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201714.09




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Oh Mann, alles gute dir für deinen Fuß :freunde:

Lass dir von deinem Vater kein schlechtes Gewissen machen. Es ist verständlich, wenn er enttäuscht oder traurig ist, aber Gesundheit geht immer vor und Geld wächst nicht auf Bäumen. Es ist bestimmt nicht der letzte Familienurlaub :)

Und ich kann das auch gut nachvollziehen, dass du dir solche Gedanken über den Streit gemacht hast... mir geht es auch immer so. Und wahrscheinlich ging es deiner Freundin auch so und das ist jetzt ihre Art und Weise damit besser zurecht zu kommen. Aber das Schöne ist ja: Solche Situationen kommen vor und gehen auch wieder vorüber. Das gibt es in jeder guten Freundschaft mal. Insbesondere, wenn einer oder beide emotional belastet sind. Ihr macht das schon :)

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Wuppertal
75
  18.12.2017 18:02  
Wow, ich war tatsächlich seit drei Monaten nicht mehr aktiv im Forum. Die Zeit kam mir so kurz vor. Und jetzt haben wir schon fast Weihnachten! Wie konnte das passieren? Wo ist das Jahr 2017 geblieben? Vor ziemlich genau einem Jahr war ich der Überzeugung, 2016 war ein totaler Reinfall und das nächste Jahr müsse einfach viel besser werden. Hat das geklappt? Ich bin vorsichtig optimistisch. Klar, es ist viel geschehen, was für mich nur schwer zu verkraften war. Meine Trennung, Wohnungssuche und Umzug in eine fremde Stadt, wieder auf mich allein gestellt zu sein, Rückkehr der Depressionen und Panikattacken, finanzielle Probleme, Überforderung auf der Arbeit, Firmenumzug, der noch lange nicht abgeschlossen ist, dadurch bedingt jeden Tag Dreck und Baustellenlärm im Büro, die Diagnose "Epilepsie" bei meiner Mutter... Aber dennoch sehe ich das alles nicht negativ. Ich bin wieder einmal gereift, habe mich den Umständen angepasst, habe dazugelernt und mich entwickelt. Ich konnte mich sogar einige Male aus meiner Wohlfühlzone bewegen und es ist nichts Schlimmes passiert! Auch wenn ich es nicht immer bewusst merke, bin ich noch ein wenig stärker geworden. Und das ist doch eigentlich etwas sehr Gutes. Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr so viel zu jammern und mich nicht mehr so viel über Dinge aufzuregen, die ich ohnehin nicht beeinflussen kann. Meine Chefin gab mir den Tipp, ich solle mich einfach mehr wundern. Und negative Gefühle, die mich runterziehen, dadurch ersetzen. Das versuche ich nun. Vielleicht ist das eine Art Vorsatz für 2018. Auch wenn ich von Vorsätzen im Grunde nicht viel halte.



1978
18
NRW
662
  23.01.2018 22:13  
Hallo Mittnacht

Das neue Jahr hat ja nun begonnen. Wie läuft es bislang?

LG





138
5
Wuppertal
75
  31.01.2018 18:33  
Was soll ich sagen? Der vorsichtige Optimismus ist einem beißenden Realismus gewichen, der sich noch nicht entschieden hat, ob es ihn eher zur Verzweiflung oder zur Resignation zieht. Wir kämpfen täglich miteinander und es ist nicht immer leicht. In den ersten drei Wochen dieses Jahres habe ich einsehen müssen, dass ich sehr, SEHR kurz vor dem totalen Kollaps stehe. Ich mag den Begriff Burn-Out nicht. Der klingt so nach "Hey, ich habe eine schwere Depression, aber da das gesellschaftlich nicht so gut ankommt, nenne ich es einfach Burn-Out, denn das klingt danach, als hätte ich mir eine große Schwäche verdient, immerhin habe ich lange über meine Belastungsgrenze hinaus geschuftet!". Im Grunde ist es aber auch völlig egal, wie man es nennt. Es kommt auf das gleiche hinaus. Meine Arbeitszeiten sind eher unverbindliche Empfehlungen. Ich arbeite schon seit zwei Jahren sehr viel mehr als ich sollte - und auch dürfte. Immer wieder sage ich mir, dass ich das nicht mehr tun sollte. Nur leider habe ich das Problem, mich anhand meiner Leistungen zu definieren. Und wenn ich nichts leiste, nicht zeige wie wertvoll ich bin, dann bin ich auch nicht wertvoll. Blöd dabei ist eben nur: Es ist nie genug. Es muss noch mehr gehen, noch besser, noch schneller, noch perfekter.

