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kassandra80


Wenn man zwanghafte Gedanken hat, kann man darin auch etwas positives finden. Es ermoeglicht einem naemlich die Einsicht, dass man NICHT seine Gedanken IST. Man hat zwar diese Gedanken, aber sie entsprechen einem nicht. Darin kann man seine Chance erkennen, sich die Gedanken anzusehen und sich dafuer zu entscheiden, dass man so NICHT ist. Das ist ein grosser Schritt in der Selbst-Entwicklung und damit etwas sehr gutes. Diese Gedanken lassen sich bewaeltigen, es braucht halt etwas Zeit und Uebung.

09.11.2016 14:04 • x 2 #21


Swafnan


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Vielen Dank, kassandra, für die Mühe und die tolle Nachricht. So schwer es fallen mag, muss ich lernen die Gedanken zuzulassen und als das abzustempeln was sie sind: Blödsinn.

Genau wie du lebe ich in einer wunderbaren Partnerschaft mit einer einmaligen, verständnisvollen und tollen Freundin. Umso härter trifft es mich, dass ich auch Gedanken sie betreffend habe.
Gingen bei dir die zwangsgedanken gegen deinen Partner durch das vertrauensverhältnis weg oder hauptsächlich durch das beschriebene vorgehen?
Ich frage deshalb, weil ich enormes vertrauen zu meiner Freundin habe aber dennoch dadurch allein nicht die Gedanken loswerde.

Ich hoffe ich nerve nicht. Vielen lieben Dank für deine Hilfe

09.11.2016 14:08 • #22


kassandra80


Natuerlich nervst du nicht Frag ruhig. Nein, meine Zwangsgedanken habe ich nicht durch die vertrauensvolle Beziehung zu meinem Partner aufgeloest. Die Gedanken haben nur mit dir selbst zu tun. Sie beziehen sich in ihrer Systematik, einfach auf etwas, was dir ganz besonders am Herzen liegt. In diesem Fall deine Freundin. Es geht ja um die Angst etwas schlimmes koennte mit dem passieren, was einem am wichtigsten ist. Was auch immer das im jeweiligen Fall ist.
"Mir fällt es recht schwer, positives als solches zu empfinden." - meinst du das ganz allgemein? Nimmst du immernoch Citalopram? Dann waere das eine sehr gut moegliche Erklaerung dafuer.

09.11.2016 15:49 • #23


Swafnan


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Zitat von kassandra80:
"Mir fällt es recht schwer, positives als solches zu empfinden." - meinst du das ganz allgemein? Nimmst du immernoch Citalopram? Dann waere das eine sehr gut moegliche Erklaerung dafuer.

Ja genau. Negative Gedanken beeinträchtigen mein Gemüt sehr negativ, positive Gedanken im umkehrschluss aber nicht so positiv. Ich hoffe, man versteht was ich meine.
Citalopram nehme ich jetzt seit ca 14-15 Monaten und auch gegenwärtig noch.

09.11.2016 15:58 • #24


kassandra80


Ja, ich verstehe was du meinst. War das schon immer so, oder erst seit du die Tabletten nimmst? Mein Exmann hat Citalopram auch genommen, spaeter auch noch "haertere" Medikamente. Dadurch wurde er wie apathisch. Viele solcher oder aehnlicher Medikamente bewirken, dass die sog. Glueckshormone nicht mehr wirken koennen. Man braucht quasi schon sehr starke positive "Kicks" um ueberhaupt noch positives wahrnehmen zu koennen. Ich habe das bei meinem Exmann gesehn und hab mit ihm darueber geredet. Er ist dann zu einem anderen Arzt gegangen, der die Loesung ebenfalls nicht in den Medikamenten sieht. Er hat dann eine aerztlich gefuehrte Entzugskur gemacht (von den Medikamenten), weil man die ja nicht von heute auf morgen einfach absetzen darf. Und stattdessen hat er seine quaelenden Lebensbereiche alle aufgearbeitet. Das klappte fuer ihn, denn es ging ihm ja schon Sch*** Darum kam jetzt nichts neues, aufwuehlendes hinzu. Im richtigen Umgang mit den Problemen, kann man sie verarbeiten und aufloesen. Was ich bei ihm auch miterlebt hab, durch die Medikamente steckt man wie fest in der Situation. Es bleibt ja alles wie es ist, nur dass man den Zugang zu seinen Gefuehlen verliert. (Wenn man keine begleitende, gute Therapie macht.)Das ist wie gesagt, meine ganz persoenliche Meinung, jeder hat seine eigene dazu. Ich berichte einfach was ich erlebt und gesehen hab. Meinem Ex geht es wieder richtig gut heute

