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201714.12




Nagut, dann fange auch ich mal ein Tagebuch an. Vielleicht hilft es mir ja und über Lob und Kritik freut man sich ja auch.

Zunächst zu mir:
Ich heisse Sebastian, bin 27 Jahre und wohnhaft in Essen. Schon früh musste ich mit familiären Schicksalsschlägen umgehen. Der erste an dem ich mich erinnere war 1996 oder 1997. Meine Mutter packte die Koffer meines Vaters. Er hat eine neue. Es begann ein jahrelanger Rosenkrieg und Sorgerechtsstreit. Wir Kinder (vier Stück waren wir: Schwester1 77er Jahrgang wohnte nicht mehr daheim, Schwester2 80er Jahrgang, ich 89er Jahrgang und meinen Bruder 90er Jahrgang) wollten keinen Kontakt zu ihm. Vielleicht wurde es uns auch eingeredet. Ich weiss es nicht mehr. Dann das Jahr 2000. Anfang Januar war dann die Scheidung meiner Eltern.

Nur 5 Tage später am Abend bekam meine Mutter einen Anruf von einer Freundin von Schwester1. Sie hätten telefoniert aber auf einmal hätte meine Schwester nur noch komische Geräusche von sich gegeben. Meine Mutter kam ins Kinderzimmer von meinen Bruder und mir, sagte dass sie kurz zu ihr fährt da sie Herzrasen hätte. (Meine Schwester1 war von Geburt an Herzkrank. Hätte aber wohl alt werden können. Als meine Mutter los fuhr fragte mein Bruder mich was Herzrasen ist. Ich wusste als damals 10-jähriger nicht und wir beide schliefen ein.

Gegen 21 Uhr wurde ich auf einmal mit dem Gedanken wach das meine Schwester1 verstorben sei. Mama war noch immer nicht da. Irgendwann schlief ich wieder ein.

Am nächsten Morgen kam meine Mutter ins Zimmer und sagte uns dass die Grundschule angerufen habe und der Unterricht ausfallen würde. Mensch was haben wir uns gefreut. Wir machten die PlayStation abn spielten fröhlich bis es auf einmal an der Türe schellte. Es war mein Vater, der seit 6 Tagen von meiner Mutter geschieden war. Nach ein paar Minuten baten sie uns zusammen ins Wohnzimmer. Ich weiss es noch ganz genau. Mein Vater sagte Schwester1 ist beim lieben Gott und brach in Tränen aus. Ich kann mich erinnern dass mich in diesen Zeitpunkt so gefühlt habe wie bei einer Derealisation. An die Zeit danach kann ich mich nicht mehr so gut erinnern. Weiss nur dass ich beim Kinderpsychologen war, es hatte sich eingependelt dass wir alle 14 Tage bei Papa sind, ich wurde von der vierten in die dritte Klasse zurückgestuft. Durfte nicht mit zur Beerdigung. Ich kann mich auch nur einmal erinnern dass ich wegen dem Tod meiner Schwester geweint habe. Auch bis heute weiss Ich nicht die genaue Ursache. Nur dass es was mit dem Herzen zu tun hatte. Zwei Jahre später verstarb meine Tante auch noch relativ jung. Und ich glaube auch dort hatte es was mit dem Herzen zu tun. Nunja so nahm das Leben seinen Lauf..

Ich weiss nicht genau wann es war. 2001 oder 2002 lernte meine Mutter einen neuen Partner kennen, der irgendwann dann auch bei uns eingezogen ist. Was soll ich sagen. Anfangs war alles cool. Aber man kennt es ja aus TV&Film wie manche Lebensgefährten, die keine eigenen Kinder haben so sein können. Ein Ar.. Er hatte oft Nachtschicht war somit tagsüber zuhause wenn meine Mutter auf der Arbeit war. Irgendwann kam dann mal der Tag wo wr meinte damit zu beginnen zu müssen und Kinder mal ein vorm Hinterkopf zu geben. Leider weiss ich nicht mehr ob er uns auch richtig geschlagen oder meiner Mutter was getan hat. Scheinbar habe ich vieles verdrängt. Nur meine Mutter glaubte mir zunächst nicht da sie wusste dass ich diesen Kerl nicht leiden konnte und loswerden wollte. Irgendwann hat sie es aber mal mitbekommen und ihm am Tag drauf vor die Türe gesetzt. Ein paar Monate zuvor ist Schwester2 in ihre erste eigene Wohnung gezogen. Wir waren also nur noch zu dritt. Mama, mein jüngerer Bruder und ich.

