lovis

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hallo... ich versuche, mich kurz zu fassen... ich muss am ende der woche meine magisterarbeit abgeben. ich bin schon ein jahr lang krankgeschrieben, weil ich eine ziemlich heftige angstblockade habe, und für mich auch die frage ist, wie es danach weitergeht. das studieren lohnt sich nur, wenn ich drei semster zurückgestuft werde, und das ist fraglich, aber jetzt ist nicht die zeit, mir darüber einen kopf zu machen, denn ich habe nur noch diese woche. ich war schon in psychotherapeutischer behandlung, und "weiß" ganz gut, dass ich einfach da durch muss... alles häuft sich wider an, hinzu kommt meine unsichere lebenssituation, umzug auch am ersten april, wobei ich noch nicht weiß, ob ich die miete immer pünktlich bezahlen kann. mein größtes problem ist die angst vor diesem leben, davor, dass ich nicht das tue, was ich muss, einfach keine ahnung habe, ob ich den rest des studiums noch auf mich nehmen kann, wenn mich alles so fertig macht. gerade ist es wie ein böses erwachen, und ich sehe mich wie in einem überlebenskampf. ich will nicht aufgeben, gleichzeitig finde ich aber so wenig vertrauen in mir, in mich. es gibt keine zeit mehr, um großartig lange nachzudenken gerade, ich habe aber keine realistische vorstellung davon, was geschieht, wenn ich mit 27 exmatrikuliert werde und einfach mal nichts vorzuweisen habe. ich habe keine ahnung, ob ich die kraft aufbringen kann, und ich würde mir sehr wünschen, wenn jemand mir schreibt, der vielleicht eine ähnliche situation kennt. ich danke euch fürs lesen. würd mich über eine antwort freuen. auch wenn es furchtbar ist, tut es gut, nicht allein damit zu sein und schreiben zu können.

24.03.2008 19:03 • 26.03.2008 #1


8 Antworten ↓


Regi


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Hallo Lovis,

hört sich nicht so gut, steht du alleine da oder hast du von irgent einer Seite Unterstützung? Der dich stärkt und stützt, damit du alles bewältigen kannst?

Gruß

Regi

24.03.2008 19:19 • #2


Sky71


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Schön bist Du auch auf diese Seite gestossen.
Als erstes, es geht doch immer irgendwo wieder eine Türe auf im Leben ... Ich weiss hört sich vielleicht etwas komisch an , ist aber wahr!
Den Beruf den Du da machen willst, gefällt Dir das?
Ist die Angst vielleicht ein "wink" der dir sagen will, dass Du auf dem falschen Weg bist?
Ich bin mir sicher, dass auch Du licht ins dunkel kriegen wirst!
Einfach alles schön der Reihe nach in Deinem tempo.
Wünsche Dir vorerst mal viel Geduld, Kraft und Zuversicht.

Grüsse Dich
Sky

24.03.2008 22:10 • #3


Sönnchen

Sönnchen


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Hallo lovis,

es tut mir leid, zu hören, dass es dir so schlecht geht!

Aber jetzt geht`wohl wirklich erstmal um den Abschluß der Arbeit, denke ich!
Alles andere hat wohl noch is nächste Woche Zeit. Und ist die Arbeit erstmal weg, geht`s dir bestimmt auch besser. hab selbst letztes Jahr Diplomarbeit geschrieben... ich war fix und alle gegen ende. Aber das ist absolut normal (kenne niemanden, der nicht mit Blockaden und Co. gekämpft hat, unter dem Druck gelitten hat) und geht auch wieder vorbei! Nächste Woche kannst du die anderen Sachen dann bestimmt auch wieder in einem anderen Licht betrachten und angehen. Lass es ruhig mal raus, aber versuche jetzt nicht alles zu lösen und nicht so weit in die Zukunft zu blicken! Das ist einfach eine x. Zeit - aber für fast jeden, der sein Studium abschließt. Klar ist eine Angststörung eine zusätzliche "erschwerte Bedingung". Aber ich denke eben, dass man sich auch ab und zu klar machen muss, dass ein Teil der Ängste ABSOLUT NORMAL sind und von (fast) jedem überwunden werden müssen.

Wie viel ist denn für deine Arbeit noch zu tun? was hast du für ein Gefühl?

