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schnapper

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Ich lese nun wieder weiter in dem Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl. Stehen geblien war ich vor drei Monaten an der Stelle, mich mit meinem innern (verletzten) Schattenkind auseinander zu setzen und meine negativen Glaubenssätze (in Bezug zu bestimmten Bezugspersonen) niederzuschreiben. Das hatte mir sehr zugesetzt. Heute habe ich dann nach langem weiter gemacht, heute ging es darum, meine Schutzstrategien (Angriff, Vermeidung, Tarnung, Kontrollstreben) zu identifizieren und meinem inneren Kind verstehen zu geben, dass ich (mein Erwachsenen Ich) es verstehe und ihm zu versichern, dass ich seine bedürfnisse ersnst nehme. "Du darfts jetzt einfach mal da sein". In der folge geht es darum, das (verletzte) innere Kind zu trösten und zu heilen. Es zu verdrängen bringt keinen nachhaltigen Erfolg, eher Probleme. Nur kurz zum Hintergrund meiner PTBS, die kernverletzungen sind emotionale Vernächlässgung und sexueller Missbrauch. Mehr sage ich dazu nicht.

26.06.2019 17:20 • 11.08.2019 x 1 #1


50 Antworten ↓


Mindhead

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Ich habe jetzt schon öfter gehört, dass das Buch wirklich gut sein soll!
Schön, dass du es liest und für dich anwenden kannst Das ist super.

Aber pass bitte gut auf dich auf! Mach nicht zu viel und höre auf deine Gefühle, wie schnell du voran gehen sollst.

26.06.2019 17:34 • x 1 #2


schnapper

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Ja logo, heute konnte ich es gut vertragen. Ansonsten nicht zu viel und zu schnell. Das wichtigste bei Traumatisierung ist, sich Zeit zu geben. Je schneller den Selbsthilferatgeber verschlungen desto schneller geheilt ist nicht. Nur bei der Übung mir das (einsame verletzende) innere Kind vorzustellen, kamen etwas Emotionen, sowohl Wut als auch Trauer. Aber genau darum geht es ja, "Hallo, da bist du, das bist du, willkomen, du darfst dich zeigen, du gehörst zu mir". Gerade nei Imaginationen erlebe ich sonst mal die heftigstens Reaktionen. in der ambulanten Therapie konnte ich eine halbe Stunde nicht aufhören zu heulen, in der Klinik an einem Nachmittag ca. 2 Stunden. Darf undm uss aber mal sein, Trauer zulassen. Die Wut auch, diese soll ich mit Boxen (Boxsack zu Hause) rauslassen. Das innere Kind ist zu Recht traurig und wütend.

26.06.2019 17:39 • #3


Idefix13

Idefix13


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Dann wünsch ich dir viel Erfolg bei deinem Findungsprozess und was deine Kernverletzungen betrifft, bist du in diesem Forum wahrlich nicht alleine.
Mehr musst du nicht dazu sagen und mehr werde auch ich nicht dazu sagen!

26.06.2019 17:42 • x 1 #4


Mindhead

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Du hast schon meinen Respekt alleine, weil du das versuchst!
Ich kann mein inneres, traumatisiertes Mädchen nicht mal ansehen, ohne mich vor ihr (mir) zu ekeln.
Natürlich braucht es ganz viel Zeit. Da muss man leider auch Geduld haben... Auch wenn man das manchmal nicht möchte und am liebsten morgrn schon wieder ganz gesund sein möchte.
Es dauert... Und es ist gut, dass du sehen und erkennen kannst, dass da das Innere Kind ist und dass all die Gefühle berechtigt sind.

26.06.2019 17:46 • #5


schnapper

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Wenigstens hat es bei mir in Hinsicht zu Sex zu keinem dauerhaften Vermeidungsverhalten geführt. Lange ja (ich hatte mit 30 erst das erste mal), habe aber (zum glück) beim ersten Mal positives Feedback erhalten und seit dem richtig Bock drauf. Auch auf ausgefallenes, könnte aber auch eine Kompensationsstrategie sein, im Leben versuche ich ja alles unter Kontrolle zu halten, beim Sex gebe ich gerne auch mal Kontrolle über mich an die Partnerin ab (kapiche!?). Fallen lassen, vertrauen...