Zu dritt war allerdings die Wohnung zu groß und wir waren auf der Suche nach einer neuen. Die beste Freundin meiner Mutter meldete sich und sagte dass bei Ihr im Nachbarhaus eine Wohnung frei ist. Da hätte man unseren Hund nicht mitnehmen können. Da meine Mutter zu diesem Zeitpunkt aber auch arbeitlos wurde und allgemein eine schwierige Zelt durchmachte wollten wir ihr mit der Nähe zu ihrer besten Freundin was gutes tun und verzichteten, so hart sich das nun auch anhören mag, auf den Hund

Zu der Zeit führte ich ein eigentlich normales Leben. War immer unterwegs, hatte unmengen an Freunde, man probierte Sachen wie *beep* und Alk. aus, man schwänzte mal die Schule, war aber trotzdem ein guter Schüler. Ganz normaler Junge halt.. Ängste kannte ich kaum. Hatte zu der Zeit Angst vor Fahrstühlen und Tunneln. Aber hab mir nichts weiter dabei gedacht.

Jedoch fällt mir gerade noch ein dass ich lange ein Bettnässer war, am Daumen genuckelt habe und es Zeiten gab wo ich bei meiner Mutter im Bett geschlafen habe. Auch hatte ich mal als Jugendlicher eine Zeit lang Angst einzuschlafen. Weiss diese Sachen aber im Moment nicht zeitlich einzuordnen.

Nach der zehnten Klasse bekam ich meinen Realschulabschluss, da ich aber Abitur machen wollte fehlte mir die Qualifikation. Freiwillig wiederholte ich dann die zehnte, bekam meine Qualifikation, die ich dann aber doch nicht brauchte. Wurde an der Schule an die ich wollte nicht angenommen und entschloss mich dann an einen Berufskolleg eine schulische Ausbildung zu mit Fachabi zu machen. Das war dann das Jahr 2007 und ich mittlerweile 18 Jahre mir ging es gut.

Dann im Dezember 2008 waren wir mit unseren Leuten wie fast jedes Wochenende in der Disco. Und wie immer trank ich Vodka mit RedBull. Es war ein ganz normaler Abend. Gegen 3 Uhr in der Nacht nahm ich mit einigen Leuten den NachtExpress in Richtung Heimat und merkte auf einmal dass es mir nicht gut ging. Es war anderes als sonst wenn ich betrunken war und hatte das Bedürfniss auszusteigen und den Rest zu laufen. Doch keiner fand den Vorschlag gut und ich riss mich bis zuhause zusammen. Dann lag ich im Bett und merkte und hörte auf einmal wie stark und schnell mein Herzschlug. Ich stand auf, lief mit ner Zig. durch die Wohnung doch er wurde nicht besser. Im Gegenteil. Mein Herz schlug immer Schneller und mir kam der Gedanke dass ja meine Schwester1 wegen ihren Herzen mit 22 jahren verstorben ist. Auf einmal zitterten meine Beine, mir wurde immer komischer. Ich kannte sowas nicht. Völlig hysterisch weckte ich meine Mutter und schrie sie an dass ich gerade sterben würde. Sofort zog sie sich was über und ging mit mir raus an die Luft. Ich konnte mich etwas beruhigen. Wir gingen nach Hause wo ich dann irgendwann erschöpft auf der Couch im Wohnzimmer eingeschlafen bin.

Seit dem Tag ist nichts mehr so wie es war. Ich war am Tag drauf total verunsichert und bat meine Mutter darum ihre Verabredung ausfallen zu lassen. Ich hatte Angst so etwas nochmal zu erleben und da Wochenende war konnte ich auch nicht zum Arzt.

