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201713.10




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Hallo,

ich brauche mal dringend eure Meinungen. Mittlerweile habe ich keine Ahnung mehr was richtig ist und was falsch.

Ich habe bis jetzt nie wirklich Diagnosen bekommen an denen gearbeitet wird - es kam nur immer mal wieder zur Sprache was es sein könnte. Also im Raum stehen Agoraphobie, Emetophobie, soziale Phobie, Zwänge, Depressionen und Panikattacken.
Ich habe die letzten Jahre trotz der Ängste weiter gemacht. Hab versucht mich abzulenken, war arbeiten, habe versucht die Angst zu unterdrücken. Mit der Zeit ging es mir gesundheitlich immer schlechter, v.a. auch körperlich, was die Psyche dann noch mehr belastet hat. Ich leider unter Dauerübelkeit, starkem Schwindel, Atemnot, Magendruck. Ich bin irgendwann nur noch wie ein Zombie in die Arbeit - vor, während (aufm Klo) und nach der Arbeit weinend. Ich hatte keine Kraft mehr. Mein Arzt hat mich daraufhin krank geschrieben. Ich habe mir dann einen Therapieplatz gesucht und nach ca. 8 Monaten hatte ich einen Platz bzw. die erste Probesitzung. Bis dahin war alles soweit okay. Therapeut schien auch in Ordnung zu sein. Ich hatte dann im Mai zwei Probesitzungen, dann war der Therapeut krank und hat mich vergessen einzuplanen. Ich musste dann 6 Wochen auf den nächsten Termin warten. Habe auch immer brav meine Zettel ausgefüllt die ich bekommen habe und bin trotz aller Ängste pünktlich zu jedem Termin erschienen - obwohl ich echt Schwierigkeiten mit dem raus gehen und Terminen allgemein habe. Ich hatte dann Ende Juni nach 6 Wochen Unterbrechung die letzte Probesitzung.
Am Juli war dann der Antrag der KK durch und wir konnten offiziell anfangen. Erst noch viel Diagnostik, Vergangenheit, Leben, Ist-Zustand. Das waren genau 2 Termine. Da meinte er, ja damit könne man arbeiten. Dann war er 7 Wochen in Sommerpause.
Ich hatte dann Mitte September den 3. offiziellen Termin. Plötzlich meinte er hier schon (nach 7 Wochen Pause) er wisse nicht recht, ob er mir überhaupt helfen kann - wir sehen uns in 3 Wochen wieder - früher kann ich nicht. Ich erst mal geschluckt.
Jetzt gestern war der 4. Termin und er meinte ganz offen er gerate bei mir an seine Grenzen - aber nein, hoffnungsloser Fall würde er es nicht nennen. Er wollte dann wissen, was ich die letzten 3 Wochen gegen die Ängste getan hätte. Ich meinte, ja wie immer, aushalten und ablenken, was aber nicht funktioniert. Er meinte dann, wenn ablenken nicht funktionieren würde, wüsste er auch nichts anderes. (Ich habe ja, wie oben geschrieben, immer weiter gemacht und mich abgelenkt, was aber nicht geholfen hat. Wenn ich mich ablenken könnte, bräuchte ich ja keine Therapie. Andere Möglichkeiten haben wir nie besprochen). Dann fing er mit Medikamenten an. Ich meinte dann, dass ich doch auch Angst vor den Nebenwirkungen hätte - daraufhin meinte er: oh ja sogar sehr heftige. Klar soll man nicht lügen - aber so vor den Latz knallen, dass das eh keine Option ist, fand ich schon krass.
Naja dann ging es weiter und dann meinte er ich solle mich mit der Emetophobie nicht so anstellen. Ein normaler Magen-Darm-Infekt dauert ja nur 3 Tage - das würde ich schon überleben. Ich habe mich wie der letzte Idiot gefühlt. (Ja wie kann ich denn vor so einer Lappalie nur Angst haben)
Daraufhin meinte er, dass es eben Leute auf der Welt geben muss, denen es schlecht geht, kann ja nicht sein, dass es allen gut geht. Ich müsste halt damit leben, dass ich eine von den Personen bin, die ein schei. Leben führen ( Gut, so extrem hat er es nicht gesagt, aber dass ich eben akzeptieren muss, dass ich zu den Leuten gehöre, denen es eben schlecht geht).
Ich meinte dann, dass ich eben immer auch so schrecklich müde und kraftlos bin. Teils bin ich so müde und kraftlos, dass ich beim laufen schwanke. Und ich liege nicht nur im Bett. Ich muss mich wegen meiner privaten Situation bewegen. Das hilft aber nicht gegen die üble Müdigkeit - da unterstellt der mir, bzw. fragt, ob ich denn überhaupt was verändern möchte.....

