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201812.02




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Hallo zusammen

Gibt es denn noch jemanden der sich mit Bus und (Straßen-)Bahn nicht anfreunden kann? Habe das Gefühl ich bin die einzige Irre, die es hasst.

Habt ihr Tipps, wie ich mir diese Fahrten angenehmer gestalten kann? An Angst-Konfrontation komm ich (zum Glück) nicht vorbei, da ich auf diese Verkehrsmittel angewiesen bin (besitzen kein Auto).

Bin um jeden Tipp und jede Idee dankbar.
Liebe Grüße

Auf das Thema antworten

20 Antworten ↓



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Bärlin Spandow
4872
  12.02.2018 09:32  
Da wirst du hier viele antreffen die das gleiche Problem haben. Bei mir ist es auch so.

Danke1xDanke


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nrw
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  12.02.2018 09:44  
Ich hab auch Angst bus und Bahn zu fahren. Zuerst werde ich mit einer Freundin zusammen fahren und mit kurzen strecken anfangen. Dann versuche ich es alleine. Mir hilft es manchmal eine SMS an meine angst zu schreiben. Das lenkt ab

Danke1xDanke


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89...
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  12.02.2018 09:55  
Hallo Silent...ich kenne es nur zu gut mit dem Bahn fahren.Ich fahre seit 2007 wieder.Anfangs war es sehr unangenehm bzw. ein durchhalte Kampf.Die beste Medizin ist üben, üben und versuchen durch zu halten.Dazu würde ich Deinen Hass und Gefühlsdanken versuchen ins positivere umzuwandeln.Ich bewältige inzwischen ca 300km am Tag, das zweimal die Wochen mit Umstieg in S-und U-Bahn und das im grossen München.Das klingt gut oder?...viele liebe Grüsse Joschi

Danke2xDanke


360
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Berlin
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  12.02.2018 17:42  
Geht es dir nur so, wenn du alleine fährst, oder auch mit Leuten die du kennst?

Ich hatte sowas als Kind/Jugendlicher. Alleine habe ich mich nicht getraut in eine U-Bahn oder einen Bus einzusteigen. Sobald allerdings jemand dabei war den ich kannte, hatte ich keine Angst mehr. Ich hab damals eine Therapie gemacht und irgendwann bin ich einfach gefahren. Anfangs war mir zwar noch etwas mulmig, aber mit der Zeit wurde es besser und heute bereitet es mir keine Probleme mehr.

Ich habe eigentlich immer meinen MP3-Player dabei, denn alleine ist es mir meistens einfach zu langweilig, grade auf längeren Strecken. Manchmal genieße die Fahrt sogar richtig. Wenn ich z.B. auf dem Weg zu einer Party bin höre ich schonmal meine Musik und stimme mich auf den Abend ein. Oder nach einem anstregenden/langen Tag kann ich etwas abschalten und lasse die Gedanken einfach abschweifen. Geht zur Zeit mit meinen anderen Ängsten nur bedingt, aber ich wollte damit nur andeuten, dass man es auch in eine ganz andere Richtung drehen kann.

Danke1xDanke


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Hamburg
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  12.02.2018 18:23  
Nun,ich gehe die meisten Strecken zu Fuß...
Ich ertrage die Enge und Nähe etc. auch kaum,es sei denn ich muss mir das antun.*weite Strecken*
Dann Stöpsel in die Ohren und gute Musik aufdrehen.
Ich will was das angeht auch keine "Heilung"..U-Bahn bzw. Busfahren ist und bleibt zum kot***...
Die Menschen benehmen sich wie wilde Tiere,wenn es darum geht einen Sitzplatz zu erhaschen.





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  12.02.2018 18:58  
Also am liebsten ist es mir, wenn mein Freund dabei ist. Das garantiert zwar nicht, dass ich keine Panil bekomme, aber ich weiß dass er da ist und auf mich aufpasst. Ich vertraue ihm blind.
Allerdings muss ich ja meist allein Straßenbahn fahren (Arbeitsweg am anderen Ende der Stadt). Bus und Zug/Bahn geht nur in Begleitung.
Musik höre ich grundsätzlich dabei und oft spiele ich am Handy um mich abzulenken und mich zu entspannen.
Am schlimmsten ist es, wenn die Bahn voll ist.
Habe dann Angst mich übergeben zu müssen, umzufallen, zu weinen und komplett die Beherrschung über mich zu verlieren. Passiert ist dies noch nie, bis auf ein paar kullernde Tränen.
Ich weiß auch, dass es mein Kopf ist, der mir diese Streiche spielt, allerdings schaffe ich es nicht daraus eine angenehme Situation für mich zu machen.

