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201807.01




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Ich glaube, ich verstehe dich ganz gut. Ich kenne solche Gefühle auch, dass einem das, was man beruflich machen soll, oder was von einem erwartet wird, völlig widerstrebt, man nicht bereit ist oder sich bevormundet fühlt, aber es interessiert keinen, du musst nur funktionieren. Das ist ein schlimmes Gefühl, man fühlt sich ausgeliefert und fremdbestimmt. Geht es dir auch so?

Worum geht es in eurem Streit? Auch um die Arbeit und ums Haus / den Ort? Teilt dein Freund die Ansicht der Ämter und der Ambulanz? Bestimmt ist das alles für ihn aber auch nicht so einfach, da er selbst ja auch eingeschränkt ist und sicher oft nicht so kann, wie er gerne würde. Oder? Das ist nicht einfach, für euch beide nicht. :kuss:

Edit: Zu deinem 2. Post. Was ist das für ein Praktikum, und wie lange soll es dauern? Vielleicht hilft dir die neue Umgebung, Aufgabe und Ablenkung aber auch, deine düsteren Gedanken und Angst ein wenig loszulassen. Weißt du schon, was du dort machen sollst?
Vielleicht lenkt es dich auch ein wenig von den Ereignissen hier im Forum ab. Ich würde dir so gern helfen.... :trost:

Auf das Thema antworten




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Status: Online online
  07.01.2018 23:38  
Grashüpfer hat geschrieben:
Ich glaube, ich verstehe dich ganz gut. Ich kenne solche Gefühle auch, dass einem das, was man beruflich machen soll, oder was von einem erwartet wird, völlig widerstrebt, man nicht bereit ist oder sich bevormundet fühlt, aber es interessiert keinen, du musst nur funktionieren. Das ist ein schlimmes Gefühl, man fühlt sich ausgeliefert und fremdbestimmt. Geht es dir auch so?

Worum geht es in eurem Streit? Auch um die Arbeit und ums Haus / den Ort? Teilt dein Freund die Ansicht der Ämter und der Ambulanz? Bestimmt ist das alles für ihn aber auch nicht so einfach, da er selbst ja auch eingeschränkt ist und sicher oft nicht so kann, wie er gerne würde. Oder? Das ist nicht einfach, für euch beide nicht. :kuss:


Ja, genauso oder so ähnlich geht es mir, wie Du geschrieben hast.

Ja stimmt, um das haben wir uns gestritten. Er teilt nicht diese Ansichten, aber er sagt mir bleibt wohl nichts anderes übrig. Er fühlt sich auch fremdbestimmt und im Stich gelassen. Wir müssten laut dem Amt auch noch wieder dieses Haus verkaufen. Wir brauchen Zuschüsse, die wir so nicht bekommen.



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  07.01.2018 23:57  
Ja, es ist verständlich, dass er sich so fühlt. Man ist so hilf- und machtlos. Dann ginge ja alles vorn los, wenn ihr wieder verkaufen müsstet? Hach, das ist so schwierig.... :cry:





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Status: Online online
  08.01.2018 00:04  
Genauso ist es. Aber ich weiß nicht, wohin wir dann ziehen sollen. Ich weiß nicht, ob wir bereit sind an die Ostsee zu ziehen. Dafür brauchen wir noch Zeit, glaube ich, aber die wird uns ja nicht mehr zugestanden.





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Status: Online online
  07.03.2018 02:52  
Hallo Ihr Lieben,

viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag und viel ist passiert. Ich hatte mit meiner Pflegerin wieder ein aufschlussreiches Gespräch. Sie hat mir gesagt, wie sie mich einschätzt: Irgendwann ab einem bestimmten Punkt bin ich in der Entwicklung stehen geblieben. Es fehlt mir an einer gewissen Reife, die andere Frauen mit Persönlichkeitsstörungen schon noch erreichen konnten und z.B. eine Familie gegründet haben. Dieser Stillstand liegt sowohl seelisch als auch irgendwie vom Verstand her vor. Deshalb läuft es nicht so gut mit der Arbeit, generell mit dem Leben und in der Liebe. Irgendwie klappt es ja meistens, aber im Grunde genommen klappt es nicht und ist anstrengend und schwer. Das muss ich akzeptieren. Ich muss ja nicht so sein, ich darf ja so sein, wie ich bin und das Beste daraus machen.
Doch im Moment bin ich so geschlaucht. Mein Tagesablauf ist durcheinander, kann schlecht ins Bett gehen, bin immer aufgeregt und schnell müde. Es ist fast wie damals, als ich mich in Laurence verliebte.
Das Praktikum habe ich nicht gemacht, ich war einfach nicht in der Lage dazu. Wir haben bald einen Gerichtstermin mit dem Jobcenter, dann wird das mit den Häusern und Zuschüssen geklärt. Wahrscheinlich werden wir dann doch umziehen, was ja eigentlich gut ist. Es ist schon echt alles ganz schön kompliziert. Dann kommt noch der Gesundheitszustand meines Freundes dazu, und dass wir kaum was unternehmen können, keine richtige Beziehung führen. Meine Pflegerin sagt, ich sollte mich von ihm unabhängig machen und alleine nur für mich etwas unternehmen. Aber das sagt sich so leicht.
Und Laurence soll nur zu einer gewissen Tageszeit bei mir sein, damit der Alltag nicht beeinträchtigt wird. :?
Naja, mal sehen...