Klingt noch schiwieriger, sich vor meinem inneren Kind zu ekeln. Ich kann und will es ja akzeptieren wie es ist und findes es (ebenos wie mich) eigentlich liebenswert. Ich bin wohl manchmal wütend auf esm weil es mir so viele Probleme bereitet. Habe immer wieder versucht, es in die schranken zu weisen und zu ignorieren, 2einfach funktionern". Das geht seit meiner ersten Therapie vor 6 Jahren nicht mehr. Jetzt bleibt nur noch, Freundschaft mit ihm zu schließen und es in mein Leben zu integrieren.

26.06.2019 17:48 • #6


Mindhead

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Ich stecke immer noch komplett in der Verdrängung und will und kann meine ptbs auch nicht akzeptieren.
Das muss ich noch lernen...

Bist du denn momentan auch in Therapie? Damit du das nicht alleine aufarbeiten musst alles?

26.06.2019 17:53 • #7


schnapper

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Nein. Bis vor drei Monaten war ich in Therapie. Ich war eh schon am Zweifeln, ob es die richtige Therapeutin ist. War mir zu unstruktiriert, zu chaotisch. Immer Ansätze aus der Kiste gegriffen, aber keine klare Linie. In meiner letzten Sitzung kam dann ein Ereignis hinzu, was für mich ein gefühlter Vertrauensbruch durch die Therapuetin war und ich habe mich von ihr getrennt. Eine neue habe ich noch nicht. Habe ich vor meinem geplanten Klinikaufenthalt auch nicht gesucht. Erst jetzt wieder. Überlege aber auch, ob ich überhaupt noch explizit Psychotherapie mache, so richtig hilft mir das Gelaber nciht. Letzendlich brauche ich reale Kontakte und Versuche, es zu packen, nicht mit beruflicher Distanz letztendlich egal. Am Ende muss man eh Verantwortung für sich selbst übernehmen und sich selbst helfen, dass kann alles nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Ich warte nun ab, was aus meinem Rehantrag wird, den die Klinik in einem Auftrag gestellt hat. Macht aus meiner Sicht mehr Sinn, kompakt, bebündelt, ganzheitlich, anstatt immer wieder einmal wöchentlich ein Stündchen quatschen aber. Ist nicht die erforderliche Intensität. In der Klinik habe ich ja richtig Motivation und Selbstwert zurückbekommen, z. B. durch Ergotherapie. Habe mich da zum ersten mal in meinem Leben mit Origami befasst, hab mir ein Buch geschnappt undm ich eiegnständig damit befasst, war erst relativ hilf- und orienterungslos, habe mich dann aber nach und nach zurecht gefunden und nach einer Stunde war mein erstes Origami Werk fertig. Erfahrung "Geht doch, man muss nur meine Stärken (Analyse, Strukturierung, Beharrlichkeit) ansprechen"

26.06.2019 17:56 • #8


Mindhead

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Okay verständlich. Gut, dass du dann nich mehr bei ihr in Therapie bist.
Ich hoffe, dass du schnell einen neuen Therapeuten finden kannstn

26.06.2019 17:57 • #9


schnapper

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Habe gerade weiter gemacht mit dem Buch. Habe eben die Übungen gemacht, meinem inneren Kind durch mein Erwachsenen ich zu erklären, dass ich seine Ängste, Wut und Trauer verstehe und ihm nicht die Schuld gebe, weder für die Dinge die passiert sind, noch an meinen Problemen. Schließlich habe auch ich aus hilfloser Verzweifelung seine Bedürfnisse viel zu sehr ignoriert.

Im weiteren Schritt übe ich nun, meine Erinnerungwn umzuprogrammieren. Dazu Stelle ich mir vor, wie mein Kind Helfer und Bezugspersonen bekommt, die ihn geben was es braucht und es beschützen. Konkret Stelle ich mir vor, dass meine Tante und mein Lieblings NASCAR fahrer ab oder seit kurz vor den traumatischen Ereignissen mich in Pflege genommen haben und fortan bis heute meine Eltern sind, eine Familienzusammenführung mit Mutter also nie wieder stattgefunden hat. Diese Umprogrammietung unterstütze ich, in dem ich weiterhin keinen Kontakt zu Mutter habe.

