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201809.02




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Eigentlich ist ein Tagebuch hier zu öffentlich, und Tagebücher ganz allgemein nicht mein Ding. Was einmal aufgeschrieben wird, kann nicht mehr zurückgenommen werden, und meine Gedankengänge sind oft wirr, und sehr tagesformabhängig. Es macht mir Angst, wie sehr sich meine Wahrnehmung manchmal verschiebt - aber vielleicht hilft es trotzdem.

Heute ist kein guter Tag. Ich weine oft, will getröstet werden, weil die Zukunft mir Angst macht und alles so ungewiss ist. Statt Trost gibt es jedoch noch mehr Drama: meine Freundin fühlt sich vernachlässigt. Auch sie will Bestätigung, Trost und Unterstützung. Meine Angst macht ihr Angst, und sie geht soweit zu sagen, dass ein Leben ohne mich für sie besser wäre, und ruhiger, und weniger stressig. Ich sei zu anstrengend, sie will doch nur ein normales Leben.

Will ich das nicht? Ich gebe mir soviel Mühe, versuche es uns beiden so einfach wie möglich zu machen. Nicht immer klappt das, aber ich versuche es, ich gebe nicht auf. Sie ist mir unendlich wichtig, nur der Gedanke an eine Zukunft mit ihr gemeinsam hält mich an manchen Tagen zusammen. Ihre Vorwürfe tun weh. Sie sind nicht unbegründet, denn oft geht es mir schlecht, und ich bin zu sehr mit meinem eigenen Leid beschäftigt. Dann wird die Wäsche nicht gemacht, oder ich gehe zu spät einkaufen. Aber am Ende des Tages bin ich für sie da, und am Ende des Tages arbeiten wir doch beide daran, unsere gemeinsame Zukunft zu ermöglichen.

Es nagt an mir, dass sie ihr Glück so zu meiner Verantwortung macht. Mir geht es nicht gut, wie kann ich sie da glücklich machen? Aber das war doch nicht immer so, es ist auch jetzt nicht immer so. Hält man da nicht zueinander, nimmt Rücksicht, wenn es mal weniger gute Tage gibt? Manchmal kann sie das gut, aber ihre Geduld ist schnell überspannt. Und wenn es so ein Problem für sie ist, dass ich oft weine und niedergeschlagen bin, warum ist sie dann überhaupt noch mit mir zusammen? Ihre Seite der Geschichte muss sich wie ein Martyrium lesen. Sie wünscht sich so oft, dass ich anders wäre. Dabei habe ich mich wenig verändert, sie sich dagegen sehr.

Naja, Jammern ist wunderbar einfach. Etwas zu verändern wird da schwieriger.

Irgendwie muss ich einen neuen Therapeuten finden. Aber heute ist Freitag, und Karneval lässt hier alle zu besoffenen Zombies mutieren, also werde ich es heute maximal zur Post schaffen, um wenigstens ein paar Schreiben loszuschicken. Vorher müsste ich allerdings einen Kopierer auftreiben, damit ich nicht die Originale abschicken muss. Aber woher? Copyshop? Krieg ich das hin? Weiß ich noch nicht. Mir ist immer noch schwindlig, beim Gedanken an Essen wird es schlimmer. Aber ich muss auch gleich los, um Essen für die Mittagspause meiner Freundin zu holen. In ein volles Restaurant. Seufz.

Es ist soooo verlockend, mich einfach ins Bett zu legen, das Handy auszuschalten, und mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Das darf ich mir nicht erlauben. Also Laptop aus, Kaffee machen, Hund füttern und beten, dass niemand den ich kenne hier mitliest.

Auf das Thema antworten


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Steiermark/Österreich
16762
  09.02.2018 16:04  
seventeen hat geschrieben:
und beten, dass niemand den ich kenne hier mitliest.

