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201716.10




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Eigentlich müsste es 00 heißen. Die Doppelnull, denn so fühle ich mich.
Ich könnte auch in mein echtes Tagebuch schreiben, aber das kann keiner lesen und so fühle ich mich mit alldem, was ich schreibe allein, also schreibe ich hier.
Als ich heute morgen aufgewacht bin, wollte ich einfach nur liegenbleiben und nie wieder aufstehen. Eine bleierne Schwere lag auf mir. Ich habe keine Ahnung, warum ich es dann doch getan habe, denn eigentlich gibt es keinen Grund für mich aufzustehen. Dafür gibt es eine Menge Gründe: Das Haus und der Ort in dem ich lebe; mein Freund, weil er so ist, wie er ist; unsere Beziehung, weil sie so ist, wie sie ist; das ich nicht so arbeiten und gesund sein kann, wie andere Leute; Selbsthass; Hass auf das eigene Leben; Angst vor der Zukunft der Welt und der Menschen; dass ich eigentlich in eine Klinik müsste und mich nicht traue den Schritt zu gehen... Wenn ich länger darüber nachdenke, fällt mir bestimmt noch mehr ein.
Dass ich mich so fühle, ist hauptsächlich meine Schuld, denn wenn ich meinen Freund nicht in die Rolle meine Eltern hätte drängen wollen, würde es ihm nicht so schlecht gehen, so dass wir jetzt erst einmal nicht umziehen können und ich würde jetzt nicht wieder in meinem Heimatort wohnen, was ich nie wollte. Dieser Ort hier entzieht mir alle Kraft und gleichzeitig bin ich so wütend hier leben zu müssen, was mir noch mehr Kraft raubt. Noch dazu flippe ich regelmäßig aus, da die Anspannung zu groß wird, neulich führte dies dazu, dass ich mir mein Handgelenk auf dem Tisch grün und blau geschlagen habe.
Die Anspannung, das ist sowieso so eine Sache, sie ist ständig da, auch (oder vor allem) wenn ich mich leer fühle. Dann tue ich Dinge, die nicht gut für mich sind, vor allem Süßigkeiten u.ä. essen. Manchmal habe ich richtige Fressattacken. Wenigstens weiß ich jetzt, dass dies von der Anspannung kommt.
So fühle ich mich im Moment, leer. Keine Inspiration, keine Lust rauszugehen, vor allem aus Angst auf Altbekannte zu treffen.
Außerdem habe ich das Gefühl, ich bin selbst dafür verantwortlich, wie ich mich fühle, und dass ich meine Problematik nur richtig behandeln lassen müsste. Aber es ist klar, dass es nicht mehr viel gibt, was mir helfen kann. Ich habe 24 Jahre Therapieerfahrung hinter mir. Ich werde immer Schwierigkeiten haben, ich weiß, die hat jeder, aber Schwierigkeiten aus seelischen Gründen, sind noch einmal etwas anderes.

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BaWü
7453
  16.10.2017 13:49  
Melancholy, mal ums Eck gedacht. Da du jetzt eh in in dem gehassten Ort festhängst, wäre da ein Schritt in die Klinik, ein etwas anderer Ortwechsel, nicht sinnvoll? Betrachten wir die Therapie mal als sekundär. Egal, Hauptsache raus.

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  16.10.2017 16:09  
Liebe Icefalki,

Danke für Deine Antwort. Ja, ein Klinikaufenthalt wäre schon eine Option, oder Tagesklinik. Das wäre mir lieber, als in einer Werkstatt hier in der Nähe eine Arbeit anzufangen. Ich habe mich auch für eine Heimarbeit beworben, bei der ich anfangen könnte. Die Bezahlung ist nur nicht so gut und ich wäre Freie Mitarbeiterin, aber ich bekäme, glaube ich Grundsicherung dazu. Wenn das geregelt wäre, könnte ich es hier eher aushalten. Am Donnerstag habe ich in der Ambulanz einen Termin, (mit Therapeutin und Sozialarbeiterin) bei dem endgültig besprochen wird, wie es erst einmal weitergeht, denn Krankengeld bekomme ich ja nicht ewig.

LG, melancholy2 :freunde:

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BaWü
7453
  16.10.2017 16:21  
Ich denke, dass du insgesamt eine Sicherheit brauchst. Einfach Eine Option, du du mittragen kannst und deinen Bedürfnissen entspricht.

So oder so, am Donnerstag wirst du mehr wissen.

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  18.10.2017 21:07  
Ja, es stimmt, ich brauche irgendeine Sicherheit, egal wie, dann geht es mir besser. Ich habe am Montag spätnachmittags noch etwas Gartenarbeit gemacht und Muffinteig angerührt, was mir gut getan hat. Gestern und heute habe ich an dem Transkript für meine alte Arbeit weiter geschrieben, Muffins gebacken und Hausarbeit erledigt. Es läuft also wieder etwas besser, als in letzter Zeit.
Ich habe das Gefühl, dass das mit der neuen Heimarbeit das Richtige ist, aber ich kann einfach nicht optimistisch sein. Man weiß ja nie, woran es doch noch scheitern könnte. Es ist ja alles so kompliziert in diesem Land. :stirn
Ich ziere mich was das beantragen von Zuschüssen angeht auch nicht mehr so. Mittlerweile habe ich da eine pragmatische Betrachtungsweise entwickelt...

