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Hallo zusammen!

Ich leide seit etwa einem halben Jahr zum wiederholten Mal an einer panischen Angst davor, schwer zu erkranken. Derzeit ist es Lymphdrüsenkrebs.

Zu mir: ich bin 25, habe seit meinem 19. Lebensjahr mit rezedivierenden Panikstörungen zu tun, bin diagnostizierter Hypochonder und sehr untergewichtig. Letztes Jahr habe ich auch aufgrund von Ängsten und den Schwierigkeiten die die Pandemie mit sich bringt meine Ausbildung abbrechen müssen, etwa zwei Monate später trennten sich meine Freundin und ich (wenn auch im "Guten").

Nun, seitdem (etwa seit Februar) werden meine Ängste bezüglich Krankheiten wieder stärker. Ich bin nur noch sehr wenig aktiv und sehe kaum Freunde. Einen sehr großen Teil meiner Zeit verbringe ich mit "Dr. Google" und in meinen Gedanken, die sich fast nur noch um meine körperlichen Symptome drehen.

Zwar versuche ich vereinzelt, mir klarzumachen dass gerade Lymphdrüsenkrebs eine äußert seltene Erkrankung ist und meine Symptome (extremes Morgentief und langes Schlafen, Schwitzen schon beim Einkaufen, Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, vereinzelt fiebriges Gefühl, Juckreiz, Gefühl von Kurzatmigkeit etc.) zu relativieren, aber das fällt mir sehr selten leicht. Anfangs half es mir ein wenig mir zu sagen, dass ich ja keine geschwollenen Lymphknoten entdecke, habe auch aus Angst nicht wirklich danach gesucht. Als mich die Gedanken dann wieder überwältigt haben bin ich zum Spiegel und siehe da: eine merkwürdige, ganz leicht geschwollene Stelle in der Achsel, die sich zwar weich und beweglich anfühlt, mich aber eher weiter verunsichert als dass es mich beruhigt.

Habe letzte Woche einen Termin bei meiner neuen Hausärztin wahrgenommen, die meine Mutter mir empfohlen hat. Ich bin schon immer äußert ungern zu Ärzten gegangen, wohl auch aus Angst vor einer erschütternden Diagnose. Bei Ihr fühlte ich mich wohl und verstanden. Habe die Praxis nach einem sehr guten Gespräch und mit Rezept für Mirtazapin und Promethazin verlassen. Meine Angst vor Krankheiten nahm die Fr. Doktor ernst, verwies mich aber darauf dass es derzeit wenig sinnvoll wäre mich körperlich zu untersuchen, da durch meine extreme Anspannung etc. die "Ergebnisse" sehr verwaschen sein könnten.

Nun stehe ich hier: einerseits beruhigt endlich eine Ärztin gefunden zu haben, bei der ich ein Gefühl von Vertrauen und Verständnis habe. Dennoch bin ich mit meinen Ängsten weiterhin mehr oder weniger allein gelassen. Meine Mutter watscht das Thema meistens mit den Worten: "Du hast nichts, du warst immer gesund, das ist jetzt die Angst." ab.

Ich habe jetzt in zwei Tagen einen Termin bei einem ansässigen Psychiater, um dort ebenfalls meine Probleme zu schildern.

Ich weiß einfach momentan nicht wie ich aus diesem Kreislauf rauskommen soll.

Vielen Dank an jeden der sich die Zeit nimmt das alles zu lesen!

12.07.2021 21:10 • 28.07.2021 x 2 #1


13 Antworten ↓


flügelpupser791
Huhu das kenne ich zu gut bei mir ist es im. Moment auch wieder der schei. Krebs aber ich raffe mich auf und lasse mich nicht interbekomme.

12.07.2021 21:23 • x 1 #2



Angst vor Lymphdrüsenkrebs

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Hallo!

Vielen Dank für deine Antwort!
Wie schaffst du es, dich in solchen Phasen aufzuraffen. Ich habe das schon fast Angst davor wieder mehr am Leben teilzunehmen, weil mir alles so anstrengend erscheint, deshalb fällt es mir schwer einen klaren Kopf zu bekommen..

Liebe Grüße!

12.07.2021 21:26 • #3


@Man95 du findest hier tausende Leid genossen. Ich leide auch, vor allem seit einem knappen Jahr, an grosser Angst vor allen Arten von K****. Das schlimme ist, dass der Körper oder die psyche einem wirkliche Symptome einbrocken, die auf eine schlimme Krankheit (aber nat auch auf viele andere weniger schlimme) hindeuten. Ich befürchte hier hilft nur eine psychotherapie und ggf angstlösende Medizin.

