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201704.11




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Ihr Lieben,

eigentlich wollte ich nie hier ein Tagebuch eröffnen. Es war mir zu persönlich, und ich hatte Angst, dass mich außenstehende Mitleser erkennen, die das nichts angeht, Kollegen z.B. Man weiß nie, wer sich so alles anonym in so einem öffentlichen Forum tummelt.
Seit zwei Wochen geht es mir schlecht, alles erschlägt mich, und jetzt muss ich einfach reden. Als ich in Gedanken vor einigen Minuten angefangen habe zu formulieren, kamen mir die Tränen. Endlich kann ich weinen. Jetzt laufen die Tränen schon wieder.

Kurz zu mir: Ich bin 40 und lebe allein. Ich arbeite im öffentlichen Dienst in einem gut bezahlten Job, Vollzeit. Meine Familie lebt 500 km weit entfernt. Dass ich an meinem jetzigen Wohnort lebe, kam so zustande, dass ich bis vor 3 Jahren in einer festen Beziehung in Berlin gelebt habe. Ich arbeite in einer sehr kleinen Branche, und nach einer Zusatzqualifikation habe ich in Berlin leider nichts gefunden. Mir blieb nichts anderes übrig als erst mal woanders einen Job anzunehmen, immer mit dem Wunsch, irgendwann nach Berlin zurückzukehren. Mein Partner hatte gar kein Verständnis dafür, und nach 1,5 Jahren Fern- / Wochenendbeziehung ist die Partnerschaft zerbrochen. Ich bin gegangen, aber das ist ok für mich, ich wollte einen Schlussstrich ziehen. Seitdem lebe ich allein. Anfangs kam ich gut damit zurecht. In den letzten 2 Jahren ist es zunehmend schwerer geworden.

Ich habe eine zweifache Körperbehinderung: Probleme mit den Augen und noch etwas anderes, worüber ich hier aber nicht schreiben will. Nur so viel: Es hat orthopädische Folgen, und ich muss regelmäßig Sport machen, Krafttraining, um die Muskulatur in Rücken, Bauch, Becken und Beinen zu trainieren und Dysbalancen / Defizite auszugleichen.

Vor etwas über einem Jahr habe ich in einen anderen Arbeitsbereich gewechselt. Von meinen vorigen Aufgaben konnte ich nur einen Bereich abgeben, den Rest musste ich behalten plus hab etwas viel größeres dazu bekommen. Dazu kam noch ein Projekt, in dem der Bereich, den ich mache, der schwierigste von allen Abläufen ist. Ich komme gar nicht dazu, mich darum zu kümmern. Seit 5 Monaten ist die Kollegin, die den früheren Bereich übernommen hatte, den ich abgeben konnte, in Elternzeit. Dreimal dürft ihr raten, wer den Bereich wieder machen muss: Ich. Ich arbeite in der Bibliothek als fachwissenschaftliche Betreuerin für geisteswissenschaftliche Fächer. Das, das ich seit 1 Jahr betreue, ist mein eigentliches Studienfach und SEHR groß, Sehr große und angesehene Fakultät. Das allein ist im Grunde eine volle Stelle. Im Grunde arbeite ich mindestens 175 % wenn nicht mehr. Als ich den neuen Bereich vor nem Jahr übernommen habe, habe ich der Chefin gesagt, dass ich das unter Vorbehalt mache und sehen muss, ob das pensummäßig überhaupt geht. Sie sagte nur: Ach, wenn Kollegin XY das vorher geschafft hat, schaffst du das auch. Einige Monate später hieß es, man kann mir nichts abnehmen, nichts abgeben und daran wird sich die nächsten 2 Jahre nichts ändern. Dazu kommt noch, dass ich immernoch einen befristeten Vertrag habe, und mich deshalb nicht so auf den Tisch zu hauen traue wie ich das eigentlich müsste.
Das Pensum ist nicht zu schaffen. Am Montag haben wir Jahresendteamsitzung, in der es darum geht, übrige Gelder, die bis zum Jahresende verausgabt sein müssen, zu verplanen. Ich hab wahnsinnig viel Geld übrig. Ich kann es gar nicht ausgeben, es ist ein Zeitproblem. Chefin wird auch da sein und ich hab jetzt schon Angst, dass ich voll eins vor den Latz kriege vor versammelter Mannschaft. Es ist aber nicht meine Schuld, sondern ein Strukturproblem. Vor einigen Wochen standen zwei Mitarbeiter aus der Fakultät, unabhängig voneinander, in meinem Büro und haben sich beschwert, dass Dinge nicht erledigt sind. Zurecht, aber ich schaffe es einfach nicht. Ich konnte souverän damit umgehen und sie waren entsetzt über meine Situation und hatten Verständnis. Aber das löst das Problem ja nicht. Spätestens wenn sowas passiert, kann ich den Druck und Stress in mir nicht mehr fernhalten.