Ich war dann gestern so geschockt, dass ich wie in Watte gepackt war- erst heute morgen sind die Dinge so wirklich zu mir durchgedrungen.
Bin ich so ein hoffnungsloser Fall?
Was mache ich denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen sagt er könne mir nicht helfen?
Muss ich es tatsächlich akzeptieren wie es jetzt ist? Klar, ich werde kein Superdupi Leben führen, dass mir auch klar, aber so vor mich hin vegetieren wie jetzt?
Habe ich so eine verschobene Wahrnehmung? Sind alle Therapeuten so und ich denke einfach nicht normal?
Ich hatte eigentlich sehr viele Hoffnungen in die Therapie gelegt und jetzt bin ich am Ende angekommen? Lohnt es sich überhaupt einen anderen Platz zu suchen, wenn eh alles vergebens ist?

Ich bin echt ..... :traurig:

Auf das Thema antworten


10179
140
Bärlin Spandow
4452

Status: Online online
  13.10.2017 09:05  
enana hat geschrieben:
Lohnt es sich überhaupt einen anderen Platz zu suchen,


Ich würde es an deiner Stelle noch mal versuchen. Bei der Therapeutensuche ist es wie nach der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Danke3xDanke


4802
43
3994
  13.10.2017 09:08  
Ich kann dazu nur sagen dass ich finde dieser therapeut hat seine Zulassung im Osterei gefunden und hat nicht alle Latten am Zaun!
Ehrlich sowas dreistes und bescheuertes hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
Lass dich nicht irre machen. Du bist definitiv kein hoffnungsloser Fall. Und wie will er das nach ein paar Stunden das auch beurteilen?
ER ist der hoffnungslose Fall und niemand sonst!
Nein du musst das ganz gewiss nicht hinnehmen, dass es dir so schlecht geht.
Es ist ein Reinfall - dieser Therapeut meine ich.
Ganz dringend und wenns jetzt auch so richtig schei*e ist nach so langer Wartezeit....wieder suchen! Such dir jemanden der was drauf hat und dich nicht so bitterböse hängen lässt!

Ohjeh das war ja sowas von für die Katz.
Standest du denn nur auf dieser einen Warteliste?
Lass dich bei verscheidenen eintragen, bitte um Erstgespräche BEVOR die Warteliste abgesessen ist, damit du auch weißt, auf wen du da wartest.

Lass dich nicht demoralisieren von so einem bescheuerten Idioten.

Kopf hoch. Wirklich.
Ich weiß ist grad leicht gesagt.
Aber du hast gute Chancen mit einer vernünftigen Therapie viel herauszufinden warum und wie du vieles besser machenkannst.
Du kannst es schaffen!
Drück dich mal, wenn ich darf.



  13.10.2017 09:36  
Danke für eure Antworten. Mir fällt die Suche so schwer. Habe jetzt wenigstens mal noch drei Therapeuten angeschrieben. Ich kann nicht telefonieren.
Morgen suche ich weiter. Mein Geld ist gleich alle.