Ich habe Anfang des Monats bei meiner neuen Arbeitsstelle angefangen. Muss einmal komplett von einem Ende der Stadt bis ins andere. Und natürlich auch direkt durchs Zentrum.
Deswegen ist laufen eher keine Möglichkeit für mich.



  12.02.2018 19:33  
Ja, die Angst kommt mir auch sehr bekannt vor. Ich war mal drauf und dran, sogar vor einer normalen Tram-Fahrt Angst zu haben, weil der Gedanke, aus einer Situation nicht flüchten zu können, unerträglich wurde.
Da wusste ich, dass ich was dagegen tun muss. Als es mir einen Tag besonders gut ging, habe ich mich "einfach" mal in die S-Bahn gesetzt und bin ein paar Stationen gefahren. Alleine. Das war sowas wie ein Schlüsselerlebnis, da absolut nichts passierte, außer dass ich heil ankam. Mittlerweile meide ich öffentliche Verkehrsmittel nur noch, weil Menschen der Meinung sind, diese krank nutzen zu müssen und ich mich nicht anstecken will, aber nicht mehr aus agoraphobischen Gründen. Zusammen mit meiner Reiseangst bin ich das Ganze angegangen, weil ich mich immer weiter in meiner Freiheit einschränken lies.
Diesen Sommer soll vielleicht der erste Flug meines Lebens anstehen, vor dem ich eine Heidenangst habe. Aber es muss sein und es wird erstmal "nur" ein Inlandflug. Ich bin sehr gespannt ob und wie ich das schaffen werde. Nach meinen bisherigen Erfahrungen hilft da nichts außer Konfrontation. Ist einfach so.
Und ja: Die beste Stütze ist eine Vertrauensperson, ganz wichtig. Zumindest die ersten Male.

Danke2xDanke




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  12.02.2018 20:10  
Persikka04 hat geschrieben:
Diesen Sommer soll vielleicht der erste Flug meines Lebens anstehen, vor dem ich eine Heidenangst habe.


Oh magst du dann davon berichten? Habe ebenfalls höllische Angst vorm Fliegen und Flugzeugen. Bin auch noch nie geflogen. Muss mich auch immer weiter damit konfrontieren da mein Freund Reisen liebt und er mir zum Geburtstag eine Reise nach Schweden geschenkt. :D

Danke1xDanke


  12.02.2018 21:40  
@Silent21 - Meine bessere Hälfte hat mit sowas auch keine Probleme und kann mich deshalb ganz gut beruhigen. Bei mir soll es im Mai von Leipzig nach Düsseldorf gehen, zum Japantag. Hotel ist schon gebucht. Wäre die Gelegenheit mal zu testen, wie ich reagiere. Was mir bis jetzt sehr geholfen hat: Reisevlogs von verschiedenen sympathischen Menschen auf YouTube, für die Reisen (im Gegensatz zu mir) super und vor allem "normal" ist. Zusammen mit dem Wunsch, selbst etwas von der Welt zu sehen (plus evtl. eine Noptfallpille im Gepäck) ein gutes Rezept, finde ich. Wann soll es denn bei euch soweit sein?

Danke1xDanke




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  12.02.2018 22:01  
Persikka04 hat geschrieben:
Wann soll es denn bei euch soweit sein?


Er hat mit Absicht keinen Termin festgelegt. Ich soll das alles von Anfang an miterleben. Also das suchen, buchen usw. Und natürlich wenn ich mich bereit fühle. Ich fokussiere evtl. nächstes Jahr an.
Möchte demnächst gern einen Kurs zum Thema Flugangst besuchen.

Danke1xDanke


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Status: Online online
  13.02.2018 00:37  
Silent21 hat geschrieben:
Also am liebsten ist es mir, wenn mein Freund dabei ist. Das garantiert zwar nicht, dass ich keine Panil bekomme, aber ich weiß dass er da ist und auf mich aufpasst. Ich vertraue ihm blind.
Allerdings muss ich ja meist allein Straßenbahn fahren (Arbeitsweg am anderen Ende der Stadt). Bus und Zug/Bahn geht nur in Begleitung.
Musik höre ich grundsätzlich dabei und oft spiele ich am Handy um mich abzulenken und mich zu entspannen.
Am schlimmsten ist es, wenn die Bahn voll ist.
Habe dann Angst mich übergeben zu müssen, umzufallen, zu weinen und komplett die Beherrschung über mich zu verlieren. Passiert ist dies noch nie, bis auf ein paar kullernde Tränen.
Ich weiß auch, dass es mein Kopf ist, der mir diese Streiche spielt, allerdings schaffe ich es nicht daraus eine angenehme Situation für mich zu machen.

