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201329.12




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Hallo,

hat hier jemand genauere Erfahrung mit Tavor Entzug?

Kann es sein, dass es einem gestern schon wieder super ging aber heute wieder total mies?

LG

Auf das Thema antworten


  29.12.2013 20:50  
Hallo Neuro87
Also Ich war 10 Jahre lang auf Tavor und bis vor 1 Monat noch in einer Psychosomatischen Klinik
wo Ich langsam entwöhnt wurde, dort hatte Ich auch Schwankungen wo es mir mal gut ging und dann wieder total schlecht,
allerdings weiß Ich nicht ob das nur am Tavor lag, weil Ich auch depressive Episoden hatte. :?

:neujahr:



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  31.12.2013 17:24  
Ich hab auch 2 mal einen Entzug gemacht. Hatte extrem hohen Bludruck, Anspannungszustände jenseits von gut und böse. Dachte jeden Tag ich sterbe 24h am Tag. Schlaf so gut wie gar nicht ....
Beim 2. Entzug dachte ich, ich habe es überstanden, es ging mir besser. Aber dann kam nochmal eine Phase nach ein paar Wochen .... hatte Angst durch Leitungswasser zu vergiften, dachte ich hab Tollwut etc ...



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Niedersachsen
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  20.01.2015 20:42  
....Ich war erstaunt, als mir erzählt wurde, dass im Laufe eines Jahres eine
ganze Menge Menschen in die Klinik kommen, um solch einen
Medikamentenentzug durchzuführen. Mir wurde gesagt: „Machen sie
sich keine Sorgen, das kriegen wir schon hin.“ Das hoffte ich, ehrlich
gesagt ging ich von einer Dauer von zwei Wochen aus. So schlimm
würde der Entzug schon nicht werden - was für eine grandiose
Fehleinschätzung.

Die erste Woche war noch ganz annehmbar. Ich wurde langsam
herunterdosiert und bekam zusätzlich Medikationen gegen mögliche
auftretende Krampfanfälle. Diese sind in der Regel eine Nebenwirkung
eines solchen Entzugs und können lebensbedrohliche Auswirkungen
haben. Es ist also dringendst (!) davon abzuraten, einen Lorazepam-
Entzug alleine zu Hause durchzuführen.

Ein Therapeutengespräch hatte ich in der Woche und ab und an
Ergotherapie, ein paar Bilder malen. Die Therapeutin - noch ganz jung -
war sehr nett und tat alles, um wieder einen Funken Stabilität in meine
Seele zu bringen. Dafür dass sie scheinbar „frisch von der Uni“ kam
hatte sie eine ganze Menge auf dem Kasten. Auch der Bezugspfleger,
Herr Hollen, war ein Ar. in seinem Bereich. Ein Mensch mit viel
Einfühlungsvermögen, der zudem den Patienten wirklich helfen wollte
und sie nicht nur als bloße Ziffer im System betrachtete. Ich habe oft
Glück mit meinen Therapeuten und Pflegern. Ich ging viel spazieren
oder plauderte mit meinen Mitpatienten. Das ging noch, denn ich erhielt
ja noch eine reduzierte Menge Lorazepam.