Ich hatte keinen Platz gefunden. Hatte dann eine private Therapeutin -hat die KK aber abgelehnt und sie hat mich dann an diesen Kollegen verwiesen, der Platz frei hat (jetzt weiß ich auch warum)



  13.10.2017 22:37  
Wie kopfloseshuhn schon gesagt hat, da bist du wirklich an die ultimative Gurke geraten, der ist ganz sicher nicht repräsentativ für seinen Berufsstand. Bei einer Phobie soll man sich halt nicht so anstellen, oh mann... :evil: :hauen:

Wahrscheinlich einer von der Art der Therapeut geworden ist, um sich selbst zu therapieren, aber dabei noch nicht besonders weit gekommen ist. Bei derartiger Inkompetenz wundert es nicht dass er glaubt dir nicht helfen zu können, kann er wahrscheinlich auch nicht--was aber zu 100% an ihm liegt!

Für dich gibt es ganz sicher Hoffnung! Ich würde auch auf jeden Fall weitersuchen und eine(n) vernüntige(n) Therapeut(in) finden. Außerdem ein paar Selbsthilfemethoden ausprobieren wenn du die Energie dazu hast, da gibt es ein weites Angebot und vieles davon kann sehr nützlich sein.

Chronische Müdigkeit kann übrigens eine Langzeitfolge von Trauma sein, lies dich dazu vielleicht ein bisschen ein, ein guter Anfang sind die Bücher von Robert Scaer und Bessel van der Kolk.

Viel Glück!

Danke2xDanke


6706
NRW
4579

Status: Online online
  14.10.2017 00:08  
Hallo enana,

Zitat:
Bin ich so ein hoffnungsloser Fall?


garantiert bist Du kein hoffnungsloser Fall.
Zitat:
Was mache ich denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen sagt er könne mir nicht helfen?


An Deiner Stelle wäre ich nicht so stark enttäuscht. Es erscheint mir besser zu sein, wenn Dir der Therapeut nach
4 Stunden sagt, er kann Dir nicht helfen, anstatt das er Dich monatelang in Ungewissheit lässt.
Bestimmt liegt es nicht an Dir, dass sich der Therapeut so äußert. Ein Fachmann darf doch auch einmal ehrlich sagen,
wenn er glaubt, Dir nicht helfen zu können.

Schau Dich nach einem anderen Spezialisten um. Manchmal dauert es etwas, bist Du einen Therapeuten findest,
der weiß, wie er Dir helfen kann.

Viele Grüße

Bernhard



41
2
Berlin-Pankow
26
  14.10.2017 06:22  
Guten Morgen, hab gerade deinen Beitrag gelesen... ne harte Nummer...

Kann verstehen, dass dich das runter zieht aber Kopf hoch und sch*** drauf. Das ist es nicht wert.
Mach dich wieder auf die Suche, laut meiner Therapeutin kann und soll man in den Probestunde mehrgleisig fahren um den besten Platz zu finden. Und immer dran denken dass alles irgendwann einen Sinn macht. Ich wünsche dir alles gute..



  16.10.2017 09:49  
Ich bin völlig fertig. Hier in der Umgebung gibt es keine Therapieplätze mehr. Sie nehmen nicht mal mehr Leute auf der Warteliste auf. Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin so traurig und habe keine Ahnung wo ich hingehen soll, ich hab nicht einmal jemanden mit dem ich drüber sprechen kann.


Paule29 hat geschrieben:
Guten Morgen, hab gerade deinen Beitrag gelesen... ne harte Nummer...

laut meiner Therapeutin kann und soll man in den Probestunde mehrgleisig fahren um den besten Platz zu finden. Und immer dran denken dass alles irgendwann einen Sinn macht. Ich wünsche dir alles gute..


Hier ist alles so voll, dass man sofort abgewimmelt wird. Sogar die Wartelisten sind dicht.


PhoenixG hat geschrieben:
Wahrscheinlich einer von der Art der Therapeut geworden ist, um sich selbst zu therapieren, aber dabei noch nicht besonders weit gekommen ist. Bei derartiger Inkompetenz wundert es nicht dass er glaubt dir nicht helfen zu können, kann er wahrscheinlich auch nicht--was aber zu 100% an ihm liegt!



Das Gefühl habe ich ehrlich gesagt auch. Und das meine ich nicht aufgrund dessen was er gesagt hat - sondern dieses Eindruck hatte ich recht schnell . auch aufgrund seiner Reaktionen auf manche Dinge.



