» »


201201.02




46
10
Berlin
1
Liebes Expertenteam,

ich bin jetzt 47 Jahre, habe 3 Kinder, und leide seit meinem 19. Lebensjahr an einer Panikstörung mit Agoraphobie.

Vorgeschichte:
Da ich mir über die Jahre ein stark ausgeprägtes Vermeidungsverhalten angeeignet habe, d.h., dass ich alleine kaum vor die Tür gehen kann, ausgenommen ein sehr kleiner Radius um meine Wohung herum, um zum Beispiel Einkäufe zu erledigen, Laufweg höchstens 5 Minuten und nur in belebten Gegenden und Zeiten, habe ich über den gesamten Zeitraum meiner langjährigen Erkrankung noch nicht häufig stark ausgeprägte Panikattacken erlebt.

Dazu muss ich sagen, dass mir in Begleitung oder unter Druck (Krankheitsfall usw.) fast alles möglich ist.

Die Panikstörung hat seit ihrem 1. Auftreten mein gesamtes weiteres Leben bestimmt (Studium abgebrochen, keine Ausbildung, inzw. Frührente). Nach den Geburten meiner Kinder (zw. meinem 25. und 33. Lebensjahr etwa) war ich sehr gefordert und meine Angststörung trat deutlich in den Hintergrund.

Dennoch habe ich im Laufe der Jahre eine sehr starke Benzodiazepin-Abhängigkeit entwickelt, doch seit einem stationären Entzug vor 3einhalb Jahren bin ich gänzlich von den Medikamenten weg.

Ich weiss, ich darf die Benzos NIE wieder nehmen, da ich sonst sofort wieder in diese gefährliche Sucht stürze. Dies hindert mich heute noch zusätzlich zu der eigentlichen Angststörung daran, mich in angstbesetzte Situationen (Konfrontationen) zu begeben, da ich Angst habe, rückfällig zu werden.

Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Therapien gemacht (Analyse, Verhaltens- und Gesprächstherapie), die mir alle jedoch keinen nennenswerten Erfolg brachten.


Jetzt zum Eigentlichen:
Bis zum heutigen Tag hat sich im Grunde keine Besserung meiner Angststörung ergeben, im Gegenteil, durch immer Informationen und Lektüre dessen, bin ich nur noch verunsicherter und sensibilisierter auf erste Anzeichen einer Panikattacke und steigere mich noch schneller hinein.

Ich trete gerade auf der Stelle und möchte mich nochmals aktiv in Behandlung begeben und möglichst schnell große Vorschritte machen. Da ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit meinen Therapeuten gemacht habe, möchte ich sie darum bitten, mir Tipps bezüglich einer erfolgsversprechenden Therapiewahl und vor allem guter Therapeuten in Berlin zu geben.
Ich wünsche mir einen Therapeuten, der sich auch auf mich einlassen kann, der mein Tempo geht und mich bei meinen Konfrontationsübungen unterstützt.

Vielleicht könnten Sie mir Adressen/Namen geben von guten Therapien bzw. Therapeuten in Berlin, an welche ich mich wenden kann?

Können Sie mir sonst noch etwas raten?

Ich danke Ihnen schon mal ganz herzlich im Voraus!

Auf das Thema antworten

10 Antworten ↓



33
5
  02.02.2012 16:17  
Hallo,

kennst du den Link schon! Hab nämlich überlegt dort hinzugehen!

http://www.psychotherapeutische-praxis- ... ?Impressum

LG



153
14
Berlin
2
  02.02.2012 16:28  
hallo Rael

ich komm auch aus berlin

also ich hatte eine gute , ich schick dir eine PN



  02.02.2012 16:32  
huhu .D

bei ihm hier

http://www.polikum.de/drmedgodwinjescha ... =Friedenau

war ich für 5 Probestunden. danach hat er mich gefragt ob ich nicht an eine, hmm ich sag mal.. schülerin, von ihm möchte.. also sie darf shcon therapiern.. aber hat halt noch ihre mentoren.. ich fand seine therapie art sehr klasse.. wir haben mein ganzes leben analysiert.. wann was passiert ist. und das uach aufgeschrieben.. vllt. magst du bei ihm anrufen?!

und wenn er dich auch weiter schicken sollte ins das institut.. keine angst.. super nett...