Tja, morgen weiß ich mehr.





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  19.10.2017 17:22  
Jetzt bin ich genauso schlau, wie vorher, nämlich gar nicht. Natürlich kann ich das mit der Heimarbeit anfangen, aber die in der Klinik raten mir davon ab und ich soll lieber in der Werkstatt arbeiten, weil das finanziell sicherer ist, und auch weil die Angst um mich haben, dass ich mich mit der Heimarbeit zu Hause einigele. Meinem Freund wäre das so sicher auch lieber.
Und ich habe wieder keine Ahnung, was ich machen soll. Und jede Entscheidung ist Mist.
Ich habe ja selber Schuld, denn das ist jetzt alles nur so, weil ich meinen Freund in etwas hineindrängen wollte, was er nicht ist und nie sein wird und weil wir beide nicht allein sein können. Ich hätte die Beziehung gar nicht erst anfangen sollen oder frühzeitig beenden sollen.



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BaWü
7453
  19.10.2017 22:19  
Stopp! Hätte, könnte, wenn und Aber. Das führt zu gar nichts. Werd jetzt bitte mal pragmatisch und überlege.

Stimmt es, dass ihr beide alleine ein Problem mit dem Wohnen hättet ? Absolute Wahrheit ist da gefordert, versuche dich dieser Frage zu stellen.

Arbeitstechnisch tendiere ich dazu, dass du unter Leute musst, also genau das,was dir deine Therapeuten raten. Du neigst dazu, in deine "Welten" abzutauchen.

Und mal generell was zu Wünschen. Wenn materielle Wünsche in Erfüllung gehen, stellt man früher oder später fest, dass, als Beispiel, das Wohnen am Meer zwar ganz schön ist, der Rest aber bleibt, der zieht dort nämlich mit ein.

Bedeutet, wenn sich ein Traum erfüllt, die Realität wieder in der dortigen Wirklichkeit ihren Platz beansprucht.



  19.10.2017 23:08  
Hallo melancholy,



nun fang nicht damit an, Deinen Freund zu verteufeln, Du bist nun gerade wieder in einem großen Zwiespalt.
Bist Du Dir absolut sicher, das Du es nicht alleine schaffen könntest, in eine eigene Wohnung, ganz alleine zu ziehen ?
Für mich persönlich wäre eine Werkstatt, wo verschiedene Menschen mit verschiedenen seelischen Erkrankungen arbeiten würden, nicht so ganz geheuer.
Ich könnte für mich persönlich, eine Werkstatt mir vorstellen, wo ausschließlich nur Menschen arbeiten würden, die alle unter einer sozial Angst leiden würden.
Nur das ist ja meist nicht gerade der Fall.



LG Schwarzes-Leben





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  20.10.2017 00:05  
Danke für Eure Antworten.
Ich weiß, dass ich das Gefühl habe, alleine nicht zu recht zu kommen, dass ich vereinsame und einsam bleibe. Mein Freund sieht das für sich auch so und er sagt, er könnte ohne mich nicht leben. Vielleicht könnte ich alleine leben.

Ich verteufele nicht meinen Freund sondern mich selbst.
Welche Erkrankungen die Leute in der Werkstatt haben spielt für mich keine Rolle. Wohl würde ich mich da sowieso nicht fühlen. Auf der Arbeit fühle ich mich nie wirklich wohl, egal wo ich bis jetzt gewesen bin. Das wird sich auch nie ändern, egal wie oft ich es übe und ob die Arbeit sich an meinem Traumort befindet. Meinen Traumort gibt es sowieso nicht, denn er setzt mich als völlig andere Person voraus.
Wahrscheinlich ist es das Vernünftigste in der Werkstatt anzufangen und sich mit den Dingen, wie sie jetzt sind abzufinden. Das ist vor allem für meinen Freund das Beste.

Icefalki hat geschrieben:
Arbeitstechnisch tendiere ich dazu, dass du unter Leute musst, also genau das,was dir deine Therapeuten raten. Du neigst dazu, in deine "Welten" abzutauchen.


Ich habe irgendwie gewusst, dass Du das schreiben würdest. :wink:
In meine Welten werde ich sowieso abrutschen, denn ohne geht es nicht.



  20.10.2017 01:19  
Hallo melancholy2,



nun geht es wieder von vorne los, " Ein Loch ist im Eimer, Liebe Lise, Liebe Lise, ein Loch ist im Eimer, Liebe Lise ein Loch ".
Nun sind wieder die Steine im Weg.
Könnte es vielleicht möglich sein, im Archiv, wieder anzufangen ?
Das war doch zum Schluss, mit der Verabschiedung, schon rührend gewesen.



LG Schwarzes-Leben


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