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201713.10




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Hallo,

ich brauche mal dringend eure Meinungen. Mittlerweile habe ich keine Ahnung mehr was richtig ist und was falsch.

Ich habe bis jetzt nie wirklich Diagnosen bekommen an denen gearbeitet wird - es kam nur immer mal wieder zur Sprache was es sein könnte. Also im Raum stehen Agoraphobie, Emetophobie, soziale Phobie, Zwänge, Depressionen und Panikattacken.
Ich habe die letzten Jahre trotz der Ängste weiter gemacht. Hab versucht mich abzulenken, war arbeiten, habe versucht die Angst zu unterdrücken. Mit der Zeit ging es mir gesundheitlich immer schlechter, v.a. auch körperlich, was die Psyche dann noch mehr belastet hat. Ich leider unter Dauerübelkeit, starkem Schwindel, Atemnot, Magendruck. Ich bin irgendwann nur noch wie ein Zombie in die Arbeit - vor, während (aufm Klo) und nach der Arbeit weinend. Ich hatte keine Kraft mehr. Mein Arzt hat mich daraufhin krank geschrieben. Ich habe mir dann einen Therapieplatz gesucht und nach ca. 8 Monaten hatte ich einen Platz bzw. die erste Probesitzung. Bis dahin war alles soweit okay. Therapeut schien auch in Ordnung zu sein. Ich hatte dann im Mai zwei Probesitzungen, dann war der Therapeut krank und hat mich vergessen einzuplanen. Ich musste dann 6 Wochen auf den nächsten Termin warten. Habe auch immer brav meine Zettel ausgefüllt die ich bekommen habe und bin trotz aller Ängste pünktlich zu jedem Termin erschienen - obwohl ich echt Schwierigkeiten mit dem raus gehen und Terminen allgemein habe. Ich hatte dann Ende Juni nach 6 Wochen Unterbrechung die letzte Probesitzung.
Am Juli war dann der Antrag der KK durch und wir konnten offiziell anfangen. Erst noch viel Diagnostik, Vergangenheit, Leben, Ist-Zustand. Das waren genau 2 Termine. Da meinte er, ja damit könne man arbeiten. Dann war er 7 Wochen in Sommerpause.
Ich hatte dann Mitte September den 3. offiziellen Termin. Plötzlich meinte er hier schon (nach 7 Wochen Pause) er wisse nicht recht, ob er mir überhaupt helfen kann - wir sehen uns in 3 Wochen wieder - früher kann ich nicht. Ich erst mal geschluckt.
Jetzt gestern war der 4. Termin und er meinte ganz offen er gerate bei mir an seine Grenzen - aber nein, hoffnungsloser Fall würde er es nicht nennen. Er wollte dann wissen, was ich die letzten 3 Wochen gegen die Ängste getan hätte. Ich meinte, ja wie immer, aushalten und ablenken, was aber nicht funktioniert. Er meinte dann, wenn ablenken nicht funktionieren würde, wüsste er auch nichts anderes. (Ich habe ja, wie oben geschrieben, immer weiter gemacht und mich abgelenkt, was aber nicht geholfen hat. Wenn ich mich ablenken könnte, bräuchte ich ja keine Therapie. Andere Möglichkeiten haben wir nie besprochen). Dann fing er mit Medikamenten an. Ich meinte dann, dass ich doch auch Angst vor den Nebenwirkungen hätte - daraufhin meinte er: oh ja sogar sehr heftige. Klar soll man nicht lügen - aber so vor den Latz knallen, dass das eh keine Option ist, fand ich schon krass.
Naja dann ging es weiter und dann meinte er ich solle mich mit der Emetophobie nicht so anstellen. Ein normaler Magen-Darm-Infekt dauert ja nur 3 Tage - das würde ich schon überleben. Ich habe mich wie der letzte Idiot gefühlt. (Ja wie kann ich denn vor so einer Lappalie nur Angst haben)
Daraufhin meinte er, dass es eben Leute auf der Welt geben muss, denen es schlecht geht, kann ja nicht sein, dass es allen gut geht. Ich müsste halt damit leben, dass ich eine von den Personen bin, die ein schei. Leben führen ( Gut, so extrem hat er es nicht gesagt, aber dass ich eben akzeptieren muss, dass ich zu den Leuten gehöre, denen es eben schlecht geht).
Ich meinte dann, dass ich eben immer auch so schrecklich müde und kraftlos bin. Teils bin ich so müde und kraftlos, dass ich beim laufen schwanke. Und ich liege nicht nur im Bett. Ich muss mich wegen meiner privaten Situation bewegen. Das hilft aber nicht gegen die üble Müdigkeit - da unterstellt der mir, bzw. fragt, ob ich denn überhaupt was verändern möchte.....

