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201726.07




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Hallo,

bin gegenwärtig 28 Jahre alt. Hatte eine gespaltene Kindheit, einerseits harmonisch, andererseits auch häusliche Gewalt (Vater schlug Mutter mehrmals, Geldprobleme, behinderter Bruder, angespannte Ehe der Eltern mit viel Rumbrüllen etc). 2009 wurde mir alles zu viel, fing an zu *beep*, machte im Juni 09 Abi. Zuhause gings drunter und drüber, fuhr mit "Freunden" nach Holland für 1 Tag und hatte dann auf dem Rückweg in der Bahn den schlimmsten Horrortrip, den man nur haben kann. Dachte während des Horrortrips, dass ich Sterben werde, dass mein Auge rausfällt, hatte Atemprobleme, musste mich schlussendlich extrem übergeben. Drei Tage später Herzrasen und Negativgedanken (permanente Suizidgedanken etc), die ich nicht verdrängen konnte. Letzten Endes lieferte ich mich kurze Zeit später selbst in die Klapse ein, da ich mit mir selbst überfordert war. Erstdiagnose vom Arzt: Dro.induzierte Psychose. Bekam 2 Wochen Diazepam, danach Doxepin 100 und Seroquel 100. Kurz vor Silvester 09 entlassen. Diagnosekorrektur: endogenene Depression, Panikattacken. Begründung der Korrektur: kein Wahn, kein Stimmenhören, Patient die ganze Zeit normal. Nach Entlassung wurde mir gesagt, dass ich das Doxepin 2 Jahre weiter einnehmen soll, das Seroquel 1 Jahr, *beep* soll ich ganz bleiben lassen. Im Februar '10 Aufenthalt im labilen Zustand in London für 6 Monate. Doxepin weiter eingenommen, Seroquel nach 4 Monaten abgesetzt. Zurück in Deutschland wieder der gleiche beschissene Freundeskreis, die gleichen beschissenen Familienprobleme. Wieder angefangen zu *beep*, aber sehr unregelmäßig. Ging knapp anderthalb Jahre so. Seitdem nie wieder gek. . Die Antidepressiva wurden zwischenzeitlich wieder abgesetzt. Bekam als ich aus London wiederkam neue Tabletten (Citalopram, für das Seroquel wurde keine Verwendung gesehen). Wenn es mir schlechter ging, dann welche vom Arzt verschreiben lassen und wieder eingenommen (über einen längeren Zeitraum natürlich). Noch anzumerken ist, dass ich im Oktober 2013 ein Studium begann und dieses jetzt im Mai beendete (Bachelor of Science, BWL). Davor noch Jura ausprobiert, aber nach einem Semester abgebrochen.

Seit mehreren Jahren habe ich immer einen Druckpunkt im Kopf, der mich manchmal wahnsinnig macht. Der ist ziemlich zentral, kann das gut verorten. In der letzten Zeit habe ich auch ständiges Augenlid zucken. Zudem kommt noch, dass ich ziemlich oft Selbstgespräche mit mir führe. Manchmal ist das sehr unangenehm. Speziell, wenn ich abends spazieren gehe und mich mit mir selbst leise unterhalte. Muss halt auch sagen, dass ich seit meinem 18.Lebensjahr keine Beziehung mehr hatte. Bin eigentlich ein ziemlich kommunikativer Typ, aber auf eine Beziehung kann ich mich sehr schwer einlassen, keine Ahnung warum. Einmal hätte es fast geklappt, aber da wollte das Mädchen nicht.

Habe manchmal auch so Misswahrnehmungen. Zum Beispiel: Wenn ich Nachrichten bei WhatsApp kriege, blinkt ein weißes Lichtlein an meinem Handy. Oft kommt es mir so vor, als ob es weiß blinkt, obwohl es dann bei näherer Betrachtung gar nicht der Fall ist. Oder auch wenn ich manchmal auf der Straße laufe: Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich jmd. gesehen hätte und dann merke ich, dass es doch nur eingebildet war. Ist halt natürlich nicht permanent so, aber es beunruhigt mich. Verspür manchmal eine große innere Unruhe.

Hab auch seit Jahren Schlafprobleme. Beim Schlafenwollen überkommt mich manchmal so ein ganz komisches Gefühl. Ich fang dann an leicht zu zittern, ich werde ganz schwach, aber so nach einer halben Stunde/Stunde geht es schon wieder. Mein Gedächtnis ist auch sowas von schlecht geworden im Vergleich zu früher. Hab viele graue Haare bekommen (teilweise sogar weiße Nasenhaare ). Auch habe ich Zukunftängste/Jobängste, weil ich nicht weiß, wie ich mit diesen Symptomen einer geregelten Arbeit nachgehen soll. Depressiv bin ich auch noch.