12.07.2021 21:36 • x 1 #4


@mojo_87 ja da gebe ich dir Recht. Ich hatte vor erwa 4 Jahren bereits eine ähnliche Phase (jedoch Angst vor anderen Krankheiten), und irgendwie ging auch das vorbei, vor allem durch Teilnahme am sozialen Leben. Es ist einfach nur wahnsinnig schwer aus dem Kreislauf zu entkommen und sich klarzumachen, dass dieses Vermeidungsverhalten es nicht besser macht...

12.07.2021 22:39 • #5


flügelpupser791
Zitat von Man95:
Hallo! Vielen Dank für deine Antwort! Wie schaffst du es, dich in solchen Phasen aufzuraffen. Ich habe das schon fast Angst davor wieder mehr am ...

Mit hat mal eine Ärztin gesagt wenn es was schlimmes ist dann zeigt dir das dein Körper

12.07.2021 22:47 • x 1 #6


Mimi1995
Hast du deine Schilddrüse schonmal prüfen lassen ?

12.07.2021 23:11 • x 1 #7


@Mimi1995 tatsächlich nicht, also das letzte was ich überhaupt noch weiß ist dass ich letzten Sommer eine Blutabnahme hatte und da alle Werte soweit in Ordnung während bis auf den Entzündungswert, woraufhin der Arzt mich fragte ob ich nicht öfter Mandelentzündungen gehabt hätte... wie gesagt vermeide Ärzte ja leider öfter.

Liebe Grüße!

12.07.2021 23:21 • #8


zukunft-2021
@Man95 Warte doch erst mal die Untersuchung a. Dann wirst Du sehen was Deine Ärztin sagt. Drücke Dir die Daumen.

13.07.2021 04:39 • x 1 #9


@zukunft-2021 danke dir, ja ich schaue mal was der Termin morgen beim Psychiater evtl. schon bewirken könnte.

13.07.2021 13:48 • #10


MuMPiTz11
Mit ganz ganz Ganz großer Wahrscheinlichkeit hast du kein Hodgkin. Du reagierst sehr sensibel auf Symptome. Wenn du die Mittel der Frau Doktor nimmst, könnte es sein, dass die Nebenwirkungen und damit weitere Symptome produzieren... Das könnte psychisch eine weitere Herausforderung werden. Du hast wenig Vertrauen in deinen Körper, das ist das größte Problem...

17.07.2021 07:41 • x 1 #11


Hallo nochmal,

nehme mittlerweile seit 9 Tagen abends 15mg Mirtazapin, die habe ich vor etwa 4 Jahren auch regelmäßig eingenommen. Zum Glück vertrage ich die nach wie vor sehr gut und kann eigentlich keine medikamentös bedingten Nebenwirkungen benennen. In den letzten Tagen war die Krankheitsangst (vielleicht auch wegen etwas mehr Ablenkung) doch etwas zurückgegangen. Leider hat mich gestern Nacht immer kurz vor dem Einschlafen ein merkwürdiges Gefühl im Körper (wie so eine Art Leeregefühl, schwer zu beschreiben) heimgesucht, früher hatte ich auch schon mit Herzstolpern vorm Einschlafen zu tun gehabt.

Danke nochmal für eure lieben Antworten!

23.07.2021 13:17 • #12


MuMPiTz11
Sowas haben normale Menschen auch gelegentlich, sie machen sich nur keine Gedanken darüber. Deine Krankheit ist deine extreme, durch Angst geprägte, Fokussierung auf deinen Körper. Das erzeugt eine Wahrnehmung die aus völlig normalen Körperempfindungen etwas bedrohliches macht. Der anhaltende Stress kann dann tatsächlich die ein oder anderen Störungen / Symptome produzieren, was dich unterbewusst in deiner Sorge über deine Gesundheit bekräftigt und somit die Fixierung auf den Körper aufrecht erhält. Ein Teufelskreis der aus einem Mangel an Vertrauen entsteht

23.07.2021 15:33 • x 1 #13


@MuMPiTz11 ja da hast du wohl recht... in den letzten Tagen sind zumindest die Gedanken nicht immer bei dem Thema, aber leider begleiten mich nach wie vor sehr diffuse Beschwerden die mich dann immer mal wieder in den Teufelskreis reinführen. Leider sind besonders alltäglich schnelles Schwitzen und das Gefühl schnell außer Atem zu sein ständige Begleiter, die mich immer weiter grübeln lassen. Ich versuche zumindest mich momentan von Dr. Google etc zu distanzieren, mal mit mehr Erfolg und mal eher weniger.

Und nochmal vielen Dank für deine Mühe!

28.07.2021 16:38 • #14



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