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201705.05




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Chemnitz
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Ich habe die letzten Tage versucht, dem einen oder anderen einen Tip oder guten Rat zu geben... manchmal half es auch mir, manchmal ging es mir dadurch schlechter. Einfach oder? Aber auch das was ich so mein ganzes Leben mache... anderen kluge Ratschläge an die Backe nageln, aber mich nicht adäquat um mich selber kümmern. Nicht das ich das nicht wöllte, aber ich weiß halt meist nicht wie oder noch schlimmer warum überhaupt.

Eigentlich dachte ich, ich wäre mit der ganzen schei. durch. Die letzten knapp 5 Jahre, bis November/Dezember ging es mir relativ gut. Klar gab es Tage, an denen das Symptomkarusell kreiselte, aber mit gezielter Verachtung verging es auch wieder. Das Leben war nicht großartig, aber meisten schön. Ich bekam Darmprobleme. Jeden Mittag auf Arbeit Salat... ich glaube das war zu gesund für mich. Diagnose Reizdarm. Dann starb mein Großvater. Den Stich im Magen, als ich die Nachricht vernahm, kann ich fast heute noch fühlen. Aber kaum Traurigkeit. Danach traf meinen Bruder ein Schicksalsschlag. Mein Magen-Darmtrakt wurde immer schlimmer, ich durfte zur Darmspiegelung. Altersgerecht. Die Spülung um den Darm leer und sauber zu bekommen, dürfte das letzte bisschen funktionierende Darmflora zerlegt haben. Die Schmerzen wanderten in den Oberbauch, immer mehr Luftnot und Schluckprobleme. Dann der Oberhammer... aus einem relativ normalen Gespräch heraus, nach einem wunderschönen Weihnachten zerbröselte meine Beziehung 2 Tage vor Silvester...

Bis heute weiß ich nicht was ich fühlen müsste... wir verstehen uns immer noch gut, haben uns gern, aber das Besondere ist weg... Pu.. Und ich realisiere immer mehr, das die letzen 5 Jahre Ruhe erkauft waren. Irgendetwas an unserer Beziehung hat mich genährt, war meine Tavor. Und das ist weg.

Warum bin ich hier? Keine Ahnung... Warum leben wir? Mangels Alternative... :-/

Ich habe keine Lust mehr auf Chemiemüll, unfähige Therapeuten und 0815-Kliniken, die einen Depressionen anhängen um Behandlungserfolge abrechnen zu können. Ich habe in meiner Therapielaufbahn [5 stationäre / 3 ambulante Therapien] gerade 2 Menschen kennen lernen dürfen, die sich nach meinem Verständnis Therapeuten nennen dürften. Leider beide schlecht erreichbar.

Was habe ich eigentlich? Eine wunderschöne Somatisierungsstörung als Primärdiagnose. Die gute F45.0. Gern mal nett umschrieben mit Hypochondrie, Panikstörung, Depression, Angststörung, Reizdarmsyndrom. Ist es aber alles nicht.

Sollten sich hier Leidensgenossen herumtreiben, würde ich gern von ihnen hören... Die Suche lieferte mir nichts brauchbares oder aktuelles. Ich bin ein Kopfmensch, ich brauch Erklärungen. Und bitte nicht die, das ich ja wüsste, das meine Gefühle raus wollen. Das weiß ich ja auch - Ausschlussverfahren... ;-) Dann bitte lieber, wie ich an diese ominösen "Gefühle" - gibt es die wirklich? - rankomme...

Hier kann jeder seinen Senf, Ketchup oder veganen Brotaufstrich dazugeben... nur um zwei Sachen bitte ich: Höflichkeit [never ever test a scorpio] und Unterlassung messianischer Heilversprechen [vor allem, wenn der jeweilige Messias seit 1 Jahr eine Angsterkrankung und diese seit 4 Wochen erfolgreich überwunden hat ;-)]

Symptomhitliste des Tages:
1. Globusgefühl
2. Mundtrockenheit
3. Luftnot

Lied des Tages: Broilers - Ist Da Jemand

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Danke1xDanke


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  05.05.2017 23:56  
Hai...ich bin ein Leidensgenosse und ich finde das was du weggesteckt hast, hast du noch mit Bravur geschafft, ich könnte es nicht.

Das war eine Anspielung an mich, ja. Eigentlich habe ich nichts überwunden, aber ist mir auch nichts passiert. Das stimmt mich optimistisch und das gebe ich gerne an andere weiter.





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Chemnitz
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Status: Online online
  06.05.2017 00:07  
Hm, ich habe aber eben "weggesteckt"... das geht nur solange bis das Reservoir voll ist, dann läuft es über. Und bei mir somatisieren sich die Probleme dann eben. Von verarbeiten bin ich im Moment weit entfernt, vielleicht war ich das auch immer, ich weiß es gerade nicht.

@ichliebeeuchalle: Ich habe von Dir hier im Forum durchaus viele clevere Ideen gelesen, oft allerdings nicht zu Ende gedacht. Nichts ist allgemeingültig. Nicht alles hilft jedem. Ausser Entspannungsübungen ;-) Psychotherapeutische Ansätze leben vom Fragen. Wir sollten alle mehr fragen und weniger dozieren. Willkommen in meinem Leben.



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  06.05.2017 00:30  
Mit dir ist alles in Ordnung, du bist +/- genau so wie das Mitglied einer intelligenten Spezies nach Einstecken von Niederlagen und einigen wertvollen Verlusten sein sollte. Und hättest du Entscheidungen besser machen können, hättest du es auch gemacht.