Warum willst du dich verstecken? Warum stehst du nicht zu deinem Geschriebenen?
Dein Geschriebenes ist ein Teil von dir, das haben die Leute, die dich kennen zu akzeptieren.
Und wer es nicht akzeptiert ist deiner nicht würdig. Viel zu oft machen sich Menschen Gedanken, was die anderen über einen denken, vollkommen falsch meiner Ansicht nach.
Lebe dein Leben, wie es dir angenehm erscheint, lasse diejenigen an deinem Leben teilhaben, die du haben möchtest und die, die gerne deine Anwesenheit genießen.
Alle anderen Neider der Gesellschaft, die dir nicht gut tun lasse hinter dir.......

Danke1xDanke




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  09.02.2018 19:32  
Ich bin mit der Zeit vorsichtiger geworden mit dem, was ich von mir preisgebe. Ein gewisser Anteil der Menschen ist darauf bedacht, geschriebene Worte als absolute Wahrheit anzunehmen und dementsprechend empfindlich auf Meinungsänderungen zu reagieren. Deswegen habe ich es jahrelang vermieden, in Foren, Blogs etc zu schreiben und zu posten, weil ich oft als unaufrichtig, sogar als Lügner abgestempelt wurde. Seitdem gebe ich mir Mühe, alles sehr neutral zu sehen und zu schreiben, aber wenn es mir nicht gut geht, ist das sehr schwierig.

Zitat:
Alle anderen Neider der Gesellschaft, die dir nicht gut tun lasse hinter dir.......


Guter Ansatz. Sollte ich öfters beherzigen ...





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  12.02.2018 11:23  
Samstag nicht einkaufen gewesen, schnell auf Sonntag und die nahe niederländische Grenze geschoben - Hochmut kommt vor dem Fall.
Produkte in den Läden waren nicht so, wie meine Freundin es sich vorgestellt hatte, also hatten wir beide einen handfesten, lautstarken Krach im Supermarkt. Sie weigerte sich, auch nur Käse zu kaufen, und ich verzweifelte, weil sie ohne Käse nicht leben kann, von Wasser, Toilettenpapier und anderen alltäglichen Dingen mal ganz abgesehen. Im Endeffekt kauften wir nichts, fuhren schweigend nach Hause, sie machte mir Vorwürfe als wäre ich ein Monster und äußerte, lieber sterben zu wollen als so zu leben, weil sie ja doch nur ein Versager sei und ich sie hassen würde.

An dem Punkt raffte ich mich zusammen, fand eine eingefrorenen Suppe in der hintersten Ecke des Kühlfachs, und versuchte, noch irgendetwas zu retten. Seufz. Wie kann ich ihr eine Stütze sein, wenn ich selbst nur weinen und mich verkriechen will? Wie soll das weitergehen?

Im Endeffekt habe ich sie wider besseren Wissens für zwei Stunden alleine gelassen und bin zu meiner Mutter gefahren, die auch wenn sie einige Schwächen hat, immerhin einen vollen Vorratskeller für die Apokalypse vorbereitet hat. Inklusive dem "richtigen" Käse. Ich glaube, wir brauchen auch so einen Vorratskeller. Ganz schön praktisch in Krisensituationen.





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  14.02.2018 10:31  
Müsste theoretisch heute mein Leben wieder in geregelte Bahnen bringen, sprich: Zum Amt marschieren und alle geforderten Unterlagen einreichen; um Termin bei Sachbearbeiterin betteln, klären, warum Bildungsgutschein verfallen ist durch Arbeitsaufnahme (diese war notwendig für den Bildungsgutschein, ich liebe Deutschland!), Schulleitung anrufen und erklären, dass ich den Kurs nicht machen kann da Bildungsgutschein futsch, neuen Bildungsgutschein beantragen (Kurs fängt Montag an!), Arbeitgeber anrufen warum zur Hölle sie sich nicht melden zwecks Vertragsaufhebung (war abgesprochen) .... und ich sitze hier wie ein Häufchen Elend mit rasendem Puls angesichts dieser Dinge, die mich alle in Panik verfallen lassen. Ich zweifle, dass ich auch nur einen Schritt in die richtige Richtung machen werde heute. Dann flippt meine Freundin wieder aus (sie hatte gute Laune gestern) und erklärt mir, ich sei zu faul ... seufz. Will ins Bett.