Die letzten 2 Wochen hatte ich Urlaub. Ich hatte den totalen Einbruch: Herzrasen und erhöhten Blutdruck tagelang (170/95, so der Dreh), Engegefühl in der Brust, Angst. Ich war fast den ganzen Urlaub nur in meiner Wohnung, brauchte Ruhe und lag tagelang nur auf dem Sofa, war total erschöpft, alles zu viel. Einen Tag war es so schlimm, dass ich den Notarzt geholt habe. Herz ok. Ich war beim Arzt, sie hat mir Betablocker für Bedarf mitgegeben. Seit ca. 4 Tagen wurde es merklich besser. Seit 2 Tagen arbeite ich wieder. Gestern hat es mich gleich wieder gestresst. 54 ! Mails geschrieben und Angst vor der Sitzung am Montag. Vor meinem Urlaub habe ich mit einem Kollegen gesprochen, der auch im Personalrat ist. Er meinte, dass ich dieses Pensum gar nicht schaffen KANN und ich ein Gespräch mit der Chefin suchen muss, am besten mit konstruktivem Vorschlag. Aber das ist ja ihre Aufgabe, eine Lösung zu finden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass da nichts passieren wird.

Eigentlich muss ich zwei Dinge tun:
1. Das Arbeitspensum muss runter, es macht mich krank.
2. Ich muss mit Chefin sprechen. Aber ich hab Angst davor, und ich bin ziemlich sicher, dass da nicht viel rauskommt.
3. Ich müsste mit dem Schwerbehindertenbeauftragten sprechen (kenne ihn auch ganz gut), damit man auf diesem Weg mein Pensum reduziert. Dann können sie nicht anders, als mich entlasten, und zwar um einiges.
4. Wenn das alles nicht ausreicht, muss der Personalrat sich einschalten.
Aber ich hab Angst davor. Dass es mich benachteiligt weil man mir dann nichts mehr zutraut (obwohl ich ja trotzdem leistungsfähig bin) und man mich "straft" mit Benachteiligung, und dass mein Vertrag evtl. nicht mehr verlängert wird. Allerdings läuft er noch weitere 2 Jahre. Un ddie WISSEN, was sie an miir haben, das denke ich schon.

Ich würde so so gern wieder in meine Heimat zurückkehren, in die Nähe meiner Eltern. Aber meine Berufssparte ist so klein, dass es ganz schwierig ist, dort was zu finden. Man braucht einen langen Atem. Auch möchte ich Arbeitszeit reduzieren, auf 33 h / Woche. Aber das nützt mir nichts, solange das Pensum so groß ist, im Gegenteil.

So, ich schicke es jetzt mal ab. Die Alltagsprobleme im Privaten, die fast noch schlimmer sind, kommen im nächsten Post.
Ich danke euch fürs Lesen und hoffe auf euren konstruktiven Zuspruch.

Auf das Thema antworten
Danke1xDanke


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  04.11.2017 13:53  
Hey Grashüpfer,
schön dass du schreibst. Darf ich was dazu sagen? Ich tu's einfach :-P

Hast du deine Chefin grundsätzlich auf deiner Seite? Ich mein, die kann wahrscheinlich ja auch nicht so viel an der Situation ändern und kriegt von oben diktiert was alles geschafft werden muss ohne die Leute dafür zu bekommen.

Ich würd sagen, sprich zuerst mit deiner Chefin, dass es so nicht mehr weitergeht. Dann sprich mit den Schwerbhindertenbeauftragten und/oder Personalrat. Dir kann vorerst nichts passieren. Kündigen im öffentliche Dienst geht so einfach nicht (oder?) und mit Schwerbehinderten-Status noch viel weniger. Und 2 Jahre sind noch eine recht lange Zeit.
Hast du selbst eine grundsätzliche Übersicht, wieviel deiner Zeit für was draufgeht? Schreib das auf für diese Gespräche, als Argumentationsgrundlage.
Und, falls du Vorschläge hast für eine Lösung, sag das. Sowas kommt immer gut an.

Für micht klingt es nicht so, als ob du direkte Nachteile erfahren könntest, wenn du Klartext redest. Vielleicht bekommst du auch immer mehr aufgehalst, WEIL du nicht deutlich Nein sagst?

Irgendwas ändern musst du! So kann es ja nicht weitergehen. Gut, dass du jetzt anfängst, die ersten Schritte zu gehen. Jetzt schaffst du auch die nächsten!

Viel Erfolg! Und jetzt ist Wochenende! Genieß es wenigstens ein bißchen - ein paar Stunden Hirn aus und entspannen ;-)

Liebe Grüße vom kleinen Igel

Danke2xDanke


  04.11.2017 14:19  
Glückwunsch zu Deinem neuen Tagebuch, Hüpferchen!
Werde hier vorbeischauen, wenn ich darf.. :)

Danke2xDanke




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  04.11.2017 14:40  
Hallo Igelchen :-) ,

natürlich darfst du was dazu sagen, ich freue mich über deine Antwort! Ich schreibe später ausführlicher dazu. Habe beschlossen, jetzt in die Stadt zu fahren, um auf andere Gedanken zu kommen. Seit gestern Abend sind die Herzschmerzen und der Stress wieder da und ich hatte Angst und dachte vorhin, ich schaffe das alles nicht, iin die Stadt fahren, mich ablenken. Das Schreiben hat geholfen, jetzt geht es mir besser! :-)