4802
43
3994
  16.10.2017 09:52  
Habt ihr eine Psychiatrische Institutsambulanz?
Manchmal gibt es da auch freie Termine und Therapeuten.
Und sonst musst du vielleicht einen längeren Weg in Kauf nehmen.
Ich fahre zu meiner Therapie mit denöffis leider 2 Stunden pro Strecke. Nicht, das das gut ist aber ....die Lage mit freien Therapieplätzen ist eben mist!

Danke1xDanke


  16.10.2017 10:24  
Öffentliche kann ich gar nicht fahren :( Um das wieder zu können, brauche ich erst ne Therapie :(
Ne Pia gibts hier in der Gegend - muss mal schauen.... edit: nur mit fachärztlicher Überweisung

Krankenkasse hat sich bis jetzt auch nicht gemeldet, an die habe ich mich auch gewandt



4802
43
3994
  16.10.2017 10:46  
Fachärztliche Überweisung? Im Ernst?

Naja....die kann man kriegen ;-)



3211
Bodensee
2101
  16.10.2017 11:42  
Hallo Enana,
dein Bericht war ein gutes Training für meine Nackenmuskulatur. Ich bin aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus gekommen. Jedoch haben sich meine Vorredner bereits ausreichend über den Therapeuten ausgelassen. Nachdem ich selber einige Stories hinzufügen kann, keinen Bock auf Muskelkater im Nacken habe, überspringen wir das lieber. Oki? :)
Eines nur; mache dir keinen unnötigen Kopf. Auch wenn auf der Verpackung Dr. oder Dipl. oder Master draufsteht, es kann immer noch ein Dorftrottel drinstecken.... :D
enana hat geschrieben:
Was mache ich denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen sagt er könne mir nicht helfen?

Was macht man denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen seine Unfähigkeit dir zu helfen feststellt? In den Wind schießen? Mit Therapeuten ist es manchmal einfach wie im Märchen: Man muss EINIGE Frösche küssen, bis ein Prinz da steht! :D
Deine Krankenkasse wird dir sicher bei der Suche behilflich sein können. Sie hat Listen (oder Zugriff darauf) von Therapeuten. Danach findet sich sicher ein Freund/eine Freundin mit Telefonflatrate, bei dem/der du telefonieren kannst.

Wenn ich so die Liste deiner "Arbeitsdiagnosen" sehe,
enana hat geschrieben:
Also im Raum stehen Agoraphobie, Emetophobie, soziale Phobie, Zwänge, Depressionen und Panikattacken.
(Das alles hat dein Therapeut in 4 Sitzungen bestimmen können? Whow!? :roll: )
kristallisiert ein Kernthema heraus: Eine Angststörung. Wärst du mit dieser "Arbeitsdiagnose" einverstanden? Passt dies zu deinen eigenen Beobachtungen?
Deine Schilderung
enana hat geschrieben:
Ich leider unter Dauerübelkeit, starkem Schwindel, Atemnot, Magendruck. Ich bin irgendwann nur noch wie ein Zombie in die Arbeit - vor, während (aufm Klo) und nach der Arbeit weinend.

lässt m. E. diese Schilderung diese Deutung zu. Gut, der Schluss deiner Aussage deutet 'mehr' auf Depression hin. Grundsätzlich bestehen für Beides sehr ähnliche Voraussetzungen.

Wie wäre es denn, wenn du - bis du wieder einen Therapeuten hast - deine eigene Therapeutin 'spielst'?

