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201827.02




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Bergisches Land :)
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Status: Online online
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So, dann erzähle ich dir mal von einer Frau, die sich so ätzend benimmt wie deine Freundin. Diese Frau kenne ich ziemlich gut - bin ich. Aus der Sicht meiner Erfahrung schreibe ich jetzt mal, was ich glaube, was in deiner Freundin vor sich geht ... einfach, weil ich teilweise selber so neben der Spur getickert hab.

Ich glaube, die Liebe ist bei deiner Freundin schon lange weg. Oder anders gesagt, vielleicht ist noch Liebe da, aber auch sie hat ein massives Abgrenzungsproblem. Sie schafft es aus eigener Kraft nicht sich gegen dich abzugrenzen. Wenn das so ist, kann es dazu kommen, dass man sich wie eine Wildsau benimmt. Man haut auf dem Partner rum, verletzt, versucht dadurch Abstand zwischen sich und dem Partner zu bekommen. Aber das ist einem nicht bewußt. Es entwickelt sich so ein Hass, der vermutlich nicht wirklich Hass ist, sondern in erster Linie absolute Hilflosigkeit. Aufgrund der Aggressionen stößt man den Partner dann so von sich, dass man auch wieder ein schlechtes Gewissen entwickelt, aber wie von Geisterhand benimmt man sich weiter wie ein Miststück.

Wenn die Psychologin sowas verlauten ließ, dann ist das zum einen sicherlich nicht der Wortlaut und auch keine Anschuldigung, die die Pychologin rausgegeben hat. Das hat deine Freundin sicherlich nur zu ihren Gunsten interpretiert. Vermutlich hat die Psychologin aufgedeckt, dass DU vermutlich immer "zu ihr hinlehnst", also auch nicht ganz bei dir bist, keinen Abstand zu ihr hast, ihr EVENTUELL auch die Luft zum atmen nimmst. Das ist alles nicht schlimm, nur halt nicht zielführend. Und deine Freundin kam mit der emotionalen Situation irgendwann nicht mehr klar. Dann ist sie ausgerastet und hat dich so schwer beleidigt und verletzt und und und ... dass ein Abstand zwischen euch entstanden ist. Das Problem an der persönlichen Weiterentwicklung ist oftmals, dass man erstmal ins andere Extrem schliddert, bevor sich das eigene Verhalten "einpendelt" und verinnerlicht. Ich bin sicher, deine Freundin kam irgendwann mit einer gewissen Nähe nicht mehr klar und hat dekompensiert. Aus der Schleife kommt sie auch nicht mehr raus. Sie braucht Abstand und hat wohl in der Therapie gelernt, dass sie ihre "Schotten dicht" machen muss, damit ihre Psyche nicht zu sehr geschädigt wird.

Das heißt nicht, dass dies ihr Verhalten entschuldigt, sondern es ist ein Erklärungsversuch. Und ich weiß wovon ich spreche! Wie sehr habe ich meine Freunde schon vor den Kopf gestoßen, da ich selber so ein riesen Abgrenzungsproblem habe und völlig allergisch reagiere, wenn mein Partner zu sehr in meinen "Tanzbereich" hinein kippt (weil auch er dort ein Abgrenzungsproblem besteht). Ich habe bis heute immer noch Schwierigkeiten damit. Glücklicherweise tickt mein jetziger Partner anders. Der ist eher zurückgezogen und überschwemmt mich nicht gerade mit Emotionen (was ich dann auch manchmal doof finde :) ... man kann es mir einfach nicht recht machen). Aber dadurch fühle ich mich so bedrängt und "muss" nicht um mich hauen oder abhauen.

Weißt du, wir kennen ja nur deine Ausführungen. Aber auch schon der Hinweis auf die Psychiatrie bei dir und die Narben, die du durch deine Mutter davon getragen hast, läßt mich vermuten, dass du eine sehr ... anhängliche... Energie hast, die es einem anderen Menschen schwer machen bei dir auf Abstand zu gehen. Und, vielleicht wäre bei dir auch eine Therapie vonnöten. Nach der Lektüre all deiner Posts, die sich etwas "klebrig" nur um deine Partnerin drehen, würde ich fast darauf wetten. Es kommt mir halt so bekannt vor. Auch ich hatte die Ansage meines Partners bekommen, ich solle Therapie machen damit wir zusammen bleiben können. Letzen Endes stellte es sich heraus, dass beide Männer, bei denen das so war, später selber sehr gründlich Therapie gemacht hatten ... und ich mich mit Hilfe der Therapie von den Männern lösen konnte. Allerdings hab ich bis heute immer noch Probleme mit meiner Abgrenzung.

