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201816.01




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26
Alsace
13
Hallo zusammen,

ich bin gerade ziemlich am Boden zerstört: depressiv und ängstlich, ganz selten auch LEICHTE Panikattacken.

Seit gut 13 Jahren habe ich Panikstörungen, Phobien, zeitweise Depressionen.
Seither nahm ich immer ein Antidepressiva (die letzten 4 Jahre Sertralin 50mg) und ein Benzo (Alprazolam: 3 x 50mg).

Dann ging es mir aufgrund einer Umstellung in meinem Leben supergut und ich fühlte mich wie neu geboren.
Mein Psychiater (in Frankreich gibt es quasi keine Psychologen, da wird man gleich medikamentös behandelt und das war's) hat es eine Weile beobachtet und dann waren wir beide zuversichtlich, dass ich probieren könnte, die Antidepressiva zu reduzieren auf 25mg.
Auch das lief prima, so dass ich gänzlich auf die Antidepressiva verzichten konnte.
So ging es mir einige Monate gut, bis ich dann ein Rückschlag erlitt.
Im Krankenhaus wurde ich wieder auf 50mg Sertraline eingestellt und anstatt 3 x 50mg Alprazolam bekam ich nun 3 x Tranxène. Mit dieser Medikamentation ging es mir wieder richtig gut.

2 Monate später wieder ein Rückschlag!
Jetzt nehme ich 100mg Sertraline und 4 x 10mg Tranxène - aber ich habe das Gefühl, dass die Medikamente überhaupt nicht mehr wirken!
Insbesondere habe ich in Verdacht, dass das Sertraline überhaupt nicht mehr wirkt, obwohl ich die doppelte Dosis wie früher nehme! Kann das sein?

Über Erfahrungen Eurerseits wäre ich sehr dankbar.

Noch 'was:
da ich keine Wirkung mehr spüre, trinke ich abends zum Einschlafen ca. 0,5l Wein, um die Wirkung zu verstärken...scheint aber nichts zu nutzen, ausser dass ich morgens nicht aus den Federn komme.

Viele liebe Grüsse,
Gauloise

Auf das Thema antworten

10 Antworten ↓



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3
Wien
513
  16.01.2018 22:46  
Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Wirkung nach einem Neueinstieg verändert.
Ich habe zB jahrelang Trittico retard genommen und es problemlos vertragen. Nach mehreren Jahren ohne das Medikament wollte ich wieder damit beginnen, was ich auch gemacht habe. Allerdings habe ich dieses Mal das Medikament überhaupt nicht vertragen und musste es wieder absetzen.
Wie lange nimmst du jetzt deine Medis wieder? Ist die Einschleichphase schon vorbei?

Danke1xDanke


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2
Ostsee
2856
  16.01.2018 22:55  
Gauloise hat geschrieben:
Noch 'was:
da ich keine Wirkung mehr spüre, trinke ich abends zum Einschlafen ca. 0,5l Wein, um die Wirkung zu verstärken...scheint aber nichts zu nutzen, ausser dass ich morgens nicht aus den Federn komme.

Lass den Alk. weg - nicht gut in Kombination mit Benzos!
Nimm lieber Melatonin stattdessen. Habe damit super Erfahrungen gemacht.

Das haben hier schon viele berichtet, dass der Chemiekram nicht mehr wirkt, wenn sie ihn für einige Monate bis Jahre abgesetzt hatten.

Danke1xDanke




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Alsace
13
  16.01.2018 23:42  
Hallo,

Was ist Melatonin?
Ich habe Mitte September das Alprazolam durch Tranxène ersetzt.
Mitte September habe ich auch wieder Sertraline eingeschlichen, erst 25, dann 50 und seit 4-6 Wochen eben die 100mg.

Danke für Eure Meinungen,
Gute Nacht



218
Saarland
76
  17.01.2018 08:04  
Man liest es häufiger, dass Medikamente, wenn sie nach einer gewissen Zeit wieder eingenommen werden, nicht mehr so wirken wie man sich das wünscht.
Das tut mir leid. Vielleicht macht es Sinn, auf ein anderes Antidepressivum zu wechseln? Hattest du mal Venlafaxin, Escitalopram oder Paroxetin? Alle sind gegen Ängste gut wirksam. Alles gute für dich.

Danke1xDanke


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  17.01.2018 11:45  
@gauloise,

du nimmst nicht wirklich 3x50mg Alprazolam!?