@JPreston
Ja sicher darfst du vorbeischauen, mitlesen, antworten wenn du möchtest. So ist es ja auch gedacht! :-) Und danke für den Glückwunsch :-). Vielleicht ist so ein Tagebuch doch nicht das Schlechteste.... :daumen:

Bis später :)

Danke2xDanke


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Hamburg
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  04.11.2017 15:35  
Lieber Grashüpfer,

Ich kann das 100% bestätigen was kleiner Igel geschrieben hat. So leicht bist du nicht kündbar (Status Schwerbehinderung). Ich arbeite in der Personalabteilung und möchte behaupten, das ich ein bisschen Ahnung und Erfahrungswerte habe 8)

Was aber Möglich ist, ist das der befristete Vertrag ausläuft und dein Arbeitgeber dir keine Verlängerung, bzw. kein Festvertrag anbietet.

Sprich mit deiner Chefin. Vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung.

Ich drücke dir die Daumen.

Wünsche dir einen schönen Nachmittag in der Stadt.

Liebe Grüße, Diki :freunde:

Danke1xDanke


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Hamburg
46
  04.11.2017 16:47  
Vielleicht könnt ihr von dem Geld was du übrig hast, du schreibst wahnsinnig viel Geld, jemanden einstellen, der dich unterstützt?

LG Diki





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NRW
686

Status: Online online
  04.11.2017 21:21  
So, da bin ich wieder. Ich hatte einen guten Nachmittag. Habe mir einen Pulli gekauft. Und: Ich war essen. Allein. Hab schon tagelang so Lust auf Schnitzel, und zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf. Hab ich erst einmal gemacht, allein essen gehen. Heute war das zweite Mal, und es war gut, hat mir gut getan! :-)

Jetzt zu euren Antworten: Ich weiß nicht, inwieweit meine Chefin wirklich auf meiner Seite steht. Einerseits ja, aber wenn es hart auf hart kommen würde, bin ich nicht sicher. Natürlich ist mir klar, dass sie auch Druck von oben hat. Wie groß ihre Spielräume sind, weiß ich nicht, kann ich nicht einschätzen. Ich habe keine Angst vor einer Kündigung, denn es ist genau wie ihr sagt: Wegen meiner Behinderung bin ich während der Vertragslaufzeit praktisch unkündbar. Und das würde auch niemand wollen. Ich habe vor dem Angst, was @Diki sagt: Dass der Vertrag anschließend nicht verlängert wird - was ich aber eigentlich auch nicht glaube, denn dann wären 6! Fächer unbesetzt, davon ein ganz großes und ein mittelgroßes. Meine größte Sorge ist, dass mir das die Entfristung verbaut.
Vor ein paar Monaten bin ich in die Gewerkschaft eingetreten und hab meine Arbeitsverträge prüfen lassen. Das ist immernoch in der Schwebe, weil sich der gute Mann unter meiner Arbeit nicht so viel vorstellen kann, und ich hatte nicht die Energie, das strikt zu verfolgen. Seit zwei Monaten dokumentiere ich meine Arbeit, um eben einen Überblick zu haben, wieviel ich schaffe, was die meiste Zeit frisst und was alles liegen bleibt. Aber das Dok ist lückenhaft, ich schaffs nicht immer.
Vor drei Wochen war ich mit Chefin bei einer Besprechung / Projektideevorstellung. Sie hat mich - von sich aus, ohne dass ich etwas gesagt hätte - in Schutz genommen und gesagt, dass ich vor 2019 keine Spielräume habe, um noch zusättzliches annehmen zu können. Andererseits hat sie mich aber auch schon richtig hängen lassen. Ich finde es schwer einzuschätzen.
Zu @Diki s Idee: Nein, Gelder kann man nicht einfach für Personalkosten verwenden, wenn sie für etwas anderes bestimmt sind. Wir dürfen sie nur für den eigentlichen Zweck verwenden.
Seit 2 Monaten habe ich eine Wissenschaftliche Hilfskraft zur Seite gestellt bekommen, die eine halbe Stelle macht und mich unterstützt. Das ist auch gut, sie macht das gut, ist sehr angenehm im Umgang. Aber sie hat noch nie in einer Bibliothek gearbeitet, und ich muss immernoch alles kontrollieren und mit ihr besprechen. Sie wird mir schon eine Entlastung sein, aber das dauert halt.
Trotzdem ist es nur die zweitbeste oder drittbeste Lösung, man hätte eine richtige Elternzeitvertretung einstellen müssen.
Noch was zur Entfristung: Die beiden Kolleginen, die vor mir angefangen haben und am "zweitkürzesten" da sind, mussten auch 6 Jahre auf Entfristung warten. Ich bin 5 Jahre jetzt in meinem Job. Und ich bin nicht die einzige, die so sehr überhäuft ist mit Arbeit, da geht es anderen genauso oder noch schlimmer. Aber um eine gute Stelle woanders zu finden, müsste ich mich noch auf anderem Gebiet als der fachwissenschaftlichen Bereichsbetreuung qualifizieren, gerade wegen des befristeten Vertrags. Ich hab das seit Jahren immer und immer wieder angesprochen und um ein Gebiet gebeten, aber da kam man mir null entgegen. Stattdessen knallt man mich mit Referentenarbeit zu, dass ich gar nichts anderes mehr schaffen kann. Dabei gehört ein zusätzlicher Bereich mit Leitungsfunktion eigentlich nach ein paar Jahren dazu, das ist so üblich. Aber das verwehrt man mir. Dabei ist der Arbeitgeber verpflichtet, gerade behinderte Mitarbeiter zu fördern.

