Valmont

Valmont

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hallo,
ich bin neu hier im Forum und sehr überrascht, wieviel Leute es gibt, die unter Ängsten, Panikattacken, Depressionen usw. leiden.
Komisch, daß im "normalen" Leben nie irgendjemand diese Probleme zu haben scheint. Zumindest spricht niemand offen darüber - alle sind ja immer so "toll drauf".
Ich bin 43 Jahre alt und mache - mit Unterbrechungen- seit über 20 Jahren Psychotherapie. Ich war in mehreren Klinken, aber langfristig haben weder diese noch diverse Medikamente geholfen.
Zum Glück habe ich eine gute Therapeutin gefunden, die mich schon seit mehreren Jahren begleitet.
Trotzdem komme ich immer wieder in Phasen, in denen ich das Gefühl habe völlig verrückt zu werden. Die kleinsten negativen (manchmal auch positiven) Ereignisse lösen bei mir unglaubliche Angst aus, und das Gefühl alles ist ganz weit weg und völlig unrealistisch. Ich fühle mich dann völlig isoliert und habe totale Angst in die Geschlossene gesperrt zu werden.
Dazu kommen Depressionen und viele körperliche Beschwerden.

Das einzige,was mit bisher wenigstens einigermaßen geholfen hat, ist ein homöopatisches Mittel Namens "Arsenicum album". Es wirkt angstlindernd und hat keine Nebenwirkungen. Ich bin durch Zufall darauf gestossen, und bin froh das ich es habe. Üblichen Psychopharmaka vertraue ich nicht mehr so wirklich, ich habe schon viele genommen, die aber alle nichts gebracht haben - jedenfall nicht auf Dauer.

02.04.2010 21:10 • 11.04.2010 #1


7 Antworten ↓


Jessica84


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Hallo,

ich muss dir recht geben, bis jetzt habe ich auch noch nie jemanden getroffen der offen darüber geredet hat.

Ich wünsche dir einen guten Austausch hier.

03.04.2010 06:46 • #2


Koi


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Hallo und Willkommen !

Also ich machte zwar die Erfahrung im Freundeskreis, dass kiener von selbst damit rausrückt, aber wenn man von sich und seinen Angststörungen erzählt, lösen doch überraschend viele ihre Zunge und schildern ähnliche aktuelle Probleme oder aus ihrer Vergangenheit
Habe echt gestaunt.
Würde behaupten 40 % in meinem Umfeld hatten in dieser Hinsicht (Panik, Angst, Depris) schon Probleme.
Ich hing es bei mir von Anfang an an die grosse Glocke was mit mir los ist.
Das hat mir unheimlich geholfen und so manche Attacke erspart.
Es zu verheimlichen bringt gar nix, ausser dass es schlechter wird und den Therapieweg verlängert.
Auf mich kommen sogar Menschen zu, die wissen dass ich Angststörungen habe und Panikattacken hatte und bitten um Rat ^^

Lg

03.04.2010 07:36 • #3


Miasma


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Hallo,

ich habe die selbe Erfahrung wie Koi gemacht. Als ich anfing offen über meine Angst und Panikattacken zu sprechen schilderten mir ganz viele aus meinem Umfeld was mit ihnen los ist.
Du musst Dir immer bewusst sein, dass Du nicht total irre wirst. Es kann nicht passieren, dass Du auf einmal wie Huhn durch die Gegend stolzierst. Oder wie ein verrückter schreiend im Kreis läufst. Die Angst spielt Dir das nur vor.

03.04.2010 11:13 • #4


Valmont

Valmont


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Danke für eure Antworten.
Das Gefühl "verrückt zu werden" ist wirklich entsetzlich. Obwohl mir mein Psychiater gesagt hat, daß es keine Psychosen sind, habe ich trotzdem eine irrsinnige Angst davor Geistig umnachtet zu werden oder so etwas.
Manchmal reichen die kleinsten Ereignisse (Nachrichten, ein Bild, ein Gespräch) und ich denke wieder: Oh Gott, jetzt geht es wieder los, ich hab ganz komische Gedanken und Vorstellungen, eben wie ein Verrückter.
Und dann seh ich mich schon auf der Geschlossenen.

06.04.2010 15:44 • #5


holly68


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Hallo, bin neu hier...
ich wurde vor 2 Monaten von meinem Freund verlassen und seitdem finde ich nicht mehr zu mir.Als ich ihm sagte,ich könne mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen, hat er gelacht und gesagt ,ich solle mal nicht so übertreiben.Ich sitze jeden Tag zu Hause und weine mir die Augen aus dem Kopf... wie tief soll der Fluss noch werden?Meine Freundin, ich habe nur eine,kennt mich gar nicht so.Ich war immer lebenslustig und optimistisch und jetzt kann ich nicht mehr.Meinen Job habe ich auch verloren.
Bin noch 41 Jahre und habe bald Geburtstag.Bis jetzt war es immer der schönste Tag im Jahr für mich, aber wenn ich an den Tag denke, wie ich allein zu Hause sitzen werde,kommen mir wieder die Tränen.Habe schon auf 7 Kontaktanzeigen geschrieben und oh Wunder, keine Antworten bekommen.so langsam glaube ich, ich drehe hier durch in meiner Wohnung...
LG holly

11.04.2010 12:41 • #6


Elsa


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Hallo Holly,

Du wirst nicht durchdrehen. Jedenfalls nicht durch die Angst selbst. Die Folgen wie Isolation, Arbeitsplatzverlust und die daduch entstehenden finanziellen Sorgen treiben unsere Psyche immer weiter an den Rand einer Art "Verrückthei". Wir können nicht mehr klar denken und handeln. Wir ziehen uns immer mehr zurück und reduzieren unser Leben fast nur noch auf unser "Selbst", wobei naturgemäß das Negative in den Vordergrund gestellt wird.

Es fehlt oft der nötige Blick über den berühmten Tellerrand, ohne den es ein Zurück in ein vernünftiges Gleichgewicht nicht gibt.

Leider habe auch ich kein Patentrezept für eine Heilung, denn auch bei mir dreht sich dieses "Hamsterrad" in bewährter Regelmäßigkeit seit etlichen Jahren. Es hat mir die besten Jahre meines Lebens, den Job, Freunde und alle Freude gekostet. Und das alles bei (manchmal denke ich leider) klarem Verstand. Trotzdem kann ich Deine Angst verstehen, denn unsere Gefühle gaukeln uns immer das Schlimmste vor.

Alles Gute

Gruß Elsa

11.04.2010 13:50 • #7


holly68


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Hallo Elsa,
danke für deine Antwort... ich habe schon befürchtet,das ich seit Wochen Monologe führe und immer führen werden muss.
Es geht mir etwas besser,habe mich aufgerafft und eine Ausstellungseröffnung besucht.Es ging über ein afrikanisches Volk,das in Namibia lebt.Der Fotograf hat Spenden gesammelt und es so ermöglicht,dass ein Brunnen gebaut werden konnte.Sehr interessant.
Wenn ich solche Vorträge höre,kommt mir mein eigenes Leid so winzig vor.Was ist schon Liebeskummer verglichen mit der täglichen Sorge ums Überleben?
Danke nochmal an dich, mir geschrieben zu haben.
Lieben Gruß
und dir auch alles Gute,Holly

11.04.2010 19:13 • #8