LG, melancholy2

Danke1xDanke


  08.03.2018 02:06  
Hallo melancholy2,



diese Ganze Geschichte, ist keine einfache Aufgabe für Dich.
Dein Freund, führt mit Dir zusammen keine richtige Beziehung, und kann mit Dir zusammen, auch nichts unternehmen.
Der Umzug an die Ostsee, ist ebenfalls fraglich.
Du bräuchtest einen Menschen an Deiner Seite, der viel Geduld und Verständnis hat.
Er müsste Dich so anehmen, wie Du eben halt bist und mit Dir so einiges an schönen Dingen unternehmen.
Nur solch eine Person überhaupt zu finden, ist wie ein sechser im Lotto.
Die Geschichte mit dem Laurence, ist ebenfalls etwas, was Du nicht so einfach, halbieren kannst.
Alleine sein, ist für Dich auch nicht einfach.



LG Schwarzes-Leben





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Status: Online online
  11.03.2018 17:25  
Heute habe ich den ersten Zitronenfalter in diesem Jahr gesehen. :schmetterling:
Er tänzelte über einen Holzzaun an unserem Küchenfenster vorbei. :herz:
Der Frühling kommt und es ist herrlich sich draußen aufzuhalten.



  11.03.2018 18:03  
melancholy2,


der Frühling kommt, die Vögel zwitschern nun anders, als wie sie es im Winter tun.
Man spürt es durch die Gerüche, und durch die Atmosphäre, das die Natur nun dem Frühling, dass Feld überläßt.


LG Schwarzes-Leben

Danke1xDanke




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Status: Online online
  15.04.2018 15:11  
Oh Mann, was für ein Tag! Ich fühle mich so schlecht und unruhig wegen dem Gerichtstermin am Mittwoch, wobei es um unser Haus und unsere finanzielle Zukunft geht. Alleine vor der Fahrt (davor vielleicht sogar am meisten) graut mir schon jetzt. Wir werden mit meinem Vater fahren, der ohnehin eine unmögliche Art hat, aber am Steuer ist es noch schlimmer. Er hat mich/uns auch zu meinem Unersuchungstermin beim Amtsarzt vor längerer Zeit gefahren. Das war ehrlich gesagt fürchterlich.
Das ist es auch was mich so nervt, dass ich durch meinen Freund trotzdem immer noch abhängig bin von meinen Eltern, insbesondere meinem Vater, weil er auch so viel Hilfe braucht. Ich dachte, das würde mit einem Freund anders werden, aber wie man sieht, nicht mit ihm. Dadurch nimmt er mir auch jede Kraft mich positiv zu entwickeln, durch seine Lethargie. Gestern lag er wieder fast nur auf dem Sofa. Ich bin dann alleine noch mit dem Fahrrad los gefahren, aber das hat mir auch nicht viel gegeben, da ich ja kaum noch etwas zusammen mit ihm mache, sondern nur alleine. Jetzt steht nächste Woche der wichtige Termin an und heute ist alles aus. Ich kam erst mittags aus dem Bett, so niedergeschlagen bin ich. Und ich habe eine solche Wut auf meinen Freund, weil durch seine falschen Entscheidungen, wir jetzt in dieser Situation sind, ich lebe nur von meinem Ersparten im Moment. Wir hätten alles einfacher haben können. Deshalb weiß ich auch gar nicht, wie ich mich bei Gericht verhalten soll. Ich kann ja schlecht sagen, was ich wirklich von alledem halte, dann kommt gar nichts für uns dabei heraus. Aber ich habe ja selber Schuld, weil ich mich auf ihn eingelassen, verlassen und alles mitgemacht habe. Aber ich bin innerlich kaputt und kriege mein Leben alleine auch nicht auf die Reihe. Ich habe es auch nie geschafft einen Führerschein zu machen und ich kann, wie schon geschrieben schlecht allein sein. Ich weiß, daran muss ich arbeiten, aber diese Erkenntnis nützt mir jetzt gerade auch nichts.
Jetzt ist so eine miese Stimmung und mein Freund hat morgen auch noch Geburtstag. Wie soll das alles werden? :seufzen