33
5
  02.02.2012 16:36  
@tasulina: Kannst du mir den Link auch mal per PN schicken? Danke!





46
10
Berlin
1
  03.02.2012 20:00  
Hi, hi !

Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Nein, die Links kannte ich noch nicht, finde beide sehr interessant und werde bei
beiden Praxen am Montag mal anrufen...
@ tasulina, würde mich sehr über eine PN freuen (habe noch keine erhalten).

Vielen lieben Dank euch nochmal.

LG
Petra.



23
1
Berlin
  05.02.2012 02:49  
Hallo Rael !

Ich wünsche Dir von ganzen Herzen viel Erfolg
bei der Suche nach einen guten Tharapeuten !

Ich habe Deinen Bericht kurz durchgelesen,
was mich verwunderte war :

Habe ich über den gesamten Zeitraum meiner langjährigen Erkrankung noch nicht häufig stark ausgeprägte Panikattacken erlebt.

und

und mich bei meinen Konfrontationsübungen unterstützt

Konfrontationsübungen sind eine super Sache !
Aber nur wenn man diese auch richtig macht !
Sonst bringen diese gar nichts oder verschlimmern alles nur noch !
Konfrontation mit der Angst, durch die Angst durchgehen, bis zum Schluß !
Weil irgendwann klingt die Angst in der Situation ab !
Aber nur wenn man wirklich dann auch durchgeht bis zum Schluß.
Ansonsten kehrt sich das um, wenn man aus der Situation flüchtet.
Also auch mal bewußt Situationen aufsuchen
wo es zur ausgeprägten Panikattacke kommt.
Dann durch die Angst durchgehen, unbedingt.
Nicht flüchten ! Sonst erreicht man genau das Gegenteil !
Aber natürlich nicht gleich am Anfang. solche schweren Übungen machen.
Aber das dann am besten mit den Therapeuten besprechen !
Oder mit einen Therapeuten zusammen machen.

Liebe Grüße von Sirius

( Auch aus dem gerade sehr kalten Berlin )





46
10
Berlin
1
  05.02.2012 17:37  
@sirius
ja, dass ist ja der Punkt.
Der Grund, warum ich in all den Jahren nur selten heftigere PA erlebt habe, liegt darin,
dass ich so konsequent vermeide oder, schon beim leichtesten Anflug von Panik aus
der Situation herausgehe.
Ich habe einfach nicht mehr die Bereitschaft dieses Sch...gefühl irgendwie zu spüren,
geschweige denn, bis zum Schluss auszuhalten...Aber ich weiss auch, dass der Weg aus
der Angst nur darüber führt, durch die Angst durchzugehen...
Und dazu wünschte ich mir jemanden zur Seite, der mich auf diesem Weg ein wenig unter-
stützt und führt. (Müsste vielleicht noch nicht mal ein Therapeut sein, möglichst einer der
selbst schon PA erlebt hat).
Eine weitere grosse Sorge ist, dass ich im Zuge einer "richtigen" Konfrontationübung
rückfällig werden könnte, bezgl. "meines" Medikamentes (Tavor), und das darf einfach
nicht passieren, ich wäre schon nach einer einmaligen Tabletteneinnahme wieder voll in
meiner Sucht drinnen, und wahrscheinlich bereits nach 14 Tagen wieder auf meiner alten
Dosierung von 30mg täglich...absoluter Horror.
Wäre dieses leidige Benzoproblem nicht, wäre ich sicher um einiges mutiger und würde
mein Angstproblem endlich mal richtig angehen.

LG
Petra.



23
1
Berlin
  05.02.2012 18:09  
Hallo Rael !

Ahhh super !

Du hast es ja also selber auch schon erkannt !

