen habe. All diese Stärke, welche ich vor ein paar Tage hatte ist jetzt verschwunden. Ich bin kein Tennisass mehr, nicht mal ein Pingpong Ball kann ich abwehren. "na? Sind die Gefühle weg? Die kommen bestimmt nicht wieder, trenn dich, sofort". Ich will das gar nicht. "doch doch, die Liebe ist gegangen". Nein Nein Nein. Na toll, so zu arbeiten ist ätzend. Telefone klingeln und ich muss mein Kopf beieinander haben. Zu meinem "Glück" setzt sich noch die Depersonalisation ein, sehr gut nun fällt mir das Sprechen noch schwerer. Am Abend versuchte ich durch die Yogastunde etwas Linderung zu erhalten, keine Chance.

Der nächste Tag war das gleiche und ich musste bis halb 9 am Abend arbeiten. Irgendwo hatte ich noch ein Alplazoram welches mich ein wenig runterholte von meinem Karussell. Leider hilft das Zeug nicht für die Depersonalisation. Nach der Arbeit nach Hause, B. schlafen. Tolles Leben. Du solltest kein Alk. trinken in den Phasen, ja verstanden.

Nun ist Freitag und die Gedanken sind eigentlich weg, die Dep. leider noch nicht. Ich hoffe und bete dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten und ich empfinde noch etwas für meine Freundin. Ich mach mich heute nicht auf die Suche nach Gefühlen, das klappt sowieso nicht. Wie immer, seit 3 Jahren. Heute morgen fühlte ich die Verbundenheit zu meiner Freundin wieder, ganz kurz. Hab ich mir das eingebildet oder wird es langsam wieder besser?

to be continued.

Auf das Thema antworten


6282
NRW
3991
  08.05.2015 18:58  
Hallo Bilbo,
Zitat:
Ich konnte das erste mal nach fast 3 Jahren JA zu der Beziehung sagen. Es fühlte sich richtig an und
ich spürte die Verbindung zwischen uns.


Glückwunsch an Dich. Das hört sich gut an.

Zitat:
Warum kann Sie nicht so sein auch wenn ich Angst habe? Sie schenkte mir Aufmerksamkeit die
ich nicht einforderte.
Ja ich habe die Logik dahinter durchschaut


Das ist doch ein wunderbarer Schritt nach vorn, wenn Du das gespürt hast.

Zitat:
Warum kann Sie nicht so sein auch wenn ich Angst habe?


Wenn Du Deine Angst zu stark anwachsen lässt, passieren 2 Sachen gleichzeitig. Einmal werden Deine
inneren Zweifel (also Deine Unsicherheit) deutlich größer. Und gleichzeitig wird Deine Körpersprache so zurückhaltend, das andere Dich oft nicht mehr so anziehend finden. Dies zeigt Dir Dein gegenüber bewusst oder auch unbewusst. Und darauf reagierst Du dann wieder. Und so geht es ohne Worte immer hin und her. Angst entsteht auch, wenn ein Mensch nicht genug positive Signale der Körpersprache sendet.
Also versuche vieles ehern locker zu sehen. Nicht schlimm, wenn dir dadurch auch mal ein paar Fehler passieren.

Zitat:
Für einen Moment dachte ich am Dienstag ich bin geheilt von meinen Problemen. Wieder einmal.
Tja, falsch gedacht.


Bestimmt nicht falsch gedacht. Was funktioniert hat, wird wenn Du das willst, auch wieder funktionieren.
Du musst nur ständig etwas für Deine guten Gedanken tun.
Denken funktioniert bei vielen wie ein Lagerfeuer. Ständig musst Du etwas suchen, um das Feuer am
brennen zu erhalten. Legst Du nichts nach, verschwinden die angenehm wärmenden Flammen. Das Feuer
geht zwar dann noch lange nicht aus, aber es wärmt nicht mehr.

Zitat:
Hab ich mir das eingebildet oder wird es langsam wieder besser?