Danke1xDanke


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  16.04.2018 00:57  
Ach Meli.... fühle dich erst einmal ganz fest und lieb gedrückt :trost: .
Das ist wirklich eine schwierige Situation und ich kann gut verstehen, dass du total unter Druck stehst und sich dann so ein Chaos von Niedergeschlagenheit, Zorn, Resignation und Ratlosigkeit breit macht.
Welche Entscheidungen meinst du, hat dein Freund falsch entschieden? Mit dem vorigen Haus? Was erhoffst du dir bestenfalls vor Gericht?
Gerade ohne Führerschein spürt man Abhängigkeit sehr stark. Das sind oft unangenehme Situationen, ich kenne das auch.
Ich wünsche dir sehr, dass der Richter in deinem / euren Sinne entscheidet. Wann am Mittwoch ist der Termin?
Sei umarmt :knuddeln:

Danke2xDanke




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Status: Online online
  16.04.2018 01:42  
Danke Grashüpferchen, :kuss: ach ja, das mit den falschen Entscheidungen, das ist schwierig zu erklären und komplexer. Manches war vielleicht auch nicht von seinem Willen abhängig, aber er hätte sich besser einschätzen können. Ja, das mit dem alten Haus ist es auch, aber die Probleme fingen schon früher an. Alles hat angefangen, als mein Freund seine letzte Arbeit verloren hat, da hat er irgendwie den Lebensmut verloren, habe ich den Eindruck. Er hat zwar immer gesagt, er will wieder arbeiten, er wollte sich sogar selbstständig machen, aber es klappte einfach nicht. Dann hat er sich voll auf die Rente eingeschossen, er hätte aber noch eine andere Möglichkeit gehabt zu Geld zu kommen. Man weiß ja, wie lange das dauert, bis man die Rente durch hat. Dann hat er Hartz 4 beantragt und dann war alles aus, denn wenn man das bekommt, darf man gar nichts behalten, nicht einmal ein ausgefalleneres Auto, geschweige denn ein größeres Haus.
Was ich mir erhoffe? Eigentlich nicht viel, ich will bloß, dass das endlich geklärt wird, egal wie, damit mein Freund wieder aktiver/lebendig wird und wir endlich unsere wahren Pläne umsetzen können, in unserem Tempo. Denn hier kann ich mich nicht weiter entwickeln, die Vergangenheit ist zu nah.
Der Termin ist um 13.00 Uhr.

Danke1xDanke




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Status: Online online
  16.04.2018 18:21  
Wegen dem Termin fühle ich mich nicht mehr so schlecht, denn wir haben uns beim Geburtstagskuchenessen mit meinen Eltern über den Ablauf unterhalten. Ich werde hauptsächlich Zuschauerin bei dem Ganzen sein und sollte nur vorsichtshalber mitkommen. Wir haben also alles geklärt, auch das mit der Autofahrt und ich fühle mich nun viel besser und lockerer. :D
Ich sollte nicht so mit meinem Schicksal hadern und es akzeptieren, wie es jetzt ist. Es kommen auch bestimmt bald wieder bessere Zeiten für mich und meinen Freund. :daumen:

Danke1xDanke


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  19.04.2018 22:19  
Liebe Meli :freunde:

Wie ist es gestern bei Gericht gelaufen? Bist du zufrieden? Und vor allem: Bist du jetzt erleichtert?