09.11.2016 18:03 • #25


Swafnan


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Okay das kann natürlich damit Zusammenhängen. Vielleicht spielt deshalb auch meine Gefühlswelt teilweise etwas verrückt.
Ich möchte auch gerne von den Tabletten runter. Problem ist halt nur, dass mein Therapeut erstmal ausfällt und ich nicht weiß, was mit mir passiert wenn ich die Tabletten nach und nach absetze.

Irgendwie habe ich Angst, dass ich dann wieder tiefer falle.

09.11.2016 21:25 • #26


kassandra80


Ich glaube es macht noch einen grossen Unterschied, was fuer einen Therapeuten, bzw Arzt man erwischt hat. Beim Beispiel meines Exmannes, hat dieser zuerst einen Arzt gehabt, der ihn zur Therapie geschickt hat und direkt Tabletten verschrieben hat (Citalopran). Da es ihm immernoch akut schlecht ging, bekam er zusaetzlich noch staerkere Medikamente, wodurch er koerperlich und geistig immer mehr abgebaut hat. Immerhin war ihm bewusst, dass ihm die Medikamente noch zusaetzlich schaden, weil sie abhaengig machen und die Gefuehle mehr oder weniger ausschalten. Schliesslich bekam er ein Magengeschwuer im Fruehstadium. Was ihm geholfen hatte, war das Reden darueber und die Konfrontation mit dem eigentlichen Problem. Er hat die Scheidung von mir nicht verkraftet. Ich habe aber immer wieder mit ihm drueber geredet und er hat sich mit dem Thema intensiv befasst. Er ist dann zu einem anderen Arzt, bzw Psychologen gegangen, der ihn ganz klar auf die Gefahren der Medikamente hingewiesen hat. Seit er von den Medikamenten weg ist und weil er seine Probleme wirklich angeschaut hat, geht es ihm gut heute. Es war ein langer Weg dahin, aber ganz klar der Muehe wert. Wenn man dafuer wieder sein Leben geniessen und auch mal wieder richtig lachen kann

09.11.2016 23:23 • #27


Swafnan


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Okay, das gibt einem natürlich zu denken, was solche Medikamente betrifft.
Ging es deinem Exmann nach Absetzung der Tabletten denn sofort schlechter oder konnte es durch die Therapie aufgefangen bzw ausgeglichen werden?
Ich habe natürlich Angst, dass es mir dann auf einen Schlag wieder so schlecht geht, wie es schon einmal war.

Lg

10.11.2016 07:25 • #28


kassandra80


Beim Absetzen der Tabletten ging es meinem Exmann nicht deutlich schlechter. Anders wuerde ich sagen. Es ging ihm mit den Tabletten ja schon richtig sch*** Ausserdem kamen noch exzessives Rauchen und Trinken dazu. Es ging ihm quasi durch und durch richtig dreckig. Beim Absetzen der Tabletten ging es ihm insofern in diesem Prozess auf einer Seite sogar besser, weil er sich der ganzen negativen Seiten dieser Medikamente bewusst war. Er WOLLTE unbedingt davon loskommen. Und er war halt bereit (aus seinem Leiden heraus) an sich zu arbeiten. Im Prinzip konnte es ja nur noch bergauf gehen, sein Lebenswille war ja da. Wenn man sich auf etwas positives fokussiert, hat das einen sehr heilsamen und hilfreichen Effekt. Mit dem neuen Therapeuten gab es auch nicht so viel Therapie als solche. Er half ihm aus der Medikamentenabhaengigkeit. Aus seiner Misere im Leben, hat er sich quasi selbst befreit. Er ist ein sehr introvertierter Mensch und war sich seiner Probleme auch bewusst. Es ging halt "nur" darum sich dem zu stellen.