Ich habe Anfang des Monats bei meiner neuen Arbeitsstelle angefangen. Muss einmal komplett von einem Ende der Stadt bis ins andere. Und natürlich auch direkt durchs Zentrum.
Deswegen ist laufen eher keine Möglichkeit für mich.


Ich kann deine Ängste total verstehen. Mir geht es auch so. Ich habe total die Panik, dass mir im Zug schlecht wird und ich kann nicht einfach weg. Ende Februar fahre ich mit meinen 2 Kindern in Kur. 6 Stunden Zugfahrt plus 3x umsteigen. Habe jetzt schon Nervenzappeln deswegen :(





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  13.02.2018 15:03  
@Christinajoma
Oh wie schön, eine Kur! Und auch noch mit deinen Kindern zusammen. Da wünsche ich dir eine tolle Zeit!

6 h....uff. Ja das kann ich verstehen, dass dir da unwohl ist, allein bei dem Gedanken daran. Aber umsteigen zwischendurch ist doch eigentlich auch ganz schön, oder? Da sitzt man nicht die ganze Zeit im Zug und kann auch mal an die frische Luft.



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Wuppertal
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  13.02.2018 15:48  
Auch ich habe Probleme mit den Öffis. Konnte ein paar Jahre lang vor allem keine Fernstrecken mit dem Zug fahren, U-Bahn ging nur begrenzt. Bus funktioniert eigentlich immer am besten, weil ich da auch an den Fahrer ran komme, falls was ist, ich aussteigen will etc. Das finde ich bei Zügen und Bahnen so schrecklich. Also, du weißt nicht, wer da vorne ist, hast keine Kontrolle, kannst nicht raus und dich nicht sofort bemerkbar machen. Wobei das eigentlich auch echt albern ist, denn selbst wenn es mir total schlecht geht und ich eine Panikattacke erlebe, kommuniziere ich das während einer Fahrt nicht. Früher bin ich dann bei der ersten Möglichkeit geflüchtet, heute sitze ich das aus. Es ist nicht angenehm, hat aber eben auch dabei geholfen, dass ich heute wieder mit dem Zug reisen kann und auch meinen täglichen Arbeitsweg bewältigen kann. (Pendeln ist doof, aber an guten Tagen genieße ich es, mir während der Fahrt die Landschaft anzusehen.)

Vertraute Mitfahrer helfen mir leider wenig. Wenn ich in einer Angstspirale bin, machen die es eigentlich noch schlimmer, weil ich das Gefühl habe, mich für sie besonders zusammenreißen zu müssen. Das setzt mich zusätzlich unter Druck.

Am besten helfen mir in solchen Situationen Kaugummis und meine Spotify-Playlist mit verschiedenen Kabarettisten und Comedians. Lenkt mich wunderbar ab und Lachen hilft sowieso immer! :daumen:

Danke1xDanke


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Status: Online online
  13.02.2018 22:47  
Silent21 hat geschrieben:
@Christinajoma
Oh wie schön, eine Kur! Und auch noch mit deinen Kindern zusammen. Da wünsche ich dir eine tolle Zeit!

6 h....uff. Ja das kann ich verstehen, dass dir da unwohl ist, allein bei dem Gedanken daran. Aber umsteigen zwischendurch ist doch eigentlich auch ganz schön, oder? Da sitzt man nicht die ganze Zeit im Zug und kann auch mal an die frische Luft.


Danke schön. Auf der einen Seite freue ich mich auch schon auf die Kur, wenn die Zugfahrt erstmal überstanden ist... Ich finde gerade das umsteigen doof. Wenn ich einmal sitze und mich an die Situation gewöhnt habe ist es einfacher für mich. Und da ich mich kenne, sitze ich sehr nah an den Toiletten und beim umsteigen sind die auch weg. Hört sich total dumm an, aber dies ist das "tolle" Verhalten der Emethophobie.






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  14.02.2018 06:22  
Ah okay, von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet.
Meine Sitzplatzsuche richtet sich im Zug auch immer nach Toilettennähe :D



31
bei Stuttgart
13
  14.02.2018 22:57  
Ich habe die gleiche Angst wie du! Lange Zug-
und Busfahrten sind die Hölle. Wenn ich es richtig gelesen habe, ist es eine Privat- und keine Geschäftsreise bei dir... Privatreisen sind nicht so problematisch bei mir. Es sind die Dienstreisen, die mir sehr große Angst und Panik machen. Ich drücke dir die Daumen für deine Reise.





