Krasno
Hallo zusammen,

Nun ich fühle mich auch sehr einsam, ich habe vor kurzem meinen Freund verlassen, da die Beziehung nicht wirklich das bringen konnte was ich tatsächlich brauche. Trotz klarer Kommunikation meinerseits und dem bitten, betteln und sich drüber ärgern bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es keine Änderungen geben wird und bin dann gegangen.

Ich fühle mich sehr einsam weil ich niemanden habe mit dem ich mich auf gleicher Wellenlänge austauschen kann, ich weiß nicht wie ich es beschreiben kann. Wenn es eine angeregte Unterhaltung gibt, dann spüre ich so was wie eine Resonanz und das erfüllt mich. Diese Resonanz hatte ich immer in meinen Beziehungen und manchmal auch bei Freundschaften. Nun bin ich jetzt allein und letztes Jahr umgezogen aus beruflichen Gründen. Mein Freundeskreis ist kaum noch vorhanden und ich vereinsame. Dazu muss ich noch sagen dass ich letzten Sommer gekündigt wurde. Ich sitze also ohne Job, ohne Mann und mit sehr kleinem Freundeskreis fest. Die Leute die ich kenne arbeiten alle, haben Familien/Partner und nicht ewig Zeit sich mit mir zu beschäftigen.

Ich habe angefangen Johanniskraut zu nehmen, aber es hilft nicht wirklich. Ich mache wieder sehr viel Sport und ernähre mich extrem gesund, aber es hilft auch nicht, ich fühle mich sehr leer, muss oft weinen und weiß oft nicht weiter und habe suizidale Gedanken, erhoffe mir da die Erlösung.

Am Freitag habe ich ein Vorstellungsgespräch für ein Nebenjob, damit ich überhaupt rauskomme und etwas unter Menschen sein kann. Ich war sonst immer sehr fröhlicher, geselliger und unternehmungslustiger Mensch, aber irgendwo habe ich es unterwegs verloren und kann es leider nicht wieder finden.

Ich kann mir im Moment auch keine anderen Beiträge durchlesen, weil es mich echt noch weiter runter zieht, es ist schrecklich.

Gibt es denn hier überhaupt Leute die Ihre Krisen so weit bewältigt haben dass sie anderen helfen können? Vielleicht hilft es aber einfach so ehrlich drüber zu schreiben um sich selber etwas besser zu verstehen und reflektieren zu können.

Krasno

17.02.2015 14:21 • 30.03.2015 #1


14 Antworten ↓


casira
Hallo Krasno,

das ist wirklich ein bisschen viel auf einmal. Job weg, Mann weg und Umzug. Da würde sich jeder einsam fühlen.

Vielleicht kannst du in einen Sportverein gehen und dort mit anderen zusammen sport machen. In der Regel dauert es nicht lange, bis man neue Leute kennen lernt. Vor allem, wenn sie merken das du regelmäßig kommst.

Oder einen Kurs bei der VHS belegen? Schau doch einfach mal was es für Angebote in deiner Nähe gibt und schnupper mal rein.

17.02.2015 14:29 • #2


Krasno
danke für deine schnelle Antwort. Ja habe mich jetzt angemeldet und bin dabei, aber iwie ist diese Einsamkeitszelle in mir immer und über all dabei, kann mich kaum über dinge freuen, was ich sonst immer einfach so getan habe. Fühle mich auch sehr schwach und mega bedürftig, was eigentlich nicht meine Art ist/war. Mittlerer weile weiß ich gar nicht wer ich wirklich bin. Bin sehr verwirrt und verunsichert.

17.02.2015 14:34 • #3


sevr
Bei suiziden Gedanken wäre es vielleicht mal ganz gut, wenn du sofort zum Neurologen gehst... also quasi jetzt sofort. Das kann man schwer alleine stemmen.

Johanniskraut hilft ja auch erst nach frühestens sechs Wochen. Homöopathische Mittel brauchen ewig und helfen auch nicht gegen schwere Depressionen.

Ansonsten ist der Tipp mit dem Sportverein echt gut. Passt jetzt nicht zu jedem, aber mit Kampfsport hat man viel auf einmal geregelt. Den Frust 'haust' du raus und du lernst schnell Leute kennen. Muss man aber mögen, ist klar.