Ich will ja so gern wieder in meine Heimat. Mittlerweile bin ich gar nicht mehr sicher, ob ich eine Entfristung unbedingt will. Sollte ich aber nichts finden in Heimatumgebung, brauch die vielleicht doch....

@Diki
Berichte doch mal aus deinem Erfahrungsschatz - wie schätzt zu die Situation ein?



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Hamburg
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  04.11.2017 22:25  
Auf jeden Fall brauchst du vor einer Kündigung keine Angst zu haben. Ich denke, dass dein Arbeitsvertrag verlängert wird aufgrund von dem hohen Arbeitsaufkommen. Ich würde die raten mit deiner Chefin zu sprechen, was für Möglichkeit es gibt dich zu entlasten, bzw. ihr erzählen, was dir auf dem Herzen liegt. Ruhig und sachlich, du hast nichts zu verlieren und dir kann nichts passieren.

3 Monate vor Fristablauf würde ich Nachfragen, ob der Arbeitsvertrag verlängert wird.

Wenn du so sehr Heimweh hast, halte Ausschau nach Stellen in der Heimat, aber das machst du bestimmt schon 8)

LG, Diki :freunde:

Danke1xDanke




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  04.11.2017 22:55  
Ja, Reden ist sicher nötig. Und zwar erst nur mit ihr. Vielleicht ist es kontraproduktiv, gleich den Behindertenbeauftragten ins Boot zu holen? Das könnte die Chefin als "feindlich" interpretieren.

Ja klar gucke ich. Ich hatte mich auch auf 2 Stellen beworben, war auch eingeladen, hab aber beide nicht bekommen. Bei der zweiten war ich nicht traurig drum Stadt schrecklich und im Grunde ein Idiot für 2 Stellen gesucht, dasselbe in grün, da kann ich auch hier bleiben. :-)

Vor einem dreiviertel Jahr hab ich mal ein Zeugnis angefordert - für Bewerbungen eben. Und ich wollte der Leitung zu verstehen geben, dass sie es als nicht zu selbstverständlich nehmen, dass ich in der Situation hier bleibe.



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Hamburg
46
  04.11.2017 23:08  
Erstmal mit der Chefin unter vier Augen reden.
Den Behindertenbesuftragten würde ich erst aktivieren wenn gar nichts mehr geht. Ganz bestimmt wird sie das als feindlich auffassen wenn du ihn mit ins Boot holst.

Ansonsten weiter Ausschau halten nach geeigneten Stellen in deiner Heimatstadt und Umgebung.

Ich drücke dir die Daumen.

Diki :freunde:

Danke1xDanke




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686

Status: Online online
  04.11.2017 23:15  
Danke dir @Diki . Ja, das mach ich auf jeden Fall.
Wird sich schon alles finden :-)

Danke1xDanke




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Status: Online online
  05.11.2017 01:08  
So, jetzt geht es ans Eingemachte: Meine persönlichen Ängste, die mich seit Jahren quälen. Immer wieder und ich kriege es nicht in den Griff. Mal geht es besser, mal schlechter.

Ich habe eine generalisierte Angststörung. Meine Therapeutin mag den Begriff nicht, weil er es so allumfassend macht. Sie nennt es Sorgen- oder Grübelstörung, und ich finde, das trifft es ganz gut. Meine Sorgen und Ängste, Angstzustände gehen in verschiedene Richtungen. Am schlimmsten sind folgende:

Krankheitsängste
Angst vor Rechnungen und Post, kann überhaupt nicht damit umgehen
Anzeichen einer leichten Sozialphobie
In allen drei Bereichen habe ich ganz üble Vermeidungsstrategien entwickelt.
Dazu kommen Existenz- und Zukunftsängste. Ich habe keine Geschwister. Was wird aus mir, wenn meine Eltern irgendwann nicht mehr da sind? Wie geht es mir gesundheitlich dann? Meine Behinderung birgt Risiken, und ich weiß nicht, ob ich mein ganzes Berufsleben arbeitsfähig bin, oder wie es mir hinterher geht, wie lang ich allein leben kann. Was dann? Was passiert dann mit mir? Bin ich abgesichert genug, um gute Pflege zu finanzieren? All solche Dinge machen mir Angst. Wer kümmert sich dann um mich, menschlich, schnekt mir Zuwendung? Ich bin dann allein. Ich weiß, das ist noch lang hin, und man weiß nicht, was das Leben parat hält. Aber die Ängste sind trotzdem oft da.