Das Problem (wohl auch bei deiner Freundin) ist ja u.a., dass auch sie wahrscheinlich nicht wirklich alleine bleiben möchte, sie dich sicherlich irgendwie liebt, sie sehr traurig über das Misslingen der Beziehung ist. Für sie kam die Entwicklung vermutlich auch nicht so plötzlich, wie es für dich den Anschein macht, sondern sie kämpft sicher schon länger mit einem nicht einzuordnenden Unwohlsein. Irgendwann fühlt man sich ziemlich zerrissen :(

Ich hoffe, du verstehst ein wenig was ich da beschreibe und es hilft dir ein wenig weiter. Ehrlich, du solltest Abschied nehmen. Beide müßt ihr heilen, jede für sich in ihrer Hülle.

Auf das Thema antworten
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  27.02.2018 14:40  
Danke, dass du so offen geschrieben hast.

Ich tu mich schwer mit einigen deiner angesprochenen Punkte, aber sicherlich bin ich selbst "mitschuldig", auf eine Art und Weise. Tatsächlich ist es eher sie, die klammert, nicht ich. Wenn sie in einer Phase ist, darf keine halbe Stunde ohne (SMS) Kontakt bestehen, sie ist verletzt, wenn ich zu langsam antworte. Sie möchte die gesamte Freizeit mit mir verbringen, wenn ich z.B. einen Freund treffen will trotzt sie, weil sie das Gefühl hat, alleine gelassen zu werden. Sie sagt zwar es ist okay und ich darf auch mal andere Leute treffen, aber ihre Toleranz ist dann nach maximal 2 Stunden ausgeschöpft und sie will mich wieder bei sich haben und fordert dies massiv ein. Verspäte ich mich dann, ist sie wütend, weil sie denkt, sie sei nicht wichtig genug. Früher war dies nicht der Fall.

Wir haben beide Probleme mit der Abgrenzung, das versuche ich ihr auch seit einiger Zeit deutlich zu machen. Ziemlich sinnlos. Sie sagt, sie will mich immer in der Nähe haben. Ich habe z.B. kein Problem damit, den Tag über nicht mit ihr zu kommunizieren - klar vermisse ich sie dann ab und zu und denke auch an sie, aber es tut mir nicht weh, dass sie nicht da ist. Ich hab ja auch Sachen zu erledigen und da ist es hinderlich, ständig nach dem Handy schauen zu müssen. Das sieht sie derzeit als Beweis, dass ich sie nicht genug liebe.

Ich stimme dir total zu, weil es sich ja auch mit meinen Beobachtungen deckt, dass sie einerseits bei mir sein will, und andererseits mich am liebsten auf den Mond schießen würde. Ich hatte ihr angeboten, dass ich z.B. freitagabends in die Stadt gehe und sie den Abend ganz für sich hat. Einmal hat sie zugestimmt, doch sie hat es nicht ausgehalten. Aber wenn sie selbst nicht weiß, was sie will - wie kann ich es ihr da noch recht machen?

Klar brauche ich Therapie, bin seit einem guten Jahr auch beim Psychologen. Mit diversen Traumata habe ich ganz gut abgeschlossen, nur mein Selbstbewusstsein, das ist in den letzten Monaten auf null gesunken.





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  01.03.2018 00:46  
...
Tag 1 ohne Freundin überstanden. Hatte ehrlich gesagt wenig Zeit, mich zu intensiv mit der Situation zu befassen, weil etwas anderes passiert ist, das mich sehr unerwartet getroffen hat und - jetzt gerade - alles andere verdrängt.

Die neue Freundin meines Vaters ist ... ich hab keine Worte. Ich musste weg dort, also bin ich jetzt letztendlich doch wieder bei meiner Mutter gelandet. Mehr als suboptimal, aber wo das Schicksal halt hinführt, gell? Noch sind wir uns nicht an die Gurgel gegangen, und sie hat unerwartet sensibel reagiert, als ich bei ihr aufgeschlagen bin. Soweit also okay. Ob es lange gut geht zwischen uns, steht in den Sternen, aber ich hab ein abschließbares Zimmer, Strom für den Laptop und übrigens auch einen ambulanten Therapieplatz für Ende März ... ob das gut oder schlecht ist, muss ich noch entscheiden. Weil.