Ich hatte nun ein sehr langes und intensives Gespräch mit meinen Chefinnen. Sie sehen das Problem und ich habe die Ansage bekommen, auf keinen Fall weiterhin Überstunden zu machen. Wenn ich die Dinge nicht innerhalb meiner Arbeitszeit schaffe, dann ist das eben so. Ich muss außerdem delegieren lernen. Was mir altem Kontrollfreak wirklich schwer fällt. Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht sicher, ob ich das wirklich so Hauruck umsetzen kann. Da ich aber merke, dass es so nicht weitergehen kann, werde ich es auf jeden Fall probieren. Vielleicht sollte ich mir doch mal dieses "Am Ar*** vorbei geht auch ein Weg" zu Herzen nehmen...

Ich bin es jedenfalls leid, in meinem Leben nichts anderes mehr zu haben außer der Arbeit. Mir ist alle Freude an meinen Hobbies verloren gegangen, so dass ich seit Ewigkeiten nicht mehr genäht habe, nicht mehr fotografiere, sogar keine Freunde mehr treffe. Das ist mir alles zu anstrengend, zu laut und es lenkt mich zu sehr von dem ab, was ich neben der Arbeit hauptsächlich tue: Schlafen. Klingt irgendwie traurig, oder? Ist es auch. Meine Samstage verschlafe ich komplett, was will ich auch anderes machen? Keine Lust auf Menschen und in meinem näheren Umfeld habe ich eh keine Freunde. Meine Liebsten wohnen alle so weit entfernt, dass ich mindestens 1,5 Stunden zu ihnen fahre. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem Auto wären es nur 25 Minuten, aber kann ich mir ein Auto leisten? Nö. :daumen-runter:

Letztes Wochenende haben meine Eltern mich auf dem Weg zu meinem Bruder aufgegabelt und so habe ich das Wochenende in Oberfranken verbracht. Es war schön, Zeit mit meinem Neffen zu verbringen und mit meinem Bruder, aber als ich eines Abends zu meinem Vater sagte "Irgendwie schade, dass hier überall Bilder von allen möglichen Leuten hängen, nur kein einziges von mir." bekam ich als Antwort "Das liegt ja an dir." Zack, erstmal schön eins in Untergeschoss gedrückt. Warum ist eigentlich alles immer meine Schuld? Von Zeit zu Zeit fühle ich mich, als würde ich den Menschen ständig hinterher rennen müssen. Meine Mutter kommt aus ihrem Kaff nicht heraus, weil ihr Hund so schwierig ist. Darum liegt es an mir, zu ihr zu fahren. Sie kann nicht. Okay. Meine ehemals besten Freunde erwarteten von mir, dass ich zu ihnen fahre, denn anders herum ist es ja auf jeden Fall zu anstrengend und immerhin bin ich ja (Zitat) "ans Ende der Welt gezogen, da laufe ich dir nicht hinterher". Mein Bruder hat mich in fast zwanzig Jahren nicht ein einziges Mal besucht, aber ich bin verpflichtet, mich zu ihm zu bewegen, um eine gute Schwester zu sein...? Von Zeit zu Zeit werde ich richtig böse, wenn ich darüber nachdenke. Und ich will nicht böse sein. Es lohnt sich doch überhaupt nicht, sich darüber aufzuregen. Immerhin kann man die Menschen eh nicht ändern, nur sich selbst.

Also Hintern hoch bekommen und mir meine Lebenslust zurück holen. Muss doch irgendwie zu schaffen sein.

:drama:


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