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  19.04.2018 22:32  
melancholy2 hat geschrieben:
Wir haben also alles geklärt, auch das mit der Autofahrt und ich fühle mich nun viel besser und lockerer. :D
Ich sollte nicht so mit meinem Schicksal hadern und es akzeptieren, wie es jetzt ist. Es kommen auch bestimmt bald wieder bessere Zeiten für mich und meinen Freund. :daumen:


Liebe Meli,

ich war froh, das von dir zu lesen. Es tut so dermaßen gut, sich irgendwie etwas locker und getragen, vielleicht sogar etwas beschwingt oder beseelt zu fühlen. Ab und zu fühlt man sich richtig gut - und weiß gar nicht recht wieso jetzt. Ab und zu fühlt man sich natürlich auch elend und weiß auch nicht wirklich warum es sooo elend sein muss. Auf jeden Fall kann man es meistens bleiben lassen, sich so arg viele Sorgen zu machen. Es ist vergebliche Mühe. - Wie oft sagt meine Freundin vor einem Arbeitstag, einem Termin oder auch nur einem Treffen mit Bekannten, dass sie überhaupt keine Lust hat.... und dass das sicher schrecklich wird...... und im Nachherein hat sie's ganz gut überstanden. Oder es war sogar ganz nett.
Ich hoffe, dass du Gelassenheit im Alltag findest und dass es dir in Situationen möglichst oft gelingt, das Beste draus zu machen! Hoffe auch sehr, dass dein Termin gut verlaufen ist.

Liebe Grüße

Friko





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Status: Online online
  20.04.2018 01:23  
Liebes Grashüpferchen und liebe Friko,

Danke der Nachfrage. Ich habe noch nicht berichtet, weil ich alles erst einmal sacken lassen musste. Aber ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich bin alles andere als zufrieden. Es ist eigentlich gar nichts dabei herausgekommen, nichts was wir nicht schon vorher wussten. Wir werden für das Haus keine Zuschüsse bekommen, die wir aber bräuchten, um es finanzieren zu können. Es war von Anfang an klar, dass der Richter auf der Seite des Jobcenters ist, nur bei einer Sache gab er uns recht, aber das nützt uns auch nichts. Die Frau, die das Jobcenter vertreten hat, war genau wie alle Beamten von dort, die ich bisher kennengelernt habe (bis auf eine Ausnahme), wie ein Roboter. Keine Gefühlsregung, kein Mitgefühl für uns und unsere Situation. Der Richter war auch sehr komisch, irgendwie albern, hat undeutlich gesprochen und unser Anwalt hat auch nie daran geglaubt, dass wir Erfolg haben würden, das war von Anfang an klar und er hat sich dementsprechend verhalten. (Den Amwalt müssen wir nicht selbst bezahlen). Die Verhandlung war vollkommen nutzlos, wir sind so schlau, wie vor einem Jahr, da wollte mein Freund aber noch nicht umziehen. Jetzt müssen wir es und haben nicht sehr viel Zeit dazu. Auch muss ich endlich in einer Werkstatt anfangen zu arbeiten, das hängt beides miteinander zusammen. Denn wahrscheinlich bekomme ich Geld vom Jobcenter, bis ich meine Rente durch habe und wir bekommen
ein Darlehen und/oder Wohngeld, das heißt wir müssen tun, was die sagen.
Leider ist es einfach so, dass vor ein paar Jahren falsche Entscheidungen von uns beiden getroffen wurden, die wir jetzt ausbaden müssen. Aber diese Unmenschlichkeit der Ämter ist einfach übertrieben. Die halten einen von vornherein für einen Lügner, Verbrecher und für faul, auch dass ich nicht voll arbeitsfähig bin ist immer noch nicht genug bewiesen für die. Alles muss hundert mal geprüft werden.
Ich muss allerdings sagen, dass ich da nicht gut durchblicke und vielleicht auch vieles übertrieben sehe und habe jetzt mal meinen Ärger von der Seele geschrieben.
Auch fühle ich mich gar nicht wohl mit der Rente und verstehe nicht, warum ich sie beantragen musste. Ich denke mal das ist dann die Grundsicherung, wenn ich in einer Werkstatt arbeite, denn da verdient man ja nur ganz wenig. Und das nennt sich dann auch erst einmal berufliche Reha, mit Eingewöhnungszeit und Ausbildungszeit und am Anfang, ist man auch 7 Stunden im Betrieb.
Heutzutage ist das Leben so kompliziert, die Menschen und was sie ausmacht sind nicht mehr wichtig. Dafür war das Leben früher viel gefährlicher.
Ich freue mich, dass Ihr Euch für meine Geschichte interessiert.