So, wie Du Dir Deine Ängste nicht einbildest, bildest Du Dir auch das schöne nicht ein. Vielleicht gelingt es
Dir, die starken Gefühlsausschläge etwas zu verringern. Angst ist ein Gefühl und ein Gefühl kannst
Du nicht abstellen. Du kannst aber, ja Du musst sogar immer wieder neu entscheiden, welches Gefühl in
dem Moment, wenn Du es fühlst für Dich wichtig ist, und welches ehern nicht so wichtig.
Das ist etwa so, wie wenn Du mit jemandem sprichst. Aus dem, was Dir jemand erzählt, ziehst Du doch
auch nicht nur das schlechte raus. Du bewertest doch ein Gespräch auch so, wie Du es willst, nicht
wie Dein Gesprächspartner es will.

Viele Grüße

Hotin





1711
21
Schweiz
505
  10.05.2015 13:22  
Danke Hotin, deine Worte bringen mich oft vorwärts mit den Überlegungen. Bezüglich der Abwehrenden Haltung ist mir jetzt ein Licht aufgegangen und ich kann meine Freundin besser verstehen.

Tag 2 nach dem Supergau!

Es ist Muttertag! Wir waren heute Morgen brunchen, nicht mit meiner Mutter aber mit der Mutter meiner Freundin. Es war super, Seeblick, gutes Essen, was will man mehr. Vorbei die Verkrampfung, die Lähmung und die elendigen Symptome. Wiedereinmal. Ich habe mir fest vorgenommen, dass ich ab jetzt mein Umfeld (nahes) über meine körperliche und geistige Verfassung informiere. Irgendwie habe ich Mühe dazu zu stehen das es wieder soweit ist. Warum? Ich weiss es nicht, vielleicht falscher Stolz? oder das ich das ganze immer noch nicht richtig akzeptieren kann.

Ich mache mir grad Gedanken wegen dieser Depersonalisation. Ich denke ich habe dies täglich, nur nicht immer so stark ausgeprägt. Wenn wir beieinander sind fast nicht, da fühl ich mich teilweise echt normal. Da mein Problem im Grunde Verlustangst ist, quält mich die Angst beim zusammen sein nicht sehr, logisch eigentlich. Sobald ich auf Arbeit gehe fängt es an, auch logisch. Dann kommt auch die Depersonalisation und ich hab meine Zeit bis ich wieder "da" bin, wenn wir uns sehen.

Wichtig zum merken: Sagen was los ist!

All die Probleme die ich mir mache während den schwierigen Phasen sind jetzt keine mehr. Ich fühle mich wohl, angekommen und zufrieden. Das Wetter ist toll, es wird warm und ich habe gerade 2 h Haushalt gemacht. Freundin schläft. Manchmal fühle ich mich wie TwoFace...Mit 2 Leben. Ich kann aber von Glück sprechen das ich Menschen um mich herum habe die meine Krankheit akzeptieren, sollte ich wohl auch endlich einmal. Ich muss einfach aufhören mein Umfeld anzupissen oder Vorwürfe machen während der Angst, grml. Die Ratio ist dann ja weg, wie soll ich mir das merken. Ich denke das Tagebuch ist ein Anfang. Ich lese während den Phasen meine Texte.

Heute ist ein guter Tag! :kichern:

Danke1xDanke


6282
NRW
3991
  10.05.2015 14:33  
Hallo Bilbo,

Kompliment zu Deiner sehr gut nachvollziehbaren Beschreibung.
Und Glückwunsch zu den weiteren Fortschritten.
Habe schon früher viel positives von Dir gelesen. Gehe Deinen Weg weiter.
Dann lässt auch Deine starke Angst etwas nach und es wird Dir immer besser gehen..

Zitat:
Ich muss einfach aufhören mein Umfeld anzupissen oder Vorwürfe machen während der Angst,


Warum während der Angst? Das sollte jeder Mensch immer machen.
Dies ist ein schwerer Verhaltensfehler von uns Menschen. Fast könnte man sagen. Zum Glück spiegeln
die Menschen sich ihr Verhalten gegenseitig.
Deshalb rede ich so oft von "Geben und Nehmen".
In den meisten Fällen reagieren Deine Mitmenschen ungefähr so, wie Du zu
Ihnen sprichst und wie Deine Körpersprache ist.

