▷ Reizdarm Behandlung und Therapie

Reizdarm Behandlung und Therapie

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Ein Reizdarm lässt sich als eine Volkskrankheit bezeichnen, denn es gibt sehr viele Menschen, die unter den typischen Symptomen leiden. Krämpfe, Schmerzen, Druck im Unterbauch… die Anzeichen für einen Reizdarm sind sehr unangenehm, lassen sich aber recht gut behandeln.

Zunächst allerdings sollte festgestellt werden, ob denn überhaupt ein Reizdarm vorliegt oder ob andere Krankheiten hinter den Beschwerden liegen.

Ausschluss anderer Krankheiten

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einem Reizdarm zu leiden, sollten Sie einen Gastroenterologen aufsuchen – dieser wird mittels Ausschlussverfahren ermitteln, ob der Grund für ihre Beschwerden wirklich in einem Reizdarm oder etwa in anderen Krankheiten zu suchen ist.

Er wird so beispielsweise einen Test auf Laktose- und Fruktoseintoleranz vornehmen und eine Blut- und Röntgenuntersuchung machen. Mittels Darmspiegelung und Ultraschall lässt sich feststellen, ob Morbus Crohn vorliegen könnte. Auch Darmkrebs lässt sich so erkennen.

Wichtig bei einem Reizdarm ist es, dass die Ernährung noch immer genossen werden kann. Die Freude an gesunder Ernährung lässt sich lernen, und strenge Verbote bestimmter Nahrungsmittel sorgen oft für Stress. Und genau den gilt es auf jeden Fall zu vermeiden!

Daher ist es am besten, auf individuelle Unverträglichkeiten zu achten und sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Wenig positiv wirken sich auf einen Reizdarm Getränke mit viel Kohlensäure aus, genau wie auch zu viel Kaffee und Alkohol. Fettreiche Speisen können oftmals ein Problem sein, auch blähende Nahrungsmittel wie Bohnen oder Kohl.

Tipps für die Ernährung bei einem Reizdarm

  • regelmäßige Zeiten für das Essen einhalten
  • keine Hektik bei den Mahlzeiten! Möglichst in Ruhe essen.
  • keine unangenehmen Gespräche während des Essens führen
  • nicht schlingen! Langsam essen, gut kauen. Das ist wesentlich! Die Verdauung beginnt im Mund.
  • wenig Kaffee und Alkohol
  • keine Zigaretten
  • viel trinken, aber auf Softdrinks möglichst verzichten.
  • nicht zu heiße oder zu kalte Flüssigkeiten trinken
  • fettarm essen
  • ballaststoffreich essen, die Ernährung aber sanft darauf umstellen. Zu empfehlen sind Kartoffeln, Salat, Vollkorn…

Diese Tipps sind recht leicht einzuhalten, auch wenn sie möglicherweise am Anfang eine Umgewöhnung bedeuten. Aber lohnenswert ist die Einhaltung dieser Strategien und der unten stehenden Verhaltenstipps auch als vorbeugende Maßnahmen. Denn am alten Sprichwort „Vorsorge ist besser als Nachsorge“ ist definitiv etwas Wahres dran.

Verhaltenstipps, um einen Reizdarm zu beruhigen

  • Sportliche Aktivitäten (Radfahren, Joggen, Schwimmen, Gymnastik)
  • Yoga, Entspannungsübungen, autogenes Training, Tai Chi…
  • genügend und am besten regelmäßig Schlafen
  • einen regelmäßigen Tagesablauf einhalten – den Alltag ideal strukturieren
  • Stress, Hektik, Termindruck so gut wie möglich vermeiden
  • viel frische Luft und Aufenthalt in der Natur tun gut
  • entspannende Momente bewusst genießen (Wärme(-wickel/-flaschen), Vollbäder beispielsweise mit Lavendel, Bauchmassagen…)

Eine gesunde Lebensweise kann ganz einfach sein. Auch bei Sport haben Sie freie Wahl. Das Schöne ist, dass es keine komplizierte Sportart sein muss, die im Verein ausgeübt werden muss oder viel Geld kostet. Auch autogenes Training oder entspannende Übungen können Sie sich sogar selber beibringen! Erlaubt ist, was gefällt – und gut tut.

Welche Selbsthilfe Tees gibt es?

Gut helfen können bei einem Reizdarm Heilkräutertees. Diese sollten am besten ungesüßt getrunken werden – das ist gesünder. Wenn sie gesüßt werden sollen, empfiehlt es sich, beispielsweise Stevia oder Agavendicksaft als gesunde Süßungsmittel anstatt Zucker zu verwenden. Besonders gut wirken Baldriantees oder auch eine Mischung aus Anis-, Kümmel- und Fencheltees. Auch der gute alte Pfefferminztee bleibt eine große Hilfe. Wichtig ist bei allen Tees, dass sie eine gute Qualität haben sollten. Die gibt es vor allem in speziellen Teegeschäften zu kaufen. Schwarzer Tee, der lange gezogen hat, kann den Darm beruhigen – genauso auch Tee aus Kamillen-, Malven-, Linden-, und Weißdornblüten. Es ist zwar möglich, diese selber zu sammeln, einfacher bekommt man sie jedoch aus der Apotheke, dem Reformhaus oder Kräuterläden.

Psychologischen Hilfestellungen und Therapien

Inwiefern eine Psychotherapie infrage kommt, muss jeder Betroffene für sich selbst entscheiden. Am meisten bringen Psychotherapien generell dann, wenn sie wirklich gewollt werden und wenn Vertrauen zum Psychologen aufgebaut werden kann. Nicht jeder Psychologe passt zu jedem Patienten! Dabei einem Reizdarm Stress und ungelöste Probleme zu den Hauptursachen zählen können, aber nicht müssen, ist es sehr sinnvoll, von Fall zu Fall zu entscheiden ob eine Psychotherapie angebracht ist. Eine pauschale Empfehlung lässt sich hier sehr schlecht aussprechen.

Generell beherzigen sollten Reizdarmpatienten allerdings die oben aufgeführten Tipps in Richtung Stressbewältigung und gesunde, entspannte Lebensführung – denn diese doch recht einfachen Dinge berücksichtigt längst nicht jeder und dabei können diese Strategien schon sehr viel bewirken. Wenn es allerdings schwerfällt, einen stressfreien Alltag bewusst zu leben oder tiefergehende seelische Probleme vorhanden sind, kann beispielsweise eine kognitive Verhaltenstherapie durchaus helfen. Bewährt hat sich bei einigen Patienten auch eine Fußreflexzonentherapie, andere wiederum schwören auf Schüssler Salze. Das Thema Reizdarm ist sehr individuell, genauso sieht es auch mit der Therapie aus.

Reizdarm Behandlung
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