Angst ist eigentlich ein 'eingebauter bester Freund'. Wenn er unsere Urahnen nicht vor Gefahr bewahrt hätte, dann wären wir wahrscheinlich heute nicht. Angst weckte unsere Ahnen aus dem Tiefschlaf, wenn ein unbekanntes Tier in die Höhle schlich. Sie schärfte und richtete die Aufmerksamkeit, wenn sich unser Ahn durch gefährliches Gebiet wagte.
Das macht sie heute noch, nur sind heute unsere Gefahren nicht mehr materieller Natur. Unser 'gefährlicher Bär' ist vielleicht die Sorge um den Job, der 'Säbelzahntiger' die Sorge vor der nächsten Rechnung. Manchmal sind es auch Kindheitserlebnisse, an die wir uns nicht mehr konkret erinnern, deren Gefühle aber heute noch nachwirken.
Allerdings, UNSERE Sorgen, Empfindungen, Gedanken füttern unseren Freund. Nachdem unsere Angst aber auf materielle Gefahren gebucht ist, spielt sie manchmal 'verrückt' und deutet die Ursachen der Gefahr um. Plötzlich haben wir Angst vor Spinnen, vor eigentlich normalen Vorgängen oder auch das Haus zu verlassen. Hier wäre es also wichtig, zu lernen, unseren Freund nicht mehr mit Sorgen zu füttern, die er nicht verstehen kann.

So, erster Auftrag an dich als deine neue Therapeutin? Handwerkszeug besorgen: Einen Notizblock und einen Stift! (Immer dabei haben und dran denken, der erste Kugelschreiber funzt meist nicht! :) )
2. Auftrag? Beobachte wo es deinem Patienten (dir) gut geht. Fühlt er sich in Gesellschaft bestimmter Menschen, bei bestimmten Tätigkeiten wohl? Notiz! Bringt es ihm ein goiles Gefühl, wenn er vor aufgedrehter Anlage abrockt? Notiz! ...
Hintergrund? Wenn du weißt, wo es dir, 'deinem Patienten' gut geht, kannst du dies reproduzieren, wiederholen. Wiederholst du solche 'dollen' Sachen am Tag, wirst du damit mehr und mehr entspannen. Und wenn die Grundanspannung niedriger ist, wird die Anspannung zusammen mit einer Attacke nicht mehr so heftig werden.
Erweiterung des 2. Auftrages? Achte auf die Erfolge deines Patienten und lobe ihn dafür! Jeden notieren! Dabei nicht auf die Erfolge beschränken, die die Störung betreffen. Jeder Erfolg ist gleich wichtig! Dein Patient geht trotz Agoraphobie zum Briefkasten vor der Haustür? Schulter klopfen und notieren. Deine Patientin hat die Tür, Küchenmaschine, ... repariert, die der Mann schon ewig vor sich her schiebt? Loben! Notieren nicht vergessen.
Das wird sich anfänglich komisch anfühlen. Schließlich wurden wir Deutschen dahingehend erzogen, Eigenlob stinkt! (Unter uns Beiden, dass es stinkt habe ich noch NIE gerochen! :oops: ) Im Gegenteil, wenn wir uns nicht selber, du deinen Patienten lobst, wer tut es denn dann? (Leutz, wollt ihr ewig warten?) Also?
Wenn du aber etwas brauchen solltest, welches dann doch stinken könnte, da hätte ich noch was für dich: Schau zu, dass dein Patient einmal täglich durch Bewegung ins Schwitzen gerät. Wie? Egal! Wenn du die Wohnung für ausreichend schmutzig hältst, lasse in putzen. Wenn der gerne Aerobic vor dem Fernseher macht? Gut. Kann der Patient sich draußen gut bewegen, scheuche ihn mit Fahrrad oder zu Fuß zum Einkaufen. Dir werden genug Dinge einfallen, für so 'sadistisch' :twisted: betrachte ich dich schon. Aber, die Möglichkeiten zur Bewegung sollten ohne Druck, mit möglichst viel Spaß statt finden.
Hintergrund? Wenn dein Patient Angst empfindet, schüttet dessen Körper entsprechende Botenstoffe, Neurotransmitter und Stresshormone aus. Diese stellen die Energien bereits, welche unser Ahn zur Flucht oder Kampf benötigte. Während unser Ahn sich prügelte oder floh, dadurch die Botenstoffe verstoffwechselte bleiben, wir nur zu oft auf den vier Buchstaben sitzen. Dadurch bleiben die Stoffe aber wirksam im Körper, lagern sich zudem im berühmten Schwimmring an...
Also? Scheuch ihn! :)

3. Auftrag? Wenn dein Patient sich durch Obiges etwas entspannt hat, beobachte gezielt, was die Angstattacken bei ihm auslöst. Manche Auslöser (Trigger) sind sehr versteckt. Hier ist es wichtig, dass du jeden entdeckten Trigger notierst. Einmal, weil mehrere Trigger sich auf einen eigentlichen Trigger zurück führen lassen. Der dadurch leichter entdeckt werden kann. Auch; wenn du die Trigger erkennst, dann kannst du deinen Patienten anweisen, sich um angenehmere Dinge zu kümmern. Material findest du dazu in deinem Notizbuch.