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  15.02.2018 13:24  
Sitze gerade seit einer Woche wieder in der Straßenbahn und kämpfe mit den Tränen...



  15.02.2018 18:18  
Hallo!
Ich mag ja auch nicht fliegen, aber ich bekomm auch schon Zustände, wenn ich im Nebel Auto fahren muss oder wenn die Schlange an der Kasse endlos ist. Bus gibt's bei mir nicht. Letztes Jahr hatte ich einen runden Geburtstag und ich hatte mich so geärgert, weil gerade diese Geburtstage immer so fremdbestimmt ablaufen. Ich habe eine Schiffsreise gebucht. Ich hab versucht, alle Gedanken an Flug und Schiff und alle Angst möglichst lange zu verdrängen. Dann war der Termin da und alles war so gut organisiert, dass ich sieben tolle Tage hatte. Ich hab es einfach gemacht! Klar, ich hatte auch heftige Phasen. Gerade bei Landausflüge war ich komplett durch den Wind. Es hat meine innere Stabilität durcheinander gebracht. Mir war dann schlecht oder ich musste dringend zur Toilette. Ich hatte Angst, in den Bus zu spucken und im Kopf hatte ich immer den Gedanken, sofort aussteigen zu müssen. Gefühlt im Niemandsland..... Alles, was mich sonst eben auch begleitet. Die Wut über meine Eingeschränktheit und von der Verwandtschaft dieses: "du musst doch feiern, das gehört sich doch" hat mich zur Reise getrieben und jetzt bin ich um eine grosse positive Erfahrung reicher. Das würde ich sofort wieder buchen. Da ist die Angst ausgestanden. Manchmal kann die Angst vor gewohnten alltäglichen Dingen so viel Raum einnehmen und uns so bestimmen, dass wir uns gar nicht den wirklich beängstigenden Situationen stellen. Dabei gewinnen wir dabei ja viel mehr. Was ist schon so ne doofe Kassenschlange gegen ne Mittelmehrkreuzfahrt?!? Trotzdem steh ich weiterhin nicht gerne gefühlte Stunden an.
Wechsel mal von der Angst in die Wut. Wenn es dich richtig ankotzt, dann steht du es durch! Weil dein Motor dann ein ganz anderer ist. Wut bewegt so viel. Liebe Grüsse



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  15.02.2018 23:48  
Thema Bahn ist bei mir auch durch. Ich konnte das noch nie so gut, ich wurde immer nervös. Aber meine letzte Fahrt war echt der Endgegner... und ich hatte keine Chance :D

Die erste Teilstrecke dauerte 45 Minuten, mir wurde nach der Anfahrt sofort schwindelig, mein ganzer Körper ist eingeschlafen, meine Lippen zitterten und ich bekam keine Luft. Bin panisch auf die Toilette, damit das keiner mitbekommt und hatte einfach nur Angst zu sterben. Irgendwann wurde mir klar, dass ich jetzt wirklich sterben könnte, weil es dann noch schlimmer wurde... und dann war einfach vorbei. Ich habe in diesem Moment meine aller erste Tavor genommen, und ich wollte nie eine nehmen. Danach wurde es sogar noch schlimmer, weil ich gemerkt habe, dass ich Angst vor diesen Tabletten habe.. ich meine, jetzt kann ich drüber schmunzeln, aber das war schon nahe einer traumatischen Erfahrung. Bin dann nach 45 Minuten einfach ausgestiegen und befand mich irgendwo, wo ich gar nicht hingehörte.

Nach diesem Erlebnis ist Bahnfahren für mich durch. Da muss ich auch gar nicht mehr drüber nachdenken :)

Es ist grausam, so eingeschränkt zu sein, obwohl man ja weiß, dass man sich selber in diese Situation bringt. Ich mein, das ist doch eine riesen Kunst, oder? Wenn man einen gesunden Menschen bittet, sich in so einen Angst-Zustand zu versetzen... ich glaube, das schafft gar keiner. Ich finde das total interessant, aber möchte es einfach auch nicht mehr haben.

Man mogelt sich irgendwie durchs Leben... aber wären wir aufs Bahnfahren angewiesen, hätten wir echt ein Problem.



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Dr. Christina Wiesemann


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