Die Freundin von meinem Vater ist durchgeknallt. So richtig. Im negativen Sinne. Einerseits super smart und ganz, ganz unschuldig. Und dann eiskalt. Ich habe am heutigen Tage, und das ist jetzt kein Witz, Angst vor einer kleinen 1,60 großen Frau gehabt. Ich war vollkommen gelähmt. Muss dazu weiter ausholen, aber das muss mir von der Seele. Sorry.

Also, zu meinem Vater habe ich seit Jahren nur noch sporadischen Kontakt. Er war in meiner Kindheit eher eine Randfigur, aber eine Wohlwollende. Als meine Mutter krank wurde und sich von der Außenwelt abkapselte, hat er nur zugeschaut. Das konnte ich ihm lange nicht verzeihen, ebensowenig wie seine sehr traditionelle Weltanschauung und seine Tendenz, Probleme einfach zu ignorieren. Dennoch war er, wenn ich ihn brauchte, fast immer für mich da. Als sich meine Eltern dann endlich(!) vor 5 Jahren getrennt haben, brach der Kontakt zu ihm fast komplett ab, da ich sehr zwischen den Stühlen eingesperrt war. Ich bekam nur noch sehr wenig aus seinem Leben mit, doch es war mir recht, denn: Er hatte sich extrem verändert. Er hatte, noch während er mit meiner Mutter liiert war, Kontakt zu einer anderen Frau aufgenommen - einer, entschuldigt, es ist absurd, Herrin. Diese schlug ihm dann vor, es könnte doch eine Ehe zu dritt geben. Meine Mutter reagierte angemessen empört und zog mit mir aus, Beginn des Rosenkriegs. Ein Jahr später meldete sich mein Vater plötzlich bei meiner Mutter und meinte, er hätte Angst, seine Freundin würde ihm drohen und er sei ihr ausgeliefert, er würde um sein Leben fürchten. Danach stritt er ab, dies jemals gesagt zu haben. Ich hörte nichts mehr über sie, mein Vater sagte nur, sie seien nicht mehr zusammen.

Mitte letzten Jahres schenkten mir mein Vater und mein Onkel ein gebrauchtes Auto. Ich benötigte dringend eines, da ich mit den Öffis nicht zur Ausbildungsstelle kam, und da sie eine Werkstatt haben und erst kurz vorher mein altes Auto verkauft hatten, baten sie an auszuhelfen. Ich war dafür sehr dankbar, denn ich hatte kaum Geld und hätte es nie pünktlich zur Arbeit geschafft. Soweit so gut.
Als ich das Auto abholte, stellte mir mein Vater seine neue Freundin vor. Sie machte einen sympathischen Eindruck zuerst, rümpfte jedoch die Nase angesichts meiner Beziehung zu einer Frau (die mit mir gekommen war) und "empfahl" mir, mich angemessen bei meinem Vater zu bedanken, dass er mir solch ein Geschenk machte. Tat ich auch, war ja überglücklich, aber die Art wie sie es sagte, war komisch. Und ihr Name kam mir bekannt vor, aber ich konnte das Gesicht nicht einordnen.

In den letzten Monaten habe ich oft SMS mit meinem Vater geschrieben, versucht, dass wir uns wieder etwas besser verstehen. Und auch die letzten Tage über, er war ja der einzige in meiner Familie gewesen, der für meine Probleme zumindest immer ein offenes Ohr gehabt hatte und nicht genervt war. Hatte ihn gefragt, ob ich bei ihm campen kann für ein paar Tage, um mich zu sammeln etc.

Doch als ich dann (mit Hund, den er kennt und mag) bei ihm war, und alles erst mal gut war, kam seine Freundin. Und noch bevor sie überhaupt etwas gesagt hatte, fiel es mir plötzlich wie Schuppen vor die Augen: SIE ist die Freundin von damals, die eine Ehe zu dritt vorschlug. Sie war diejenige, die meiner Mutter in dieser Zeit täglich mit wirren Drohungen belästigt hat, und sie war es, vor der mein Vater damals Angst hatte, sie könne ihm etwas antun. Und da saß sie nun und lächelte mich zuckersüß an. Und dann schrie sie unglaublich laut, weil sie meinen Hund entdeckt hatte.

