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Hallo Grashüpfer,

das klingt nicht so gut...wieder nach Stressauslöser :-( Paß auf dich auf.
Ich kenne mich mit solchen Personalangelegenheiten nicht aus und weiß auch nicht wie es im ÖD läuft. Darf ich daher zwei doofe Frage stellen? :-D

Warum ist es so wichtig, dass die genaue Tätigkeitsbeschreibung drinsteht? Für Zeugnis oder Gehalt oder sowas? Ich bin noch nie auf die Idee gekommen, nach meiner Akte zu fragen. Hatte allerdings auch noch nie ernsthafte Probleme mit einem Arbeitgeber ... toi, toi,toi...

Warum sofort klagen? Könntest du nichts erst einmal versuchen mit demjenigen zu sprechen, der für die Akte verantwortlich ist? Also mal alles aufschreiben, was du gerne drinstehen haben möchtest und begründen warum und dann mal sehen, wie die Reaktion ist? Vielleicht hat ja wirklich nur irgendwer geschlampt... ja ich weiß, manchmal bin ich naiv... :-)

Ich wünsche dir schon jetzt ganz viel Erfolg für das Vorstellungsgespräch nächste Woche. Damit ich es auch ganz bestimmt nicht vergesse ;-)
Wenns klappt, wäre das ja bestimmt die Lösung für so einige Probleme.


Liebe Grüße vom kleinen Igel

Auf das Thema antworten
Danke2xDanke




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  26.02.2018 13:00  
Liebes Igelchen,

Entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte. Mir ging / geht es nicht gut und ich musste das Thema Arbeit und alles was Streß bedeutet ein paar Tage meiden.
Es gibt keine doofen Fragen, also nur zu :D .
Wie genau die Tätigkeit beschrieben sein muss, weiß ich nicht, das muss ich noch erfragen. Ich weiß von einer Kollegin, die für Stellenausschreibungen im mittleren Dienst mit zuständig ist, dass dort die Aufgaben sehr detailliert angegeben werden. Warum soll es im höheren Dienst anders sein? In meinem ersten Arbeitsvertrag stand "Mehrere Fachreferate im Fächerkanon Philologien", und dann in Klammern, was dies beinhaltet. Jetzt steht da nur noch "Mehrere Fachreferate", aber gar keine genauere Benennung. ob das so sein darf - mir kommt es sehr dürftig vor und sieht für mich nach Vertuschung aus. Dazu steht noch etwas weiter vorne: "Keine Veränderung der Aufgabenbereiche". Man könnte sich damit rausreden zu sagen, dass ich ja immernoch Fachreferat mache - ja, aber das immens gewachsene Arbeitsspektrum wird mit keinem Wort erwähnt, ist also aus dem Vertrag nicht erkennbar - für mich kommt das, in meinem laienhaften Verständnis, einer Unterschlagung gleich. Und das darf doch sicher nicht sein, oder?
Ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, nach der Personalakte zu fragen. Das war ein Tipp vom Behindertenvertreter, der sagte, ich soll Einsicht beantragen udn schauen, ob die fehlenden Tätigkeitsbeschreibungen wenigstens in der Akte vorhanden sind, und auch was da sonst so alles steht.