So! Genügend für deinen Job als Therapeutin vorbereitet?

Danke1xDanke


  17.10.2017 11:36  
Mal zum Thema Loben kommen. Ich soll mich selbst loben - so jetzt drehe ich den Spieß mal um, ich bin jetzt mal nicht mehr meine Therapeutin - sondern ich bin mein Therapeut. Wäre es denn in der Therapie seine Aufgabe mich auch für kleine Schritte zu loben oder mich zu ermutigen weiter diese kleinen Schritte beizubehalten und sie auszuweiten?


Ich habe jetzt Nachricht von meine KK bekommen. Diese rät mir mich mit meinem Arzt zu beraten, sie schlagen eine Reha vor. Mh ja, nur weiß ich nicht recht was ich damit anfangen soll. Ist das sinnvoll?



3211
Bodensee
2101
  17.10.2017 13:16  
enana hat geschrieben:
Mal zum Thema Loben kommen. Ich soll mich selbst loben - so jetzt drehe ich den Spieß mal um, ich bin jetzt mal nicht mehr meine Therapeutin - sondern ich bin mein Therapeut. Wäre es denn in der Therapie seine Aufgabe mich auch für kleine Schritte zu loben oder mich zu ermutigen weiter diese kleinen Schritte beizubehalten und sie auszuweiten?


Jeder Erfolg ist zu loben. Einmal angenommen, du hast gestern einen Schritt geschafft, aber heute 'nur' einen Trippelschritt. Gestern 'einen Meter', heute nur '10 Zentimeter'. Dennoch bist du in beiden Fällen ein Stück vorwärts gekommen. Hattest in beiden Fällen einen Erfolg!
Erfolg - ganz gleich was du beginnst - kommt niemals gleichmäßig oder in einem 'Schwall'. Es kann sein, dass du morgen '5 Meter' schaffst. Übermorgen jedoch nur 5 Zentimeter. Beides sind Erfolge, die du gebühren feiern kannst.
Vor etwa 30 Jahren hatte ich nach einem Unfall neu Laufen zu lernen. Die Physiotherapeutin lobte mich, bestärkte mich bei jedem geschafften Zentimeter. Als ich dann den Barren geschafft hatte, führt sie quasi einen Freudentanz auf, drückte mir ein Glas (Kinder-)Sekt in die Hand.
Der Barren hatte nur drei oder vier Meter. Mir tat jeder Muskel und jeder Knochen im Körper weh. In den Beinen hatte ich nicht mal mehr Pudding. Aber ich war so stolz, so verflixt stolz, als ich mich da völlig fertig mit dem verflixten Glas am Ende des Barrens fest klammerte. Ob ich den Sekt getrunken habe? Weiß ich nicht mehr. Aber an das Gefühl des Stolzes kann ich mich erinnern, als ob es gestern gewesen sei. Und ohne dieses Gefühl säße ich heute möglicherweise noch im Rollstuhl....
Also lobe dich! Und trete deiner Therapeutin in den Hintern, dass sie es nicht vergißt! :)

In unserer Gesellschaft der Superlativen kommt es nur zu leicht zu übersteigerten Erwartungen. Auch sich selbst gegenüber. (Wie, Enana. Du hast dem Mount Everest noch nicht bestiegen? Den Atlantik noch nicht durchschwommen? Feigling! :) ) Auch ein Reinhold Messner (Everestbesteiger) hat irgendwann mal ganz einfach laufen gelernt, dann vielleicht den Sandhügel hinterm Haus erklettert...
Das wird nur zu leicht vergessen, auch von professionellen Therapeuten.

enana hat geschrieben:
Ich habe jetzt Nachricht von meine KK bekommen. Diese rät mir mich mit meinem Arzt zu beraten, sie schlagen eine Reha vor. Mh ja, nur weiß ich nicht recht was ich damit anfangen soll. Ist das sinnvoll?