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  14.02.2018 13:25  
Mein Kopf bringt mich heute um. Wenig Schlaf gehabt, die Kids (Hund+Katze) toben durch die Gegend und demolieren gerade die halbe Wohnung. Kater ist streitsüchtig weil er immer noch eine Prellung am Füßle hat und nicht so rennen und springen kann wie er will, und seinen Beißattacken zufolge ist das meine Schuld. Der Kopf dröhnt, Aspirin hat nichts gebracht, ich kann mich null konzentrieren. Dazu lautstarke Bauarbeiten direkt vor der Haustüre.

Beim Amt war ich nicht, aber das ist wenig dramatisch, wann sie die Unterlagen bekommen ist Wurscht. Hauptsache bis zum 26. Dahingehend hat mich meine (Ex)Chefin etwas beruhigt. Sie will versuchen, das mit dem Bildungsgutschein zu klären. Heute nachmittag muss ich ins Büro, den Auflösungsvertrag unterschreiben. Vielleicht bekomme ich ja eine kleine Abfindung. Immerhin habe ich es geschafft, mit ihr zu telefonieren. Bei der Panik, die ich heute morgen hatte, war das nicht selbstverständlich und ich bin wenigstens ein kleines bisschen stolz, dass ich trotzdem anrufen konnte.

Aber jetzt ... blöde, gemeine Kopfschmerzen. Dadurch wird es nicht leichter, mich endlich aufzuraffen und produktiv zu sein. Hatte sogar kurz überlegt, wieder ADs zu nehmen, wenigstens eine Tablette, die wirken bei mir nach knapp 30 Minuten antriebssteigernd. Aber dann dagegen entschieden. Hab doch gerade erst die Absetz-Zeit hinter mir, warum soll ich mir das wieder antun? Meine Stimmung ist ganz okay, bin nur sehr energielos. Aber die Sonne ist schön. Könnte heute nachmittag eine etwas längere Route zum Büro nehmen und das Wetter genießen. Vorausgesetzt, die Kopfschmerzen lassen irgendwann nach. Seufz.





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  15.02.2018 10:38  
Immer noch Kopfschmerzen. Ich fühle mich so was von gerädert. Die Nacht war alles andere als erholsam, der Abend absolut grauenvoll.

Freundin hat wieder Streit angefangen. Ich hatte mich blöderweise ausgeschlossen, zum ersten Mal in meinem Leben, hatte mir aber wenig draus gemacht. Dachte "okay, dann gehst du jetzt halt zwei Stunden spazieren bis J nach Hause kommt, dumm gelaufen." Trotzdem hatte ich ihr geschrieben, damit sie sich nicht wundert. Tja ... das war ein Fehler. Sie hatte, dachte ich, gute Laune und riet mir, ihre Mutter anzurufen, die würde bestimmt mit Zweitschlüssel vorbeikommen. Fand ich zwar irgendwie doof, rief dann aber doch bei Schwiegermama an, vielleicht hatte sie ja langeweile und würde gerne vorbeikommen. Nee, Pustekuchen - sie war im Stress mit krankem Sohn und hatte keine Zeit. Also sagte ich ihr kein Problem, ich warte einfach bis J nach Hause kommt, alles gut.

Doch 20 Minuten später stand sie vor der Tür. J hatte sie wohl so lange angemeckert, bis sie doch mit Schlüssel los ist. Hab mich bei ihr entschuldigt und bedankt und sie ist wieder zu ihrem Sohn gefahren. Soweit so gut.