Zitat:
Die Ratio ist dann ja weg, wie soll ich mir das merken.


Du brauchst Dir da nichts zu merken. Du solltest nur anfangen, die Menschen in Deiner Nähe regelmäßig
zu beobachten. Sie entspannen sich, wenn Du ihnen entspannt begegnest. Sie reagieren ängstlich,
wenn Du hektisch und nervös bist. Sie sind unsicher und aggressiv, wenn Du unausgeglichen und
sehr fordernd auf sie zu gehst.
Und dann gibt es etwas sehr wichtiges und entscheidendes.
Wenn Du dieses Verhaltensschema kennst, lernst Du eventuell auch Deine eigenen Reaktionen
besser kennen.
Du hast fast immer drei Möglichkeiten. Das übliche ist, kommt jemand fordernd und aggressiv auf Dich zu,
wirst Du instinktiv auch aggressiv reagieren. Dies ist oft die Grundlage für Streit.
Du kannst Dich aber auch für eine zweite Möglichkeit entscheiden. Auf aggressives Verhalten kannst Du
auch ruhig und ausgeglichen reagieren.
Dies verhindert meistens, das ein Streit überhaupt erst entsteht. Es ist in der Partnerschaft häufig "Gold wert".
Leider wird diese Verhaltensweise von beiden Menschen gelegentlich als Schwäche angesehen. Das
macht das ganze etwas schwierig. Du solltest also immer bereit und in der Lage sein, wenn es erforderlich ist,
aggressiv zu reagieren, d.h. in den Kampfmodus um zu schalten. Nur so wird Deine Person richtig akzeptiert
und damit pflegst Du Dein Selbstbewusst sein.
Drittens, Du kannst auf Aggression auch gar nicht reagieren. Dies wird jedoch seltener als beruhigend empfunden.

Deshalb empfehle ich Dir probiere mit Deiner Sprache und Deinem Verhalten immer wieder verschiedenes aus.
Es ist, als wenn Du lernst, ein Musikinstrument zu spielen. Je besser Du spielst, umso mehr Zuhörer
bekommst Du.

Eine angenehme und erfolgreiche Woche für Dich

Hotin

Danke1xDanke




1711
21
Schweiz
505
  16.05.2015 09:59  
So es ist Samstag, ich lande gerade wieder auf dem Planeten Erde. Es war wohl wieder soweit, wir hatten Streit am letzten Mittwoch Abend und mein inneres Kind war danach aufgewühlt und lies sich nicht mehr beruhigen. Alle Anstrengungen haben eher das Gegenteil bewirkt, ich habe geschlafen wie schon lange nicht mehr. Dafür waren die Ängste dann im Halbwachzustand noch schlimmer. Manchmal weiss ich echt nicht weiter. Heute Morgen dann die letzten Züge der Verlustangst, wird Sie mich aufgrund der Erkrankung verlassen? Ich weiss und merke auch wie sehr sie sich nervt wenn ich in den "Phasen" bin. Ich habe Sie heute gefragt was ich machen könne das sie sich nicht nervt. Sie weiss es selber nicht. Sie nervt sich das ich das habe und nicht ab mir selber. Vielleicht muss ich mir das verinnerlichen. Ich habe versucht in den 2 Tagen Abwesenheit nicht zu klammern und auch gleich zu sagen was los ist. Für mein Umfeld ist das wohl ganz nützlich, für mich selber nicht. Ich habe auch sehr gespürt, dass ich richtiggehend "abgelehnt" wurde während der Zeit. Ich konnte es aber gut einordnen, danke Hotin. Es hat mir sehr geholfen das nicht persönlich zu nehmen. Heute Morgen als ich entspannt war kam die Kleine auf mich zu und wir waren uns sehr nahe. Eigentlich wunderbar, jedoch zu welchem Preis? Muss ich zuerst das Tal durchschreiten um dahin zu kommen? Manchmal spielt das Leben nicht fair.