Diese Frage kann dir am Besten dein Arzt beantworten. Grundsätzlich sind Rehamassnahmen durchaus sinnvoll. Dabei können auch andere körperliche und geistige Punkte gezielter angegangen werden, wie es z. B. hier oder beim Arzt möglich sein kann. Sprich mit ihm, vieles geht auch via Telefon.
Danach können wir hier immer noch darüber diskutieren, oder?



  17.10.2017 20:56  
Daisho hat geschrieben:
In unserer Gesellschaft der Superlativen kommt es nur zu leicht zu übersteigerten Erwartungen. Auch sich selbst gegenüber. (Wie, Enana. Du hast dem Mount Everest noch nicht bestiegen? Den Atlantik noch nicht durchschwommen? Feigling! :) ) Auch ein Reinhold Messner (Everestbesteiger) hat irgendwann mal ganz einfach laufen gelernt, dann vielleicht den Sandhügel hinterm Haus erklettert...
Das wird nur zu leicht vergessen, auch von professionellen Therapeuten.




Genau das Gefühl habe ich. Ich komme da raus und fühle mich immer wie der absolute Versager, der aber auch rein gar nichts gebacken bekommt.




3211
Bodensee
2101
  18.10.2017 00:03  
enana hat geschrieben:
Genau das Gefühl habe ich. Ich komme da raus und fühle mich immer wie der absolute Versager, der aber auch rein gar nichts gebacken bekommt.


Das ist wohl eher als Gegenteil von Therapieerfolg zu bezeichnen. Am Besten solltest du vom Therapeuten frisch motiviert und guten Mutes nach Hause kommen. Dann mache aber lieber einen Haken dahinter, verbuche das als 'Lehrgeld' und suche dir einen, der besser zu dir passt.

Das wird aber sicher ein paar Tage dauern. Bis dahin kannst du die Zeit mit deiner ganz privaten Therapeutin sinnvoll füllen und so dem Therapeuten zuarbeiten. Wäre das ein Vorschlag?



  18.10.2017 10:27  
Mein Problem ist eben folgendes. Um das mal vor Augen zu führen. Ich wohne sehr ländlich und da gibt es kaum Therapeuten und Wartelisten sind zu oder sie haben es schon aufgegeben. Hier mal kleiner Ausschnitt



Sehr geehrte Frau,
leider kann ich Ihnen derzeit und in absehbarer Zeit keinen Therapieplatz anbieten. Die Wartezeit ist nicht absehbar, es wird keine Warteliste mehr geführt.
Mit freundlichem Gruß,


Sehr geehrte!

Vielen Dank für Ihre Anfrage!

Leider kann ich Ihnen aktuell keinen Therapieplatz anbieten.

Bitte wenden Sie sich auch an Ihre Krankenversicherung und bitten dort
um Unterstützung bei der Suche nach einem freien Therapieplatz bei einem
Psychologischen Psychotherapeuten. Alternativ können Sie es bei der
Kassenärtzlichen Vereinigung BW versuchen, dort gibt es eine
Suchfunktion für Ärzte und Psychotherapeuten.

Freundliche Grüße


--> Zwecklos hier gibt es keine freien Plätze, sagt auch die KK.


Sehr geehrte
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass wir in unserer Praxis derzeit keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Auch die Warteliste ist bereits geschlossen.

Mit freundlichen Grüßen



Und das war nur ein Ausschnitt davon. Vieles ja auch telefonisch.
Wenn er nächstes Mal wieder sagt er kann mir nicht helfen, dann will ich echt gerne mal wissen wo ich dann hin soll. Vielleicht kann er wenigstens nen Kollegen aus dem Ärmel schütteln.