Long story short:
- Das geschenkte Auto ist gar nicht von meinem Onkel, obwohl er in den Papieren steht. Sie hat es gekauft. Im Auto ist ein GPS-Sender.
- Das Auto soll ein Druckmittel sein, um mich besser zu kontrollieren.
- Seit Monaten habe ich mit IHR SMS geschrieben. Sie nutzt den Account meines Vaters und hat vorgetäuscht, er zu sein.
- Sie verfolgt fast jeden meiner Schritte. Sie hat Unterlagen von allen meinen Versicherungen, inklusive Krankenkasse, kennt jeden Krankheitszeitraum, jeden AU-Grund, weiß wann ich wo gearbeitet habe, wann ich wo Vorstellungsgespräche hatte und wann ich beim Arbeitsamt was beantragt habe.
- Sie ist die Tochter eines Staatsanwaltes.
- Sie weiß, wo ich wohne, wie meine Freundin heiß, wo sie arbeitet.
- Sie hat mir angedroht, mich "persönlich an den Haaren" aus unserer Wohnung zu schleifen, sollte ich sie jemals wieder betreten oder mit meiner Freundin sprechen/Kontakt aufnehmen.
- Sie hat mir heimlich die Schlüssel entwendet und mir ins Ohr geflüstert ich müsse tun was sie mir sagt sonst würde sie mich hier festhalten bis ich meine Lektion gelernt habe.
- Sie "bot mir an", dass sie mit mir gemeinsam den "lästigen" Hund einschläfern lässt.
- Sie befahl mir, ihr ein Protokoll meiner Woche zu senden, damit sie sehen können, dass ich mich bemühe und mich bewerbe. Kopien der Briefe, der Ablehnungen, etc.
- Sie kontrolliert seit fast 6 Jahren meinen Vater und seine Finanzen und eigentlich sein ganzes Leben, und es fällt nicht auf

Muss ich weiterschreiben? Heiliges Spaghettimonster, das darf doch nicht wahr sein. Herrin passt ja perfekt. Wie ich aus der Nummer wieder rauskomme, weiß ich nicht. Mein Vater saß, recht anteillos, daneben. Wollte er sprechen, hob sie die Hand: "Jetzt rede ich." War die Szene geskriptet oder so? Entschuldigt, ich bin gerade einfach nur ... ja was? Wütend, ja schon, aber mehr verwirrt und leicht eingeschüchtert. Wie ernst es ihr ist, kann ich nicht einschätzen, ich kenne sie ja kaum. Aber die Türen schließe ich heute nacht doppelt ab und mache die Kette davor.

In anderem Sinne ... sie hat mich herausgefordert. Ganz offen, sie hat es nicht einmal versucht zu verstecken nach den ersten Minuten. Sie hat mir klipp und klar gesagt, was sie von mir hält. Und sie ist, nach Monaten, der erste Mensch, der kein Problem mit Klartext hat. Ich war mit ihr intellektuell auf dem gleichen Level. Meinem Vater ist einmal kurz bewusst geworden, welches Drama sich da gerade vor ihm ausspielt. "Meinst du nicht, es ist genug? Ihr geht es doch nicht gut. Du verlangst zu viel von ihr." Ihre Antwort darauf: "Nein, ich verlange ganz und gar nicht zu viel von ihr. Sie ist viel cleverer als wir beide zusammen, und das weiß sie auch. Also warum sollen wir Spielchen spielen?" Er war zwar verwirrt, aber er hat ja nichts zu sagen.