Gute Nacht und liebe Grüße :freunde:
melancholy2

Danke1xDanke



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  23.04.2018 16:12  
Liebe Meli :knuddeln:

entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Es tut mir so so leid, dass es so bitter für euch ausgegangen ist! Das ist wirklich nicht schön. Ja, Ämter sehen in solchen Angelegenheiten meistens nur das Negative und gehen vom Schlimmsten aus. Die Behandlung ist so unmenschlich, wo sie doch ganz individuell sein sollte. Aber leider herrscht dort zu oft Schubladendenken.
Wieso musst du Rente beantragen? Das verstehe ich nicht.
Was bedeutet das Urteil nun für euch?

Alles Liebe :kuss:





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Status: Online online
  23.04.2018 19:09  
Grashüpfer hat geschrieben:
Liebe Meli :knuddeln:

entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Es tut mir so so leid, dass es so bitter für euch ausgegangen ist! Das ist wirklich nicht schön. Ja, Ämter sehen in solchen Angelegenheiten meistens nur das Negative und gehen vom Schlimmsten aus. Die Behandlung ist so unmenschlich, wo sie doch ganz individuell sein sollte. Aber leider herrscht dort zu oft Schubladendenken.
Wieso musst du Rente beantragen? Das verstehe ich nicht.
Was bedeutet das Urteil nun für euch?

Alles Liebe :kuss:


Liebes Grashüpferchen,

ist schon gut. Ich freue mich, wann immer Du mir antwortest. :D
Ich stimme Dir vollkommen zu, was Du über die Ämter geschrieben hast. Genau das ist das Problem und es ist tatsächlich in der Gesellschaft begründet, die Arbeitslose/Leute die nicht arbeiten gehen können/Bedürftige als Simulanten und faule Schmarotzer hinstellt. Diese Art zu denken muss aufhören.
Ehrlich gesagt verstehe ich das auch nicht ganz, aber ich schätze, ich muss Rente beantragen, weil ich ja auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar bin und nachher jemand für meine Grundsicherung aufkommen muss, wenn ich in einer Behindertenwerkstatt arbeite, die ja nicht viel Lohn zahlt.
Ja, was bedeutet das für uns? Witzigerweise sieht es jetzt so aus, als wenn wir eventuell doch Wohngeld bekommen könnten für dieses Haus, die Verhandlung war also sinnlos (wir haben die Klage gegen das Jobcenter fallen lassen müssen). Dann haben wir mehr Zeit etwas Neues zu finden. Aber was mich angeht, brauchen wir diese Zeit nicht. Ich will hier weg und je länger wir warten, umso unruhiger werde ich, denn dieses Dasein ohne Beschäftigung und richtiges Zuhause macht mich fertig, außerdem bekomme ich Druck von Ämtern, Ärzten Betreuern, dass sich etwas ändern muss. Aber es ist mein Freund, der durch seine Ängste und unverarbeiteten Verletzungen alles auf die lange Bank schiebt und die Perspektivlosigkeit steigert. Denn ich will nicht an einem Ort bleiben, der zu meiner Vergangenheit gehört, an dem ich mich nicht weiterentwickeln kann und dort auch noch eine neue Arbeit anfangen müssen.
Mein Freund bräuchte dringend Hilfe. Mir wird andauernd geholfen mit Betreuung, Medikamenten, Beratungen, dabei braucht er so etwas im Moment viel dringender. Er hat hundertprozentig eine Somatisierungsstörung, die ein normales Leben unmöglich macht und eine Beziehung behindert. Seine Sorgen und Probleme schlagen ihm buchstäblich auf den Magen. Dann ist da noch mein Vater, der ihm/uns ständig einredet, er könne dieses und jenes nicht und dieses und jenes geht nicht, so wie sein eigener Vater es auch früher mit ihm gemacht hat. Klar, wird es schwierig einen Neuanfang zu starten, aber wenn wir zusammenhalten, schaffen wir es auf unsere Weise. Doch mein Freund hat zu viel Angst und mein Vater traut es uns nicht zu, was er sich wiederum zu Herzen nimmt. Da spiele ich schon manchmal mit dem Gedanken mich zu trennen, in ein betreutes Wohnen an einem Ort, der mir gefällt zu gehen, zu arbeiten, neue Leute und vielleicht eine neue Liebe kennenzulernen.
Am Freitag habe ich mit der Rentenkasse telefoniert, wie weit die Entscheidung ist, ob ich Anspruch habe. Die hatten noch gar nicht das Gutachten von der Untersuchung erhalten. Alles dauert ewig lange, keiner ist zuständig und keiner weiß Bescheid.