Ich würde gerne von euch selbst eine Einschätzung meiner Situation haben wollen. Wie würdet ihr die Symptome deuten? Als ich beim Psychiater war, meinte er, ich soll wieder das Citalopram nehmen oder es evtl. mal mit Risperidon über einen etwas längeren Zeitraum probieren. Aber Risperidon ist ja ein Neuroleptikum und ich hab jetzt so schön abgenommen (20 Kilo ), dass ich mir das nicht wieder versauen lassen möchte. Zudem kommt noch, dass ich mich gedanklich total leer durch das Zeug fühle. Hatte es mal 2 Tage eingenommen und selbst das aufstehen, war 'ne Tortur. Das Citalopram ist ganz OK, wobei es anfangs total schlimm ist. Erektionsstörungen für 2 Monate muss man immer aufs Neue miteinberechnen. Außerdem bin ich davon manchmal, zumindest die erste Zeit immer leicht verwirrt. Kennt ihr da andere Medikamente?

Auf das Thema antworten


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Ostsee
2983

Status: Online online
  27.07.2017 10:16  
Hey,
das lässt sich aus der Ferne schwer einschätzen.


Zitat:
Seit mehreren Jahren habe ich immer einen Druckpunkt im Kopf, der mich manchmal wahnsinnig macht. Der ist ziemlich zentral, kann das gut verorten. In der letzten Zeit habe ich auch ständiges Augenlid zucken.

Wurde mal ein MRT vom Kopf gemacht?

Zitat:
Zudem kommt noch, dass ich ziemlich oft Selbstgespräche mit mir führe. Manchmal ist das sehr unangenehm. Speziell, wenn ich abends spazieren gehe und mich mit mir selbst leise unterhalte.

Ist nichts schlimmes - so lange du keine Stimmen hörst, die dir real vorkommen aber nicht vorhanden sein können.
Fühlst du dich einsam und vermisst Gespräche mit anderen Menschen?

Zitat:
Muss halt auch sagen, dass ich seit meinem 18.Lebensjahr keine Beziehung mehr hatte. Bin eigentlich ein ziemlich kommunikativer Typ, aber auf eine Beziehung kann ich mich sehr schwer einlassen, keine Ahnung warum. Einmal hätte es fast geklappt, aber da wollte das Mädchen nicht.

Irgendwann wird schon die richtige Frau über den Weg laufen.

Zitat:
Habe manchmal auch so Misswahrnehmungen. Zum Beispiel: Wenn ich Nachrichten bei WhatsApp kriege, blinkt ein weißes Lichtlein an meinem Handy. Oft kommt es mir so vor, als ob es weiß blinkt, obwohl es dann bei näherer Betrachtung gar nicht der Fall ist.

Nichts schlimmes. Bei ständiger Übermüdung kein Wunder, da du selbst von massiven Schlafproblemen schreibst.

Zitat:
Beim Schlafenwollen überkommt mich manchmal so ein ganz komisches Gefühl. Ich fang dann an leicht zu zittern, ich werde ganz schwach, aber so nach einer halben Stunde/Stunde geht es schon wieder.

Kann alles sein. Fühlst du dich nur schlapp oder kommt es auch zu anderen Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot, .....?

Zitat:
Mein Gedächtnis ist auch sowas von schlecht geworden im Vergleich zu früher.

Dafür gibt es zig mögliche Ursachen. Ein paar Beispiele: Schlafmangel, B12 Mangel, Schilddrüse, ständiges Grübeln - so dass du abgelenkt bist, ....

Zitat:
Hab viele graue Haare bekommen (teilweise sogar weiße Nasenhaare ).

Haben deine Eltern und Großeltern auch schon früh weiße Haare bekommen?

Zitat:
Depressiv bin ich auch noch.

Symptome, die man gerne mal als "Depression" bezeichnet können zig Ursachen haben - sowohl organische als auch psychische.


Zitat:
Ich würde gerne von euch selbst eine Einschätzung meiner Situation haben wollen. Wie würdet ihr die Symptome deuten? Als ich beim Psychiater war, meinte er, ich soll wieder das Citalopram nehmen oder es evtl. mal mit Risperidon über einen etwas längeren Zeitraum probieren.

Einmal gründlich von Kopf bis Fuß organisch durchchecken lassen, statt mit Chemiekram nur die Symptome zu unterdrücken.

Zitat:
Aber Risperidon ist ja ein Neuroleptikum und ich hab jetzt so schön abgenommen (20 Kilo ), dass ich mir das nicht wieder versauen lassen möchte.

Kann man jederzeit wieder absetzen, wenn die Wage anfängt höhere Zahlen anzuzeigen. Bei allen Psychopharmaka gilt: LANGSAM ausschleichen, niemals abrupt absetzen!

Zitat:
Das Citalopram ist ganz OK, wobei es anfangs total schlimm ist. Erektionsstörungen für 2 Monate muss man immer aufs Neue miteinberechnen.

Da du derzeit keine Freundin hast, hoffentlich nicht ganz so schlimm, dass er nicht will. Wenns wirkt und die Symptome abschwächt, ist es doch gut.