Ab Tag Nummer 11
erwischte mich dann die Krähe im Sturzflug. Der Körper schrie nach
dem Medikament. Die Rezeptoren glaubten, es würde ihnen weiter
zugeführt werden. Doch da kam nichts, beziehungsweise nur noch eine
ganz kleine Menge von 0,5 Milligramm pro Tag. „Alarmstufe Rot“,
Gewitter, Sturm, Raketen, Maschinengewehrsalven in meinem Kopf. Ein
kopfähnliches Ding, das von oben bis unten durchgeschüttelt wurde. Ein
Tornado, Erdbeben, Tsunami, glühende Kohlen zwischen Stirn und
Amygdala. Die Hölle auf meinen Schultern, die Welt ist tot, wer bin ich
noch? Ein Abklatsch eines Menschen. Ein Nichts in einem zugigen,
nassen und kalten Erdloch. Bomben fallen, Volltreffer! In strömendem
Regen und stinkendem Matsch. Zwischen Tag 11 und Tag 31 ging ich
durch die Hölle. Schlaflosigkeit, Albträume, fürchterliche Depressionen,
Kraftlosigkeit und abgrundtiefe, brutale Angst. Schlief ich, dann hatte ich
Albträume, wachte ich auf, dann hatte ich eine massive Angst - kurz
vorm Kotzen. Es dauerte manchmal Stunden, bis ich einigermaßen ruhig
wurde und mich aus meinem Zimmer traute. Man spricht von einem
sogenannten „Rebound“-Effekt. Die Angst kommt stärker zu Tage, als
jemals zuvor. Ein Jahr lang hatte ich nun Lorazepam genommen, an ganz
schlimmen Tagen 4-5 Milligramm. Das Zeug lagert sich irgendwann in
den Fettzellen ab, deswegen dauert ein Entzug auch so fürchterlich lange
und die Nebenwirkungen kommen in Schüben. Ging ich nur den Flur
entlang, die Wahrscheinlichkeit bestand, dass ich jemanden treffe, bekam
ich panikartige Zustände. Ich stand permanent kurz vorm Heulen, hatte
eine fürchterliche Sorge, dass es immer so bleiben würde. Ich war völlig
panisch und apathisch zugleich, ja existierte kaum noch.
Hiiiillllfffffeeeeee! Ich erhielt zudem Atosil, ein Beruhigungsmittel,
welches mich teilweise wie ein Geist über die Gänge schlurfen ließ, ein
Roboter im Schlafanzug. Ich wunderte mich zu Anfang immer, wieso die
Menschen in der Psychiatrie so neben sich stehen, so langsam sind. Nun
war ich ein Teil von ihnen, langsam, apathisch, freudlos, verzweifelt. Ich
fühlte mich teilweise völlig „plemmplemm“. Eigentlich bin ich
Nichtraucher, in der Psychiatrie rauchte ich an harten Tagen eine ganze
Schachtel.

Insgesamt war ich fünf Wochen in der Klinik bis ich stabil genug war,
überhaupt in einen Zug zu steigen und nach Hause zu fahren. Und ich
wusste: Die Entzugssymptome und die verstärkte Angst würden noch
mehrere Wochen so weitergehen, zumindest mit großer Wahrscheinlichkeit.
Es gibt Tavor-Entwöhnungen, welche sich über ein halbes Jahr
oder länger strecken, bei einigen Menschen wiederum dauert es nur
einige Wochen, sicher ist: Das Elend geht vorbei, auch wenn man es
manchmal selber nicht mehr glaubt.
Ein Kumpel, der in der Vergangenheit sehr viel mit Dro. zu tun hatte,
erzählte mir, dass ein Heroin-Entzug nichts gegen eine Tavor-
Entwöhnung sei. Dieses hätten damals mehrere Heroin-Tavor-Abhängige
erzählt. Ein Tavor-Entzug gehört zu den härtesten Suchtbefreiungen
überhaupt.
Insgesamt dauert der Entzug, mit „Flash-Backs“ und Rebound-Effekten
wohl ca. zwei Monate, puh, ein Meilenstein. Wer das geschafft hat, den
kann eigentlich kaum noch etwas schrecken. Wer das geschafft hat, der
verdient ein Denkmal aus purem Gold. Das Denkmal setzt einem nur
leider keiner.

Ich habe es geschafft, das größte, massivste Leidenstal zu durchschreiten,
welches ich jemals erlebt habe. Ich hatte dem Teufel ins Gesicht
geschaut und mich dann abgewandt. Der Entzug war überstanden und
zudem hatte ich fünf Wochen lang keinen Tropfen B. angerührt.
Außerdem war ich nun 8 Kilo leichter, ich konnte einfach in der Zeit
kaum etwas essen. Ich war nun auf ein Medikament eingestellt
(Paroxetin), welches die Depressionen sehr stark linderte und auch die
soziale Phobie etwas abschwächte. Thank god, nach zwei Jahren auf der
Suche schlug nun endlich ein modernes Antidepressivum an. Was für
eine Erleichterung, damit hatte ich nicht mehr gerechnet. Danke an wen
auch immer, dass diese fürchterlichen Entzugserscheinungen aufgehört
haben, niemals wieder Tavor!