Im Alltag quälen mich aber vor allem zwei Angstthemen: Krankheitsängste und die Post-Katastrophe. Es ist wirklich eine. :oops:

Krankheitsängste
Ich habe ja schon von meinem Handicap kurz berichtet. Als Baby / Kleinkind hatte ich 6 Augen-OPs. Heute komme ich ganz gut klar im Alltag, kann fast alles lesen, auch kleine Schrift, PC-Arbeit ist kein großes Problem, ich habe nur mit trockenen Augen zu kämpfen. Mit Tropfen geht das aber ganz gut.
Ich habe noch eine zweite Einschränkung, die viel schlimmer für mich ist. Ich bin mit einer seltenen Fehlbildung im Bauch-Beckenbereich geboren. Als Neugeborenes waren zwei Not-OPs nötig. Bis ich 6 Jahre alt war, waren mehrere Operationen nötig, die letzte war mit 9 h die umfangreichste. Körperlich geht es mir eigentlich heute recht gut. Als kleines Kind hätte niemand für möglich gehalten, dass es mir irgendwann SO gut gehen könnte, ich so selbstbestimmt leben kann, fast alles machen kann.
Aber das ganze hat psychische Folgen. Im Krankenhaus als auch meine frühere Therapeutin haben mir mal gesagt, dass es ein Wunder wäre, wenn eine solche Geschichte psychisch keine Spuren hinterlassen würde.
Ich hab wahnsiinnige Angst vor Krankheiten im Bauchbereich. Das alles ist durch die OPS wahnsinnig strapaziert. Ich habe wahnsinnige Verwachsungen im Bauchraum, die Bauchdecke wurde z.T. künstlich rekonstruiert. Meine größte Angst ist, dass da irgendwann mal was größeres ist, Ein Bauchschnitt geht im Prinzip gar nicht. Meine schlimmste Angst ist - wie so oft hier - Krebs. Die größte Ansgst ist irgendwas gynäkologisches, Gebärmutterhalskrebs, solche Dinge. Vor zwei Jahren war es ganz schlimm. Ich war überzeugt, dass der Krebs schon irgendwo in mir sitzt, man es nur nicht weiß. Hab nur noch in mich hineingelauscht, bin abends in der Wohnung herumgetigert, völlig im Schraubstock der Angst und konnte nichts anderes denken. Furchtbar. Ich war dann noch mal in Therapie und hab meine Ads wieder genommen, das hat die Ängste ferngehalten. Jetzt kommen sie wieder.
Vor einem halben Jahr hatte ich Beschwerden, immer wieder. Zuerst hielt man es für einen Nierenstau, der aber keiner war. Ich kürze mal ab. Inzwischen glaube ich - und auch mein Urologe _- dass es eine Eierstockzyste ist. Am Donnerstag habe ich einen Termin bei der Gyn. Ich muss das klären lassen, ich hab Zyklusunregelmäßigkeiten. Und ich hab so schreckliche Angst! Es bringt mich fast um! Was, wenn das schlimmeres ist? Es ist mein Albtraum!
Mein Grundkrankheitsbild ist so selten, dass sich nur wenige Krankenhäuser damit auskennen. In dem KH, wo ich regelmäßig betreut werde, war ich im Sommer zur Kontrolle und zur Abklärung der Beschwerden. Sie hatten Flüssigkeit gefunden, die dort aber vorher auch schon war und sich nicht verändert hatte. Jetzt hat der Urologe was zweites gefunden, genau an dieser Stelle, und hält das eben für eine Zyste. Das Ding ist nicht so klein. Auf der einen Seite sag ich mir: Wenn das bösartig wäre, würde es mir nicht so gut gehen. Das Ding ist 4 x 5 cm groß! Auf der anderen Seite hab ich grauenhafte Angst. Alle paar Tage überfällt sie mich wieder, raubt mir den Atem.

Egal was ist, sobald irgendwas gesundheitliches ist, bin ich völlig in Panik und sehe sofort das schlimmste. Die Panik und namenlose Angst macht mich jedes Mal fix und fertig. Ich kann nicht sagen: Bisher hat sich immer alles als halb so wild rausgestellt. Ich schaff das einfach nicht.

Danke1xDanke


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  05.11.2017 10:55  
Guten Morgen lieber Grashüpfer,

hmmm, ich würde dir zu deinem letzen Post gerne irgendwas hilfreiches schreiben.... mir fällt aber nichts ein :-(
Deine Angst kann ich sehr gut verstehen... die ist ja auch nicht völlig unbegründet.

Ich selbst, obwohl gesund, frage mich manchmal, was später mal sein wird. Eigene Familie hab ich auch nicht, Freunde auch eher nicht. Und alt werden wir schließlich alle mal. :-(

Ich laß dir einfach mal ganz liebe Grüße da :trost:

Danke1xDanke


  05.11.2017 11:13  
Guten Morgen Hüpferchen. :)

Darf Dir gesagt werden, dass Du trotz allem ein sehr tapferer Mensch bist. Trotz allen Handicaps und Ängste stehst Du voll im Berufsleben, kannst selbständig alles erledigen.
Das Du Zukunftsängste hast ist verständlich. Die hatte ich auch früher, aber bin schon seit über 20 Jahren im "Ausland" weit weit weg von meiner Familie und habe bis jetzt überlebt, auch trotz meiner Krankheit...Wenn Du es bis jetzt so weit gebracht hast, dann schaffst Du auch andere Hürden zu überwinden. Mach Dich nicht zu einem Pflegefall, versuche das Positive zu sehen, auf das Dich zu konzentrieren im Innerem, was Du erreicht hast.
Liebe Grüße, JP. :freunde:

Danke2xDanke




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Status: Online online
  05.11.2017 15:22  
Lieber Igel,
Liebe JP,

danke für eure lieben Antworten. :-)
Dass du sogar ein wenig ratlos bist, Igelchen, kann ich auch verstehen. Danke fürs Drücken und die lieben Grüße.