30.06.2019 16:52 • #10


schnapper

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Die nächste Aufgabe mache ich wann anders. Brief von mir an mein Kind schreiben in dem ich ihm mitteile, wie sehr ich es mag und was mir an ihm gefällt. Habe gar nix zu schreiben mit, deswegen jetzt nicht.

30.06.2019 17:09 • #11


Mindhead

Mindhead


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Wow, das stelle ich mir sehr schwierig vor. Aber es erscheint mir auch eine sehr schöne und wertvolle Aufgabe!
Alles Gute

01.07.2019 21:38 • #12


schnapper

schnapper


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Bislang habe ich noch nicht weiter gearbeitet mit dem Buch. Man soll sich auch nicht unter Zwang setzen damit. Jetzt war mir erst mehr nach Vergnügen und versuchen Resourcen zu aktivieren. Wenn man eins braucht bei der Behandlung einer komplexen PTBS, dann ist das sowieso Geduld und Zeit. Die Behandlung einer kPTBS dauert durchaus 5 Jahre, bis sich eine nachhaltige Stabilisierung einstellt.

15.07.2019 20:41 • #13


blue1979


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ICh habe das Buch gelesen aber nicht damit gearbeitet, da die Arbeit mit unterdrückten Gefühlen bei mir zu gefährlich ist. Auch mein Traumatherapeut macht mit mir keine Traumatherapie mehr und da bin ich ihm dankbar. Er hat selber Angst vor dem, was aus mir raus explodieren kann und ich dann eine impulsive Handlung begehe. Mein inneres Kind möchte ich nur noch in Tiefschlaf legen. Doch ich fand das Buch ganz gut aufgebaut. Es heisst oft, Wut ist gut, muss raus, kontrolliert etc . aber wenn es als Rage rauskommt ,dann kann und will mir auch keiner helfen.

16.07.2019 15:10 • x 1 #14


schnapper

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Schade. Wennes nicht anders geht, ist es ein Weg, um wenigstens einigermaßen klar zu kommen. besser als völlig aus der Bahn zu geraten. Aber ein richtigglückliches Leben und glückliche Beziehungen sind so voraussichtlich nich möglich. Unterdrücken ist nur Schutz, keine Heilung.

16.07.2019 20:19 • #15


schnapper

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Hab das Buch "das Kind in dir muss bei T finden" gerade bei Rossmann im Regal gesehen.

20.07.2019 14:14 • #16


Mindhead

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Zitat von schnapper:
Hab das Buch "das Kind in dir muss bei T finden" gerade bei Rossmann im Regal gesehen.


Tatsächlich gibt es da öfter mal solche Bücher. Das finde ich echt super. Auch wenn ich mir bis her noch keins geholt habe, da mir momentan das Geld fehlt.

20.07.2019 14:23 • #17


Jochanan

Jochanan


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Ich habe auch das Buch und habe mir dazu das Arbeitsbuch auch gekauft. Ich traue mich aber nicht dadran. Es wäre zu schmerzvoll.

Ich finde es toll von dir, dass du es alleine schaffst.

20.07.2019 14:38 • #18


schnapper

schnapper


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Brauche da auch immer wieder Mal längere Mal kürzere Pausen. Die zuletzt beschriebene Aufgabe habe ich noch nicht angefangen. Bin zur Zeit sensibler und halte daher etwas Abstand von der Arbeit damit. Insgesamt heisst es bei der Traumaarbeit eh zu einem guten stück, je langsamer desto besser.

20.07.2019 14:42 • #19


Jochanan

Jochanan


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Am besten orientierst du dich an deinem Körper. Schau, ob du grübelst, unruhig bist, wie du schläfst, ob du emotionaler als sonst handelst ... dann merkst du, wie viel gut für dich ist. Wie du schon schreibst, ist hierbei oft weniger - mehr.

20.07.2019 14:53 • x 1 #20




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