Ja, warum gleich klagen? Ich glaube, dass Gespräche nicht viel bringen werden. Die Chefin hat mir vor 1,5 Jahren klipp und klar gesagt, dass ich mir was anderes suchen muss, weil sie keine Möglichkeit hat, mich zu entfristen und es zu lange dauert, bis die nächste feste Stelle regulär frei wird. Vor einem dreiviertel Jahr, als es um die Elternzeitvertretung ging, hab ich gefragt, wie denn meine Zukunft und Fächerzuständigkeiten künftig überhaupt aussehen sollen, und da hieß es: Für dich wird sich in den nächsten 2 Jahren nichts an deiner Situation ändern, ich kann nichts umverteilen. Was soll man da noch reden? Schwierig.
Am 5.3. gibt es ein Treffen zwischen PR, Schwerbehindertenvertretung und mir, wo wir überlegen wie wir weiter vorgehen. Danach wird es ein Gespräch mit der Chefin geben, endlich. Sollte sich da nichts bewegen, werden wir sagen, dass ich die Sache juristisch prüfen lasse (was mir der Personalrat unabhängig von allem anderen Vorgehen empfohlen hat).
Ich glaube nicht, dass die Gespräche viel bringen werden. Aber mal sehen.
Heute und morgen hätte ich Fortbildung, 2tägig mit Übernachtung. Bin nicht gefahren, alles zu viel, ich kann einfach nicht. Gestern Abend hätte ich Karten für ein Musical gehabt. Ich konnte nicht, gestern war ich psychisch so fertig, es ging nicht. Heute Nachmittag geh ich wieder zum Arzt und lass mich wieder krank schreiben. Und ich werde nach der Möglichkeit einer Kurbeantragung fragen. Ich glaube, ich brauche Ruhe, bis sich etwas in der Arbeitssache bewegt. Die kleinste Kleinigkeit ist Stress für mich.
Meine Behinderung ist mit 100% GdB eingestuft - also das höchste das es gibt. Man sieht mir das nicht an, und ich kann auch das meiste allein und selbständig machen. Aber trotzdem strengt mich manches eben schneller an. Auf den GdB MUSS der Arbeitgeber Rücksicht nehmen. Er tut das in Bezug auf Arbeitsplatzausstattung, da sind sie sehr entgegenkommend, das muss ich sagen. Sie tun es aber nicht in Bezug auf Arbeitspensum und -belastung. Und auch nicht in Bezug auf Förderung, zu der sie per Gesetz verpflichtet sind.

Ich will auch Stunden reduzieren. 100% Arbeitszeit ist mir zu viel, ich will runter auf 80%, also eine Vier-Tage-Woche. Aber ohne Festvertrag ist das alles nicht so einfach, denke ich....
In der Akte hab ich auch entdeckt, dass bei einem Vertrag meine Behinderung vergessen wurde. Das ist in meiner Vertragsausfertigung nicht zu sehen, nur in der Akte. Also hab ich wahrscheinlich 1 Jahr lang zu viel gearbeitet! Ich will versuchen, die zuvielen Stunden gut geschreiben zu kriegen.

So, genug gejammert. Wie geht es dir und euch?

LG, Eure Grashüpfer :)

Danke1xDanke




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686
  26.02.2018 14:02  
Das ist jetzt sehr aus dem Zusammenhang gerissen, stand in einem anderen thread geschrieben und war nicht auf mich bezogen, aber ich finde es passt auch zu mir - mir geht es auch so. Ich hoffe, es ist ok, @Icefalki , wenn ich dich hier zitiere.

Icefalki hat geschrieben:
Du bist eine sehr kluge und starke Frau. Meistens ist es diese Kombination, die einem dann Fallstricke auferlegt, denn Leistung, Erfolg und Ansehen sind einem sehr wichtig.


Ich brauche Anerkennung und Würdigung auch sehr - aber seit die Situation so aussichtslos geworden ist, kommt leider gar nichts mehr.

Danke1xDanke


12320
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BaWü
8074
  26.02.2018 16:32  
Grashüpfer hat geschrieben:
Ich brauche Anerkennung und Würdigung auch sehr - aber seit die Situation so aussichtslos geworden ist, kommt leider gar nichts mehr.


Nun, wenn's auf der Arbeit beschissen läuft, bekommst man das natürlich nicht. Ich hab jetzt nix von dir gelesen, du hast das von JP zitiert.

Ich meinte bei ihr, dass man sich gerne verbiegt, sich zuviel zumutet, um angesehen zu sein. Und da ist Stress ganz schnell vorhanden und damit wieder ein Abrutschen ins Tal.



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  26.02.2018 19:56  
Hallo Grashüpfer,

kein Problem. :-) und danke für deine ausführliche Antwort.
Ich hab das total falsch verstanden mit dem klagen.. :oops: dachte es ging dabei um die Personalakte...
Allerdings, dass da der Schwerbehindertenstatus nicht drin steht, das geht wirklich gar nicht.

Hast du damals, als du die Bereiche gewechselt oder dazubekommen hast, ein Zwischenzeugnis bekommen?

Was diese ewige Befristung angeht musst du sicher was ändern.
Ich finde es so schwer vorstellbar sowas einzuklagen... also nicht wegen der Frage ob man das Recht dazu hat, sowas zu tun. Sondern ich frag mich, wie ist die Situation ist, wenn man Recht bekommt und dann ja praktisch per Gerichtsbeschluss dort ist, und nicht weil beide Seiten es freiwillig so wollen...
hmmm...ganz schwierig... :?