Am Montag dann bin ich zum Arzt und wir kamen zu den Entschluss dass ich den vodka in Verbindung mit RedBull nicht vertragen haben oder irgendwas im Glas gehabt haben musste. Somit war ich erst mal beruhigt und machte mir weiter keine Gedanken mehr. Dennoch verzichtete ich von diesen Tah an auf Kaffee und Energydrinks.

Doch so ist es nicht geblieben. Einige Wochen später hatte ich zur 1. Stunde Englisch. Ich habe mich gerade gesetzt und da war wieder dieses eine Gefühl aus jener Nacht. Ich habe mir ohne ein Wort zu sagen meine Tasche gegriffen und bin aus dem Gebäude gerannt. Ich brauchte Luft und entschloss mich über eine Stunde nach Hause zu laufen. Doch dieses Gefühl wurde nicht besser. Ich rief meinen Bruder an der selbst in der Schule war und sagte er müsse sofort nach Hause kommen. Das Tat er auch.

Von da an bin ich von einen Arzt zum Anderen. Niemand konnte irgendetwas diagnostizieren. Diese Anfällenin der Schule kamen immer öfters.

Dann war es Anfang Februar 2009. Ein Freund und ich kamen mal auf die Idee als Jugendbetreuer Ferienfreizeiten mitzumachen und wurden zu einem Seminar nach Lemgo eingeladen. Irgendwie konnte ich die Nacht zuvor nicht schlafen, warum war mir damals nicht bewusst. Sein Vater fuhr uns zum Bielefelder HBF wo der Treffpunkt mit den anderen Seminarteilnehmern sein sollte. Wir waren früh dran und haben vor Ort noch was gegessen.

Plötzlich war es wieder da. Dieses Gefühl und ich weiss nicht was es ist. Ich musste mich irgendwie bewegen und ran durch die Bielefelder Innenstand. Wie so ein irrer. Auf einmal sah ich eine Apotheke in die ich stürmte. Ich erklärte dort alles. Es wurde mein Puls und Blutdruck gemessen worauf die Apothekerin mir empfahl einen Arzt aufzusuchen ... (Bericht geht gleich weite)

Auf das Thema antworten


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  14.12.2017 12:09  
Hey,
eine wahnsinnig tragische Lebensgeschichte von Dir...., uff, total bewegend, ebenso bitter was Du alles erlebt und durchgemacht hast, aber dennoch versuchst Deine Ziele im Leben zu erreichen! Bin gerührt und fühle absolut mit Dir mit!



  14.12.2017 12:34  
Ich wusste nicht wo ich den nächsten Arzt finde und kam spontan auf die Idee das nächste Taxi zu nehmen und in ein Krankenhaus zu fahren.

Der nette Taxifahrer hat uns direkt an der Notaufnahme raus gelassen. Dort schilderte ich alles und es wurde sofort eine EKG, Blutbild umd so gemacht. In der Zwischenzeit rief ich meine Mutter an die sich sofort mit meinen Schwager auf dem weg von Essen nach Bielefeld gemacht haben. Nach stundenlangen warten dann das Ergebnis. Alles in Ordnung. Aber trotzdem sagte mir die Ärztin ich solle mal einen Psychiater kontaktieren. Ich dachte echt die will mich verarschen.

Zusammen mit meiner Mutter und meinen Schwagen fuhren wir dann nach Essen wo meine Mutter mir dann die Tage drauf heimlich einen Termin bei einer Psychiaterin machte. Dieser war einen knappen Monat später. In der Zwischenzeit bin Ich heimlich nicht mehr zu Schule gegangen.

Viel hielt ich von der Psychiaterin nicht. Denn gleich am ersten Termin verschrieb sie mir Tabletten auf Johanniskrautbasis. Ich fühlte mich echt verarscht. Trotzdem nahm ich sie spürrte aber keine Besserung. Beim zweiten Termin dann erzhält sie mir was von Tagesklinik. Hallo? Ich bin doch nicht psychisch krank.