Ich mache mir sehr viele Gedanken über das spiegeln von sich selber. Es hilft mir doch mehr als ich gedacht habe. Es ist jedoch noch ein langer Weg all dies umzusetzen.

Wir waren noch beim Frauenarzt für den Ultraschall, leider war ich da so abwesend und konnte mich nicht freuen. Das sind so Dinge wo ich einfach nur Hass auf mich selber verspüre, auch wenn ich das nicht sollte. Dem Kind geht es gut und dafür bin ich dankbar.

to be continued.





1711
21
Schweiz
505
  21.05.2015 08:40  
die letzten Tage waren echt schön, ich fühlte mich mit mir selber gemittet. Das Weekend war ab Samstag Angstlos und wir hatten schöne Momente. Besuch war da und wir führten gute Diskussionen. Was will man mehr.

Ich mache mir viele Gedanken wie es bei mir im Leben auszusehen hat. Wie sich diese Erkrankung weiter entwickelt und ob überhaupt eine Heilung möglich ist. Ich komme immer mehr auf den Weg dass es nicht um die Heilung geht sondern die Akzeptanz und die Integration dieser Störung. Schwierig manchmal, da ich die vielen Probleme die ich hatte gut lösen konnte. Auch wenn es seine Zeit dauerte. Diese Knacknuss ist so hartnäckig, mist.

Gestern hatte ich kurz einen Trigger. Den gleichen Trigger welcher ich schon fast 4 Jahre habe. "Die Gefühle sind weg". "Angst das die Gefühle weg sind". Da man in dem Moment diese Angst natürlich nicht neutralisieren kann häng ich nun immer noch drinnen. Die Suche nach Sicherheit geht hier nicht. Wenn ich Angst vor einer Spinne habe dann kann ich nachschauen ob sie noch da ist. Bei mir geht das nicht. Freundlicherweise hat sich die Derealisation noch dazugesellt. Hier sitz ich nun und warte ab. Ich versuche nicht zu denken, im Hier und Jetzt bleiben. Achtsamkeit sollte das Zauberwort sein, ist es auch. Ich merke ich kann damit die Stärke der Derealisation ein bisschen kontrollieren. Jaha, Hauptsache Kontrolle.

Früher als ich noch verliebt war, war es einfacher Sicherheit über die Gefühle zu haben. Da merkt man etwas, also ist es noch da. Im Laufe der Jahre verfliegt natürlich dieses Starke beständige Gefühl und ist nicht mehr so oft spürbar, ich weiss. Mir selber vertrauen, gut ich versuche es. Ich halt mich am Zipfel dass die Beziehung gut ist und ich mich wohlfühle, meistens.

to be continued..



6282
NRW
3991
  21.05.2015 11:16  
Hallo Bilbo,

schön , dass Du vorwärts kommst. Rückschläge wird es immer mal wieder
geben.
Zitat:
Ich komme immer mehr auf den Weg dass es nicht um die Heilung geht sondern die Akzeptanz
und die Integration dieser Störung.


Das wird Deine Lösung sein.
Zitat:
"Die Gefühle sind weg". "Angst das die Gefühle weg sind".


Was meinst du damit? Die Gefühle für Deine Partnerin? Die verändern sich doch im Laufe der Zeit.
Zitat:
Ich halt mich am Zipfel dass die Beziehung gut ist und ich mich wohlfühle, meistens.


Wie eng Deine Gefühle zu Deiner Partnerin sind, kannst Du doch ganz einfach fühlen. Überlege Dir bitte
mal, wie leicht es Dir fallen würde, von Deiner Partnerin weg zu gehen. Und ob Du in Gedanken dann
zufriedener und glücklicher wärst. Wie eng Deine Bindung zu ihr ist wird Du dann schlagartig merken.
Hoffentlich erschrickst du nicht.