Ich hoffe, du kannst zu dem Vorstellungsbespräch gehen. Vielleicht lösen sich in der Folge einige Probleme einfach in Luft auf... Ich wünsche es dir wirklich sehr.


Zitat:
Heute Nachmittag geh ich wieder zum Arzt und lass mich wieder krank schreiben. Und ich werde nach der Möglichkeit einer Kurbeantragung fragen. Ich glaube, ich brauche Ruhe, bis sich etwas in der Arbeitssache bewegt. Die kleinste Kleinigkeit ist Stress für mich.
DAS klingt nach einem guten Plan :daumen: Mach das.


Ganz liebe Grüße vom kleinen Igel

Danke1xDanke




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  26.02.2018 20:41  
Hallo @kleinerIgel ,

danke für deine Antwort. Ja, ich bin vom gerichtlichen Weg auch nicht begeistert, und das wäre auch wirklich das allerletzte Mittel. Aber so weit ist es ja noch lang nicht, und ich hoffe, dass sich eine andere Lösung findet. Denn wie du sagst - was bedeutet das fürs Verhältnis hinterher? Vielleicht hab ich dann erst recht die Hölle auf Erden.
Der Schwerbehindertenvertreter sagt, wenn man diesen Weg gehen würde, müsste man das clever verkaufen und die Chefin szs. vorher als Verbündete ins Boot holen. Sie hat keine Möglichkeit, mich zu entfristen - weil ihr die Uni keine Spielräume lässt. Also muss man klar machen, dass man gegen die Uni klagt, nicht gegen sie, und dass der Erfolg letztlich der Bibliothek zugute kommen würde. Vielleicht ist das kein so schlechter Weg. Hoffe trotzdem dass ich ihn nicht gehen muss.
Die Entfristung ist inzwischen an zweite oder dritte Stelle in der Liste der Ziele gerutscht:
1- Arbeitspensum reduzieren. Das ist das wichtigste, Aufgabenbereiche abgeben, massiv.
2. Mir aufgrund der Befristung die Möglichkeit einer anderweitigen Qualifizierung geben.
3. Entfristung und evtl. Arbeitszeitreduzierung, 75 - 80% .

Ich glaube übrigens, dass der Irrtum mit dem Behindertenstatus in der Akte ein Versehen und sicher keine Absicht war. Es betrifft nur 1 Jahr und danach wars mit dickem PostIt extra vermerkt.

Bin für die restliche Woche krank geschrieben. Um das mit der Kur zu besprechen, hab ich einen Extratermin für übernächste Woche bekommen.

Im Moment fühle ich mich zu dem Bewerbungsgespräch nicht in der Lage. Hoffentlich kriege ich das am Freitag hin.



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  26.02.2018 21:16  
Grashüpfer hat geschrieben:
Im Moment fühle ich mich zu dem Bewerbungsgespräch nicht in der Lage. Hoffentlich kriege ich das am Freitag hin.

Sonst bittest du drum zu verschieben, wegen Krankheit. Die halbe Bevölkerung hat zur Zeit die Grippe, da fällt das nicht auf :-)

Ja, es stimmt schon, im ÖD ist die Situation anders. Die Vorgesetzen können da ja im Prinzip auch nichts für die Situation und sind ja vielleicht sogar froh, wenn jemand mal versucht was zu ändern.
Wenn ich mir allerdings vorstelle, meinen AG zu verklagen...dem Geschäftsführer ist mein oberster Chef und dem gehört der Laden und den sehe ich täglich... das wär eine unmögliche Situation..





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  26.02.2018 21:26  
Nein, das geht gar nicht, da würde ich auch nicht im Traum dran denken, wenn ich in der freien Wirtschat arbeiten würde wie du. Du hättest die Hölle auf Erden, oh mein Gott. Ja, im ÖD ist es anders, und wie du sagst, vielleicht sind die direkten Chefs sogar froh, wenn sich jemand mal was traut. Hab in letzter Zeit viel mit Kollegen geredet und habe von mehreren Fällen unserer Uni gehört, wo Mitarbeiter klagen mussten, um ihr Recht einzufordern - und es auch geschafft haben. Solche Verfahren gibt es glaub ich gar nicht so wenige. Aber wie gesagt, wenns ne andere Lösung gäbe, wäre ich froh.