@JPreston , danke dass du das so siehst und MICH so siehst. Oft können Außenstehende das besser erkennen als ich selber. Früher konnte ich gar nicht sehen, was ich alles geschafft habe. Inzwischen sehe ich das auch, aber ich "verliere" es auch oft, wird überlagert von Alltagssorgen.

Ich bin gerade an einem Punkt, wo ich mich meinen Dingen im Alltag stelle, ganz konkret und bewusst. Ich hab mich immer so durchgemogelt mit manchen Sachen, aber manches funktioniert nicht so gut wie es nach außen aussieht. Haushalt: Fällt mir schwer, mir fehlt oft die Kraft dafür. Dann sieht es hier aus.... Gerade auch wieder.
In meinem Kopf ist oft der Gedanke "NEIN - ich kann nicht! Es ist mir zu viel!". Ich weiß nicht was das ist. Ist es "nur" die Psyche, die mir einen Streich spielt, weil ich GLAUBE dass es mir zu viel ist, oder weil ich wegen meines "Seelenmüllsacks" schneller erschöpft bin? Oder sagt mir mein Körper tatsächlich "Stopp! Es ist genug, du musst mit deinen Kräften haushalten!". Sicher muss ich das, klar. Die Frage kann mir aber wahrscheinlich niemand beantworten.

Ich bin an nem Punkt, wo ich mich frage, ob ich mich nicht ständig selbst überfordere und irgendwie immer am Limit bin. Aber auch hier weiß ich nicht, ob das körperlich ist, also tatsächlich so ist, oder ob ich durch die psychische Belastung dieses Gefühl habe.
Früher wollte ich immer stark sein. Mir immer was beweisen. Inzwischen sehe ich das ganz anders. Ich muss nicht immer stark sein - ich bin schon stark. Jetzt WILL ich sagen: Ich schaffe das nicht. Ich brauche Unterstützung. Auch deshalb will ich nach Hause zurück. Dann wird manches leichter.
All das ging mir vorhin unter der Dusche durch den Kopf und ich hab total geheult.

@kleiner igel
Was meinst du mit, dass meine Angst nicht unbegründet ist? Die Angst vor dem Älterwerden und Alleinsein oder meine akute Angst wegen der - wahrscheinlich - gyn. Geschichte? Boah ich hab so Angst vor dem Donnerstag.... Weil diese ganze Geschichte so schwierig ist fällt es mir wahnsinnig schwer mich einer Frauenärztin anzuvertrauen. Zur Krebsvorsorge gehe ich fast nie, es ist unverantwortlich, ich weiß das. Ich hab voll Angst.

Danke1xDanke



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  05.11.2017 16:07  
Grashüpfer hat geschrieben:
Was meinst du mit, dass meine Angst nicht unbegründet ist?
Ich meinte, dass du ja "vorbelastet" bist (das ist ein blödes Wort, oder?) und es deshalb sicherlich schwieriger ist wenn wirklich mal was sein sollte. Und irgendwann werden wir wohl alle mal irgendwas haben...
Dass deine Angst vor kommender Woche unbegründet ist, hoffe ich sehr. :-)

Ich gehe auch nie zu Vorsorgeuntersuchungen...nicht aus Angst sondern aus Faulheit ...

Grashüpfer hat geschrieben:
Aber auch hier weiß ich nicht, ob das körperlich ist, also tatsächlich so ist, oder ob ich durch die psychische Belastung dieses Gefühl habe.

Aber wenn es durch die psychische Belastung kommt, wäre es dann nicht auch "tatsächlich" so? Ich meine, zu viel ist halt zu viel. Zu viel körperliche Belastung und man klappt wortwörtlich zusammen. Zuviel psychische Belasung und man klappt psychisch zusammen.

Ich glaube, du bist auf einem guten Weg... Deine Gedanken klingen gut.. Gut im Sinne von, dass sie dich weiterbringen könnten.

Danke1xDanke


  05.11.2017 16:42  
Die Therapie könnte auch eine Chance sein, dich mit deinen großen Ängsten zu konfrontieren und diese auszuhalten.
Was würde passieren, wenn z. B. einmal du eine Rechnung vorfindest mit einem vierstelligen Betrag, wo sich herausstellt, dass deine Identität im Internet geklaut wurde und jemand in deinem Namen alles mögliche online bestellt und du die Rechnungen dafür bekommst?
Was steckt hinter deinen größten Ängsten?
Was würde passieren, wenn eines der Dinge, wovor du sehr große Angst hast, eintreten würde?

Ich meine, uns allen kann was Schlimmes passieren. Dennoch lebt man damit, d.h. es muss Gründe geben, warum du vor gewissen Dingen so eine große Angst hast.
Warum?
Was würde passieren, wenn eines davon eintritt?
Ist das vielleicht eine extreme Hilflosigkeit, wovor du Angst hast? Dass du Angst davor hast, dich ohnmächtig und hilflos zu fühlen? Keine Macht über die Dinge zu haben?

