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Rockabella 84

Hallo zusammen,
ich bin Dani, 28 Jahre alt und, wie ihr seht, neu hier. Allerdings in puncto Ängste und Panikattacken eher ein alter Hase im Geschäft.
Ich hab eigentlich noch nie anderen Leuten, ausser entsprechenden Psychotherapeuten, meine Geschichte erzählt. Und ich befürchte, sie wäre im Ganzen auch echt viel zu lang. Ich versuche mich also kurz zu fassen und vielleicht hält es ja jemand bis zum Ende durch
Ich bin in einer Patchworkfamilie "groß" geworden, meinen richtigen Vater kannte ich damals noch nicht, er wollte mich nach der Geburt nicht sehen, sagte immer ich wäre nicht seine Tochter. Ich habe mit meiner Halbschwester und meinen beiden Stiefgeschwistern, meinem Stiefvater und meiner Mama zusammengewohnt.
Meine Mutter war für mich meine Bezugsperson. Ich hatte niemand sonst. Sie hat mir alles bedeutet, ich hatte schon früher ganz schlimmes Heimweh, wenn ich nur eine Freundin besucht habe oder so, bin ihrem Auto hinterhergelaufen, wenn sie mich bei meiner Oma abgesetzt hat, etc. Ich hatte schon als kleines Kind wahnsinnige Verlustängste. Rühren vielleicht daher, dass meine Mutter bis zu meinem Stiefvater stetig wechselnde Beziehungen hatte, die teilweise echt grenzwertig daneben waren.
Als ich neun wurde, bekam meine Mutter Krebs. Lymphdrüsen. Sie hatte keine Chance. Zu uns Kindern hat sie immer gesagt, sie ist nicht schlimm krank, sie wird wieder gesund, sie würde nicht sterben. Sie hat es mir versprochen. (Ich nehme ihr das nicht übel, ich denke sie wollte uns einzig und allein schützen). Und nach einem Jahr Krankheit,bekam ich meine erste Panikattacke. Ich dachte von jetzt auf nun auf einmal, ich muss sterben. (Ich denke, ihr wisst wovon ich rede.) Meine Mutter wusste damals nicht wie sie damit umgehen sollte, ein 10 Jähriges Kind, was panisch wird, denkt es stirbt, hyperventiliert, etc. Wer kann damit schon umgehen? Meine ganze Familie, bis auf meine Mama, haben mich nicht ernst genommen. "Stell dich nicht so an..." "steiger dich da nicht so rein..." "du bist ja nicht normal...." waren ständige Aussagen. ALso fühlte man sich als 10 jährige auch nicht normal. Ich war dann mal in der Kinderpsychiatrie für eine Woche, die "SPEZIALISTEN" damals sagten, dass würde sich wieder legen. Von alleine.
Als ich kurz vor meinem 13 Geburtstag stand, starb meine Mutter. Meine Welt war damit zerbrochen. Von dort an lief alles wie in einem Film ab. 3 Monate später starb meine Oma. 3 Monate danach nahm sich ein guter Freund von mir das Leben. An viele Dinge kann ich mich nicht mehr erinnern. Oder vielleicht will es mein Unterbewusstsein auch nicht. Ich kam dann zu meiner Tante. (Das war auch gut so, ich wollte dort hin, bei meinem Stiefvater wollte ich auf keinen Fall bleiben.) Meine Tante, die gerade ihre Schwester, so wie ich meine Mutter, verloren hatte, war selbstredend gänzlich überfordert. Sie hat selbst auch 2 Kinder. Ich bewundere diese Frau bis heute, dass sie mich damals aufgenommen hat. Die Panikattacken wurden immer schlimmer. Und weil niemand mich ernst nahm, bin ich, mit 13 Jahren, alleine zum Kinderarzt gegangen und habe gesagt, dass ich ein Problem habe und eine Psychotherapie möchte. Ich glaube von dem Tag an, habe ich buchstäblich das Kind sein abgelegt. Ich wusste, ich muss mich um mich selbst sorgen, sonst bekommt es niemand hin.
Ich habe eine Verhaltenstherapie gemacht, für knapp 2 Jahre insgesamt. Dies half mir ganz gut. Es ging mir wesentlich besser.
Nachdem mich allerdings mit 17 meine erste große Liebe verließ, brach für mich (wieder) die Welt zusammen. Stationäre Aufnahme, Psychiatrie. Ich möchte über diese Zeit ungern reden, ich kann nur sagen, dass ich keinem Menschen auf dieser Welt jemals empfehlen würde, diese Psychiatrie zu besuchen. Es war ein Märtyrium, was ich dort durchgemacht habe. Ich denke, aus dieser Zeit bin ich bezüglich Krankenhäuser echt traumatisiert.
Danach, war ich erstmal durch mit allem. 5 Monate Psychiatrie. Ich hatte das Gefühl, jetzt hält mich die gesamte Welt für irre. Und dann, naja, ging es einige Zeit irgendwie. Höhen und Tiefen, ihr wisst das, denke ich....
Ich habe dann zwischendurch immer mal wieder Beratung gesucht, in Beratungsstellen für junge Menschen, etc. Ich kam irgendwie nie lange ohne aus. Bzw hatte ich jedes mal, wenn ich nach der letzten Stunde die Tür der Beratungseinrichtung verließ das Gefühl, es gibt ganz tief in mir den Grund dafür.... aber ich habe ihn noch nicht gefunden. Zwischendurch ist viel passiert. Ich habe mit 21 geheiratet, mich mit 22 wieder scheiden lassen. Habe aber seit nunmehr 5 Jahren einen ganz lieben Partner, der es tatsächlich noch mit mir aushält
Mit den Jahren wurde aus den Panikattacken allerhand anderes. Ich kann nicht mehr einfach so Tabletten nehmen, habe wahnsinnige Angst vor Nebenwirkungen. Ich habe so viele psychosomatische Symptome, vor allem Magen und Darm, dass ich gar nicht mehr weiss, was genau ich ernst nehmen soll und was nicht, ich habe panische Angst vor Krankheiten (renne ständig mit Desinfektionsmittel rum ) , hinter JEDER Reaktion meines Körpers vermute ich das Schlimmste.
Selbstredend habe ich CMD (Nächtlicher Zähneknirscher) und dadurch ärgert mich mein Rücken permanent.
Im vorletzten Jahr habe ich dann erneut eine Psychotherapie begonnen. Ich bin auf Empfehlung zu diesem Mann gegangen. Er ist Antroposoph. Und ich glaube, dies war nun wahrlich nicht die richtige Therapieform für mich. Ich habe mich nicht wohl gefühlt, einiges ist noch schlimmer geworden. Ich wollte es durchziehen, wollte nicht aufgeben. Aber letztendlich war das für mich halbwegs verschenkte Zeit.
Zur Zeit bin ich sehr zurückgezogen. Meine "Freundinnen", ich weiss gar nicht, ob ich diese noch so nennen soll, machen sich im Grunde über mich lustig und nehmen mich nicht mehr ernst.
Und ich habe gedacht, vielleicht helfen mir Menschen, denen ich hier gerade nichts neues erzähle, sondern die diese Probleme kennen und wissen, wie es ist, sich zu fühlen, als wäre man der enzige Mensch auf dem Planeten, der sowas hat.
Ich habe viele viele Dinge meiner Geschichte ausgelassen, es würde mich eh wundern, wenn jemand diesen Satz hier untern noch liest ich denke, es wäre alles zu viel.