Ja, du hast recht, auffallen würde es nicht. Als ich heute bei der Ärztin angerufen habe, sagte die Sprechstundenhilfe: "Bitte im Kampfanzug kommen, wir sind restlos überfüllt, 2 h Wartezeit und rechnen Sie damit, dass Sie keinen Sitzplatz zum Warten kriegen" :mrgreen: So krass war es dann zum Glück nicht. :D





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  27.02.2018 18:19  
Depressionen sind so tückisch. Mich strengt alles so an, kann alles nur ganz langsam tun und muss immer wieder Pause machen.

Mensch, das muss doch mal besser werden! Seit 20 Jahren hab ich den Mist, und es kommt immer immer wieder! :(





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686
  27.02.2018 20:12  
Ich denke zur Zeit viel über ein Problem nach, das ich irgendwie lösen muss, sonst frisst es mich auf. Ich habe im Alltag ganz schnell das Gefühl, dass mir Dinge zu viel sind. Mich anstrengen. Psychisch anstrengen. Durch das Handicap ist Haushalt für mich anstrengender als es normalerweise sein sollte. Aber ich DENKE schon immer vorher bei ganz vielen Dingen "Ah das ist so anstrengend" und schiebe es vor mir her. Dann sammelt sich ein Berg, und dann wird es Großaktion, ihn zu beseitigen. Aber oft sind auch Kleinigkeiten für mich eine Hürde. Z.B. Abends das Geschirr abwaschen (hab keine Spülmaschine). Oft ist es mir zuviel und ich hab keine Lust mehr. Und am Samstag muss ich dann Berge abwaschen.
Ich weiß nicht, ob es mich tatsächlich so anstrengt oder ob ich einfach schnell am Limit bin, oder ob es eine Einstellungssache ist. So nach dem Motto: Weil ich alles als so große Last sehe, wird es auch eine. Warum kann ich Geschirr abwaschen nicht als etwas entspannendes sehen? Ich mache abends z.B. gerne einen Salat. Das bedeutet für mich Entspannung, schnippeln und sich auf den leckeren Salat freuen.
Ich weiß einfach nicht, ob ich mich ständig überfordere und deshalb immer so schnell am Limit bin und mich im Alltag so vieles anstrengt oder ich es alles als Last begreife - oder ob es tatsächlich eine Kopfsache ist? Es ist ein Teufelskreis.
In den letzten Tagen habe ich oft gedacht: Wenn Person XY - habe dabei an konkrete Personen gedacht, um es mir klarer zu machen - diesen und jenen alltäglichen Handgriff immer anstrengend finden würde, wäre er / sie psychisch längst am Ende. Also ist es kein Wunder, dass ich mich so schlecht fühle und mir immer gleich alles zu viel ist.
Ich verstehe es nicht. Aber ich muss was ändern. Ich glaube, dass diese Wahrnehmung ein ganz wichtiger Grund ist, warum die depressiven Phasen immer immer wieder kommen bzw. latent immer da sind. Im Grunde gehören diese Gedanken und Empfindungen ja zu meinem Grübel-Karussell, das ich auch mit Krankheiten so gut kann. Das ist ganz ähnlich. Diese drei Dinge sind es, die mich so fertig machen, und warum ich jetzt wieder in ne richtig heftige depressive Phase reingerauscht bin:
- Das ständige Grübeln über Krankheiten, zu tief Lauschen in meinen Körper was er wieder alles nicht kann oder wo er sich meldet, ich wittere Gefahren und Bedrohung, wo oft keine ist. Zum Teil zeigt er mir aber auch vieles, wo er mir sagt: Hier musst du was für mich tun! Natürlich ist der Sport das A und O.
- Das permanente Denken und Empfinden, dass mir alles schnell zu viel und Last wird
Soweit die private Seite
- Die Arbeitssituation - die berufliche Seite
Alles zusammen ist fatal!