Als J nach Hause kam, war sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Sie ging wortlos an mir vorbei, schmiss sich aufs Bett, und ignorierte mich. Ich war verwirrt, schlussfolgerte, dass sie wütend war, weil ich so dumm war mich auszuschliessen und dass sie ihre Mutter anrufen "musste".
Ich versuchte mit ihr darüber zu reden, doch sie blockte ab, wurde laut, entschuldigte sich dann, sagte es sei nicht meine Schuld. So ging es mehrere Stunden, aber es wurde immer schlimmer. Sie ging konstant an die Decke, schrie mich an, ich sei nutzlos, würde nichts geregelt bekommen, würde sie und ihre Familie nur ausnutzen, unsere Beziehung hätte keine Zukunft, ich wäre ihr nur eine Last und würde ihr Glück ruinieren mit meinen Problemen, weil sich alles immer um mich drehen würde. Sie wöllte sterben, sich am liebsten vom Balkon stürzen, weil ich so uneinsichtig sei und die Beziehung nicht aufgeben wöllte. Ich sei genau wie ihre Familie, würde immer so tun als sei alles gut, aber ich würde sie umbringen und sie würde niemals mit mir glücklich sein können, weil ich einfach zu kaputt für eine Beziehung sei. Sie will doch nur jemanden, der stabil ist und sie unterstützt, stattdessen müsste sie immer für mich da sein und das würde sie nicht einsehen, Liebe sei halt nicht genug.

Ein paar Stunden vorher hatte sie mir noch gesagt, wie glücklich sie sei, wie sehr sie sich auf unsere gemeinsame Zukunft freuen würde. Das hatte mir so sehr Mut gemacht. Und dann das.

Nach Stunden des Anschreiens beruhigte sie sich etwas, wir gingen ins Bett, ich war fix und alle, sie natürlich auch. Aber an Schlafen war nicht zu denken. Sie hatte Bauchschmerzen, weckte mich immer wieder auf, lief hin und her. Irgendwann nahm sie dann eine Beruhigungstablette und schlief tatsächlich ein. Ich nicht ...

Ich hasse dieses ewige hin und her. Ich kann sie nicht zwingen, zu verstehen, dass sie krank ist und Hilfe braucht. Sie geht inwischen zu einer Therapeutin, doch ob es was bringt? Gestern fragte sie mich, ob sie mich dorthin mitnehmen könne, damit ich verstehe, dass ich alles Schuld bin und sie umbringe. So wird das nichts. Natürlich hat unsere Beziehung keinerlei Zukunft wenn sich nichts ändert, aber ich sehe es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht ein, aufzugeben. Wir kennen uns seit fast 15 Jahren, sind seit 10 Jahren unzertrennlich und seit zwei Jahren in einer Partnerschaft. Sie ist der Mensch, mit dem ich alt werden möchte, und sie auch mit mir. Wir haben sehr konkrete Zukunftspläne. Also weigere ich mich, verdammt noch mal, ihre Version der Geschichte anzuerkennen.

Sicher habe ich meine eigenen Baustellen und Probleme, aber momentan arbeite ich so sehr daran, alles wieder hinzubekommen, Arbeit zu finden, Geld zu verdienen. Interessiert sie in dieser Phase einen Dreck, weil sie mir nicht mehr vetraut, wie sie sagt - ich sei immer auf sie angewiesen, könne nicht selbstständig sein. Sie müsse arbeiten, um mich durchzubringen, und das würde sie umbringen.