Gruß



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  17.01.2018 12:00  
Wie geht es dir denn jetzt unter den 100 mg Sertralin? LG



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2
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  17.01.2018 13:02  
Ich denke es liegt eher am benzo.
Eventuell hast du einen benzoentzug?
Das verliert (meist) relativ schnell die volle Wirkung und wird dann immer höher dosiert.
Hat dein Arzt nie mit dir über das suchtpotential von benzos gesprochen?

Danke1xDanke




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Alsace
13
  17.01.2018 14:46  
Hallo Spreadhunter,

Danke für Deine Info. Ich dachte nur, dass es doch wirken muss, wenn ich gleich die doppelte Menge nehme.
Okay, ich spreche dann den Arzt darauf an. Ich habe schon einige Antidepressiva durch: Citalopram, escitalopram, Zoloft, und vorher noch einige andere, die ich inzwischen vergessen habe. Aber der Markt ist da ja recht gross....irgendeines wird sich schon (wieder) finden.
****
Hallo Acanthurus,
ich nahm bis vor kurzem 3x50mg Alprazolam, ja. In Krisenzeiten waren es auch 4x50mg.
Jetzt nehme ich 4 x 10mg Tranxène - kann es aber nicht beurteilen, welche stärker beruhigt, weil mir am Anfang das Tranxène ja besser half als das Alprazolam, das ich zuvor Jahre nahm.
****
Hallo mauser17,
Danke der Nachfrage: ich habe wirklich den Eindruck, dass es gar nicht mehr wirkt.
Oder es liegt daran, dass ich seit Wochen Durchfall habe und die Medis deshalb gar nicht richtig vom Körper aufgenommen werden können? Auf die Idee hast Du mich eben erst gebracht! Danke!
****
Hallo nektarine,
Klar hat der Arzt mir gesagt, dass Benzos abhängig machen. Aber in Frankreich liegt die Psychotherapie noch in den Kinderschuhen und die Kosten werden von den Krankenkassen nicht übernommen! Mein Arzt sagte schon vor Jahren klipp und klar, dass er mir leider nur medikamentös helfen könne. Wenn es nach ihm ginge, würde er mich in eine psychotherapeutische Klinik nach Freiburg schicken.
Gott sei Dank bin ich jetzt umgezogen und kann auch ohne Führerschein nach Deutschland fahren, wo ich nun seit Januar nach 13 Jahren endlich eine Therapie machen kann!
Aber wieso ist es Deiner Meinung nach ein Benzoentzug? Vorher war es Alprazolam, jetzt ist es tranxène und beides sind doch Benzos?
****

Danke Euch allen für Eure Antworten! Es tut gut, wenn man weiss, man ist nicht alleine!
Viele liebe Grüsse,
Gauloise



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2
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  17.01.2018 15:06  
Hallo!
Wegen entzug:
Vielleicht war dein benzo davor stärker, bzw. hat stärker gewirkt.
Jedes benzos wirkt ein bisschen anders.

Danke1xDanke




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Alsace
13
  17.01.2018 19:23  
Hallo nektarine,

ich war im September im Krankenhaus und dort ging es mir mit 3x50mgAlprazolam immer schlechter und ich wurde suizidal, woraufhin mein Arzt mir Tranxene anstelle vom Alprazolam veschrieb. Und siehe da: meine Suizidgedanken waren verschwunden und ich hatte plötzlich einen Tatendrang, den ich so nie von mir kannte.
Dann liess die Wirkung aber wieder etwas nach und pendelte sich auf ein Normalmass ein.

Jetzt habe ich im Internet eine Benzodiazepin-Umrechnungstabelle gefunden:
https://psychiatrietogo.de/2012/01/29/b ... sierungen/

Nach dieser Tabelle nahm ich mit 1,5mg Alprazolam umgerechnet 30mg Diazepan zu mir, während ich jetzt mit 40mg Tranxène 26,66mg Diazepan einnehme. Also nehme ich tatsächlich weniger ein als vorher. Insofern könnte das passen mit Entzugserscheinungen!
Als ich anfangs nur 30mg Tranxène nahm, da waren es sogar umgerechnet nur 20mg Diazepan.
Ich weiss jetzt nicht, ob man das so gleichsetzen kann, da die Wirkstoffe ja auch eine andere Halbwertszeit haben. Aber ich kann ja meinen Arzt mal darauf ansprechen.

Danke Dir und
viele liebe Grüsse

Danke1xDanke


Dr. med. Andreas Schöpf

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