Wie komme ich aus diesem Grübel-Teufelskreis raus? Und wie kann ich meine Wahrnehmung ändern, dass mir NICHT immer alles gleich zu viel ist? Ist mir wirklich alles zu viel, weil die Depression latent so oft da ist?
Auf der Arbeit war es bis vor einem halben Jahr auch nicht so. Ich glaub ich bin ein ziemliches Arbeitstier, und für den privaten Bereich fehlt mir dann die Energie. Das ist ein Ungleichgewicht. Wie komme ich aus diesem Grübelkreislauf raus?
Meine Diagnose lautet Generalisierte Angststörung mit Neigung zur Depression. Meine Therapeutin meinte, sie mag den Begriff Generalisierte Angststörung nicht, weil er so allumfassend ist. Sie nennt es lieber "Grübelstörung" - und ich finde, das ist eine gute Umschreibung.
Ich muss was ändern, sonst macht es mich immer wieder fertig. Aber ich weiß ja nicht mal, ob mein Körper mir ständig sagen will "Du mutest dir zu viel zu" oder ob es eine Kopfsache ist.
Könnt ihr das einschätzen? Als Außenstehende? Ist wahrscheinlich schwierig oder?
Meine Eltern sagen, sie finden es ganz bewundernswert, wie gut ich meinen Alltag trotz Handicaps meistere und so selbständig bin. Aber ich glaube ich muss auch einsehen, dass ich oft ans Limit gehe und das auf Dauer so nicht geht.





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686
  27.02.2018 20:24  
PS: Das Schreiben hat mir einen Fels von der Brust genommen! Endlich, endlich kann ich dieses riesen Problem ansprechen und langsam, langsam vielleicht auch angehen. Ich danke euch fürs Lesen! Es ist wirklich ein ganz schwieriges Problem, das schwierig zu lösen ist. Könnt ihr euch das vorstellen?

Danke1xDanke


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NRW
531
  27.02.2018 21:19  
Grashüpfer hat geschrieben:
Es ist wirklich ein ganz schwieriges Problem, das schwierig zu lösen ist. Könnt ihr euch das vorstellen?

Ja!

Spontan fällt mir dazu sein, dass da Selbstvertrauen im ganz wörtlichen Sinn fehlt, also du kannst nicht auf die Signale von deinem Körper vertrauen, weil du sie nicht einordnen kannst. Oder?
Könnte das etwas mit Selbstvertrauen im allgemeinen zu tun haben? Oder sich nicht zutrauen es zu schaffen, und daher vorsichtshalber erst gar nicht anzufangen? (also Perfektionismus - eines von meinen "Lieblingsproblemen"). Nur so meine Gedanken...

Ich weiß nicht, ob und wie man dir als außenstehender eine Antwort geben kann.

Ich gestehe, ich mußte grinsen als ich das mit dem Geschirrspülen gelesen habe. Dieses Thema kenn ich auch. Hat lange gedauert, aber mittlerweile spüle ganz stur jeden Abend.

Was passiert, wenn du dir die Arbeiten in kleinere Portionen einteilst? Und dir gar nicht zum Ziel setzt sofort alles fertig kriegen zu müssen, sondern eben nur einen Zwischenschritt? Ist es dann auch zu viel?

Danke1xDanke




1629
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NRW
686
  27.02.2018 21:39  
Hm, ja, oft ist das schon zuviel. Es stimmt, dass es ein Grundproblem ist, dass ich kein Vertrauen zu meinem Körper habe. Ich sehe oft Bedrohungen wo keine sind und deute Kleinigkeiten als Katastrophen. Ich kann die Signale nicht einordnen und habe immer Angst vor Schlimmem. Auf der anderen Seite gibt es berechtigte Ängste. Dazu muss ich jetzt mal mehr über mich schreiben. Ich habe eine angeborene Fehlbildung im Beckenbereich. Die Bauchmuskulatur ist unzureichend ausgebildet. D.h. ich muss mein Leben lang Sport machen, um die muskulären Defizite auszugleichen, die Bauch- und Becken- sowie die Rückenmuskulatur zu stärken. Manche Bewegungen sind für mich anstrengender, z.B. Dinge in der Hocke tun. Ich weiß, dass die Lösung der kontinuierliche Sport ist. Wenn ich mich fi.t.ter fühle, verschwinden die körperlichen Selbstzweifel. Wenigstens ein Teil davon.
Oh Mann es ist immer das gleiche....
Das klingt jetzt sicher, als ob ich wahnsinnig eingeschränkt bin. Man sieht mir das ganze nicht oder kaum an. Aber ich merke es eben. Und dazu gehört auch, dass der Körper es schlechter kompensieren kann, je älter er wird.

Danke1xDanke


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14
Rhein-Main-Gebiet
212
  08.03.2018 14:54  
Liebe @grasgüpfer , wie geht es Dir denn?
Habe schon eine Zeitlang nichts von Dir gehört. :trost:

Mir geht es ganz gut, habe innerhalb einer Woche mein
Kuscheldefizit von 2 Monaten nachgeholt, darunter in einer
sehr schönen und berührenden Einzelsitzung, die alle möglichen
schönen, aber auch traurigen Gefühle und Erinnerungen hochgeschwemmt hat.