Im Endeffekt war es aber doch ein Spiel, was wir gespielt haben. Ob es klug meinerseits war, dies zu tun, kann ich noch nicht beurteilen. Aber es fühlte sich nicht an, als hätte ich eine andere Option. Also habe ich gelächelt, genickt und sie an den richtigen Punkten bestätigt, um ihr den Eindruck zu geben, als würde ich sie ernst nehmen. Die Maske war etwas schwerer aufrecht zu erhalten als ich gemerkt habe, dass das Biest meine Schlüssel hatte - Dummheit meinerseits. So unvorsichtig bin ich eigentlich selten, aber man verzeihe mir, die letzten Tage waren hart. Hirn ist Matsch und so. Ich hatte nicht vor, eine Sekunde länger dort zu bleiben als notwendig, aber ohne Schlüssel (und Handy!) blöd. Direkte Konfrontation war nicht so verlockend, von meinem Vater war keine Hilfe zu erwarten. Also mitspielen. Ich hab im Endeffekt gemacht was sie wollte (Besuch bei meiner Oma inklusive "Oh verzeihe mir, es tut mir so Leid, dass ich dich so lange nicht besucht habe!") und bekam dafür meine Schlüssel wieder, komplett mit "Ich hoffe, daran wirst du dich in Zukunft erinnern, Prinzessin."

Da tauchte mein Onkel auf, steckte mir einen Fuffi in die Hosentasche, flüsterte "Mach, das du hier wegkommst, das hat keinen Sinn" in mein Ohr und gab mir einen Schubser Richtung Haustür. Ich nutzte die Chance.

Eigentlich will ich das dreckige Schweigegeld nicht, andererseits ... hey, kann ich gut brauchen, danke. Hatte der Tag doch noch was Positives.

So, Storytime vorbei, es geht mir etwas besser. Hab eben ein Krümelchen Benzo gefuttert, um wieder runterzukommen.

Aber irgendetwas an ihren Worten hat irgendetwas in mir wachgerüttelt. Also habe ich vorsichtig "Borderline" in Google eingetippt, nach Jahren.

Leute ... kann es sein, dass ich mich besonders zu Borderlinern angezogen fühle? Hab hier gerade einen totalen WTF-Moment. Falsches Forum, ich weiß, aber ist das jetzt wieder nur meine Angst, die hochkommt und anfängt, überall nicht-existente Symptome zu sehen? Oder hab ich hier gerade einen "echten" Aha-Effekt-Moment? Ist meine Freundin Borderlinerin und ich das perfekte Gegenstück? Erst vor ihr war ich sehr eng mit einer diagnostizierten (und austherapierten) Borderlinerin befreundet; dies war mir allerdings auch vom ersten Moment an bewusst und ich versuchte, damit umzugehen so gut es eben ging. Bis gerade eben habe ich da null Parallelen gezogen. Bin ich Opfer von Dr. Google geworden? Oder einfach nur extrem doof, das mir das noch nie aufgefallen ist?

"How to realise you have BPD:
Losing a job or spouse/lover is step one. Step two is the drug dealer is not around. Step three is psych emergency unit."

Achso, das mit dem Therapieplatz - wurde zuerst abgelehnt dort, vor ein paar Wochen. Heute hat die "Freundin" meines Vaters erklärt, ich soll es dort noch einmal versuchen, sie würde eine Ärztin sehr gut kennen, die mich bestimmt behandeln würde. Öffne ich gerade eben die Mails, flattert mir eine Nachricht der Institutsambulanz entgegen, abgeschickt kurz nach 20 Uhr: Die Ambulanz bietet mir doch einen Platz an, sogar schon Ende März, bei der von der "Freundin" meines Vaters erwähnten Ärztin.





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  01.03.2018 03:04  
Schlaf ist irgendwie Nebensache, die letzten Tage. Nicht gut. Aber ich hab mir vorgenommen, in 20 Minuten das Licht auszumachen und mir auszumalen, dass ich morgen zum Frisör gehe. Seit Wochen hadere ich mit meinen Haaren, aber ich hatte auch nicht die Energie, groß herumzustylen. Eine kleine Typveränderung fühlt sich gerade genau richtig an. Vielleicht schaffe ich es ja wirklich, morgen in die Stadt zu fahren. Ich wünsche euch allen eine gute Nacht.





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  01.03.2018 16:53  
Geschafft! Jetzt sehe ich wenigstens wieder akzeptabler aus und muss mir nicht mehr anhören, wie sehr ich mich gehen lasse. Und supergünstig war der Frisör auch, die paar Euro kann ich verschmerzen.

