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Wer leidet unter sozialer und emotionaler Einsamkeit?

201716.07




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Lifelover hat geschrieben:
Einsamkeitsmodelle? Das würde mich gerade mal interessieren.


Hi,

es gibt z.B. Menschen, die sich ganz gewaltig einsam fühlen weil sie keinen Partner haben, abgesehen davon jedoch in ein gutes soziales Netz aus Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Kollegen eingebunden sind.

Oder Menschen, die zwar einen Partner / eine eigene Familie und einige Bekannte haben, aber denen es darüber hinaus an guten Kontakten bzw. Freunden mangelt.

Oder eben Menschen, die wirklich niemanden haben, weder Partner und Familie, noch Freunde oder sonstige kontinuierliche Kontakte.

Ich selber gehöre eher zu letzteren, weswegen ich mit den Erst- und Zweitgenannten weniger gemeinsamen Berührungspunkte habe, was die Einsamkeit betrifft. Es sind einfach verschiedene Ausgangssituationen und Wünsche / Ziele. Und ich denke, ähnlich hat Gudrun, die Themenerstellerin, es ebenfalls gemeint.

Erzählen kann ich dir allerdings nicht viel dazu, liebe Gudrun. Ich bin von Natur aus eher einzelgängerisch und unternehme deshalb nichts Spezielles mehr dagegen. Mein einziger Wunsch wären sowieso nur 1-2 sehr gute, vertraute Freundschaften. Platonisch. Sonst nichts. Mit großen Cliquen und Gruppen kann ich überhaupt nichts anfangen, doch in diese müsste man sich ja zunächst begeben, wenn man Leute kennenlernen möchte. Ich kann das einfach nicht, weil man sich da mit so vielen Menschen gleichzeitig auseinandersetzen muss. Dafür bin ich zu introvertiert. Ich habe es zwar einige Male versucht, aber das ist Reizüberflutung und Überforderung pur für mich. Der reinste Horror quasi. (Außerdem leide ich an sozialen Ängsten.)

Viele Grüße

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Status: Online online
  16.07.2017 20:01  
Viertelherz hat geschrieben:

Hi,

es gibt z.B. Menschen, die sich ganz gewaltig einsam fühlen weil sie keinen Partner haben, abgesehen davon jedoch in ein gutes soziales Netz aus Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Kollegen eingebunden sind.

Oder Menschen, die zwar einen Partner / eine eigene Familie und einige Bekannte haben, aber denen es darüber hinaus an guten Kontakten bzw. Freunden mangelt.

Oder eben Menschen, die wirklich niemanden haben, weder Partner und Familie, noch Freunde oder sonstige kontinuierliche Kontakte.

Ich selber gehöre eher zu letzteren, weswegen ich mit den Erst- und Zweitgenannten weniger gemeinsamen Berührungspunkte habe, was die Einsamkeit betrifft. Es sind einfach verschiedene Ausgangssituationen und Wünsche / Ziele. Und ich denke, ähnlich hat Gudrun, die Themenerstellerin, es ebenfalls gemeint.

Erzählen kann ich dir allerdings nicht viel dazu, liebe Gudrun. Ich bin von Natur aus eher einzelgängerisch und unternehme deshalb nichts Spezielles mehr dagegen. Mein einziger Wunsch wären sowieso nur 1-2 sehr gute, vertraute Freundschaften. Platonisch. Sonst nichts. Mit großen Cliquen und Gruppen kann ich überhaupt nichts anfangen, doch in diese müsste man sich ja zunächst begeben, wenn man Leute kennenlernen möchte. Ich kann das einfach nicht, weil man sich da mit so vielen Menschen gleichzeitig auseinandersetzen muss. Dafür bin ich zu introvertiert. Ich habe es zwar einige Male versucht, aber das ist Reizüberflutung und Überforderung pur für mich. Der reinste Horror quasi. (Außerdem leide ich an sozialen Ängsten.)

Viele Grüße



Danke.
Hätte ich mir fast schon denken können.

Ich gehöre wohl zum zweiten oder dritten...