Gestern beim Kuschelabend habe ich eine nette junge Frau kennengelernt, und
es hat ganz schön gefunkt zwischen uns. Wir haben die Telefonnummern ausgetauscht
und wollen uns am Wochenende treffen. Ich wäre soooo froh, wenn ich meine letzte
Beziehung ganz abhaken und mich neu verlieben könnte...

Heute Abend fahre ich mit 2 Kollegen zu einem Symposium in Innsbruck zum Thema
"technisches Schreiben". Mal aus dem Büromief rauskommen...
Obwohl: ich habe es echt gut hier: Null Streß auf der Arbeit - komm doch einfach zu uns arbeiten,
Grashüpfer^^- viele Vergünstigungen, sehr nette Kollegen...
Habe deshalb die Anfrage eines Abwerbers aus Frankfurt nicht allzu ernst genommen, weil es was
auf die mittlere Sicht ist, zumal wenn ich jetzt hier eine Freundin haben sollte.

Sie lieb umarmt

von câlin

Danke1xDanke




1629
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NRW
686
  19.03.2018 17:16  
Hallo ihr Lieben,

da bin ich weder und hole mal das Tagebuch aus der Versenkung rauf :) .
In den letzten Wochen gng es mir gelinde gesagt bescheiden, und ich hatte keine Kraft fürs Forum. Seit dem 26.2 bin ich krank geschrieben, bis Ostern. Ich hätte am 26./27.2. eine zweitägige Fortbildung gehabt, extern mit Übernachtung. Am Donnerstag und Freitag derselben Woche hatte ich Urlaub, am Freitag ein Vorstellungsgespräch. Ich hab nichts von alldem gemacht, es ging nicht, ich konnte nicht. Keine Fortbldung, kein Vorstellungsgespräch, mir war alles zu viel, ich war so erschöpft, es war nicht machbar.

Vorletzten Sonntag hatten wir Konzert mit dem Chor. Ich wollte unbedingt mitsingen. Das hätte ich nicht machen sollen. Eigentlich tut Singen der Seele gut, aber dieses Mal war es zu viel. Wir hatten vier Tage hintereinander Probe plus Konzert plus am nächsten Tag wieder normale Probe. Mich hat das Singen beim Konzert und die drei Proben dieses Mal wahnsinnig angestrengt, körperlich und psychisch, und am nächsten Abend bei der normlaen Probe dann wieder ging gar nichts mehr, ich konnte gar nicht singen. Auf dem Weg zur Straßenbahn hab ich geweint. En paar Freundinnen aus dem Chor wissen Bescheid und kümmern sich sehr. Darüber bin ich froh.
Am nächsten Tag bin ich wieder in totale Erschöpfung verfallen, es ging gar nichts mehr, nur Sofa, sonst nichts. Wieder Herzrasen, der Kreislauf im Eimer, die kleinste Kleinigkeit strengt furchtbar an. Dieses Mal kamen Magenschmerzen dazu, das hatte ich bisher nie. Seit Freitag geht es mir besser. Aber ich muss aufpassen, stabil bin ich nicht. Sobald ich mich mit dem Thema Arbeit beschäftige, nur gedanklich, darüber rede oder schreibe, kommt der Stress sofort wieder. Dann kann ich nicht mehr abschalten, und es hadert und tobt in meinem Kopf. In solchen Nächten liege ich wach.

Inzwischen glaube ich, dass das ein Burnout ist - entweder schon ist oder kurz davor. Die Symptome sind typisch: massiver Stress und Erschöpfung, im Wechsel bzw. schlägt der Stress in totale Erschöpfung um. Diese Phasen kommen immer öfter, und sobald mich etwas stresst oder anstrengt, haut es mich wieder umMeine Hausärztin hat mir einen Rehaantrag ausgestellt. Morgen habe ich noch mal einen Termin beim Psychiater, wo ich auch mit ihm über eine Reha / Kur sprechen will und fragen will, was besser ist - den Antrag von ihm als Facharzt ausstellen zu lassen oder ob Antrag der Hausärztin genügt. Letzte bzw. vorletzte Woche war ich bei seiner Kollegin, da er selbst krank bzw. nicht im Dienst war. Die Kollegin hat eine Kur sehr befürwortet, will die endgültige Einschätzung aber ihm als meinem behandelnden Arzt überlassen. Morgen wird der Antrag weggeschickt - egal wessen wir dann verwenden.