Das Ding ist ... es stimmt nicht. Das letzte Jahr war der pure Horror für mich. Ich musste feststellen, dass all ihre Versprechen alles andere als ehrlich gemeint waren. Von Unterstützung ihrerseits keine Spur, sie machte mir konstant Vorwürfe, als ich arbeitslos war. Ich würde sie nur ausnutzen wollen etc. Dazu muss auch gesagt werden, dass sie mich nie finanziell unterstützen musste - und es auch bis heute nicht muss. Ich komme klar, bezahle pünktlich die halbe Miete, Essen etc. Oft hat sie z.B. angeboten, den Einkauf zu bezahlen. Inzwischen lasse ich das nicht mehr zu, denn sie wird es erneut als Vorwand nehmen, und sich bestätigt fühlen in ihrer Ansicht, dass ich sie ausnutze. Sie erzählt das auch den Leuten, ihrer Therapeutin etc. Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gehört habe. Dann kamen Vorwürfe, dass ich kein ALG 2 beantrage. Kann ich doch nicht .. wir leben in einer gemeinsamen Wohnung etc, Stichwort Bedarfsgemeinschaft. Sie hat Vermögen. Vom Amt bekomme ich keinen Cent, solange wir zusammen leben. Will ich auch nicht, ich will ja arbeiten. Wäre nur weitaus einfacher, wenn sie mich diesbezüglich machen lassen würde, aber nein, sie denkt, ich werde nie wieder arbeiten.

Folgendes war Ausgangssituation: mein alter, langjähriger Arbeitgeber gab mir nur befristete Verträge. Im vorletzten Jahr wurde mir kein neuer Vertrag angeboten, weil ich oft Rückenprobleme hatte und dadurch als weniger belastbar angesehen wurde. Darauf folgte eine monatelange Krankschreibung durch meinen Hausarzt, weil ich total am Ende war. Zu dieser Zeit sicherte mir meine Freundin finanzielle Unterstützung zu falls nötig und ermutigte mich, als Quereinsteiger in ein ganz anderes Feld zu gehen und dort eine Ausbildung zu machen, weil sie "mich glücklich sehen" wollte. Dumm war nur, dass es Monate dauerte einen Arbeitgeber zu finden, der mir eine Chance geben wollte als Quereinsteiger. Ich hatte fast aufgegeben, da rief ein Bekannter meiner Freundin an und bot mir eine Ausbildung an - zwei Tage, bevor diese beginnen würde. Es handelte sich um ein Unternehmen in der Logistikbranche, und ich war mehr als skeptisch, zumal das Gehalt gerade reichte, um meinen Teil der Miete zu zahlen. Vorher hatte ich ALG 1 und wir kamen damit gut zurecht, weil mein alter Job gut bezahlt gewesen war. Aber egal ...

Ich wollte es wenigstens versuchen, und meine Freundin war Feuer und Flamme. Trotzdem versprach sie mir, da ich Bedenken hatte, dass ich ja die Ausbildung im Notfall abbrechen oder den Betrieb wechseln könnte, wenn es so gar nicht mein Ding war.

Also versuchte ich es, ein halbes Jahr lang. Es war unendlich mühsam. Im Betrieb kümmerte man sich nicht um die Azubis, ich wurde jeden Tag schief angeguckt und sogar abgemahnt, weil ich pünktlich um 17 Uhr meine Sachen packte und verschwand. Es war nie etwas zu tun, ich musste in der Ecke sitzen und Löcher in die Decke starren. Klärende Gespräche brachten nichts, die Spannungen zwischen einzelnen Abteilungen waren wie Kindergarten. Ich durfte z.B. nicht mit den amderen Azubis reden, weil mein Ausbilder auf deren Ausbilder nicht gut zu sprechen war. Oft durfte ich den ganzen Tag nicht aus dem Büro, weil mein Ausbilder mich " im Auge behalten" wollte. Die Schule komplettierte meine Verzweiflung. Fachwissen wurde vorausgesetzt, meine Einwände dass ich doch wohl in einer Ausbildung ausgrbildet werde, wurden belächelt. Ich schrieb nur 6, das Unterrichtsniveau war an den Rest der Klasse angepasst, der Rest der Klasse war nur leider nicht branchenfremd und hatte Fachwissen. Ich nicht. Auch hier halfen Gespräche nicht, der Betrieb half mir nicht, die IHK meinte nur, ein Betriebswechsel stehe mir frei, doch kein anderer Betrieb nahm mich, meine Freundin fand das alles lächerlich. Bis ich eines Tages zusammengebrochen bin und ihr erklärt habe, dass es einfach nicht geht, dass ich komplett versage, im Betrieb nur verarscht werde und das Geld hinten und vorne nicht reicht. Da versprach sie mir, ich könne kündigen, sie würde mich nicht zwingen dort zu bleiben. Also kündigte ich.