Doch es entwickelte sich mit mir immer schlimmer. Ich konnte nicht mehr alleine bleiben. Ging nicht mehr raus. Diese Gefühle was die Psychiaterin Angst nennt kommt immer und immer wieder. Also entschloss ich mich im September dann doch in die Tagesklinik zu gehen. Beim Vorgespräch dann aber Ernüchterung. Ich sei nicht stabil genug. Solle erst stationär gehen. Auch dort hatte ich dann ein Vorgespräch.

Zwei Wochen später im Oktober dann ein Anruf. Es ist spontan ein Bett frei, kann morgen rein. Also Tasche gepackt und auf Morgen gewartet. Am nächsten Morgen aber hatte ich so Angst davor was ich mich erwartet. Ich wusste doch nicht was es heisst in der Psychiatrie zu sein. Ich wollte dort nicht hin. Meine Mutter rief dann dort an und wollte wissen was sie tun solle. Sie flunkerte mich an und sagte wenn ich jetzt nicht gehe würde die mich niemals mehr dort aufnehmen. Schliesslich reisste ich mich zusammen und ging hin.

Und was soll ich sagen. Das erste mal seit einen knappen Jahr fühlte ich mich verstanden. Endlich Menschen die das gleiche fühlen wie ich und denen scheinbar geholfen wurde. Ich fühlte mich richtig wohl auch wenn es eine schwere Zeit war. 12, Wochen also bis zum Anfang 2010 war ich dort mit anschliessender Therapie in der Tagesklinik. Endlich ging es bergauf.

Die ganze Zeit über war ich mit meiner Schule im Kontakt. Sie haben mir immer den Rücken gestärkt. Und so konnte ich im Sommer einen verkürzten Kurs an der Schule zusammen mit einen Jahrespraktikum beginnen. Doch dies hielt leider nicht lang an. Mein Vater erkrankte an Krebs lag Wochenlang im Koma. Und wieder waren meine Ängste da sodass ich genau ein Jahr nach meinen stationären Aufenthalt wieder stationär war.

Wieder war ich bis zum Beginn des nächsten Jahres dort und wieder habe ich irgendwie die Kurve bekommen. Im darauf folgenden Sommer habe icj dsnn eine Ausbildung bei einen grossen Logistikkonzern mit drei Buchstaben begonnen. Ivh habe mit nie etwas zu schulden kommeb lassen, leine einzige Minute war ich zu spät. Dennoch wurde ich wie weitere 19 von 30 Auszubildenen im 1. Lehrjahr nicht über die Probezeit hinweg übernommen. Nun war ich also arbeitslos.

Ich lebte leider so in den Tag hinein dass auch wieder mal mein Ängste kamen. Es war immer ein auf und ab. Mal ne Phase lang Angst, mal keine. So verlief es bis November 2013. Knappe zwei Jahre.

Über Facebook kam in in Kontakt mit einen Mädel was ich von früher kannte. Wir schrieben viel, entwickelten Sympatien füreinander, doch es war mir peinlich ihr zu sagen dass ich an Ängsten leide und arbeitslos bin. Sie kam oft zu mir und ich riss mich aus Peinlichkeit zusammen und machte kleinere Ausflüge mit ihr. Irgedwann, als ich merkte es wird immer besser sagte ich ihr die Wahrheit. Sie stand trotzdem zu mir und wir wurden ein Paar.

Dann im März 2014 hatte ich so starle Angst dass ich nicht allein sein wollte. Mein Bruder machte eine Ausbildung in den Betrieb in dem auch mein Schwager im Kundendienst arbeitet. Ich wollte nicht allein sein und rief meinen Schwager an um zu fragen ob Ich nicht einfach mitfahren könnte, was er natärlich verneinte. Also rief ich den Chef an und fragte ob ich dort ein Praktikum machen könne.

Zwei Tage später stand ich dann in Arbeitsklamotten da und konnte mit anpacken. Ich merkte dass meine Ängste immer mehr verschwanden und scheinbar stellte ich mich so gut an dass mir ein Ausbildungsplatz angeboten wurde. Natürlich nahm ich das Angebot an und verlängerte mein Praktikum bis zum Ausbildungsbeginn.