LG zurueck

10.11.2016 17:35 • x 1 #29


Swafnan


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Okay, danke! Dann hoffe ich, dass mein Therapeut schnell gesund wird damit ich das mit ihm besprechen kann
Du hast mir echt schon unglaublich geholfen

Mir ist heute morgen etwas "passiert" bzw aufgefallen, was meinen grübelstrom nochmal etwas angestoßen hat - hoffentlich kurzzeitig.
Meine Freundin hatte etwas fieses im ironischen und lustigen Zusammenhang gesagt. Ich hab sie dann belustigt leicht auf den Oberschenkel geboxt, ohne drüber nachzudenken bzw ohne Kontrolle. Es war halt so automatisch.
Dann kam bei mir die Angst, dass dieses "automatische" auch mal nicht im Spaß und heftiger kommt.
Kennt ihr das?

11.11.2016 07:17 • x 1 #30


kassandra80


Sehr gern geschehn Es klingt als waere es deine Aufgabe, zu lernen dir selbst zu vertrauen und dich anzunehmen mit all deinen Facetten. Wie lange bist du denn mit deiner Freundin schon zusammen und wie hat sie reagiert auf deinen Anstupser? Klingt fuer mich nach ganz normaler Kommunikation. Wenn man in eine neue Beziehung kommt, tastet man seinen Partner ja ganz global erstmal ab. Man lernt eine gemeinsame Sprache zu sprechen und schaut halt auch, wie weit man gehen kann. Dabei zeigt einem der Partner natuerlicherweise seine Grenzen auf. Einige Paare, habe ich gesehen, haben einen recht rauhen Umgang miteinander von aussen betrachtet. Aber da hat halt jeder seine Vorlieben. Wichtig ist dabei einfach die Kommunikation mit dem anderen und wenn einem was nicht gefaellt, muss man natuerlich hier seine Grenze aufzeigen.
Immer wieder macht sich der Satz bewaehrt, "Lerne deine Gedanken zu beherrschen, oder sie beherrschen dich". Wie gesagt, lerne dich selbst besser kennen und somit dir selbst mehr zu vertrauen. Also ICH hab Vertrauen in dich, dass du das schaffst. Dazu brauche ich dich nicht persoenlich zu kennen.

11.11.2016 10:33 • #31


Swafnan


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Wir sind fast ein Jahr zusammen und blödeln gerne mal rum oder veräppeln uns auf ironische Weise mal.
Meinen anstupser hat sich glaub ich nicht mal besonders wahr genommen. Mich hat nur überrascht, dass dieses stupser reflexartig und automatisch von mir kam also ohne das ich es hätte verhindern können. Vielleicht weil es halt mehr oder weniger eine gestig beim rumalbern ist? Oder Anzeichen für Kontrollverlust?

Dadurch dass ich mich hier mit euch, bzw dich kassandra, austausche, lerne ich mich mehr kennen. Ich kann dann Sachen als normal ansehen die ich vorher vielleicht als unnormal oder gar verrückt gesehen habe. Danke dafür

11.11.2016 12:53 • #32


Swafnan


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Hallo zusammen,
Ich habe mich mal etwas über das Buch "der Kobold in meinem Kopf" informiert.
Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen: http://www.spektrum.de/rezension/der-ko ... opf/709581

Da steht zum Beispiel das fast alles zwangsdenkenden Selbstmordgefährdet sind und es manchmal vorkommen kann, dass diese Gedanken zu einer Psychose werden und man dann tatsächlich ein Mörder wird oder sonst was.
Das verunsichert mich gerade irgendwie

28.11.2016 16:08 • #33


cube_melon

cube_melon


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Zwangsgedanken hat jeder, vielleicht vom Dalai Lama abgesegen.
Jeder einzelne war mal auf jemanden sauer und hat ihm imaginär eine gescheuert.
Das Du Angst davor hast habe ich verstanden.

Es ist halt die Angst vor dem Verlust der Impulskontrolle. Da steigert man sich gerne rein.

Impulskontrolle und Kanalisation von Wut kann man erlernen. Genau so wie das Vertrauen auf dieses.
Aufwändiger wird es halt, wenn ein oder mehrere Traumata zu Grunde liegen.
So Dinge wie zum überleben erlernte Verhaltensweisen wie "Opfer wird zum Täter" kann eine von vielen Symptomen sein.

Klar gibt es psychiotische Patienten. Aber nimm dich bitte aus dieser Schublade. So lange Du noch so klar schreiben kannst halte ich das für unwahrscheinlich.