Die Laune meine Mutter ist weiterhin stabil, es ist überraschend. Und entspannt mir ihr. Das tut gut. Ihre Vertrautheit lässt mich ein bisschen geerdeter werden, obwohl sie normalerweise der letzte Mensch ist, bei dem ich mich gut aufgehoben fühle. Hier bin ich zwar nicht Zuhause, und ich vermisse J so unwahrscheinlich, aber irgendwie fühle ich mich hier sicher als früher.

Bin zwar heute durchgehend paranoid dank der Dame gestern, aber meine generellen Ängste sind ziemlich leise im Hinterkopf - sicherlich auch, weil ich gerade mit totaler "leckt mich doch alle am Popo"-Einstellung durch den Tag gehe. Wird nicht lange halten, die Illusion hab' ich nicht. Aber ich brauche etwas zum Festhalten, und wenn es eine gute Portion Wut ist. Ich will nicht wieder verlorengehen.

J hat oft geschrieben heute, mich abwechselnd verflucht und dann geblockt, weil ich nicht darauf reagiert habe. Und auch wieder entblockt.

Wie konnte mir nicht auffallen, dass sie inzwischen genau die gleichen Verhaltensmuster wie eine Freundin vor ihr hat? Dieses Theater und Hin und Her kenne ich doch. Jahrelang hab ich es mitgespielt, mit einer anderen Frau, bevor mir der Spagat zwischen Borderline-Welt und Wirklichkeit fast den Boden unter den Füßen weggerissen hätte. Damals hab ich die Kurve bekommen, mich endlich abgegrenzt. Damals hat das dann aber auch im Endeffekt dazu geführt, dass meine Freundin den Kontakt abbrach.

Und jetzt sitzt da eine mir ziemlich fremde Frau und wirft mir vor, ich sei ebenfalls Borderlinerin, und zwar die cleverste, manipulativste, die ihr jemals untergekommen sei, und es sei an der Zeit, mir endlich Manieren beizubringen. Jo, ich bin clever, danke. Ich KANN sehr gut die Welt um mich herum steuern, weil mir eine Zeitlang gar nichts anderes übrig geblieben ist. Heißt aber nicht, dass ich das tatsächlich tue. Und ja, da könnt ihr nur meinem Wort glauben, ihr kennt mich ja nicht - aber ich will den Weltfrieden und glückliche Menschen um mich herum. Außer in Situationen, in denen ich mich bedroht fühle, bin ich sehr offen, ehrlich, und verständnisvoll.

Wenn ich allerdings mit meinen Ängsten zu kämpfen habe, werde ich fast zu einem kleinen Kind. Ich mache mich klein, scheue Konfrontationen, tue lieber nichts als das Falsche und möchte mich unter der Bettdecke verstecken, bis die Welt wieder heile ist. Dieses Verhalten wird von jedem, den ich treffe in einer solchen Phase, als aktive Manipulation gewertet. Und das verwirrt mich total, weil ich es oft zu hören bekomme. Aber ernsthaft - ist das denn so schlimm? Ich hab viel Mist erlebt, warum wirft man mir meine Hilflosigkeit in manchen Momenten vor, als wollte ich einen Bankraub begehen? Ist es schlimm, nach Liebe und Geborgenheit, nach Sicherheit zu suchen, wenn ich diese früher nie bekommen habe? Ja, ich will manchmal an die Hand genommen werden wenn ich Angst habe, ich brauche dann jemanden der mir sagt "Da musst du lang gehen, dann kannst du dir besser helfen." Oder: "Du hast das richtig gemacht. Zweifle nicht so viel an dir."

Warum ist das ein manipulatives Verhalten? Kann mir das jemand erklären?



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  01.03.2018 19:06  
Das ist echt verzwickt!
Und ich weiß gar noch nicht so recht worauf das Posting hier jetzt hinausläuft.

Ja, der Gedanke an Borderline ist mir bei deiner Freundin auch gekommen.
Solange es gutläuft ist alles gut und wenn nicht, ist man der größte poppo der Welt.

Ob du auch manipulativ bist?
Ich weiß es nicht.
Ich halte das, was du am Ende beschreibst für eine durchaus normale Angstreaktion.
Wer wünscht sich das dann nicht?

Dir endlich manieren beizubringen halte ich für extremst übergriffig und so richtig, richtig böse.
Wer ist sie, sich das anzumaßen?
Du bist kein kleines Kind mehr das erzogen werden muss. Wer jetzt mit dir nicht zurecht kommt sollte es sein lassen.