Kannst du dich da hineinvesetzen, dir vorstellen, du hättest Krebs? Was ist dabei deine Angst? Zu sterben? Qualen zu erleiden? Zu sterben, ohne noch richtig gelebt zu haben? Ausgeliefert zu sein? Was ist das Schlimmste bei der Vorstellung Krebs?

Danke1xDanke




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Status: Online online
  05.11.2017 17:03  
kleiner Igel hat geschrieben:
Ich meinte, dass du ja "vorbelastet" bist (das ist ein blödes Wort, oder?) und es deshalb sicherlich schwieriger ist wenn wirklich mal was sein sollte. Und irgendwann werden wir wohl alle mal irgendwas haben...


Ja klar ist es ein blödes Wort, aber ist ja so :D . Ich hab z.B. ein größeres Risiko für Arthrose. Deshalb muss ich den Sport machen. Und ich bin ja nicht davor gefeit, dass ich nicht irgendwas "übliches" was da so im Lauf des Lebens alles drohen kann, nicht auch bekomme... Aber so darf man nicht denken, ich weiß. Aber ich kann mich nicht wirklich davon befreien.

kleiner Igel hat geschrieben:
Dass deine Angst vor kommender Woche unbegründet ist, hoffe ich sehr. :-)


Danke dir :freunde: , das hoffe ich auch!
Ich bin in einer Selbsthilfegruppe. Da wir so wenige sind, sind wir bundesweit organisiert. Gerade hab ich mit einer Freundin aus der Gruppe gesimst. Wir sind gleichalt. Wir haben immer das Problem, dass wir uns über ungelegte gesundheitliche Eier einen riesen Kopf machen und Angst haben. Sie glaubt nicht, dass es was Schlimmes ist.
Neulich hab ich lange mit einem Freund gesprochen. Er leitet die Gruppe und wir sind gut befreundet. Er hat auch eine krasse Geschichte, wenn auch ein bisschen anders. Er ist nierentransplantiert. Er kennt solches Angstdenken aber gar nicht! Für ihn ist das fremd! Wie macht er das? Wir haben neulich, als es mir seelsich so mies ging, lang telefoniert. Er liebt sein Leben und lebt es in vollen Zügen. Ich bewundere ihn dafür. Ich kann das nicht. Er sagt, selbst wenn was sein sollte - er nimmt es wie es kommt und dann muss man eben gucken, aber es wird immer alles gut und es geht immer weiter - das ist sein Credo. Ich bewundere ihn - so möchte ich das auch sehen können. Aber bis ich DAHIN komme, das dauert noch....
Ich hatte vor 10 Jahren mal was ähnliches. Damals hatte ich auch Beschwerden, aber anders, und keine Zyklusbeschwerden. Damals fand man auch etwas, was wie eine Eierstockzyste aussah im CT. Wegen meiner komplizierten Geschichte hat mich die Hausärztin damals sofort in die Charité geschickt (hab damals in Berlin gelebt). Sie sagten, es sieht nicht bösartig aus, aber feststellen kann man es nur operativ. Ich war fix und fertig. Letztlich war es was ganz harmloses, entstanden durch die Verwachsungen. Ich hoffe dass es jetzt auch harmlos ist. Ich hab Druckschmerzen an der Stelle.
Das ganze geht ja schon seit Mai. Erst war noch eine Entzündung im kleinen Becken mit im Spiel. Die entzündete Stelle hat man im Juli mit einem kleinen Schnitt entfernt und "bereinigt". Die Beschwerden an der oberen Stelle kamen und gingen, und da hat man nichts gemacht. Inzwischen glaub ich, dass das größer geworden ist. Ich hatte x Bluttests dieses Jahr, alle waren gut. Die Ärzte sagten, wenn es was ernstes wäre, würden die Blutwerte anders aussehen. Ich hoffe, dass das (noch) so ist.

Ich denke, dass ich das Grundproblem auch kennen: Ich habe kein Vertrauen zu meinem Körper. In ihn. Auf der einen Seite hab ich das. Auf der anderen Seite gar nicht. Und ich kann den Knoten nicht lösen. Ich weiß nicht wie.


kleiner Igel hat geschrieben:
Aber wenn es durch die psychische Belastung kommt, wäre es dann nicht auch "tatsächlich" so? Ich meine, zu viel ist halt zu viel. Zu viel körperliche Belastung und man klappt wortwörtlich zusammen. Zuviel psychische Belasung und man klappt psychisch zusammen.


Denselben Gedanken hatte ich beim Schreiben auch ....

Meine Eltern haben ein neues Auto gekauft. Ich beteilige mich an den Kosten. Jetzt ist es ein richtiges Familienauto, dass wir alle drei zusammen gekauft haben, das uns allen dreien gehört. Irgendwie ist das total wichtig für mich! Ich hab keinen Führerschein wegen der Augen, aber trotzdem: es gehört mir mit! Und es ist etwas gemeinsames, es bringt mich ihnen wieder näher! Dieses Symbolische ist gerade total wichtig für mich.

kleiner Igel hat geschrieben:
Ich glaube, du bist auf einem guten Weg... Deine Gedanken klingen gut.. Gut im Sinne von, dass sie dich weiterbringen könnten.