Inzwischen gab es auch ein Treffen zusammen mit Personalrat und Behindertenvertretung. Im Nachhinein bin ich enttäuscht, denn eigentlich kam in den zwei Stunden reden nicht viel raus.
Die Psychiaterin hat mir die Nummern von zwei Kontaktpersonen vom Integrationsfachdienst mitgegeben und mir geraten, mit denen Kontakt aufzunehmen. Dieser Dienst ist städtisch, also extern und unabhängig und kümmert sich u.a. um schwierige Situationen behinderter Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Ich warte jetzt auf Rückruf und werde mich von denen mal beraten lassen.

Der Abstand zur Arbeit tut mir gut. Mir ist auch klar, dass niicht allein die Arbeit schuld ist, mein fehlendes Vertrauen in meinen Körper und das Alltagsüberfordeungs- und Haushaltsproblem haben auch ihren Anteil. Aber die Arbeit ist zweifellos und bei weitem die Hauptlast.

Seit dem Wochenende wird es besser. Vorgestern war ich 1,5 h spazieren, gestern im Sport. Ich versuche, jeden Tag etwas Schönes, für mich, zu tun.

@calinmagique
Danke für deine Nachfrage, das tut immer gut! :) Es freut mich, dass du jemand Nettes kennengelernt hast, und ich drücke dir die Daumen, dass dein Wunsch in Erfüllung geht. :knuddeln:




956
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NRW
531
  19.03.2018 18:50  
@Grashüpfer nur kurz jeztzt: schön mal wieder von dir zu hören :-)
Ich hab schon angefangen mir Sorgen zu machen...
Ich glaub du bist auf dem richtigen Weg, was zu ändern. Reha ist sicherlich ein guter erster Schritt. Ich hoffe, das klappt und bekommst schnell einne Platz.

Liebe Grüße
Igel

Danke1xDanke


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14
Rhein-Main-Gebiet
212
  19.03.2018 21:46  
ashüpfer, mir geht es wie Igelchen: auch ich habe mir Sorgren gemacht,
weil Du so ganz von der Bildfläche verschwunden warst. :(

Ich glaube ebenfalls, dass Du an Burnout leidest; zudem kam beim Lesen
der Gedanke hoch:

'Sie sollte nicht zu dieser Arbeit zurückkehren.'

Mach einen Aufhebungvertrag, fertig.

Du gehst uns da kaputt, und zugrundezugehen, ist keine Arbeitsstelle dieser Welt wert!

Natürlich ist das ganz Deine Sache, aber an Deiner Stelle könnte nicht zurück.
Du bist so fähig, auch in anderen Berufsfeldern als der Bibliothek, da findest
Du schon was. Komm halt zu uns, da würdest Du ne ruhige Kugel schieben. :knuddeln:
Aber es zieht Dich zurück ens Ländle, was ich gut verstehen kann.

Ich umarme Dich ganz lieb und finde es toll, dass Du jeden Tag was Schönes für Dich machst. :trost:
Und singen könntest Du ja auf dem Sofa oder unter der Dusche, da macht es besgtimmt wieder Spaß. :-)

calin

Danke1xDanke




1629
14
NRW
686
  20.03.2018 11:01  
Ihr Lieben @calinmagique und @kleinerIgel , ihr seid einfach die Besten! Ich bin gerührt über eure so lieben Posts! Danke! Habt ihr euch wirklich solche Sorgen um mich gemacht? Ihr seid wirkliche Freunde, auch wenn es nur virtuell hier übers Forum ist! Ich bin froh und dankbar, dass ihr da seid und euch so viele Gedanken macht. :knuddeln: :kuss:

Ich war heute früh beim Psychiater. Es ist schon krass, er sagt, 60% seiner Arbeit besteht aus Fällen wie meinem - schwierige Arbeitsumstände machen krank. Er sagt, eine Reha würde mir sicher helfen und ich soll das machen, und es ist auch egal, ob der Antrag von ihm oder der Hausärztin kommt. Er sagt, das wird mir aber nur vorübergehend helfen, entscheidend ist das Arbeitsproblem zu lösen. Er sieht das wie du, calin, die Lösung besteht wahrscheinlich darin, wegzugehen, weil sich wahrscheinlich nichts ändern wird. Als ich sagte: "Aber das geht doch so nicht, die opfern mich, und andere Kollegen auch!" meinte er nur: "Frau D., wo leben Sie? Das ist inzwischen fast überall so brutal!".