28.11.2016 16:28 • #34


TiffyK


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Zitat von Swafnan:
Hallo zusammen,
Ich habe mich mal etwas über das Buch "der Kobold in meinem Kopf" informiert.
Dabei bin ich auf diese Seite gestoßen: http://www.spektrum.de/rezension/der-ko ... opf/709581

Da steht zum Beispiel das fast alles zwangsdenkenden Selbstmordgefährdet sind und es manchmal vorkommen kann, dass diese Gedanken zu einer Psychose werden und man dann tatsächlich ein Mörder wird oder sonst was.
Das verunsichert mich gerade irgendwie


Hör auf, solche Dinge zu lesen, bzw im Netz über das Thema herumzuforschen.
Ich habe seit gut zwanzig Jahren (mit Ruhepausen) aggressive Zwangsgedanken und bis heute keinen davon umgesetzt. Wenn man noch in der Hochphase der "Verunsicherung" ist, kann es echt schden und einen panisch machen, so viel Zeug darüber zu lesen. Das meiste ist ohnehin Unsinn.
Zwangsgedanken gehen mit der Angst vor Kontrollverlust einher, und mit der dem fehlenden "Loslassen- Können". An diesem Punkt muss man ansetzen.
Das wird schon.
Beschäftige Dich mit den Zwangsgedanken nicht zuviel, was man zu sehr beachtet, verstärkt sich, das ist ungeschriebenes Gesetz. Was man nicht beachtet, verblasst irgendwann. Wenn ein Zwangsgedanke kommt, erkenne ihn als das, was er ist, nämlich ein lästiger aber harmloser Zwangsgedanke, und lass ihn weiterziehen. Bewerte ihn nicht und grüble nicht darüber nach. Abhaken.
LG, Tiffy

28.11.2016 16:58 • x 1 #35


petrus57

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Zitat von TiffyK:
Beschäftige Dich mit den Zwangsgedanken nicht zuviel, was man zu sehr beachtet, verstärkt sich, das ist ungeschriebenes Gesetz.



Das bemerke ich gerade wieder bei mir. Wochenlang war Ruhe. Habe dann mal wieder darüber nachgedacht, schon sind die wieder da.

28.11.2016 17:04 • #36


Swafnan


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Danke für eure Antworten, das war/ist bei mir wohl wieder eine panikattacke und Angst davor meinen geliebten etwas anzutun, ausgelöst durch diesen Bericht.

Das heißt also das es ziemlich unwahrscheinlich ist, Psychopathisch zu werden?

@tiffyk: also empfiehlst du auch kein Buch in dieser Richtung zu lesen wie eben zum Beispiel "der Kobold in meinem Kopf"?

28.11.2016 17:21 • #37


Swafnan


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Hey zusammen,
Heute morgen ist mir was passiert, worüber ich gerne mal eure Meinung wissen würde.
Ich hatte heute als ich neben meiner Freundin aufgewacht bin, aus heiterem Himmel einen Ohrwurm. Von einem Lied einer Band, die ich ganz gerne höre. Bei dem Lied habe ich mich jedoch immer gefragt, was das soll.

So hatte ich heute morgen auf einmal den liedteil "I will kill you again" im Kopf.

Was hat das zu bedeuten? Ist das besorgniserregend oder einfach nur Zufall das ich von dem liedteil und Lied einen Ohrwurm hatte?

Danke!

11.12.2016 10:32 • #38


Swafnan


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Ich habe gelesen, dass Ohrwürmer oft von Passagen entstehen, die zum einen vom Rhythmus her im Gedächtnis bleiben aber auch wegen des Inhalts. Wenn also der Inhalt einen berührt ob positiv oder negativ.

Da ich diesen Text eher negativ empfinde, könnte das daher kommen oder?
War es dann ganz einfach ein willkürlicher Zufall, das mir das morgens ins Gedächtnis kam?

Danke!

14.12.2016 11:50 • #39


petrus57

petrus57


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Zitat von Swafnan:
War es dann ganz einfach ein willkürlicher Zufall, das mir das morgens ins Gedächtnis kam?


Ich habe morgens meist auch oft eigentümliche Gedankenblitze. Die kommen bei mir ganz unwillkürlich.

14.12.2016 16:12 • #40




Prof. Dr. Borwin Bandelow

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