Geht mir übrigens auch so, mir reichen ein paar gute Freunde mit denen ich spaß haben kann, mehr hatte ich im Leben auch selten gehabt. Ab und zu möchte ich nämlich auch mal Ruhe haben für mich. Ich kann mich zwar in Gruppen aufhalten, fühle mich aber generell überflüssig, weil ich nichts zu sagen hab, ich fühl mich als wäre ich nur Zierde.. Teilweise aus Ängsten und teilweise weiß ich auch nicht was ich sagen soll, unwichtige Infos werden bei mir oft herausgefiltert, wenn ich was sagen möchte, lass ich erstmal alle aussprechen und suche den richtigen Moment, schnappe dann meinen Mut zusammen und selten krieg ich dann mal was zustande, aber die meiste Zeit distanziere ich mich. Es ist schließlich auch anstrengend und das soll nicht sein, ich möchte mich sicher fühlen.

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  16.07.2017 20:58  
Wenn man wenigstens ein wenig eingebunden ist (Familie, eine Freundschaft in der Näher oder Kollegen) dann hat man schon einmal ein paar Türen durch die man zufällig oder unterstützt ein paar neue Menschen kennenlernen kann.

Zitat:
Mit großen Cliquen und Gruppen kann ich überhaupt nichts anfangen, doch in diese müsste man sich ja zunächst begeben, wenn man Leute kennenlernen möchte.
Wie wäre es mit einer Laufgruppe ? Man trifft sich, läuft los, redet aber kaum. Bei Wandergruppen bilden sich nach kurzer Zeit kleinere Grüppchen mit gemeinsamer Laufgeschwindigkeit oder ähnliche Themen. Wäre das nicht ein zwangloser Einstieg ?

LG

Danke1xDanke


  16.07.2017 21:52  
Lifelover hat geschrieben:
Es ist schließlich auch anstrengend und das soll nicht sein, ich möchte mich sicher fühlen.


Genau, für mich sind solche Situationen auch nur wahnsinnig anstrengend. Ich bin einfach gar kein Gruppenmensch und quäle mich deshalb auch nicht gezielt damit herum. Nach 2 Stunden lebhafter Gruppensituation brauche ich mindestens 2 Tage den kompletten Rückzug, um mich wieder halbwegs zu erholen. :- Es gibt (viele) Menschen, die ziehen ihre Energien aus großen, geselligen Zusammenkünften, aber zu denen habe ich leider noch nie gehört. Im Gegenteil. Ich ziehe meine Energien aus dem Alleinsein oder aus dem Kontakt zu vereinzelten Menschen, in deren Gegenwart ich mich wohl, sicher und angenommen fühle.

Und auch die sonstige Beschreibung deines Erlebens in Gruppen kann ich nur zu gut nachvollziehen.

Liebe Weinlaub, danke für die Idee - für mich wäre so etwas alles zu unangenehm und zuviel, leider (siehe oben).

LG

Danke3xDanke


  16.07.2017 22:24  
Zitat:
Es gibt (viele) Menschen, die ziehen ihre Energien aus großen, geselligen Zusammenkünften
Die übrigen Einzelgängerinnen begegnen sich zu selten oder gehen leider nicht aufeinander zu, weil sie sich nicht erkennen oder die ersten Schritte so schwierig erscheinen.
Zitat:
Ich ziehe meine Energien aus dem Alleinsein oder aus dem Kontakt zu vereinzelten Menschen, in deren Gegenwart ich mich wohl, sicher und angenommen fühle.
Wenn Du auf einem Spaziergang oder beim Einkauf jemandem begegnest die für eine Freundschaft in Frage käme und ähnlich zurückhaltend und vorsichtig ist, woran würdest Du sie erkennen ? Und wie könntest Du zeigen was Dich bewegt und dass Du eine stillere Natur bist ?