Und da fing eigentlich alles an. Sie sah es wohl als Bestätigung, dass ich lieber aufgebe und sie für uns sorgen lasse als etwas durchzuziehen. Ab dem Zeitpunkt gab es nur noch Streit.

Oh je ... entschuldigt den langen Text. Tippe am Handy und konnte irgendwie nicht aufhören. Ich bin gerade einfach nur müde.

Das Gespräch mit der Chefin gestern wurde übrigens kurzfristig abgesagt, soll stattdessen heute nachmittag ins Büro kommen. Allerdings später.
Habe mich noch nicht getraut, J davon zu erzählen. Denn das heisst, dass ich nicht Zuhause bin, wenn sie von der Arbeit kommt, und dann wird sie wahrscheinlich wieder ausflippen.





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  26.02.2018 09:12  
Ich will nicht mehr ich will nicht mehr ich kann nicht mehr.
Meine Freundin ist gerade mit den Worten "Das war's, es ist vorbei" zur Türe hinaus gegangen, nachdem wir uns die ganze Nacht gestritten haben. Sie hat ihren Ring hier gelassen. Sie sagt sie hasst mich abgrundtief und ich habe ihr Leben ruiniert. Ich hab seit gestern Abend 9mg Bromazepam intus und verstehe die Welt nicht mehr.
Wir hatten uns gestritten. Es war abgemacht, dass wir Sonntag viel Zeit zusammen verbringen, kochen, spazieren etc, weil sie kaum noch raus geht und frische Luft uns beiden guttut. Wir waren happy, hatten Fotos angeschaut, überlegt, wo wir Flitterwochen hinfahren. Dann machte sie TV an und "versumpfte" regelrecht davor, dazu Handy in der Hand (weil Wochenende bald vorbei). Nach 3 Stunden TV haben meine Augen gebrannt und ich hab sie gefragt, ob wir die Kiste nichtmal ausmachen. Wollte sie nicht, war motzig, also fand ich mich damit ab. Ein paar Minuten später giftete sie mich regelrecht an, und ich meckerte zurück, hörte aber sofort auf als ich gemerkt habe, dass ihre Laune sich arg zum negativen gewandelt hatte. Wenig später hat sie mich dann nur noch angeschrieen.

Und dann? Tja, dann hörte sie auch nicht mehr auf. Sie beschimpfte mich konstant, machte mir Vorwürfe, sagte, ich würde sie in den Suizid treiben, ich würde sie so wütend machen weil sie nie an erster Stelle stehen könnte, sie wäre mir nicht wichtig, ich hätte ihr Leben ruiniert, sie müsse sich jetzt umbringen weil dieses Leben will sie so nicht. Ich war vollkommen überfordert, mal wieder, wusste nicht, womit ich sie erreichen konnte. Nichts half. Irgendwann konnte ich selbst nicht mehr aufhören zu weinen und bin ins Wohnzimmer, dort dann nach Stunden eingeschlafen, um 2 kam sie ins Zimmer um mir mitzuteilen, dass unsere Beziehung beendet sei und sie ihren Ring zurückwolle. Da ich ja offensichtlich kein Problem hätte, seelenruhig ohne sie zu schlafen (gutes Bromazepam!) ich war dann total neben der Spur und hab mich geweigert, ihr den Ring zurückzugeben. Hab dann noch einmal versucht, mir ihr zu reden, aber sie ist immer wieder laut geworden, hat mich beschimpft, mit Suizid gedroht als logische Konsequenz weil unsere Beziehung nicht funktioniert und sie so nicht leben kann.