Auszus aus: Soziale Phobie. Die Krähe und der Papagei.
Autor: Mutiger Angsthase. 2015, S.93-97

Danke2xDanke


1
Neustadt
  14.05.2017 18:08  
Hallo zusammen, ich suche über dieses Forum einen Gleichgesinnten, der Entzug von Tavor gemacht hat.
Kurz zu meiner Gschichte:
Alles begann im Jahre 2012, an einem Tag, an dem mir mein Hausarzt „Luzifer“ auf Rezept gab…..
Dieser Luzifer nannte sich Tavor, der mich bewahren sollte vor Angst-Panikattacken die bis hin zur Todesangst führten……..
Fleißig nahm ich von diesem Zeug 7,5 mg Tag für Tag ein und das über zwei Jahre, meine Kinder sahen mich nur noch als Zombie der mit herunterhängenden Schultern im Geschehen schwebte.
Ich beschloss 2014 einen Entzug zu machen. Der 8 wöchige Entzug brachte mich wieder ins Leben zurück , aber ich ging durch die Hölle…………….ich glaubte, es endlich geschafft zu haben, ich habe diesem Zeug den Rücken zugedreht
Aber nichts dem zu Trotze, begann mein eigentlicher Entzug sechs Wochen später…………….(keine Tavor mehr nach dem Entzug)
Es fing an, dass von heut auf morgen mein Mund und Zunge wie Feuer brannten, ich bekam ganz starke Kieferschmerzen, meine Missempfindungen im Mund fühlen sich an, als wenn überall Schürfwunden sind, jeder einzelne Zahn tut mir weh, dazu kam eine starke Sinusitis und Tinitus, Ohrenschmerzen, ach es gibt in meinem Kopf kein Plätzchen mehr, das nicht weh tut. Angsattacken kamen sehr stark zurück.
Für mich begann eine große Reise von Fachärzten bis hin zu einer psychologischen Hypnosetherapie….keiner konnte mir helfen, keiner fand eine Diagnose……….
Ich befinde mich nun seit ca. vier Wochen in einer Schmerztherapie……..
Ich erzählte meinem Arzt von dem Tavorentzug, er meinte, dass das Nachwehen sind von Tavor, nach dreimaliger Infusion, die nicht anschlug, machten wir Probe aufs Exempel ich nahm Tavor ein,ihr werdet nicht glauben, aber meine Schmerzen wurden weniger, es war so schön, einmal wieder durchatmen zu können ohne Schmerzen ich wusste schon gar nicht mehr, wie schön das Leben sein kann,…………….Ich habe acht Tage Gebrauch von 2,5 mg Tavor gemacht, aber das nur unter Aufsicht meines Arztes und jetzt habe ich wieder Entzugserscheinungen wie Schwitzen, Unruhe Schlaflosigkeit, ich musste wegen jedem Schei….…weinen, wir wollen es mit medizinischen Canna. versuchen…….. (hat da jemand Erfahrung damit) ich habe ein Privatrezept für Canna. bekommen, man wird in der Apotheke behandelt, ja, wie ein Verbrecher…….. und dann 10 mg in Tropfenform kostete für mich an die 300 €…
Nach drei Jahren Schmerzen bin ich hoffnungslos und habe Angst, dass das gar nicht mehr weg geht……es kann doch nicht sein, dass nur noch Tavor helfen kann, meine Nerven sind durch das Dreckzeug kaputt, ja einfach kaputt und ich habe absolut keine Lebensqualität mehr! Ich bin Oma von fünf Enkeln, die mich brauchen und die ich über alles liebe, Ich wünsche mir sehnlichst, dass hier in diesem Forum ich einen Leidensgenossen finde mit dem ich mich austauschen kann oder wie jemand mit dieses Schmerzen umgeht. Jeden Morgen, wenn ich aufwache ist mein erster Gedanke,: Wie bekomm ich wieder den Tag herum…… ist das noch ein Leben!


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