Er sagte auch, ich soll entscheiden welche Art von Reha ich will - psychosomatisch oder orthopädisch. Jetzt überlege ich folgendes: Ich hab ja zwei Probleme: Arbeit und das Misstrauen zu meinem Körper. Trotz Sport wird manches - orthopädisch - schlechter. Grund dafür ist meine angeborene Fehlbildung im Beckenbereich und die daraus resultuierende schwache Muskulatur in Beckenboden, Lendenwirbelsäule / unterer Rücken, Hüftbereich und untere Bauchmuslkulatur sowie glaub ich auch die schrägen Bauchmuskeln. Man sieht mir das nicht an, aber ich merke es ständig, es ist völlig instabil und zu beweglich. Ich habe immer das Gefühl, dass mein Körper mir nicht mehr gehorcht, dass es keine Hilfe für ihn gibt, denn ich mache ja Sport. Vielleicht mache ich zuwenig? Zu Hause, also wenn ich keine Ablenkung habe, frisst mich das auf - ich lausche, wie schon beschrieben, immer in mich hinein, achte auf jede Veränderung und Bewegung. Das ist auch Dauerstress, und Verzweiflung udn Angst und Hilflosigkeit. Jetzt überlege ich, ob es nicht sogar besser wäre, eine orthopädische Reha zu beantragen, die gleichzeitig psychologische Unterstützung bietet, damit dieses Problem kleiner wird und mich nicht mehr so extrem belastet. Denn das Arbeitsproblem lässt sich in der Reha ja nicht lösen, außer, dass es mir psychisch dann wahrscheinlich etwas besser geht hinterher. Die Hausärztin meinte letzte Woche, es ist klüger meine Grunderkrankung des Beckens als ersten Grund im Antrag zu nennen und die psychosomatischen Dinge als zweites, weil inzwischen so viele Anträge wegen Depressionen / Burnout gestellt werden, dass die oft abgelehnt werden und so etwas eindeutig physisches bessere Chancen hat. Leuchtet mir ein, ich glaub der Ansatz ist nicht schlecht. Jetzt frage ich mich aber, wie ausführlich so ein Antrag sein muss? Kennt ihr euch mit sowas aus? Sie hat nur die beiden Begründungen draufgeschrieben, meine Grunderkrankung + psychsosomatische Beschwerden. Von Ziel "orthopädische Reha" steht da aber nix. Ich weiß nicht ob das für die KK / Rentenversicherung so klar erkennbar ist, dass das orthopädisch gedacht ist. Soll ich den Antrag trotzdem so wegschicken?

@calinmagique : Du wirst lachen: In Wien ist gerade eine richtig gute Stelle ausgeschrieben, die passen würde und echt gut wäre! :daumen: :D Witzig, oder? :)

Danke1xDanke


557
14
Rhein-Main-Gebiet
212
  20.03.2018 11:29  
Gern geschehen, liebe @Grashüpfer . :freunde:

Ich finde den Ansatz Deines Therapeutten und Deiner Hausärztin richtig.
Du bräuchtest also m.E. eine psychosomatische Klinik mit Schwerpunkt Orthopädie.
Kann nicht Deine Hausärztin die Diagnose für den Antrag für Dich formulieren?
Die weiß ja am besten, was man da betonen muss. Ich weiß nur, dass auch bei
Eigenkündigung psychische Leiden kein gewicht haben, sondenr nur resultierende körperliche wie Schlafstörungen. :-/.

Ist ja witzig mit der Stelle in Wien. :-) Ist eine schöne Stadt...^^ Ich komme mir in meiner Firma vor wie positiv aus der Zeit gefallen - so wenig Streß...

lg

calin

Danke1xDanke




1629
14
NRW
686
  20.03.2018 11:47  
Hallo calin,

ja ich weiß eben nicht ob das ausreicht was da auf dem Antrag steht. Ich hole ihn, warte kurz. Also, da steht:

I A. Rehabilitationsbegründende Diagnosen:
1. Diagnose meiner Grunderkrankung
2. Psychische Belastungs... situation? (kann man kaum entziffern) mit Somatisierung

Mehr steht da nicht, Stempel und Unterschrift, that's all.

Hm.... :confused


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