LG



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Status: Online online
  16.07.2017 23:05  
Viertelherz hat geschrieben:

Genau, für mich sind solche Situationen auch nur wahnsinnig anstrengend. Ich bin einfach gar kein Gruppenmensch und quäle mich deshalb auch nicht gezielt damit herum. Nach 2 Stunden lebhafter Gruppensituation brauche ich mindestens 2 Tage den kompletten Rückzug, um mich wieder halbwegs zu erholen. :- Es gibt (viele) Menschen, die ziehen ihre Energien aus großen, geselligen Zusammenkünften, aber zu denen habe ich leider noch nie gehört. Im Gegenteil. Ich ziehe meine Energien aus dem Alleinsein oder aus dem Kontakt zu vereinzelten Menschen, in deren Gegenwart ich mich wohl, sicher und angenommen fühle.

Und auch die sonstige Beschreibung deines Erlebens in Gruppen kann ich nur zu gut nachvollziehen.

Liebe Weinlaub, danke für die Idee - für mich wäre so etwas alles zu unangenehm und zuviel, leider (siehe oben).

LG


Das trifft auf mich ebenfalls zu. Unterhaltungen mit einer einzelnen Person fallen mir meist leichter, wenn die Person mir vertraut und bekannt ist und ich ihre nähe schätze, fange ich an ich selbst zu sein, und das ist ein schönes Gefühl.


Zitat:
Die übrigen Einzelgängerinnen begegnen sich zu selten oder gehen leider nicht aufeinander zu, weil sie sich nicht erkennen oder die ersten Schritte so schwierig erscheinen.


Das ist irgendwie das traurige dabei. :(
Ich finde gerade die Einzelgänger und stillen Personen in einer Gruppe interessant.

Danke1xDanke


  17.07.2017 12:20  
Weinlaub hat geschrieben:
Wenn Du auf einem Spaziergang oder beim Einkauf jemandem begegnest die für eine Freundschaft in Frage käme und ähnlich zurückhaltend und vorsichtig ist, woran würdest Du sie erkennen ?


So auf Anhieb erstmal überhaupt nicht.

Zitat:
Und wie könntest Du zeigen was Dich bewegt und dass Du eine stillere Natur bist ?


Wenn man mich lässt... :wink: und sich aufrichtig dafür interessiert und so.

Lifelover hat geschrieben:
Das trifft auf mich ebenfalls zu. Unterhaltungen mit einer einzelnen Person fallen mir meist leichter, wenn die Person mir vertraut und bekannt ist und ich ihre nähe schätze, fange ich an ich selbst zu sein, und das ist ein schönes Gefühl.


Du sagst es. Mit dem richtigen Gegenüber kann ich auch richtig aufblühen. :)
Sonst eher nicht.

Zitat:
Ich finde gerade die Einzelgänger und stillen Personen in einer Gruppe interessant.


Ich auch. Aber wir ticken eben so. Im Allgemeinen erlebe ich es so, dass diejenigen, die sich problemlos in den Mittelpunkt stellen können, für andere auch die interessantesten sind.

Viele Grüße

Danke2xDanke


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Status: Online online
  17.07.2017 14:32  
Zitat:
Du sagst es. Mit dem richtigen Gegenüber kann ich auch richtig aufblühen.
Sonst eher nicht.


Da sind wir uns wohl ähnlich.

Zitat:
Ich auch. Aber wir ticken eben so. Im Allgemeinen erlebe ich es so, dass diejenigen, die sich problemlos in den Mittelpunkt stellen können, für andere auch die interessantesten sind.


Die sind oft echt nervig und geben den stilleren dann auch wenig Chance, aber schön finde ich es, wenn andere dich versuchen trotzdem einzubinden.



  17.07.2017 18:07  
Hallo, bin neu hier im Forum und leide sehr unter meiner Einsamkeit. Hinzu kommt noch die SP. Die Wochenenden sind am schlimmsten, da wird mir die Einsamkeit so richtig bewusst. Eigentlich lebe ich nur so in den Tag hinein und warte auf den Tod. Wenigstens hab ich einen Beruf, wo ich dann noch Ablenkung finde. Aber Urlaub und - wie gesagt - die Wochenenden, sind der blanke Horror.