In der Zwischenzeit ist mein Bruder mit seiner Freundin zusammen gezogen sodass auch diese Wohnunn zu gross für Mama und mich allein sind. Also entschloss ich mich nach gerade einmal ein halbes Jahr Beziehung zu meiner Freundin zu ziehen, während meine Mutter sich kleiner setzte.

Alles lief super, nur noch vor Kleinigkeiten Angst. Doch nach anderthalb Jahren Ausbildung das selbe Spiel. Wieder erdt Angst in der Schule. Ich erklärte es meinen Chef, welcher zu 100% hinter mir stand. Doch leider wurden die Ängste schlimmer und traten auch auf der Arbeit auf.

(Jetzt ist mein Akku leer, gleich schreibe ich weiter)



  14.12.2017 13:48  
Erneut sprach ich mit meinen Chef, der mir weiterhin den Rücken stärkte und sagte ich solle mir alle Zeit der Welt nehmen.

Ich kontaktierte also die Tagesklinik und konnte im Februar 2016 dort anfangen, bis dahin war ich krank geschrieben. Knappe zwei Monate war ich dort, muss aber sagen dass es mir anschliessend schlechter ging. Ich fiel noch weitere Monate auf ser Arbeit aus ehe ich mit einer Wiedereingliederung angefangen habe. Aber sie da, der Chef der mir den Rücken stärkte war nicht mehr da. Er hat die Firma verkauft. Der neue Chef kannte mich noch garnicht und war mir gegenüber natürlich voreingenommen. Ein Azubi der nicht da ist. Und nen knappes Jahr Fehlzeiten hat. Und das lässt er mich spüren. Jedenfalls entwickelte ich mich seit Beginn diesen Jahres so, dass ich Klar kam. Doch komischerweise hat sich dann im Juni meine Freundin von mir getrennt.

So stand ich da ich hätte nicht viel da ich ja damals zu ihr gezogen bin und war zutiefst erschüttert. Dennoch kam ich weiter klar und meine Ängste waren wie weg geblasen. Ich war so weit dass ich Dinge getan habe die ich seit Jahren nicht mehr tat. Endlich konnte ich wieder weit wegen fahren, ins Stadion gehen und und und. Da kam meine Hausärztin auf die Idee das Citalopram abzusetzen. Aber dazu kann man ja mehr in einen anderen Thread von mir lesen.

Zwischenzeitlich bin ich wieder mit meiner Freundin zusammen, leben dennoch getrennt. Aber meine Angst und Panik ist wieder vollkommen da. Gehe kaum raus, kann nicht allein sein und fühle mich körperlich einfach nur beschissen. Vielleicht hätte ich das Citalopram nicht absetzen sollen. Aber das wird die Zeit ja zeigen.

Nun denn, das soll es für jetzt erst mal gewesen sein. Soll ja schließlich ein Tagebuch sein.

Warum ich diesen Text aber geschrieben habe ist der Grund dass ich wieder einmal drei Stunden im kalten Auto gesessen habe und gewartet habe dass meine liebe Frau Mama Feierabend hat. Musste mir ja irgendwie die Zeit vertreiben.

Gestern ist mir jedoch was passiert:
Meine Mutter rief mich an und sagte mir dass sie kurz mit einer Freundin zum Aldi möchte. Mich aber nicht dabei haben will. Während des Gesprächs stand ich zufällig am Fenster und sah dass Auto von der Freundin meines Bruders da stehen (die beiden wohnen zwei Häuser weiter) Also dacht ich mir wenn was sein sollte kann ich ja zu ihr und sie hat ein Auto. Ich lies meine Mutter also gehen und dachte mir diese kleine Murprobe werde ich schon schaffen. Habe ich auch. Jedoch stellte sich später heraus dass die Freundin meine Bruders garnicht da war, sondern das Auto nur vor der Tür stand da es nicht ansprang. Somit war ich also allein zu Haus, ohne die Sicherheit dass jemand und/oder ein Auto fürn Notfall da ist und mir ist NICHTS passiert.