Alles Gute auf dem Weg den Du gehst. Es wird immer besser werden.

Beste Grüße

Hotin

Danke1xDanke




1711
21
Schweiz
505
  21.05.2015 11:25  
Lieber @Hotin

Danke für deine Antwort. So einfach ist das nicht, da sich meine Erkrankung rOCD auf die Beziehung bezieht. Ich habe einen Zwang ständig über die Beziehung nachzudenken, zu Zweifeln und zu Grübeln. Es ist nicht so einfach wie du es schreibst, da die Angst die Ratio oft ausnockt.

Wenn ich eine scheinbare Lösung für meine Frage gefunden habe stellt sich nur kurz eine Beruhigung ein. Danach fängt es wieder von vorne an. Ich bin durch das OCD ständig auf der Suche nach Sicherheit. (Gefühle).

Ich weiss dass sich Gefühle verändern, nur kann ich durch die Erkrankung dies nur schwer annehmen. :-)

Tief unter all dem Zeugs ist eine Verlustangst zu finden. Und natürlich würde ich nicht glücklich sein ohne die Beziehung und es ginge mir alles andere als besser. Ohne Angst habe ich diese Zweifel auch gar nicht.

OCD einfach....



6282
NRW
3991
  21.05.2015 12:31  
Hallo Bilbo,

Zitat:
So einfach ist das nicht,


Das weiß ich doch, wollte Dir nur Mut machen.
Zitat:
Ich bin durch das OCD ständig auf der Suche nach Sicherheit.


Ich nehme das sehr ernst, was Du schreibst.
Mein Leben lang, bin ich auf der Suche nach Sicherheit. Dies scheint meine
Prägung zu sein. Von Krankheit hat mir keiner etwas gesagt.

Wenn Du Dich auch mit Deinen Fehlern so annehmen kannst, wie Du bist wirst Du sehr viel weiter
vorwärts kommen. Niemand ist ohne Schwächen und Fehler. Es gibt aber zu viele, die ihre Schwächen
nicht nur gut verstecken, sondern so tun, als seien sie bessere Menschen.

Deshalb zweifele Dich nicht so oft an sondern registriere einfach, wie Du denkst.
Zitat:
Wenn ich eine scheinbare Lösung für meine Frage gefunden habe stellt sich nur kurz eine Beruhigung
ein. Danach fängt es wieder von vorne an


Wenn Du wirklich davon überzeugt bist, das das so bei Dir abläuft, werden sich Deine Zweifel bestimmt
langsam legen. Du wirst das sehen.
Irgendwann wird es für Deine Gefühle keinen Sinn mehr ergeben, immer wieder
das gleiche zu fragen und immer wieder die gleiche Antwort zu bekommen.

Deine Gefühle sind zwar noch etwas unsicher. Du bist aber dabei ihnen
mehr Sicherheit zu geben. Das wird sich bald ganz langsam zeigen.

Viele Grüße

Hotin





1711
21
Schweiz
505
  21.05.2015 12:39  
Lieber Hotin, danke hierfür..

Ich gebe dir ein Beispiel für mein täglich Brot. Du hast mich getriggert. ;-)

Du hast geschrieben, es wäre doch so einfach zu spüren was man empfindet. Gerade in jetzigen Moment ist das nicht einfach zu spüren und schon treibt das mein Gedankenkarusell an. Sätze wie, ja wenn das so einfach ist und ich das jetzt nicht beantworten kann werden wohl keine Gefühle da sein. Schon wird meine Angst stärker.

Natürlich kannst du für meine Trigger nichts, ich will dir hiermit nur zeigen mit was ich oft zu kämpfen habe. Dieses Sicherheitsgefühl hat jeder Mensch, durch das OCD ist es einfach sehr stark bei mir. OCD nennt man auch Zweifelskrankheit. (Französischen).

Der Weg ist das Ziel und nicht das Ziel selbst. Man kann eine Schwäche des Hirns nicht durch das Hirn selber lösen. ;-)


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