LG

25.03.2008 08:46 • #4


lovis


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hey...
erstmal danke für die antworten. eure anteilnahme tut gut. besonders die letzte antwort versuche ich mir zu herzen zu nehmen...
es ist halt sehr leicht, sich überrennen zu lassen... die dinge haben eben erst nächste woche platz... ich sitze jetzt wieder davor, und muss noch ne menge machen, hauptsächlich die struktur überarbeiten und die logische abfolge klären und teilweise ganze kapitel schreiben. naja, ich habe noch bis montag zeit, wenn es nicht klappt, keine ahnung, wahrscheinlich werde ich dann doch noch eine krankschreibung abgeben, aber das will ich einfach nicht mehr. ich versuche einfach noch einmal alles zusammenzunehmen, was ich hab.
auf die frage nach unterstützung, ob ich jemanden habe: mein freund versucht, mich am schreiben zu halten, ist aber ist ostern zu seiner familie gefahren (bis donnerstag) nicht da. übers telefon gibts kontakt. ich fühle mich nicht besonders gut, sobald ich merke, wie abhängig ich vom zuspruch eines anderen bin, wie sehr ich klammere, den inneren druck, ihn jeden tag sprechen zu müssen. ich versuche, mich von diesen gedanken, mir selber, zu distanzieren. das schlimmste ist glaube ich, jeden morgen aufzuwachen, und sofort ist ein schlechtes gewissen da. gerade geht es, ich mach einfach irgendwie weiter. ach eines noch: sicher kenne ich die überlegung, dass es vielleicht ja so schwer ist, weil ich eigentlich einen anderen weg gehen müsste- ich denke, ja, womöglich ist das so, und ich hätte anders wählen können, hätte nach dem abi versuchen sollen, in nen künstlerischen studiengang zu kommen, aber nun isses so, ich bin zu lang auf diesem zug gesessen, und wenn du fragst, ob ich denn den beruf machen möchte: ich habe gar keine ahnung (ja, peinlich, ich bin eine träumerin) was ich für einen beruf machen könnte/wollen würde, ich wäre rein vom abschluss her germanistin und historikerin, will aber gar nicht forschen denk ich und will auch auf keinen fall journalistisch arbeiten in dieser gesellschaft- eigentlich will ich reisen, menschen treffen, zeichnen, musik machen, verstehen, ohne mich an bücherweisheiten klammern zu müssen, was beweisen zu müssen, es ist schwammig, weil ich kaum klar denken kann gerade. ich glaube wirklich, ich mache mir immer noch falsche vorstellungen über das leben- nichts ist für immer abgeschlossen denk ich, jeden tag wird es irgendetwas zu kämpfen geben usw. ... ein bisschen innerlicher frieden, der bestand hat, das wäre sicherlich viel. das studium jetzt nicht zu beenden, fühlt sich einfach wie flucht an. es ist ein weg, und vielleicht ein umweg, ich weiß es nicht. bis hierher... einen guten tag euch, und alles liebe für euch..

25.03.2008 13:29 • #5


Sönnchen

Sönnchen


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Hallo lovis,

nein, jetzt ist auch nicht der richtige Zeitpunkt über richtig und falsch in deinem bisherigen Leben nachzudenken!

Und ich denke auch, dass es auf jeden Fall sinnvoll ist, das Studium abzuschließen, auch wenn es nicht der Traum ist. (Mal ehrlich, für wen ist es das schon?) Du hast schon soviel dafür geackert, das würde ich jetzt nicht mehr "wegwerfen".

Du weiß ja immerhin genau, was zu tun ist, also ran!! Mach dir doch vielleicht einen Zeitplan oder so!?

Schade, dass dein Freund nicht da ist um dir beizustehen! Ich denke auch nicht, dass du die Situation jetzt (mit Abhängigkeit und Co.) überbewerten solltest! Du stehst einfach unter einer enormen Anspannung! Es ist total normal, sich in so einer Situation an alles mögliche (Zig., Kaffee, Süßkram, Partner,...) zu klammern! Das ist aber in einer Woche vorbei und dann kannst du dich erstmal neu sortieren.

Und das morgendliche Aufwachen... ich kenne es noch ganz genau! Aber das Ende ist doch auch in Sicht! Es wird nicht mehr viele solcher "Morgens" geben!