  15.12.2017 09:09  
Hallo liebes Tagebuch,

was soll ich sagen? Nachdem ich gestern diesen langen Text geschrieben habe war ich etwas aufgewühlt. Während des Schreibens sind mir so einige Dinge erst wieder in Erinnerung gekommen und irgendwie verdichtet sich der mein Verdacht dass meine Probleme wohl schon in der Kindheit begonnen haben. Bislang habe ich immer nur Verhaltenstherapeutische Therapien gemacht, vielleicht sollte ich es mal mit Tiefenpsychologie probieren. Mal sehen.

Die letzten Tage habe ich zusätzlich das Gefühl dass einige Symptome die ich derzeit immer verspüre eher auf Depressionen zurückzuführen sind. Hatte mir dann fest vorgenommen ab heute die Citalopram-Dosis wieder auf meine alte Dosierung zu erhöhen. So doof ich aber leider bin mit meiner Angst vor Medikamenten und der Nebenwirkungen habe ich mal wieder gegoogelt. Eigentlicj wollte ich nur wissen ob Nebenwirkungen die bei 10mg nicht vorhanden waren auftreten können wenn ich die Dosis auf 20mg wie früher erhöhe. Doch leider bin ich dann auf Artikel gestossen in denen steht dass Citalopram die sogenanntenQT-Zeit verlängern kann und so irgendwie auch zum plötzlichen Herztod führen kann.

Sofort legte sich ein Schalter in meinen Kopf um der mir sagte Nein, niemals erhöhst du die Dosis. Doch gleichzeitig spürrte ich in mir die Hoffnungslosigkeit in Bezug auf Heilung die sich in mir breit machte bis ich irgendwann einschlief.

Heute morgen dann stand ich vor meinen Tabletten, aus Angst habe ich wieder nur 10mg genommen. Gleichzeitig mit der Einnahme machte sich Angst in mir breit da ich dieses Teufelszeug geschluckt habe.

Am liebsten hätte ich mir den Finger in den Hals gesteckt.. Habe ich aber nicht.

Ich bin einfach deppert

Danke1xDanke


  16.12.2017 15:09  
Oh man, was für ein Tag bislang. Bin zumsammen mit meiner Freundin auf dem Geburtstag ihrer Cousine eingelagen. Schon seit Tagen grault es mir davor und ich würde sm liebsten absagen. Es ist mir irgendwie zu weit von meiner Sicheren Umgebung entfernt, obwohl es gerade mal 15km sind. Theater war natürlich schon vorprogrammiert. Und sie ist es auch gekommen. Wehe ich gehe nicht mit, dann stehr wieder gleich die ganze Beziehung auf der Kippe.



  18.12.2017 08:09  
Dem Geburtstag am Samstag habe ich besser überstanden als gedacht. War ja auch klar. Nun ist aber anderweitig die Kacke richtig am dampfen.

Als ich gestern von meiner Freundin aus nach Hause kam hatte ich Post von meinem Arbeitgeber im Briefkasten, mit dem Betreff Ende des Ausbildungsverhältnisses. Na klasse.



  21.12.2017 09:12  
Nun mal etwas ausführlicher:

Als ich am Samstag aufstand hatte ich bereits schlechte Laune. Mir graulte es vor dem Geburtstag und ich wollte schlicht und einfach nicht mit. Ging meiner Freundin die ganze Zeit aus dem Weg, sie merkte dass irgenwas nicht stimmt und ich merkte wiederum wie ihre Laune sank. Ca. zwei Stunden bevor wir los mussten sprach ich sie dann an und fragte wie sie reagieren würde wenn ich nicht mitkommen würde. Sie wurde sauer. Meinte, wenn sie wenigstens sehen würde dass ich was gegen meine Angst mache etc würde sie vielleicht mehr Verständnis haben und machte mir klar dass wenn es so weiter geht sie das nicht lange mitmachen wird. Also riss ich mich zusammen und fuhr mit zu diesem Geburtstag. Autobahnen sind ja auch so ein Problem für mich.. Trotzdem fuhr sie drüber. Ich riss mich so sehr zusammen dass ich die ganze Fahrt über kein Wort sagte, ich wollte keine Schwäche zeigen. Und es klappte entgegen meiner Erwartungen relativ gut. Auch vor Ort war die meiste Zeit alles okay. Es gab einen kurzen Moment indem Panik in mir aufstieg ich mich aber weiter aus Scham zusammenriss. Trotzdem war ich die ganze Zeit sehr angepannt, hatte keinen Appetit und merkte wie ich immer mehr Nacken- und Kofschmerzen bekam. Kein Wunder. Jedenfalls verbrachte ich knappe fünf Stunden dort ehe wir nach Hause fuhren. Und ich muss ehrlich sagen es machte mich ein wenig stolz.

Doch nur einen Tag später, am Sonntag, als meine Freundin mich zu mir fuhr riss mir etwas teilweise den Boden unter den Füssen weg. Ich öffnete den Briefkasten und hatte Post von meinen Arbeitgeber bekommen. Da ich nicht zur anstehenden Gesellenprüfung zugelassen wurde und gesundheitlich keine rasche Genesung in Aussicht ist läuft mein Ausbildungsvertrag zum 31.01. aus und wird nicht verlängert. Na toll. Jetzt habe ich Rennerei vor mir und muss mir was einfallen lassen wie ich das meiner Freundin beibringe. Stehe bereits im Kontakt mit der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit.

Besser geht es mir dadurch natürlich nicht. Und auch das Erfolgserlebnis vom Wochenende bringt keine Besserung. Das schlimmste ist dass ich mich permanent Müde, Schlapp, Übel und Abgeschlagen fühle. Ständig das Gefühl als würden meine Beine mich nicht mehr halten können. Ich merke wie sehr mein Gesicht kribbelt und ich völligst neben der spur stehe. So kann und soll es definitiv nicht weiter gehen. Aber mit fehlt derzeit einfach die nötige Kraft. Naja, gleich gehts trotzdem auf einen Versuch ins Einkaufszentrum



  04.01.2018 11:28  
Guten Morgen liebes Tagebuch, es ist schon einige Tage her dass ich das letzte mal geschrieben habe. Aber hier bin ich wieder.

Die Zeit zwischen den Jahren und auch Silvester habe ich recht gut überstanden. Zu Silvester hane ich einen kleinen Zettel mit Wünschen und Vorsätzen geschrieben, darunter auch dass ich meine Angst loswerden möchte. Diesen habe ich an einer Rakete belästigt und in die Luft steigen lassen. Vielleicht bringt es ja was.

Leider aber bin ich seit Neujahr verkühlt was mir etwas auf die Psyche schlägt, aber auch das wird vorbei gehen. Oder?



611
10
Niedersachsen
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  04.01.2018 11:51  
Hey,
Ich habe mir gerade erst mal alles durchgelesen und will nur sagen, dass du wirklich eine sehr, sehr starke Person bist! Du kannst stolz auf dich sein, wie weit du schon gekommen bist!
Wirklich :)

Zu deinem letzten Eintrag:
Wegen der Verkühlung die auf die Psyche schlägt: das ist ziemlich normal und ja, das wird wieder.
Körper und Psyche arbeiten ja sehr zusammen.
Nimm dir auf jeden Fall die Ruhe, die du brauchst!
Das muss ich auch immer wieder lernen, wenn ich erkältet bin.

Du kannst mir immer gerne schreiben, wenn du jemanden zum Reden brauchst



  28.03.2018 10:26  
Hallo liebes Tagebuch,

wieder ist es einige Zeit her, dass ich das letzte mal hier geschrieben habe. Dabei ist doch soooo viel passiert. Aber zu allererst: Ich lebe noch! Komisch oder? - Dabei denke ich doch täglich dass ich sterbe. Aber der Reihe nach..

