wer-kennt-sich-.

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Hallo Zusammen,

ich würde sehr gerne einmal Meinungen zu meiner aktuellen Situation hören, ich bin bereits seit längerer Zeit in eine Art Starre verfallen.

Ich bin 33 und verspüre eine unheimlich Sehnsucht nach einer erfüllenden Beziehung. Nach selbstbestimmter, aktiver Lebensgestaltung. Nach Freiheit und Ausbruch aus festgefahrenen Bahnen.

Und ich fühle, dass meine langjährige Partnerin mich davon abhält. Wir sind seit 11 Jahren zusammen und wir waren beide lange fest davon überzeugt, dass wir Partner für's Lebens sind. Allerdings habe ich mich sehr verändert in den Jahren, ich bin selbstbewusster geworden; und während wir früher so gut zusammen passten, weil wir beide das gleiche brauchten (sich gegenseitig Halt geben und Wärme, Sicherheit etc), sehne ich mich heute nach einer starken, selbstbewussten Frau, mit der ich das Leben gestalten kann.

Sollte ich mich also trennen!? Was hält mich davon ab?

Die Angst, das falsche zu tun! Ist nicht ein harmonisches Zusammeleben mehr wert als irgendwelche Träume von Selbstverwirklichung?

Die Angst, dass sich nichts ändert: bin ich selbst vielleicht so passiv, und gebe "ihr" im Moment nur die Schuld daran, dass sich nichts ändert in meinem Leben?

Der Gedanke an sie: sie sagt immer, dass sie mich braucht, und wie unglücklich sie ohne mich wäre? Wie kann ich glücklich Leben, wenn ich daran werde denken müssen, wie sie unglücklich alleine in der Wohnung sitzt? Liebe ich sie also doch so sehr?

Sorry, vielleicht etwas konfus, ich drehe mich im Kreis.

27.04.2008 17:06 • 28.04.2008 #1


2 Antworten ↓


wpwerewolf


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derlei erfahrung hatte ich noch nicht, jedoch trug sich in näherem familienumfeld eine vergleichbare situation zu.

hast du das moralische recht die beziehung zu beenden? jop!
es ist nichts verwerfliches daran sein leben diesbezüglich anders zu gestalten und ich kann die gedanken nachvollziehen!

inwiefern du damit rücksicht auf sie aussüben solltest mußt du selber wissen, einerseits sind moralische grundsätze/pflichten gegeben andererseits würde das schicksal auf dich auch keine rücksicht nehmen sollte es dich mal treffen.

die frage die bleibt ist: was fehlt dir?
möglicherweise ist die abenteuerlust nach wenigen monaten wieder gestillt und dann beißt du dir in den hintern was du weggeworfen hast!
dh ich rate dazu zu überlegen ob dir deine partnerin nicht evtl doch das geben kann was dir fehlt wenn du entsprechend darum bittest/es dir selber daraus holst....

27.04.2008 21:33 • #2


Immanuel


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Hallo wer – kennt – sich – schon?,
ich finde es schwierig, in einer solchen Situation jemanden zu raten, dies oder jenes zu tun, zumal man die Hintergründe und Personen nicht kennt.
Ich selber bin vor einem Monat verlassen worden. Die Trennung traf mich völlig unvorbereitet. Wenn meine Frau und ich früher über das Thema Trennung/Verlassen werden gesprochen haben, habe ich auch gesagt, ich kann mir nicht vorstellen, ohne Sie leben zu können oder zu wollen. Es hat sie letztendlich nicht daran gehindert mich zu verlassen, und ich finde es furchtbar und unsagbar schwer, aber ich glaube, dass jeder die Fähigkeit in sich trägt, eine Trennung zu überstehen. Was mich viel mehr schmerzt als die Trennung an sich, ist das WIE. Sie ist von „heut’ auf morgen“ ausgezogen, und hat jeglichen Kontakt eingestellt. Ich kenne bis heute nicht ihre Motive. Ich habe nun erfahren, dass sie in eine andere Stadt gezogen ist, aus beruflichen Gründen. Sie hat ein tolles Angebot erhalten und scheint aus welchen Gründen auch immer zu glauben, dass sie das nur ohne ihren Partner machen kann.
Ich wünsche mir nichts so sehr, als das meine Frau zu mir zurückkehren könnte. Aber niemals aus Mitleid! Das wäre für mich unerträglicher als die Trennung.


Weiß Deine Partnerin von Deinen Zweifeln? Redet ihr miteinander? Was meinst Du mit Selbstverwirklichung?
Hast Du / Habt ihr schon einmal über eine Paartherapie nachgedacht? Vielleicht hilft es Euch beiden, zu erkennen, was in eurer Beziehung schief läuft. Für Dich könnte es sehr hilfreich sein, genauer zu erkennen, was Du möchtest. Vielleicht gibt es doch Wege miteinander.
Wenn Du letztendlich zu dem Ergebnis kommst, Du musst die Partnerschaft verlassen, weil Du sonst auf der Strecke bleibst, so hast Du Deiner Partnerin doch eine faire Chance gegeben, an sich und der Beziehung zu arbeiten.
Alles Gute!
Immanuel

28.04.2008 17:07 • #3



Dr. Reinhard Pichler