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  17.10.2017 04:02  
zu1. Ja. 2009 als ich damals nach Panikattacke/Suizidgedanken ins Krankenhaus eingeliefert wurde und dann hab ich nochmal eins im Jahr 2015 vom Neurologen machen lassen. Beide Male komplett unauffällig.


zu 2. Manchmal, ja. Wie gesagt, habe seit Jahren keine Freundin und treffe mich unter der Woche nur mit meinem Vater, mit meiner Mutter ist das Verhältnis angespannt. Zudem bin ich auch seit dem 12.7.17 beim Jobcenter, da ich mich erst mal wieder gesundheitlich auf die Beine kriegen will. Hatte davor als Kundenbetreuer bei der Börse Berlin gearbeitet, hab die Stelle aber aufgrund meiner psychischen Probleme und vor allem wegen meiner Schlafprobleme gekündigt. Hatte am 30.08.17 einen Termin bei einer sehr lieben Psychiaterin im Krankenhaus. Sie teilte mir nach einem Test mit (da sollte ich die Aussagen von bestimmten Sprichwörtern erklären wie "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen" etc), dass ich keinerlei Anzeichen für Schizophrenie habe, allerdings meinte sie nach dem Gespräch, dass sie anhand meiner Vita Zeichen für eine Depression mit Angst- und Panikattacken sieht. Nehme ja zurzeit wieder Valdoxan, wovon sie mir abgeraten hatte. Sollte lieber das bewährte Citalopram nehmen und das mindestens ein Jahr und vor allem regelmäßig. Aber das Citalopram hat immer (zumindest am Anfang) extreme Auswirkungen auf die Libido .


zu 3. Hoffen wir es,


zu4. Hoffen wir das auch. Kann jetzt zurzeit wieder nicht schlafen, weil ich wieder einen angespannten Zustand und einen Druckpunkt auf der linken vorderen Stirnhälfte verspüre.


zu 5. Naja, es ist eher ein Anspannungszustand. Keine Atemnot, allerdings macht einen diese Anspannung richtig zu schaffen.


zu 6.Ich war beim Hausarzt, der hat bei mir eine latente Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Der TSH-Wert war bei fast 5. Nehme jetzt seit 2 Wochen Schilddrüsentabletten 50 Mikrogramm. Allerdings hat sich kaum etwas verbessert (bislang).

zu 7. Mein Onkel meinte, dass mein Vater auch schon relativ früh graue Haare bekam. Allerdings glaube ich nicht, dass es so schnell, wie bei mit

zu 8. Symptome, die man gerne mal als "Depression" bezeichnet können zig Ursachen haben - sowohl organische als auch psychische.
Hab noch nicht alles durchchecken lassen, allerdings schon auf Allergien, MRT habe ich ja schon erwähnt und Blutbild. Alles soweit OK.


zu 9.Habe bald einen Termin bei meinem Hauspsychiater. Werde die Valdoxan glaube ich erst mal absetzen (nehme sie zurzeit auch nicht), werde davon nur etwas müde, mehr aber auch nicht. Selbst die Ärztin im Krankenhaus meinte, dass Valdoxan sei total soft. Ich bräuchte glaub ich etwas anderes.


zu 10. Ja, das ist es, was mich auch total zu schaffen macht. Ist zwar nicht so, dass ich jetzt permanent S. brauche, allerdings funktioniert dann nicht mal mehr die SB.



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Hamburg
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  03.11.2017 14:20  
Also auch ich bin kein Psychiater, gebe aber trotzdem mal meinen Senf dazu.

Verharmlosen würde ich das ganze schon mal gar nicht.
Ich habe auch schon etliche Erfahrungen mit Medikamenten machen müssen.
Manchmal habe ich das Gefühl, die Ärzte wissen gar nicht was sie da tun.
Nein,im Grunde..weiß ich das.Ist nicht nur ein Gefühl.Die eine Hand weiß nicht was die andere tut.
Da muss man aufpassen an wen man da gerät.Nein,es sind keine Götter in weiß.
Manchmal muss man lange suchen um den "richtigen" Arzt zu finden.Wenn du dann auch noch mit *beep*. ankommst ,dann wirst du dementsprechend diagnostiziert.Vielleicht war das Zeug auch einfach nur der Auslöser einer lange schlummernden Depression.


Alles Hammerzeug was sie dir da um die Ohren hauen.
Mir persönlich ist jemand bekannt ,der von genau dieser Kombi aus Medikamenten irgendwann voll durch gedreht ist und kurzzeitig in der Klapse gelandet ist. Die Nebenwirkungen werden dann gern als normaler Krankheitsverlauf betrachtet.
Vielleicht solltest du dich damit erst einmal auseinander setzen,bevor du dir selbst eine Psychose diagnostizierst.
Informiere dich selbst und lass dir nicht alles in den Kopf knallen!


Das du psychisch down bist kann ich absolut nachempfinden.
Aber das wird wohl hauptsächlich an deinen Lebensumständen liegen.
Da hilft auch kein SeroQUÄL!

Sorry, aber ich werde da bei Zeiten echt ungehalten ,wenn ich lese das mit so harten Zeug umgegangen wird als seien es Smarties. Basierend auf eigenen negativen Erfahrungen.



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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