17.02.2015 14:35 • #4


casira
Stimme sevr voll und ganz zu.
Hört sich sehr nach einer Depression an und die kann man alleine kaum bewältigen. Geh am besten mal zum Hausarzt und besprech es mit ihm/ihr. Zum Neurologen kann ich nichts sagen... aber wenn es eine Depression ist, hilf auch eine Therapie.

17.02.2015 14:41 • #5


sevr
Neurologe ist eigentlich besser, aber schau mal was dir eher zusagt.

17.02.2015 14:46 • #6


Krasno
Hallo zusammen,

Habt vielen Dank für eure Beiträge. Ich wollte mal kurz loswerden wie es mir inzwischen geht. Mit Johanniskraut und viel Sport (15h/Woche) ist das einigermaßen erträglicher geworden. Ich habe auch zwei Bücher über Trennung und Einsamkeit durchgearbeitet und versuche viel unter Leuten zu sein, auch wenn ich die nicht kenne.. also ich klingle jetzt nicht bei denen zu Hause und frage ob es einen Kaffee gibt aber halt in Cafés oder Fitnessstudio
Meine Suche nach einem Therapeuten war leider Erfolglos.. aber ich werde es noch mal versuchen, möchte nicht noch mal in so einem Tief enden und nicht weiter wissen.

Es geht mir viel besser insgesamt, denn die Einsamkeit war sehr alt und hatte nicht nur was mit meiner Exbeziehung zu tun, sondern mit meiner verkorksten Kindheit. Hoffe ich habe nun „gelernt“ mir selber zu genügen und es mit mir selber auszuhalten (arbeite noch dran, ganz so einfach ist das nicht, leider ). Hatte in einem der Bücher einen coolen Satz gelesen: Das Gefühl der Einsamkeit ist nur so groß wie die fehlende Nähe zu sich selbst. Will mir noch ein Arbeitsbuch zur Selbstliebe kaufen, mal sehen viell hilft es auch etwas.

Ich bin nur sehr wenig allein gewesen in meinem Leben, hatte meistens schnell (auch wenn ich es nicht wollte) mindestens einen Mann der mich umworben hat. So ist das jetzt auch schon wieder und dies mal wollte ich es viell mal anders machen, aber es fällt mir schwer. Na ja, es fehlen die Körperlichkeiten und der Sex, wenn man Single ist :/ Bin zwar fähig auch bedeutungslosen sex zu haben ( ohne liebe) aber meistens ist das so dass ich dann nach ner Weile mich dann doch in den Kerl verliebe. Nun weiß ich nicht so genau was ich tun soll, mich drauf einlassen oder doch lieber es sein zu lassen.

Grüße Eure Krasno

04.03.2015 09:32 • #7


Hallo Krasno,
du schreibst ja selbst "aber meistens ist das so dass ich dann nach ner Weile mich dann doch in den Kerl verliebe".
Schadest du dir dann nicht selbst damit?

Kann aber selbst mit "bedeutungslosen sex" nichts anfangen, gerade die Zuwendung und Zuneigung ist doch das schöne daran.

05.03.2015 15:17 • #8


Krasno
Hallo Void-AB,

Dankeschön für deine Anregung, weiß nur nicht so genau wie du das meinst? Also wenn ich mich einlassen würde und mich dann nach einer Weile verlieben würde, wäre mein Heilungsprozess, bzw die neue Orientierungsphase zu ende?

Ich hatte nur gedacht, dass ich so was eventuell etwas ungeschickt angegangen bin bisher, also viel zu viel gemeinsame Zeit verbracht usw. und wenn man einfach die gemeinsame Zeit nur auf Körperlichkeiten begrenzt, dass ich vielleicht so dem Verlieben entkommen könnte ohne auf das was mir eigentlich im Moment fehlt zu verzichten.

viele Grüße

Krasno

05.03.2015 16:27 • #9


Kann dir nur meine Sicht darüber sagen, ob das dann richtig ist, ist eine andere Frage

Behaupte aber mal das es wichtig ist den Heilungsprozess oder Orientierungsphase alleine zu schaffen. Unterstützung von anderen ist natürlich gern gesehen und hilft auch.
Aber wenn man das auf einer Person ding fest macht und die Person dann irgendwann nicht mehr da ist. Was passiert dann? Heilungsprozess und/oder Orientierungsphase dann zu ende?