Mir kommt das alles so sinnlos vor, dieses ganze Theater. Heutzutage ist alles so kompliziert, das Dasein. Arbeit zu finden ist so schwer, das Leben ist so teuer. Wenn man dann auch noch irgendwie krank ist, der Partner auch, wird es total schwierig. Wer will da schon ein Kind bekommen, wer will da schon geboren werden? Ich nicht! Und im Rest der Welt sieht es nicht besser oder noch schlimmer aus. :seufzen

Gestern hatte ich mehr Hoffnung, weil ich den Eindruck hatte, mein Freund will jetzt den Neuanfang und traut es sich zu, dass wir das schaffen, aber heute sieht es wieder anders aus.

LG, melancholy2 :seufzen

Danke1xDanke




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Status: Online online
  24.04.2018 00:43  
Ich habe mich mal wieder so was von verunsichern lassen, bis zur Verzweiflung und jetzt kommt die große Erleichterung. Der Gerichtstermin und wie die Leute sich dort verhalten haben, wie mein Freund und meine Eltern reagierten und vor allem was die Frau vom Jobcenter gesagt hat, das hatte mich so heruntergezogen, dass es mich total durcheinander gebracht hat und ich überreagierte. Ich habe mir das Gutachten vom Gesundheitsamt noch einmal angesehen, darin steht, dass ich nicht länger als 15 Stunden arbeitsfähig bin, und das voraussichtlich dauerhaft. Aufgrund dessen wurde mir der Rentenantrag vom Arbeitsamt auch nahegelegt.
Es ist alles halb so wild, niemand wird mich zwingen können eine Maßnahme machen oder in einer Behindertenwerkstatt hier in der Nähe anfangen zu müssen. Das heißt, wir müssen nicht ein paar Jahre hier bleiben und wahrscheinlich können wir uns aber auch Zeit lassen mit einem Umzug, wenn es erst einmal Wohngeld gibt. Es ist alles unsere Entscheidung.
Ich weiß nicht, ob ich es richtig erklärt habe oder ob man überhaupt versteht worum es geht, das Ganze ist so kompliziert und ich kann es schlecht erklären, aber es ist nicht alles hoffnungslos. Leider verfalle ich bei solchen Situationen immer schnell in Panik, weil es da um das Existenzielle geht und um die Angst ausgeliefert zu sein, dass etwas Fremdes über mich bestimmt.

Danke1xDanke




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Status: Online online
  27.04.2018 20:05  
Ich möchte meinem Freund und mir jetzt Zeit geben zur Ruhe zu kommen. Der Umzug kann noch warten, bis er bereit dazu ist. Ich werde mir für mich Zeit nehmen für Dinge, die mir gut tun: Sport machen, Kurse besuchen, vllt. eine Musik- oder Reittherapie anfangen, künstlerisch tätig sein. Meine Betreuerin wird mir zur Seite stehen. Ich habe bei ihr ein gutes Gefühl. Ein (passender) Arbeitsplatz in einer Behindertenwerkstatt hat noch Zeit, wird sich ergeben und auf jeden Fall angestrebt. :daumen:

Danke1xDanke




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Status: Online online
  06.05.2018 23:24  
Diese Woche war eine Maklerin bei uns, hat das Haus angeschaut und in ihr Angebot aufgenommen. Wahrscheinlich werden wir im nächsten halben Jahr ausziehen, denn es sieht nicht so aus, als ob mein Freund Wohngeld bekommen wird. Allerdings ist noch nichts entschieden.
Also, auf in einen neuen Lebensabschnitt. Ob das irgendwas besser machen wird? Denn ans Meer ziehen wir wahrscheinlich nicht, dafür aus meinem Heimatort, was sehr gut ist.
Mein Freund hat einfach immer noch Angst, weiter weg von seinem Heimatort und von meinen Eltern zuziehen, da er es sich nicht zutraut, dass er alleine klar kommen wird. Er arbeitet nicht an seiner Angst und auch die Aussicht auf eine Betreuung kann diese nicht mildern.
Mein Vater rät uns auch davon ab ans Meer zu ziehen und mein Freund hört auf ihn. Das stört mich besonders, denn ich fühle mich da von Papa bevormundet. Daran muss ich wiederum arbeiten.
Ich versuche mir zu sagen, jetzt kommt eine Veränderung, es kann nur besser werden. Und ich werde auch wieder arbeiten gehen und ein halbwegs normales Leben führen.


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