Serafin

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Hallo ihr Lieben,

da ich vermeiden möchte 3 Seiten zu schreiben, die ja doch keiner lesen mag


Alllgemein:
Ich bin 22 Jahre, weiblich, Verheiratet, 1 Tochter (1 Jahr alt)

Ängste:
Weitreichend von Verlustangst bis zu panischer Angst vor Luftballoons schon seit vielen Jahren

Therapie:
1 begonnen mit 13 Jahren, war aber nicht hilfreich. Habe danach immer gedacht, ich könnte es selbst schaffen bzw. MUSS es selbst schaffen. Erst seit kurzem wieder 1xwöchentlich bei einer Therapeutin, Versuche zur Selbsthilfe (vor allem über das Buch "Endlich frei von Angst"), Homäopathische Mittelchen (Johanneskraut, Akkupunktur etc.)

Meine größte Motivation:
Meine Ehe zu Retten und die Beziehung zu meiner Tochter nicht gefährden / die Angst an sie weiter geben etc. etc.

Meine größte Probleme dabei:
Es unterstützt mich niemand. Meine Freunde verstehen mich nicht (verlange ich ja auch nicht, aber sie wirken eher kontraproduktiv mit sätzen wie "das bildest du dir ein, stell dich nicht so an, therapie ist blödsinn" etc. etc.). Und am schlimmsten: mein eigener Mann setzt mich nur unter Druck. Er möchte am liebsten, dass ich jetzt und hier sofort therapiert bin, möchte daran keinen Anteil haben, mir nicht helfen,....... Es fallen eher Sätze wie "Ich halts mit dir nicht aus, mein Leben ist schrecklich deinetwegen" etc. etc....... Je nachdem wie meine Stimmung gerade ist, wenn diese Sätze fallen bin ich entweder tot traurig und es tut mir tausendfach leid und halte mich für den schlechtesten Menschen der Welt oder reagiere empört, was er sich einbildet, dass ich an all seinem Leid und dem Stress auf der Arbeit / mit dem Kind etc. verantwortlich bin.....


Naja ich wollte ja eigentlich nicht zu sehr ausschweifen
nach dem gestrigen Streit mit meinem Mann und einem wirklich NICHT hilfreichen Gespräch mit einer Freundin danach hab ich nun komplett das Gefühl, es versteht mich niemand, es will mich niemand verstehen und unterstützen schon gar nicht...

Vielleicht finde ich hier Verständnis? Oder wenigstens ein paar nette Worte, anstelle des dauernden "Das bildest du dir nur ein, jammer nicht rum, mit dir ist es nicht auszuhalten" etc. etc.

so ich hoffe jetzt war der Beitrag nicht zuuuu lang

Liebe Grüße ich hoffe auf Antwort

Serafin

01.05.2011 08:35 • 01.05.2011 #1


2 Antworten ↓


Marie van Klant


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Guten Morgen, Serafin...

Du bist hier schon richtig und ich begrüße Dich recht herzlich...

Oooohhh jeeee.... Was hast Du denn für einen Mann, sag mal? Gerade im privaten Bereich braucht man doch Rückhalt und Verständnis für seine Probleme. Genau dort möchte man aufgefangen sein.

Ihr habt doch ein Eheversprechen abgegeben: "In guten, wie in schlechten Zeiten"... Daran sollte Dein Mann sich mal erinnern.

Tut mir sehr leid für Dich, dass ich Dich das jetzt frage: Aber meinst Du, dass dieser Mann der richtige für Dich ist? Vorhaltungen und Vorwürfe werden Dich ganz sicher nicht aus Deiner Angst holen und machen Dir das Leben nicht einfacher. Sie setzen Dich wohl eher unter Druck und wieder hat die Angst leichtes Spiel mit Dir. Du zweifelst an Dir selbst? Dazu besteht gar kein Grund. Du leidest unter einer Angsterkrankung, die sich wohl niemand wünscht. NIEMAND aber auch wirklich NIEMAND möchte davon betroffen sein! Das sollte Dein Mann mal verstehen. Er sollte Dich eher mal ein wenig unterstützen und nicht noch drauf hauen, damit Dein Selbstbewusstsein nicht noch mehr den Bach runter geht. Sicher ist es schwierig für Angehörige, Freunde und Bekannte damit umzugehen und zu verstehen. Wir verstehen das ja selbst kaum... Ein bisschen Verständnis könnte jedoch niemandem schaden.

In der größten Not kannst Du erkennen wer Dein Freund und wer Dein Feind ist. Hat Dein Mann denn wirkich Interesse daran, dass es Dir - oder besser Euch wieder besser geht? Dann sollte er sich mal ein bisschen mit diesem Krankheitsbild auseinandersetzen.. Vielleicht versteht er dann, wie besch.... es Dir geht..

Ganz liebe Grüße

Marie

01.05.2011 09:26 • #2


chase


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Hallo Serafin,

erst einmal willkommen und viel Erfolg für Deine Therapie.

Hilf mir doch mal bitte Deine Situation zu verstehen und sei nicht sauer, ich bin halt ein ziemlich direkter Mensch:

Du schreibst, dass Du die Angsterkrankung(en) schon jahrelang hast. Hast Du sie in der Kennenlernphase Deinem Mann verschwiegen oder ging es Dir in dieser Phase so gut, dass sie nicht zu merken war(en)? Habt ihr Euch erst nach dem Ja-Sagen auf dem Standesamt das erste Mal richtig unterhalten? Ich kann es leider nicht wirklich nachvollziehen.
In der Tat gibt es Menschen, die den Partner beim Auftreten einer Krankheit Hals über Kopf verlassen. Oder jene, die am Anfang die Schwierigkeiten, die eine Erkrankung mit sich bringen kann nicht ernst nehmen und erst später merken, dass der Umgang damit doch nicht so einfach ist und dem anderen auch noch Vorwürfe machen – als ob man sich eine (Angst)Erkrankung ausgesucht hätte....

Falls Du Deine Erkrankung nie thematisiert hast, kann ich das Verhalten Deines Mannes nachvollziehen. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich das Gut heiße. Ein „Gesunder“ (was auch immer das heißen mag) kann mit diffusen Ängsten oder auch Ängsten vor „lächerlichen“ Dingen meist nicht umgehen. Ein „Gesunder“ kann nicht ansatzweise nachempfinden wie es ist mit alltäglichen Situationen oder Dingen umgehen zu müssen, die bei uns Todesangst oder Fluchtreflexe auslösen.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir, dass Deine Ehe wieder ins Lot kommt.

Viele Grüße

Chase

01.05.2011 11:31 • #3