Das ist es ebend !

Konfrontation ist ebend eine echte Konfrontation ! lach !
Du solltest diese Bereitschaft dazu aber wieder entwickeln, durch dieses schei. Gefühl durch zu gehen.

Anders geht es nicht oder Du lässt alles so wie es ist !
Aber das möchtest Du ja auch nicht und das wäre auch kein gutes Ziel !

Du es ist am Anfang mit der Konfrontation nicht gerade lustig,
aber es lohnt sich wirklich.
Wichtig ist ebend, wirklich durch zu gehen,
nicht zurück zu gehen oder zu flüchten.
Sonst hast Du es wieder negativ bestätigt
und es könnte dann wirklich alles schlimmer werden als jetzt.

Ich bin mir ganz sicher Du wirst nicht mehr rückfällig was Tavor angeht !
Das ist Deine Entscheidung ob Du es dann nehmen würdest oder nicht !
Du hast Dich entschieden für " nie mehr " !

Du hast solche große Angst vor dem Tavor,
Du weißt was es bedeutet davon abhängig zu sein,
darum wirst Du es auch nicht mehr nehmen !

Vertraue Dir selber ein wenig !

Ich empfehle Dir ein Buch, was mir ganz ganz doll geholfen hat !
Es hat meine Sichtweise ziemlich verändert was so Angst und Panikattacken angeht !

Von :
Roger Baker
Titel :
Wenn plötzlich die Angst kommt

Siehe :
http://www.ciao.de/Wenn_plotzlich_die_A ... r__8236278

Ich drücke Dir die Daumen das Du jemand findest,
der Dich bei der Konfrontationssache
ein wenig unterstützt !


Liebe Grüße von Serius



  07.02.2012 20:49  
Hallo Rael,

da wir nicht aus Berlin kommen, kann ich Dir leider keine persönlichen Empfehlungen hinsichtlich Therapeuten geben. Ich denke aber, Du solltest in erster Linie nach Verhaltenstherapeuten suchen, die mit Dir Angstkonfrontationsübungen - auch außerhalb der Praxis - durchführen, damit Dein Vermeidungsverhalten abgebaut wird.

Vielleicht schaust Du mal hier in unserer Psychotherapeutenliste, ob Du in Berlin jemanden findest: http://www.psychic.de/psychotherapeuten.php

Dann mußt Du Dich leider durchfragen.

Zusätzlich solltest Du auch Selbsthilfemöglichkeiten nutzen:

http://www.expertenrat.info/agoraphobie.html sowie

http://www.expertenrat.info/panikstoerung-panikattacken.html

Danach kannst Du konkrete Selbsthilfematerialien hier finden:

http://www.expertenrat.info/ratgeber-agoraphobie.html sowie

http://www.expertenrat.info/ratgeber-panikstoerung.html

Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute


Bernd Remelius



153
14
Berlin
2
  01.03.2012 04:06  
hallo rael


mich würde intresieren ob du eine gute therapie gefunden hast.



LG



Dr. Reinhard Pichler

« Nervenzuckungen Linke Gesichtshälfte Welche ist die beste Therapieform? » 

Auf das Thema antworten  11 Beiträge 

Foren-Übersicht »Angst & Panikattacken Forum »Agoraphobie & Panikattacken


 Themen   Antworten   Zugriffe   Letzter Beitrag 

Wie Panikattacken im Alltag aushalten bis zur Therapie?

» Agoraphobie & Panikattacken

5

1036

23.04.2015

Therapie, neue Arbeit -> wieder Panikattacken

» Agoraphobie & Panikattacken

5

714

21.05.2015

Panikattacken nach mehr als 6 Jahren Therapie nicht weg

» Agoraphobie & Panikattacken

7

454

04.01.2014

therapeut

» Neu hier? Mitgliedervorstellungen & Infos

5

924

18.01.2011

Ein Hund als Therapeut?

» Small Talk, Plauderecke & Offtopic

192

7727

04.10.2018


» Mehr ähnliche Fragen