Nun werde ich mal schauen, wer hier so herumläuft und ob es vielleicht Menschen gibt, die mich verstehen.
Ich hoffe es.

Liebste Grüße und DANKE fürs Lesen !

Dani

01.03.2013 09:56 • 20.03.2014 #1


3 Antworten ↓


becean


hallo
habe im moment auch probleme mit meinem kiefer und mit tun alle zähne im wechsel weh. ich knirsche auch nachts mit den zähne. wache morgens sogar mit zusammengepressten "Beißern auf.
mein Nacken und der komplette rücken schmerzt. hab solche angst und das gefühl das die schmerzen füt immer bleiben. habe ende april einen termin beim orthopäden. kommen diese zahnschmerzen wirklich vom zähneknirschen?
lg

20.03.2014 08:03 • #2


bleeny


Becean das kann schon sein..bei mir ist der Kiefer auch ständig etwas ausgerenkt...
Gut ist hier auch ein osteopath der geht den Kiefer mit an und evtl. Zum Zahnarzt
Der kann dir ne Aufbissschiene für die Nacht anfertigen dient dann dazu das sich der Kiefer wieder richtet und du Nachts nicht knirschst.

Viel Erfolg

20.03.2014 08:06 • x 1 #3


becean


ja das mit der aufbissschiene hat mein za auch schon gesagt. bei mir steht noch eine füllung an, und zahnreinigung. das problem ist aber das ich tierische angst vorm za habe. warum weiß ich auch nicht. hab diese angst seit ein paar jahren.vielen dank für den beitrag.

20.03.2014 09:47 • #4