Ich war dann gestern so geschockt, dass ich wie in Watte gepackt war- erst heute morgen sind die Dinge so wirklich zu mir durchgedrungen.
Bin ich so ein hoffnungsloser Fall?
Was mache ich denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen sagt er könne mir nicht helfen?
Muss ich es tatsächlich akzeptieren wie es jetzt ist? Klar, ich werde kein Superdupi Leben führen, dass mir auch klar, aber so vor mich hin vegetieren wie jetzt?
Habe ich so eine verschobene Wahrnehmung? Sind alle Therapeuten so und ich denke einfach nicht normal?
Ich hatte eigentlich sehr viele Hoffnungen in die Therapie gelegt und jetzt bin ich am Ende angekommen? Lohnt es sich überhaupt einen anderen Platz zu suchen, wenn eh alles vergebens ist?

Ich bin echt ..... :traurig:

Auf das Thema antworten


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Bärlin Spandow
3747

Status: Online online
  13.10.2017 09:05  
enana hat geschrieben:
Lohnt es sich überhaupt einen anderen Platz zu suchen,


Ich würde es an deiner Stelle noch mal versuchen. Bei der Therapeutensuche ist es wie nach der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Danke3xDanke


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  13.10.2017 09:08  
Ich kann dazu nur sagen dass ich finde dieser therapeut hat seine Zulassung im Osterei gefunden und hat nicht alle Latten am Zaun!
Ehrlich sowas dreistes und bescheuertes hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
Lass dich nicht irre machen. Du bist definitiv kein hoffnungsloser Fall. Und wie will er das nach ein paar Stunden das auch beurteilen?
ER ist der hoffnungslose Fall und niemand sonst!
Nein du musst das ganz gewiss nicht hinnehmen, dass es dir so schlecht geht.
Es ist ein Reinfall - dieser Therapeut meine ich.
Ganz dringend und wenns jetzt auch so richtig schei*e ist nach so langer Wartezeit....wieder suchen! Such dir jemanden der was drauf hat und dich nicht so bitterböse hängen lässt!

Ohjeh das war ja sowas von für die Katz.
Standest du denn nur auf dieser einen Warteliste?
Lass dich bei verscheidenen eintragen, bitte um Erstgespräche BEVOR die Warteliste abgesessen ist, damit du auch weißt, auf wen du da wartest.

Lass dich nicht demoralisieren von so einem bescheuerten Idioten.

Kopf hoch. Wirklich.
Ich weiß ist grad leicht gesagt.
Aber du hast gute Chancen mit einer vernünftigen Therapie viel herauszufinden warum und wie du vieles besser machenkannst.
Du kannst es schaffen!
Drück dich mal, wenn ich darf.



  13.10.2017 09:36  
Danke für eure Antworten. Mir fällt die Suche so schwer. Habe jetzt wenigstens mal noch drei Therapeuten angeschrieben. Ich kann nicht telefonieren.
Morgen suche ich weiter. Mein Geld ist gleich alle.

Ich hatte keinen Platz gefunden. Hatte dann eine private Therapeutin -hat die KK aber abgelehnt und sie hat mich dann an diesen Kollegen verwiesen, der Platz frei hat (jetzt weiß ich auch warum)



  13.10.2017 22:37  
Wie kopfloseshuhn schon gesagt hat, da bist du wirklich an die ultimative Gurke geraten, der ist ganz sicher nicht repräsentativ für seinen Berufsstand. Bei einer Phobie soll man sich halt nicht so anstellen, oh mann... :evil: :hauen:

Wahrscheinlich einer von der Art der Therapeut geworden ist, um sich selbst zu therapieren, aber dabei noch nicht besonders weit gekommen ist. Bei derartiger Inkompetenz wundert es nicht dass er glaubt dir nicht helfen zu können, kann er wahrscheinlich auch nicht--was aber zu 100% an ihm liegt!