Leider bin ich kein Vereinsmensch und habe keine Freude. Wenn ich mal alleine irgendwo hingehe, wirft mich das meistens sehr zurück. In der letzten Zeit denke ich oft an den Tod und wie man das Leben verkürzen kann.
Bin auch in Therapie und nehme Psychopharmaka, aber irgendwie ist das alles vergebens. Mein Therapeut hat schon durchblicken lassen, dass ich mich schon vor Jahren hätte gegen SP behandeln müssen und es jetzt zu spät dafür sei.

Gerne hätte ich auch wieder eine Beziehung, wie schon mal vor langer Zeit. Vier Internetbekanntschaften haben sich jedoch als großer Reinfall erwiesen.

Aber wie soll man es anstellen, Leute kennenzulernen? Dieses Alleinsein macht mich immer mehr traurig. Allmählich verliere ich immer mehr den Lebensmut. Jeder Tag der vorbei ist, ist ein guter Tag, so ist mittlerweile meine Einstellung.

Gibt es hier Leute in diesem Forum, denen es genauso geht?

Danke fürs Lesen und liebe Grüße
Lilly1966

Danke1xDanke


95
2
Niedersachsen
43
  17.07.2017 18:40  
Ich habe engeren Kontakt nur zu meinen Eltern, deren Ehepartnern und inzwischen zu meiner Schwester.
Engerer Kontakt heisst wir telefonieren alle paar Wochen und sehen uns jeweils 1-3 x im Jahr. Darüber hinaus ein paar E-mails, und Mitteilungen über FB oder WA.

Ausserdem habe ich täglichen Kontakt zu Menschn die an Kassen sitzen und 4 Nachbarn die man alle paar Tage mal sieht und grüßt, evtl. sogar mal kurz plaudert. Silvester verbring ich ab und zu dort. Silvester wäre manchmal hart ohne diese Möglichkeit.

Einsam fühle ich aber auch im direkten Kontakt mir der Familie, zumindest in den ersten Stunden. Ich brauch lange um aufzutauen. Dann geht soetwas wie oberflächelicher Spaß an dem ich teihaben kann ohne mich dabei allein zu fühlen. Das ist manchmal wirklich schön.
"Die Mauer" geht aber auch von mir aus:
Urlaubsfotos und Anekdoten interssieren mich nicht wirklich, auch nicht An - und umbauten, neue Küchen etc. in den Häusern und Konzerterlebnisse, solcherlei, es ist anstrengend mich darauf zu konzentreieren, so wie Heuchelei für mich immer schwierig ist. Aber der Familie stößt man nicht gern vor den Kopf. Muss es ja auch nicht tun ein bisschen Anstrengung schadet nicht. Und es ja eine wirkliche (wenn auch einsame) Freude die Freude im Gesicht meiner Mutter zu sehen auch wenn ich nicht recht nachvollziehen kann wie ein neuer Kleiderschrank -der mich einfach nicht interssiert - soetwas hervorruft.
Es ist schwierig gemeinsame Themen zu finden.
Mein Vater geht zur Jagd, als Kind habe ich viele Stunden mit ihm im Wald verbracht, derzeit überlege ich nochmal in meine Heimatstadt zurückzukehren um das nocheinmal aufleben zu lassen. Mein Vater ist 75 und die Vorstellung ist schon schön unser Beziehung auf soeiner Ebene der gemeinsamen Interssen, im gemeinsamen Tun an dem was uns beide begeistert, endgültig zu enstpannen.

Passende Freunde und vielleicht eine Liebe sind prinzipiell natürlich viel besser geeignet um gemeinsame Interessen zu leben. Sich emotional vom Geteilten mitreissen zu lassen und "synchron zu gehen".

Bis auf 3 Liebesbeziehungen (3 Jahre, 1 Jahr, 2 Monate) bin ich daran bisher gescheitert.

Seit 3 Jahren hilft enorm der Hund, so lächerlich und armselig mir das manchmal vorkommt es ist so leicht mit einem sozial komplex veranlagtem Tier "mitzuschwingen", "synchron zu gehen".


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