Ja, findest du? Danke! :freunde:

Ich möchte noch aus einem anderen Grund wieder näher nach Hause: Ich möchte für meine Eltern da sein. Irgendwann werden sie mich brauchen. Und - und das ist das allerallerwichtigste - ich möchte ihnen etwas zurückgeben. Das ist mein größter Herzenswunsch. Sie mussten so vieles aushalten mit mir als Kind, Ungewissheit, Angst, Krankheit, monatelange Krankenhausaufenthalte... Was gibt es schlimmeres als das eigene Kind leiden zu sehen? Mein Vater hat es gut weggesteckt, für meine Mutter war es viel schwerer, glaube ich. Aber sie spricht nie darüber. Ich hab lange alles verdrängt, wollte mich mit meiner Geschichte nie auseinandersetzen, es hat mich völlig überfordert, und ich habs ignoriert wo es nur ging. Ich war ziemlich störrisch und nicht immer nett zu ihnen, wegen meiner seelischen Konflikte. Mit 21 bin ich zum Studium weggegangen. Ich wollte auf eigenen Füßen stehen. Aber es war auch Flucht. Flucht vor mir selbst. Ich hab ihnen immer erzählt, dass ich möglichst weit weg will, das weiteste in D, was geht, am besten Kiel oder Rostock. Heute denke ich, dass meine Eltern das bestimmt sehr getroffen haben muss. Ist das nicht sehr verletzend?
Im Studium (ich war nicht in Kiel oder Rostock, sondern bin in Süddeutschland geblieben :D ) hatte ich einen völligen seelischen Zusammenbruch. Schwere Depression, es ging überhaupt gar nichts mehr. Hab dann eine Psychoanalyse gemacht, die mir sehr sehr geholfen hat. Seitdem setze ich mich mit mir selbst auseinander und kann meine Geschichte akzeptieren. Aber es ist ein lebenslanger Prozess. Aber seitdem wird auch das Verhältnis zu meinen Eltern besser. Aber es gibt immernoch so vieles was ich mit ihnen bereden müsste und will und muss, aber nicht kann! Sie haben so so so viel für mich getan, ich kann ihnen das nie zurückgeben! Sie waren mutig, stark, immer für mich da, immer! Ich hab sie zurückgestoßen manchmal, und es tut mir so entsetzlich leid! heult Rotz und Putz*
Ich will ihnen einfach zurückgeben, mich so bei ihnen bedanken und für sie da sein... Zeit mit ihnen verbingen, und ihnen so etwas zurückgeben. Meine Mutter unterstützen, der es nicht so ganz gut geht... Das ist doch alles viel wichtiger als jeder Job, und auch als so manche Sicherheiten! Oder nicht?
Wie gern möchte ich sie einfach zu ir zum Kaffee oder Abendessen einladen - aber das geht alles nicht! Nur geplant!Ich will einfach nur nach Hause! Ich weiß ich klinge wie ein kleines Kind, vielleicht bin ich das gerade auch....





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Status: Online online
  05.11.2017 17:22  
Hallo @abirel ,

Danke für deinen Post. Ich staune! Du bist absolut auf der richtigen Spur! Du schreibst ganz ganz wichtige Dinge! Ich antworte dir später ausführlicher, jetzt brauch ich ein bisschen Pause. Aber das sind genau die richtigen Fragen und Ansatzpunkte.

Ich hab ja schon Therapie gemacht. Wie gesagt, vor vierzehn Jahren eine Psychoanalyse. Die war super, die Therapeutin supersupergut, und da hab ich viel gelernt und vieles bearbeitet und überwunden. Vor zwei Jahren dann noch mal Therapie, Verhaltenstherapie. Hat auch was gebracht, aber im Moment frag ich mich, ob nicht eine andere Form besser gewesen wäre. Tiefenpsychologisch fundierte Therapie z.B.



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  05.11.2017 19:22  
Hallo Grashüpfer,

du beantwortest dir die Frage bezüglich deiner beruflichen Situation ja selbst... du willst nach Hause. Nein, ich finde das nicht kindisch ;-) Das heißt ja, langfristig in deinem jetzigen Job bleiben geht sowieso nicht.
Kannst du dir das im Kopf nicht irgendwie ins Positive drehen? So in der Art, ich habe einen sicheren Job noch für die nächsten 2 Jahre. Das ist genügend Zeit um mir zu Hause eine Arbeit zu suchen. Auf der anderen Seite sind 2 Jahre sooo lang auch nicht mehr, das heißt, wenn sich jetzige schwierige Situation nicht ändern läßt, ist immerhin ein Ende absehbar.
Weiß nicht ob das machbar ist für dich, also gedanklich. Ich versuche immer irgendwo noch etwas positives zu finden, weils mir damit besser geht. :-) Ist aber auch klar, dass das nicht immer geht.

Gäbe es denn berufliche Alternativen, wenn du deinen jetzigen Beruf zu Hasue nicht ausüben kannst?


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