Molly09

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Hallöchen,

irgendwie weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Meine ersten Panikattacken, oder was auch immer das ist (damalige Therapeutin nannte mir dazu keinen Begriff) bekam ich 2005. Damals wußte ich aber nicht, was es ist. Ich dachte, ich sei krank, hatte Beschwerden in der Herzgegend, Herzjagen, Schweißausbrüche jeder Art, Zittern, Übelkeit, Unruhe usw.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging zum Hausarzt. Der machte einen Blut- und Schilddrüsentest. Alles war in Ordnung. Er verschrieb mir Neuroleptika, die ich aber nicht einnahm, weil mir die Nebenwirkungen zu heftig waren.
Ich ließ mir einen Termin bei einer Therapeutin geben. Diese Therapie war der reinste Witz. Ich brach diese nach einigen Wochen ab, da ich keinerlei Besserung verspürte. Dazu kam, dass diese Therapeutin wie eine Mauer war, der ich gegenüber stand. Nach jeder Stunde behandelte sie mich wie Luft, konnte nicht mal Auf Wiedersehen sagen.
Das einzige, was mir in der Zeit half, waren Antidepressiva, die ich von dieser Frau bekam. Nach und nach ging es mir mit dem Zeug besser und irgendwann konnte ich die Tabletten auch absetzen.

Dann ließ ich mich von einem Kardiologen durchchecken. Auch dieser fand absolut nichts.

Soviel vorweg.
Nun ist es seit letztem Freitag wieder da, allerdings in einer etwas anderen Form. Es war also so, dass mein Freund und ich uns auf dem Rückweg von einem Spaziergang befanden. Wir mußten direkt an der Straße gehen um nach Hause zu kommen.
Kurz vor dem Haus wurde mir urplötzlich und ohne Vorwarnung so schwindelig, dass ich das Gefühl bekam gleich umzufallen. Ich schwankte schon sehr und mein Freund erschrak heftig.
Mir zitterten die Beine, sie waren wie Pudding, meine Hände zitterten vor Schreck. Irgendwie schaffte ich es dann bis zum Haus.
Zuerst dachte ich, dass es mit dem Temperatursturz zu tun hatte, aber schon am nächsten Tag wurde ich eines besseren belehrt.

Es war Samstag und wir befanden uns wieder auf dem Heimweg und fast genau an der gleichen Stelle passierte es wieder. Wieder ohne Vorwarnung. Es ist nichts an dieser Stelle passiert, wovor ich Angst haben müsste, darum verstehe ich das alles nicht.
Am Sonntag wollte ich es genau wissen und wir sind weiter weggefahren. Ich bin aus dem Auto gestiegen und mit meinem Freund 2 Stunden in der Natur herumgelaufen. Ohne Probleme, ohne Schwindelgefühle oder Ängste. Ich fühlte mich pudelwohl. Kaum zuhause angekommen, kam das Schwindelgefühl und Herzjagen wieder.

Ich muss vielleicht noch erwähnen, dass ich mich hier, wo wir wohnen nicht wohlfühle und mit Hochdruck daran arbeite hier wegzukommen. Dieser Ort ist nichts für Neulinge. Die Leute hier sind leider so eingestellt und daher bekommt man auch keinerlei Kontakte. Man lebt also isoliert.

Ich vermute, dass diese Attacken irgendwie mit der Straße zu tun haben. Aber warum?
Ich vermeide jetzt natürlich diese Konfrontation, weil ich denke, dass ich dann eines Tages, falls ich wirklich umkippe, im schlimmsten Fall vom Auto erfasst werde. Klingt vielleicht albern, aber ich empfinde es so.

Vielleicht hat jemand ähnliche Attacken erlebt und kann etwas dazu schreiben. Ich würde mich wirklich freuen.

LG

Molly09

24.08.2009 15:42 • 29.08.2009 #1


6 Antworten ↓


ixmugl


Zitat von Molly09:
Ich bin 48 Jahre alt und lebe in Niedersachsen.

Naja, da hast Du schon Lesben?? - doofe Tastatur - Lebenserfahrung natürlich.

Irgendwelche schweren Altlasten?

24.08.2009 19:50 • #2


Molly09


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Was für Altlasten meinst Du?

25.08.2009 10:32 • #3


ixmugl


Altlasten im übertragenen Sinne. Ne Assoziation wäre eine unabgeschlossene Beziehung oder sowas, wohin Dich Deine Gedanken führen. Dein Nick drückt ja auch im Allgemeinen Leibesfülle aus und ich denke, vieles oder alles hat auch eine materielle Entsprechung. Gewicht = Last oder Standfestigkeit, je nach Betrachtungswinkel.

25.08.2009 18:07 • #4


Molly09


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Also mit Deiner Antwort liegst Du völlig falsch. Mein Nick hat nichts mit irgendwelcher Leibesfülle zu tun, sondern mit einem meiner Hobbys. Ich finde, dass man einen Menschen NICHT nach seinem Nick beurteilen sollte, da diese völlig verschiedene Hintergründe haben können.
Und auch ansonsten, was Du so schreibst, kann ich absolut nicht nachvollziehen.

25.08.2009 20:05 • #5


Jens76


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Das was Du da schilderst ist typisch für Panikattacken , sie treten plötzlich und ohne erkennbaren Grund auf ..
Das es ein zweitesmal an der selben stelle passiert ist eigentlich auch typisch , denke mal das ist dann die Angst vor der Angst die dieses auslöst... Und deshalb willst du die Situation auch vermeiden ..
Solltest Dir aber immer sagen : Es passiert nichts !!
Hast Du schonmal über eine stationäre Therapie nachgedacht ?

27.08.2009 09:50 • #6


Molly09


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@ Jens

Ja, ich denke auch, dass es so ist wie Du schreibst. Die Angst vor der Angst ist für mich auch ganz schrecklich

Die ganze Woche über habe ich mir gesagt, dass es so nicht weiter gehen kann und war mir völlig darüber im Klaren, dass ich die Konfrontation suchen muss... irgendwann und irgendwie.

Heute war es dann soweit. Auf dem Rückweg merkte ich, dass mein Herz immer schneller anfing zu schlagen und meine Beine waren wie Pudding... in meinem Kopf fing es sich an zu drehen. Und je näher ich dieser Stelle kam umso schlimmer wurde es.
Ich sagte mir immer, dass nichts passieren kann, dass ich stark sein muss, dass es so wie jetzt 1 Woche lang nicht weiter gehen kann.

Ich habe mich wirklich mächtig zusammen gerissen und ließ alles auf mich zukommen... immer mit den Worten im Kopf. Und ich habe es wenigstens halbwegs gut geschafft und ich bin froh.
Ich weiß, dass diese Attacken wiederkommen werden, aber ich muss mich der Sache stellen.

An eine stationäre Therapie habe ich nie gedacht, denn wir sind bereits dabei hier alles zu verkaufen und wegzuziehen. Und da ich nur hier diese Attacken habe, werde ich auch keine stationäre Therapie in Erwägung ziehen.
Überall kann ich mich total normal bewegen, keine Probleme.

Jedenfalls danke ich Dir, dass Du Dich mit meinem Problem befasst hast. DANKE!

29.08.2009 16:09 • #7



Dr. Hans Morschitzky


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