Nein, unsere Beziehung ist das Einzige, was uns beiden(!) gerade noch Halt gibt, und ich weigere mich *beep* noch mal, dass sie uns so unser Leben ruiniert. Sie braucht Hilfe, die brauchen wir beide, aber sie kann mich doch nicht ernsthaft für alles verantwortlich machen, was sie selber herbeiführt. Inzwischen bin ich es sogar Schuld, dass sie durch ihre Abschlussprüfung fällt - dabei versuche ich mindestens 2 mal in der Woche, gemeinsam mit ihr zu lernen. Ich mache den kompletten Haushalt, koche, kümmere mich um alles, und muss mich jedes Wochenende als dreckige *beep* bezeichnen lassen die nur faul zu Hause rumsitzt und nicht arbeitet. Und ja, jetzt bin ich wütend. Vorher einfach nur verzweifelt, aber wisst ihr was? Ich kann nicht mehr. Sie ist vollkommen überzeugt davon in ihrer Phase von werweißwas dass ich null, absolut null zu sagen habe.
Ich habe sie heute angefleht vor der Haustüre, mich nicht so hier sitzen zu lassen. Rotz und Wasser habe ich geheult, sie angebettelt, mich nicht einfach zu ignorieren sondern etwas zu sagen und das, was sie mir gestern alles an den Kopf geschleudert hat zurückzunehmen. Nö, meint sie doch so, das war's, Beziehung beendet, sie ist zur Arbeit gefahren. Weil das ja aus ihrer Sicht ist, was Erwachsene tun (und warum ich nicht erwachsen bin!) - jeden Tag schön brav zur Arbeit gehen, egal wie schlecht es einem geht, Augen zu und durch.
Ich liebe diese Frau mehr als alles andere auf der Welt, und sie mich. Wie können Depressionen einen Menschen derart hasserfüllt werden lassen? Ich hab solche Angst.





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  26.02.2018 11:43  
Fühle die Benzos noch, bin total schwach auf den Beinen. Aber wen juckt es, ich muss zum Arbeitsamt, egal ob ich gerade sterben will oder nicht. Wenn ich nicht hinfahre, bekomme ich keine Rückzahlung der Leistung, ohne Rückzahlung keine Miete nächsten Monat, noch mehr Probleme. Dann kann sie wirklich sagen, dass ich alles Schuld bin. Ich versuche mich jetzt zusammenzureißen.





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  26.02.2018 14:29  
Arbeitsamt lief okay. Die Benzos sind Fluch und Segen gleichzeitig. Im Kopf geht es mir besser, ich hatte nicht mal den Hauch einer Panikattacke im Auto oder auf dem Amt. Alles erledigt, nun heißt es hoffen und beten, dass das Geld rückwirkend genehmigt wird. Danach habe ich mit einigen Paartherapeutin telefoniert. Es wird schwierig, die Stunden zu bezahlen. Es ist für mich unbegreiflich, dass ich pro Termin 120 Euro bezahlen soll. Sind die noch ganz dicht im Oberstübchen? Also nehme ich jetzt noch, zu allen anderen finanziellen Sorgen, einen Kredit auf, damit meine Freundin sich und mich nicht umbringt. Wie cool ist das denn. Ob ich sie überhaupt dorthin bekomme, steht in den Sternen. Aber ich will nicht einfach so aufgeben ...

Direkt nach dem Arbeitsamt bin ich zu Fuß die Straße lang, hab in mehreren Läden Aushänge gesehen, dass sie Aushilfen suchen. Bin tatsächlich rein und hab nachgefragt. Hätte nicht gedacht, dass ich das hinbekomme. Leider nichts draus geworden, alles nur 150-450 Euro Jobs, also keine Krankenversicherung und nichts, wovon ich die Miete bezahlen könnte. Nächste Anlaufstelle ist ein Altenheim bei uns in der Nähe. Haben zwar keine Stellen ausgeschrieben, aber ich werde da reinmarschieren und fragen, ob sie eine gut ausgebildete Hilfskraft brauchen können. Wünscht mir Glück.


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