Taarja

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Hallo

Ich bin auch neu hier und hoffe das mir irgendjemand helfen kann.
Viell sollte ich einmal kurz etwas aus meinem Leben erzählen.
Ich bin jetzt 30 Jahre und alleinerziehende Mutter eines 9 jährigen Sohnes.
Meine ersten Lebensjahre verbrachte ich in einem Kinderheim, bis ich mit 3,5
Jahren in eine Pflegefamilie kam, wo es mir sehr gut ging und ich eine schöne Kindheit erleben durfte.
Mir ging es bis zu meinem 11 Lebensjahr sehr gut, dass änderte sich als ich dann meine richtige Mutter kennen lernen wollte.
Ich bekam auf den Weg dorthin Luftnot und war total nervös.
Die Fahrt mußte sofort beendet werden und die nächste Arztpraxis angesteuert werden.
Keine wußte mit meinen Symptomen etwas anzufangen.
Verkroch mich nur noch in meinem Zimmer und konnte das Haus nicht mehr verlassen.
Ich bekam dann Tabletten und nach Wochen ging es wieder.
Ich wußte zu dem Zeitpunkt immer noch nicht was mit mir los war, solche Gefühle waren mir fremd.
Nach ein paar Jahren machte ich einen zweiten Anlauf meine Mutter kennen zu lernen.
Diesmal klappte es , bis ich zwei Monate später wieder diese Gefühle bekam.
Diesmal konnte mir endlich gesagt werden was mit mir los war.
Dieses auf und ab habe ich schon seit Jahren und dazu gehören immer wieder Klinikaufenthalte...
Weil sich die Angst die ich habe sich immer wieder neue Wege sucht sich in mir auszuleben...
Ich war dazu 7 Jahre lang abhängig vom Tavor.
Habe vor zwei Jahren einen Entzug gemacht und rühre das Zeug nie wieder an.
Jetzt geht es mir leider wieder total schlecht.
Ich habe eine generalisierte Angststörung die ich in diesem Ausmaß noch nie erlebt habe.
Ich denke 24 Stunden am Tag nur etwas schlechtes.
Mache mich mit wirklichen heftigen Gedanken so eine Angst aber allein komme ich da nicht mehr raus.
Und zwar denk ich in der einen Minute in mir wäre der Teufel oder so etwas ähnliches und will anderen Menschen nur schlechtes.
Wenn dieser Gedanke vorbei ist denk ich sofort oh Gott was ist wenn ich Stimmen höre die mir etwas schreckliches Befehlen wollen und ich es ausführe...
Ich mache mich total verrückt mit diesen Gedanken.
Ich habe wahnsinnige Angst durch zu drehen das ich verrückt werde, weil dieses Gefühl so heftig ist und ich nicht weiß wie ich damit klar kommen soll.
Das schlimmste ist dass ich seit ein paar Tagen nicht mal mehr mit meinem Sohn zusammen sein kann.
Ich habe angst davor ich könnte ihm etwas antun...
Was ich natürlich niemals tun würde, ich liebe mein Kind doch.
Aber ich schäme mich für diese Gedanken und es tut mir so leid dass ich überhaupt soetwas denke.
Ich weiß nicht warum ich so denke und habe so heftige Schuldgefühle...
Ich trau mich Nachts nicht zu schlafen weil ich denke ich könnte im Schlaf etwas machen was ich nie tun würde.
Bin letzt Nacht voller Panik aufgewacht und in das Zimmer meines Sohnes gerannt aus Angst ihm ist durch mich etwas passiert!
weil ich ja eingeschlafen war.
Aber es war alles ok.
Ich weiß echt nicht mehr weiter.
Ewig diese Gedanken aus denen ich nicht raus komme aber die machen mich fix und fertig.
Ich bin seit vier Tagen mit Medikamenten angfangen aber habe das Gefühl die Gedanken haben sich dadurch noch verschlimmert.
Gut so steht es in dem Beipackzettel ja auch drinn aber ich habe wirklich das Gefühl nicht mehr bei Sinnen zu sein, eine Gefahr für meinem Sohn zu sein oder auch für andere.
Ich habe in den letzten Jahren sehr viel negatives erlebt .
Hatte 8 Jahre lang eine heftige Beziehung aus der mein Sohn entstand.
Diese Beziehung bestand nur aus Streit und Gewalt.
Hatte nur Freunde die einen ausgenutzt haben und wenn man nicht mehr gebraucht wurde dann meldete sich keiner mehr.
Ich weiß nicht ob das alles damit zu tun haben könnte.
Aber ich verstehe nicht was das mit meinem Sohn zu tun hat?
Er ist doch das Liebste was ich habe!!
Warum habe ich so schreckliche Gedanken eine Gefahr zu sein?
Fühl mich manchmal wie eine Mörderin obwohl ich nicht einmal einer Fliege was zu leide tun könnte.
Bin ich verückt oder auf dem besten Wege dorthin?
Muß ich wirklich angst um meinen Sohn haben?
Ich habe tierische angst vor diesen schei. Gedanken!