Für dich gibt es ganz sicher Hoffnung! Ich würde auch auf jeden Fall weitersuchen und eine(n) vernüntige(n) Therapeut(in) finden. Außerdem ein paar Selbsthilfemethoden ausprobieren wenn du die Energie dazu hast, da gibt es ein weites Angebot und vieles davon kann sehr nützlich sein.

Chronische Müdigkeit kann übrigens eine Langzeitfolge von Trauma sein, lies dich dazu vielleicht ein bisschen ein, ein guter Anfang sind die Bücher von Robert Scaer und Bessel van der Kolk.

Viel Glück!

Danke2xDanke


6296
NRW
4012
  14.10.2017 00:08  
Hallo enana,

Zitat:
Bin ich so ein hoffnungsloser Fall?


garantiert bist Du kein hoffnungsloser Fall.
Zitat:
Was mache ich denn mit einem Therapeuten, der nach 4 Sitzungen sagt er könne mir nicht helfen?


An Deiner Stelle wäre ich nicht so stark enttäuscht. Es erscheint mir besser zu sein, wenn Dir der Therapeut nach
4 Stunden sagt, er kann Dir nicht helfen, anstatt das er Dich monatelang in Ungewissheit lässt.
Bestimmt liegt es nicht an Dir, dass sich der Therapeut so äußert. Ein Fachmann darf doch auch einmal ehrlich sagen,
wenn er glaubt, Dir nicht helfen zu können.

Schau Dich nach einem anderen Spezialisten um. Manchmal dauert es etwas, bist Du einen Therapeuten findest,
der weiß, wie er Dir helfen kann.

Viele Grüße

Bernhard



41
2
Berlin-Pankow
26
  14.10.2017 06:22  
Guten Morgen, hab gerade deinen Beitrag gelesen... ne harte Nummer...

Kann verstehen, dass dich das runter zieht aber Kopf hoch und sch*** drauf. Das ist es nicht wert.
Mach dich wieder auf die Suche, laut meiner Therapeutin kann und soll man in den Probestunde mehrgleisig fahren um den besten Platz zu finden. Und immer dran denken dass alles irgendwann einen Sinn macht. Ich wünsche dir alles gute..



  16.10.2017 09:49  
Ich bin völlig fertig. Hier in der Umgebung gibt es keine Therapieplätze mehr. Sie nehmen nicht mal mehr Leute auf der Warteliste auf. Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin so traurig und habe keine Ahnung wo ich hingehen soll, ich hab nicht einmal jemanden mit dem ich drüber sprechen kann.


Paule29 hat geschrieben:
Guten Morgen, hab gerade deinen Beitrag gelesen... ne harte Nummer...

laut meiner Therapeutin kann und soll man in den Probestunde mehrgleisig fahren um den besten Platz zu finden. Und immer dran denken dass alles irgendwann einen Sinn macht. Ich wünsche dir alles gute..


Hier ist alles so voll, dass man sofort abgewimmelt wird. Sogar die Wartelisten sind dicht.


PhoenixG hat geschrieben:
Wahrscheinlich einer von der Art der Therapeut geworden ist, um sich selbst zu therapieren, aber dabei noch nicht besonders weit gekommen ist. Bei derartiger Inkompetenz wundert es nicht dass er glaubt dir nicht helfen zu können, kann er wahrscheinlich auch nicht--was aber zu 100% an ihm liegt!



Das Gefühl habe ich ehrlich gesagt auch. Und das meine ich nicht aufgrund dessen was er gesagt hat - sondern dieses Eindruck hatte ich recht schnell . auch aufgrund seiner Reaktionen auf manche Dinge.



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  16.10.2017 09:52  
Habt ihr eine Psychiatrische Institutsambulanz?
Manchmal gibt es da auch freie Termine und Therapeuten.
Und sonst musst du vielleicht einen längeren Weg in Kauf nehmen.
Ich fahre zu meiner Therapie mit denöffis leider 2 Stunden pro Strecke. Nicht, das das gut ist aber ....die Lage mit freien Therapieplätzen ist eben mist!

Danke1xDanke


  16.10.2017 10:24  
Öffentliche kann ich gar nicht fahren :( Um das wieder zu können, brauche ich erst ne Therapie :(
Ne Pia gibts hier in der Gegend - muss mal schauen.... edit: nur mit fachärztlicher Überweisung

Krankenkasse hat sich bis jetzt auch nicht gemeldet, an die habe ich mich auch gewandt


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