Daisho hat geschrieben:


Das ist wohl eher als Gegenteil von Therapieerfolg zu bezeichnen. Am Besten solltest du vom Therapeuten frisch motiviert und guten Mutes nach Hause kommen. Dann mache aber lieber einen Haken dahinter, verbuche das als 'Lehrgeld' und suche dir einen, der besser zu dir passt.



Er lobt gar nichts. Er hat immer schon so eine leicht genervte, ungeduldige Haltung. Das schüchtert mich eher ein. Wenn ich dann sage, dass und das kann ich noch. Okay gut, ich wollte es online nicht so schreiben, aber ich bin allein Erziehend und alles was mein Kind betrifft mache ich. Ich gehe auf Ausflüge, gehe zum Elternabend und gehe einkaufen, Sportverein, Musikschule, etc. Das mache ich alles, auch wenn es schwer fällt. Von ihm kommt immer eher abwertendes. Alá ich hätte kein Leben und so.



3211
Bodensee
2101
  18.10.2017 12:10  
enana hat geschrieben:
Mein Problem ist eben folgendes. [ ... ]
leider kann ich Ihnen derzeit und in absehbarer Zeit keinen Therapieplatz anbieten. [ ... ]
Und das war nur ein Ausschnitt davon. Vieles ja auch telefonisch. [ ... ]
Wenn er nächstes Mal wieder sagt er kann mir nicht helfen, dann will ich echt gerne mal wissen wo ich dann hin soll. Vielleicht kann er wenigstens nen Kollegen aus dem Ärmel schütteln.


enana hat geschrieben:
Er lobt gar nichts. Er hat immer schon so eine leicht genervte, ungeduldige Haltung. Das schüchtert mich eher ein. Wenn ich dann sage, dass und das kann ich noch. Okay gut, ich wollte es online nicht so schreiben, aber ich bin allein Erziehend und alles was mein Kind betrifft mache ich. Ich gehe auf Ausflüge, gehe zum Elternabend und gehe einkaufen, Sportverein, Musikschule, etc. Das mache ich alles, auch wenn es schwer fällt. Von ihm kommt immer eher abwertendes. Alá ich hätte kein Leben und so.


Der Mangel an Therapieplätzen ist mir bewusst. Dieser war für mich vor Jahren schon Anlass meine eigene Problematik in die eigenen Hände zu nehmen. Auch, nachdem ich in meiner ersten Reha einfach in die Ecke, auf Null Beschäftigung gestellt wurde. O-Ton; Sie müssen erst mal ausrattern. Für mich, der ich aus einem 14 Stunden Job kam, pure Folter.
Was die KK betrifft, es gibt da eine Vereinbarung, dass dir die Kasse binnen eines halben Jahres einen Therapieplatz zur Verfügung stellen muss. (Der genaue Wortlaut ist mir leider nicht haften geblieben) Hake doch bitte noch mal bei der KK nach, in wie weit diese dich bei deinen Bemühungen unterstützen kann.
Was deinen Therapeuten betrifft, wachsen meine Zweifel mit jedem Wort deiner Beschreibung. Ich habe das Gefühl, der Mann hat mit sich selber resigniert oder er findet keinen Draht zu dir. Das ist aber Voraussetzung, will er seinen Job richtig machen. Ich habe nach deiner Beschreibung deutliche Zweifel an seinen Fähigkeiten dir zu helfen, eine Entscheidung kann ich dir aber nicht abnehmen.

Nachher PN unterwegs



16348
3
6****
5055
  18.10.2017 18:35  
enana hat geschrieben:
-> Zwecklos hier gibt es keine freien Plätze, sagt auch die KK.


Dann muss dir die KK einen privaten Therapeuten bezahlen.



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  18.10.2017 20:31  
kopfloseshuhn hat geschrieben:
Habt ihr eine Psychiatrische Institutsambulanz?
Manchmal gibt es da auch freie Termine und Therapeuten.
Und sonst musst du vielleicht einen längeren Weg in Kauf nehmen.
Ich fahre zu meiner Therapie mit denöffis leider 2 Stunden pro Strecke. Nicht, das das gut ist aber ....die Lage mit freien Therapieplätzen ist........ eben mist!


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