Oh Gott hoffentlich war das jetzt nicht zu viel...
Weiß jemand Rat?
Ach ja in zwei Wochen fange ich eine Therapie an....

10.11.2009 22:05 • 14.11.2009 #1


4 Antworten ↓


salome


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Liebe Taarja,

gut schonmal, dass du da bist und dir versuchst, hilfe zu holen
Gut auch, dass du in zwei wochen eine therapie beginnst!
So wie du schreibst, bist du noch sehr wohl bei sinnen - du bist nicht verrückt und wirst bestimmt nicht verrück!!

Du schreibst, du kannst seit zwei tagen nicht mehr mit deinem sohn zusammen sein - wo ist er denn dann? Oder versuchst du nur, ihn zu meiden?
Du hast wirklich viel heftiges erlebt und nun die schwere aufgabe, ganz allein für dein kind verantwortung zu tragen...
Wie kommst du darauf, ihm etwas antun zu können? Nein, du liebst ihn sehr, vielleicht ist es die angst, nicht "gut genug" für ihn zu sein?
Was nimmst du denn für medikamente und wer hat sie dir verordnet?
Wenn dir die zwei wochen bis therapiebeginn zu lange sind, dann sprich nochmal mit deinem hausarzt, ob es eine zwischenzeitliche lösung gibt.

Ich muss jetzt mal schlafen gehen und wünsche dir eine gute nacht. vetrau dir und deiner liebe zu deinem kind!
gute nacht

10.11.2009 22:28 • #2


Taarja


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Hey

Vielen Dank für deine Antwort.
Mit dem hast du Recht , ich hab oft angst ihm nicht zu reichen, bzw das was ich ihm gebe nicht ausreicht .
Ich hab so oft Angst ihn zu verlieren, dass hängt wahrscheinlich mit meiner Kindheit zusammen.
Immer ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber , dass ich ihm kein normales Familienleben bieten kann so wie es üblich ist.
Meine Mum sagt ich würde ihn kaputt machen weil ich eben nicht diese Konsequente Hand habe die er aber eigentlich haben müßte, da er sehr nach seinem Vater geht.
Dieser kümmert sich fast gar nicht um ihn. Ich steh seit Jahren allein mit meinen ganzen Problemen und bekomme nur Kritik zu hören.
Alle sagen mir was ich falsch mache, aber es ist keiner dabei der sagt das ich auch mal was gut mache.
Zudem setzt mir die Beziehung zu meinem Ex noch ganz schön zu.
Wir waren 8 Jahre zusammen und seit sieben Jahren getrennt, trotzdem läßt er keine Gelegenheit aus mich fertig zu machen.
Sei es nur am Tel da er in England wohnt.
Er hat mir wirklich sehr viel Gewalt körperlich wie auch seelisch angetan.
Dazu kommt noch das ich das Gefühl habe das keiner hinter mir steht ich es aber trotzdem allen recht machen muß.
Ich gut genug bin wenn es anderen schlecht geht aber für mich keiner da ist.
Meine Familie kann mit meiner Krankheit nichts anfangen und stempelt mich als Simulantin hin
Das tut weh und ich weiß nicht wie ich es ihnen noch erklären kann!!

13.11.2009 17:23 • #3


salome


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mensch, kann gut verstehen, was du da beschreibst. Bin auch alleinerziehend, schon seit der schwangerschaft alleine und auch mir fällt es oft schwer, konsequent zu sein. Mittlerweile ist meine tochter 10 und manchmal ganz schön frech

Ansonsten heißt es nur FUNKTIONIEREN - auf der arbeit, zu hause, in der partnerschaft, bei der familie. ich finde es sehr anstrengend die ganze verantwortung für mein kind alleine zu tragen und finanziell uns auch alleine durchzubekommen. ja, mir ist das eigentlich zu viel aber mir bleibt ja auch nichts andres übrig
Es würde mir auch helfen, wenn familie, partner (wochenendbeziehung) die belastung mehr anerkennen würden. manchmal frage ich mich, ob ich eine memme bin, dass mir das alles oft zuviel ist...?
Na ja...

Hast du noch die komischen gedanken oder geht es dir mittlerweile besser? Bald beginnt doch auch deine therapie?

lg

13.11.2009 18:21 • #4


pax


Zitat:
mal klappte es , bis ich zwei Monate später wieder diese Gefühle bekam.
Diesmal konnte mir endlich gesagt werden was mit mir los war.

Und was war das?
Mir scheint Dein Kummer groß. Was hast Du in Deinen wichtigen ersten 3 Jahren Deines Lebens tatsächlich erlebt?
Wann kommen diese Gefühle hoch, und warum kennst Du körperliche und seelische Gewalt vom Partner in England gut? Das gelebte Bekannte?
Ich denke, Es wäre gut, wenn Du zusammen mit Deinem Sohn (er wird auch sehr irritiert sein) in eine Mutter-Kind Kur gingest.
Du solltest vielleicht lernen zu lieben und nicht kämpfen zu müssen.
Das wäre auch für Dein Kind sehr von Vorteil. Du bist vermutlich sehr überfordert, und das kann ich verstehen.
Alles Gute

14.11.2009 23:17 • #5




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