LG

25.03.2008 15:09 • #6


lovis


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sönnchen, danke dir für deine antwort. vielleicht liest du noch diesen beitrag. mein problem ist, dass nach dieser arbeit die uni ein rückstufungsgesuch akzeptieren müsste, weil ich mein zweites hauptfach noch machen muss, das gesamte hauptstudium, und ich würde das in zwei semstern auch durchziehen. im sommer natürlich erstmal noch die zum abschluss gehörigen mündlichen prüfungen nach dieser magisterarbeit. angst pur. ja, vielleicht klappt es, vielleicht wird sich auch der richtige job dazu ergeben, dieses jahr arbeite ich noch auf mittelaltermärkten, und meine eltern unterstützen mich monatlich -noch. aber ich weiß, dass auch das ein ende haben muss. also wenn ich diese arbeit abgebe, ist immer noch nicht sicher, ob ich dann weiterstudieren kann. es ist eben so, ich kann es nicht ändern, ich kann eigentlich nur eins tun, und das ist schreiben, heute, morgen, bis montag früh wahrscheinlich. wenn ich es schaffe, okay... wenn nicht, bin ich 27 und habe nichts, aber auch gar nichts vorzuweisen. ich weiß nicht mal, was für eine ausbildung ich machen wollen würde. und wer mich hnehmen würde... das hauptproblem ist einfach, dass ich mir gar nichts mehr zutraue, und dass ich hier schreibe. macht mir auch schon ein schlechtes gewissen. ich müsste wissen, dass mir keiner mein leben abnehmen kann, nicht wahr. aber ich habe echt das gefühl, einfach in der falle zu sitzen. ich frage mich, was die richtige vorgehensweise ist, ich kann einfach an nichts anderes so wirklich denken, und habe angst, dass ich mir nur vormache, dass alles schon wird aber jeder vernünftige mensch schon längst das studium geschmissen hätte in meiner lage. ich sehe keine alternative, habe einfach nur noch --- ich habe nicht mal lust, dieses wort wieder auszuschreiben, weil es ja doch nicht hilft. ich bin dir nicht sauer, wenn du nicht antwortest, ich weiß selber, dass man dazu nicht viel sagen kann. oh mann, ich wünschte, ich würde wissen, was ich tun kann. ob dus liest oder nicht, ich danke dir für deine antwort und versuch trotzdem nicht aufzugeben, auch wenn ich nicht weiß, wofür genau...

26.03.2008 11:15 • #7


Sönnchen

Sönnchen


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Hallo lovis,

mensch, das ist dann natürlich echt beschissen, wenn du noch nicht mal die Perspektive "Studienabschluss" sicher haben kannst... bzw. es nicht mehr allein in deiner Hand liegt. Hatte das oben mit der Rückstufung nicht ganz verstanden. Aber jetzt! Das fällt mir leider echt nicht viel zu ein, außer, das das natürlich nochmal erschwertere Bedingungen (v.a. für Motivation) sind, da gebe ich dir recht! Ich glaube außer die Situation versuchen zu akzeptieren ist da auch gerade nichts möglich!

ich verstehe dich richtig gut, was deine Selbstzweifel angeht, dieses "nicht wissen, was man will", "sich für alles ungeeignet finden", angenervt sein/schlechtes Gewissen, weil man noch von den Eltern abh. ist und so weiter und so fort....
Ich arbeite jetzt auch bewusst an meinem Selbstbewusstsein. Vielleicht ist das ja auch noch was, was du mal angehen könntest, so nach dem Mo...

Ich spüre richtig, wie du versuchst, jeden Strohhalm zu greifen und dich hochzuziehen! Ja, das mit dem "besser wissen" und es auch fühlen, das ist leider immer so eine Sache, nä?
2 Vorschläge:

Versuche dich doch wirklich mal auf deine Stärken, das was du kannst, was du schon geschafft hast usw. zu besinnen! Du hast das alles in dir!

Versuche dir doch mal vorzustellen, dass du gar nicht in der Falle sitzt, sondern "nur" in den letzten Zügen deiner Magisterarbeit!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft!

LG

26.03.2008 11:34 • #8


lovis


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sönnchen, danke dir so. ich weiß nun gerade nicht weiter. eins muss ich sagen: ich weiß nicht und kann es mir nicht erklären, warum ich mich weigere, zu schreiben. ich sehe keine antwort, ich tue es einfach nicht. keine ahnung. ich frage mich ständig nur eines, was für aussichten ich in der zukunft habe. ich denke an hartz 4, an einen beknackten job, an den verlust eines gefühls von eigenmächtigkeit, daran, dass ich mich schäme. ich bin weit davon entfernt, an selbstmord zu denken oder sowas, aber ich bin auch weit davon entfernt, es in den griff zu bekommen. ich kanns nicht abstellen, ich muss mich jetzt wohl mal selber anbinden. danke für deine zeit, es tat gut, das zu lesen. alles liebe für dich.

26.03.2008 15:52 • #9




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