In früheren Einträgen habe ich ja von meiner Partnerin erzählt. Von ihr habe ich mich mittlerweile getrennt. Es lief ja schon lange nicht rosig und ich tat etwas was eigentlich nicht meine Art ist. Ich hatte Kontakt mit einer anderen Frau. So kam eins zum anderen und ich sah endlich ein dass die bisherige Beziehung einfach keinen Sinn mehr ergab.

Zuerst hatte ich dad Gefühl dass mir die Trennung und das mehr auf die neue Frau einlassen mir gut tut. Endlich musste ich mich nicht mehr verstellen und auch all die Lügen hatten endlich ein Ende. Es ging mir wesentlich besser. Traute mich wieder mehr, saß nicht mehr die ganze Zeit bei meiner Mutter vor der Arbeit. Konnte allein, jedoch nur mit einem Auto, zu Hause bleiben. Ich hatte wieder mehr Spaß am Leben.

Doch dann kam alles wieder anders. Mit der neu kennengelernten Frau verbrachte ich einen ganzen Tag bei IKEA und im Einkaufzentrum, ich fuhr selber Auto, alles war super. Doch nur einen Tag später, wir verabredeten uns zum Frühstück und ich machte mich auf den Weg zu ihr war alles anders.

Ich hatte wieder Panik, einfach so. Und das erste mal vor ihr. Dabei fiel uns auf, dass ich eine ganze Woche mit der Einnahme vom Citalopram geschlampt habe. Ich machte es darauf fest nahm sie von nun an wieder täglich. Doch besser wurde es nicht mehr.

Nur ein paar Tage später wollten wir nochmal in ein Möbelgeschäft. Ich fuhr zu ihr, holte sie ab, doch fühlte mich schon den ganzen Tag neben der Spur und wackelig auf den Beinen. Ich ging bei ihr die Treppe hinauf, bekam kaum Luft. Habe geschwitzt als würde ich einen Marathon laufen. Einfach so. Sie machte sich sorgen um mich, fuhr mit mir zum Arzt. Doch der nahm mich nicht mehr dran da wir zu spät da waren.

Schließlich war ich am nächsten Morgen da. Ich erzählte von meinen sämtlichen Symptomen: Druckgefühl im Kopf, Kopfschmerzen, Brennen/Kribbeln im Kopf, Gesicht, Armen und Beinen, Schwitzen, komisches Gefühl an den Augen, Hinterkopfschmerzen beim Lachen, Übelkeit, Müdigkeit und und und. Man empfahl mir einen Neurologen aufzusuchen, da meine letzten Blutwerte aus November ja in Ordnung waren. Zeitgleich machte ich einen Termin bei einen Orthopäden.

Auch ihm erzählte ich meine Symptomatik und war auch der Meinung dass ich in der Neurologie besser aufgehoben sei. Dann erzählte ich ihm zusätzlich noch von meinen Schmerzen in der rechten Brust die ich bei bestimmten Bewegungen habe. Darauf hin verordnete er mir noch Krankengymnastik.

Dann hatte ich den Termin bei der Neurologin. Sie begutachtete meine Augen, klopfte mit ihren Hämmerchen, machte noch ein paar andere Tests und fragte mich einige Sachen. Feststellen konnte sie nichts. Gab mir aber eine Überweisung für ein Schädel-MRT mit.

Nochmal hatte ich diese Kurzatmigkeit und das Schwitzen, worauf Ich abermals zum Arzt bin. Diesmal wurde ein Belastungs-EKG gemacht. Alles ideale Werte. Seit gestern bin ich bei der Krankengymnastik. Ich hoffe wenigstens die bringt etwas. Denn mir geht es einfach schlecht, ich entwickle mich wieder zurück. Wieder sitze ich seit Wochen bei meiner Mum an der Arbelt und schaffe nichts alleine. Ich will mich doch einfach nur besser fühlen...



12
Nordrhein-Westfalen
3
  08.08.2018 20:24  
Hey

Hab mir jetzt alles durchgelesen und wünsche dir mein aufrichtiges Beileid.
Wollte fragen, wie es dir inzwischen geht? Ob du dich mittlerweile besser fühlst?


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