So weit erstmal

Danke1xDanke




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  01.03.2018 19:37  
Danke für's Zuhören.

Mir ist der Gedanke bis gestern noch nie gekommen. Nicht mal ansatzweise. In 15 Jahren. Total komisch. Was hat mein Unterbewusstsein da verbockt? Und anfreunden kann ich mich mit der Diagnose bei mir selbst auch nicht. Darüber denke ich schon seit Jahren immer wieder nach, aber es sind Züge, die ich an mir feststelle, keine Persönlichkeitsstörung. Ich bin eher der typische Borderliner-Partner, durch meine Ängste und damit verbundene Verhaltensmuster. Das spielt sich dann gut aus.

Ja eben, wer wünscht sich keine Geborgenheit? Ich kann das Falsche daran nicht erkennen.

Wer sie ist, siehe ein bisschen höher, hatte gestern Nacht noch geschrieben was tagsüber passiert ist. Die Freundin meines Vaters. Hoffe mal, ich werde sie so schnell nicht wiedersehen.



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  01.03.2018 20:10  
Ja das mit der Tussi...
Hm. Ich weiß nicht ob ichzu demTermin gehen würde den sie dir beschafft hat. Da werde ich dann mal mit paranoid.

Das klingt alles ziemlich unglaublich. Ohne dir Lügen zu unterstellen.

Selbst wenn sie Herrin ist im Sinne einer bdsm 24/7 Beziehung, er ist immernoch derjenige, der sein Einverständnis dazu gibt. Kann er das nicht, will er das nicht, wäre es an ihm das zu unterbrechen. Ansonsten ist sie einfach eine ...keine Ahnung, wie man das nennen soll.....
Aber keine Herrin ....





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  01.03.2018 22:31  
Schön, dass du es auch so siehst. Ich werd auf jeden Fall hingehen, denke ich jetzt, aber Vorsicht walten lassen. Wäre dumm, die Chance sausen zu lassen. Und das ist ja eine ganze Klinik.

Kann ich nachvollziehen, dass es sich ziemlich unglaublich anhört. Dazu mein ausschweifender Schreibstil, und es könnte wirklich ein Roman draus werden.

Ich hab keine Ahnung, was da genau abgeht und über die Beweggründe meines Vaters. An der Front war auch heute alles ruhig, obwohl ich mich hätte bei ihr melden sollen.

Tag 2 ohne J geht dem Ende zu. Sie ist vollkommen verzweifelt Zuhause, weil sie sagt, ohne mich nicht leben zu können. Suizidgedanken etc. Hatte ihr zu einer ausgemachten Uhrzeit ein Gespräch angeboten, im Endeffekt will sie sich jetzt noch mehr umbringen, weil ich so ein verlogenes Miststück bin das immer vor Konflikten abhaut, und sie jetzt vollkommen zerstört hat und ignoriert, wie sehr sie mich jetzt braucht. Hatte ihr mit sehr vorsichtiger Wortwahl gesagt, dass es keinen Sinn hat, jetzt einfach zurückzukommen und ewig so weiterzuleben. Es tut so weh. Sie hasst mich abgrundtief für so ziemlich alles, aber jetzt soll ich zurückkommen und sie retten. Aber das kann ich nicht.





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  02.03.2018 17:41  
Tag 3 ... Fragen über Fragen. Mein ganzes Weltbild löst sich auf. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man sich im Endeffekt nur auf sich selbst verlassen kann - aber in mir, da sperrt sich etwas dagegen. Diese Bitterkeit will ich nicht in mir.
An Tag 3 will J die Katze verkaufen, sucht bereits nach einer neuen Wohnung, und hat, von außen betrachtet, bereits mit uns abgeschlossen. Nach 10 Jahren absoluter Hingabe auf beiden Seiten. Ich habe damit gerechnet, doch es tut so, so weh. Ich will uns nicht aufgeben - ich will nur, dass es uns beiden gut geht. Ein Teil von ihr hat uns wohl schon lange aufgegeben. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen, doch ich muss mich mit dem Gedanken anfreunden.

Die "Freundin" meines Vaters hat mich bisher in Ruhe gelassen. Sie scheint wohl doch nur hoch gepokert zu haben und wollte mich einschüchtern.

Ich mach mich mal auf Sinnsuche.


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