Denke wenn der "bedeutungslosen sex" der Startpunkt ist kann sich hintenraus nicht viel ergeben/entwickeln.
Behaupte ich jetzt gerade mal so, kann mich auch täuschen

05.03.2015 16:40 • #10


Krasno
es soll sich auch nichts ergeben, es soll nur zweckgebunden sein

05.03.2015 17:00 • #11


Dann dir viel Glück das es sich so ergibt und du deine Liebe im Zaun halten kannst

05.03.2015 17:18 • #12


Hallo Krasno,

so, ich hoffe ich kann dir vielleicht etwas helfen? Weißt du, ich habe gerade deinen Text gelesen. Hier stelle ich mich dir mal vor: ich bin 44 Jahre, wohne alleine und habe keinen Job.
2011 habe ich mich von meine langjährigen Partner getrennt. Wir haben eine 8jährige Tochter. Zudem haben wir die Ein-Wochen-Regelung, d. h. von Sonntag bis Sonntag bei mir dann wieder ist unsere Tochter bei ihren Vater.
Seit nunmehr 9 Monaten bin ich Hartz IV -Empfängerin, habe also so gut wie kein Geld, ausser von meinen Dispokredit.
Angehörige habe ich auch keine mehr seit Jahren, ausser einen Bruder, er ist zwei Jahre älter als ich und hat den Kontakt zu mir abgebrochen, obwohl wir uns vor 2 Jahren mit seiner Tochter getroffen haben. Ohne Streit auseinandergegangen sind, er ist sehr viel beruflich eingebunden.
Dass heisst, meine Tochter weiss nicht, was eine Oma oder Opa oder Onkel ist, du verstehst was ich meine?!
Den einzigen dort wo ich wohne -- ein Hinterhaus, ist mein Nachbar, der schon ganz krank ist vor Isolation und Einsamkeit und der mich schon 10 mal am Tag angerufen hat usw. nur um meine Stimme zu hören, wegen der Einsamkeit.
Und immer wieder bekommt man nur zu hören, dass man sich doch Hilfe suchen soll usw. In einen anderen "Bericht" hier habe ich gelesen, dass er oder sie doch einfach nur Freunde braucht, einfach "nur" Freunde!

Mein Vorschlag: können wir nicht mal was ausmachen? Wer bist du? Wo kommst du her? Welche Interessen hast du? Weisst du, vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit unserer verdammten Isolation und Einsamkeit zu entkommen?!


Es grüsst dich Urmel 443

07.03.2015 15:14 • #13


Krasno
Hallo Urmel,

habe vielen Dank für deinen Beitrag, mir gehts inzwischen schon viel besser aber ich freue mich immer über Leute mit denen ich mich austauschen kann
Ich Interessiere mich für viele dinge: Sport, Geschichte, Psychologie, Naturwissenschaftliche Themen, zocke auch gern online games. Zudem will ich für meine Nichte demnächst was cooles stricken Welche Interessen hast du?

Ich wohne in HH, habe keine Kinder.

Grüße Krasno

07.03.2015 17:51 • #14


Hallo Krasno,

du scheinst dich ja schon insgesamt viel besser zu fühlen als zum Zeitpunkt der Eröffnung deines Themas . Ich wollte dir trotzdem liebe Grüße hinterlassen, da du dich auch mit meinem Problem auseinander gesetzt hast .
Depressionen kann man, glaube ich, selbst nicht beheben. Dazu bedarf es immer professioneller Hilfe von außen. Mit den Medikamenten bin ich mir nicht sicher, ob die nicht mehr Nebenwirkungen als Hilfe bringen. Aber zumindest Therapien könnten hilfreich sein.

Manchmal denkt man auch, man sei depressiv, aber eigentlich sind es nur depressive Verstimmungen, da kommt man allein wieder raus. Aber sicherheitshalber sollte man das mit einem Arzt abklären. Hast du das bereits getan? Oder geht es dir wieder so, dass du darauf verzichten kannst?

Übrigens ist es wohl echt ein typisches Frauenproblem, dass man sich doch irgendwie nach ein paar mal Sex mit einem Mann in den Mann verliebt, auch wenn es anfangs alles so schön unverbindlich war, auch für einen selbst. Ganz schön unfair manchmal .

Liebe Grüße
Luci

30.03.2015 14:39 • #15




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