Ich habe gestern geschafft ohne Licht einzuschlafen, wuhu.



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BaWü
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  06.05.2017 00:42  
Rockinger, das blöde ist eigentlich, dass du dich vor den Gefühlen fürchtest. Nimmst deine Intelligenz und versteckst dich dahinter.

Wenn ich dich jetzt volllabere, dass dir sinnbildlich der Ar... auf Grundeis geht, medizinisch durchaus Zusammenhänge mit Reizdarm und deinen ganzen Symptomatiken besteht, wirst du das schon wissen.

Wie kommt man an seine Gefühle ran, wenn man sie fürchtet? Evtl. Durch die Frage, warum ist das so? Was ist so schlimm, Gefühle haben zu "müssen"?

Leider kann ich nur über meine eigenen Wege schreiben. Und ich musste innerliche Mauern sehr mühsam abbauen. Muss heute immer wieder mein Hirn einschalten um meine Gefühle, meine Denkmuster zu überprüfen.

Übrigens Globussyndrom kenn ich gut bei nervlicher Belastung. Da ich weiss, dass das davon kommt, ängstigt es mich nicht.





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Chemnitz
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Status: Online online
  12.05.2017 22:49  
Hallo @icefalki, ich möchte mich ausführlicher mit deinem Post auseinandersetzen, vor allem weil ich hier im Forum viel von dir gelesen habe, und ich sicherlich das eine oder andere mitnehmen könnte. Ich hatte eine schei., und deshalb leider wenig Zeit und Nerven für mich selbst.

Zitat:
dass du dich vor den Gefühlen fürchtest
vs.
Zitat:
Was ist so schlimm, Gefühle haben zu "müssen"


Klares Jein. Natürlich diskreditiert man sich mit einem Jein immer, aber ich denke nicht, das ich vor Gefühlen wirklich Angst habe. Nur davor, das sie mir zu unpassenden Zeiten in die Quere kommen, denn das machen sie. Jetzt z. B. hätte ich grade Zeit. Wo sind die Gefühle? Nicht da. Oder doch da, allerdings als Magenschmerzen.

Manchmal kommen mir die Tränen bei bestimmten Sachen in Büchern, Filmen, Spielen... schön. Aber es sind eher nie die Sachen wo "normale" Menschen zu nah am Wasser gebaut wären. Erkläre das mal jemanden der gerade neben einem sitzt...

In den diversen Therapien war ja der Versuch Zugang zu meinen Gefühlen zu bekommen Usus, also ging man daran meine unterdrückte Wut zu entfesseln um über dieses "Schlüsselgefühl" - ich sag hier nur Globus - an meine anderen Gefühle heranzukommen... Kennst du den folgenden "Witz"? - War gestern beim Therapeuten. Jetzt weint er. Armer Kerl. - Ich brauchte immer ewig bis ich das wieder unter Kontrolle bekam.

Zitat:
Übrigens Globussyndrom kenn ich gut bei nervlicher Belastung. Da ich weiss, dass das davon kommt, ängstigt es mich nicht.


Tja, mich leider schon, weil ich das Globusgefühl 18/7 habe... nur beim schlafen muss ich es nicht aushalten. Und wenn ich wütend bin.





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Chemnitz
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Status: Online online
  20.05.2017 01:04  
So, nachdem ich mich jetzt 14 Tage um andere kümmern musste/sollte/wollte mal wieder ein Update für mich.

Vor 14 Tagen brach meine kleine, eh schon gestörte Welt in sich zusammen, als die mit vielleicht wichtigste Person in meinem Leben ihr Leben nicht mehr ertrug und meinte sich daraus entfernen zu müssen. Zum Glück war wohl tief in ihr drin der Wunsch nach Hilfe groß genug, das sie mich kontaktierte und zum Glück hatte ich gerade mein Handy in der Hand... Die Erlebnisse lassen mich immer noch an unserem Gesundheitssystem zweifeln, meine agnostische Weltsicht ist bedroht, aber davon mal abgesehen... wie geht es eigentlich mir? Ich verdränge den Gedanken was wenn? Könnte ich damit überhaupt überleben? Wie soll das gehen?

Große Leere, Energielosigkeit, Ratlosigkeit. Ich bin 2 Wochen mit dem Treibstoff der Hölle gelaufen, habe die in mir vergrabene Wut angezapft, Wut über das ganze kranke System, über Ärzte, ihren Freund, Eltern, Arbeitgeber... ich habe gekämpft und geredet und erklärt und geredet und zugehört und geredet... jetzt ist sie in Therapie und sieht ein winzig kleines Licht, solange nicht wieder jemand SEINE Befindlichkeiten über ihre stellt... und ich bin so unendlich müde und die Wut sie lauert und lauert...

Aber kein Globusgefühl, ist doch mal was . Dummerweise Magenschmerzen. Irgendwas ist ja immer.

Symptomhitliste des Tages:
1. Magenschmerzen
2. schwere Beine
3. Kopfschmerzen

Lieder der Zeit [Vorsicht - Massive Trigger]: L'âme Immortelle - Was hält mich noch hier; L'âme Immortelle - Stumme Schreie; L'âme Immortelle - Niemals; Staubkind - Stille Tränen; Wolfsheim - Kein Zurück; Schandmaul - Zu zweit allein feat. Tarja; Selig - Wenn ich an dich denke; Staubkind - So nah bei mir; Staubkind - Kannst du mich seh'n; Staubkind- Kleiner Engel; Eisbrecher - Ohne Dich; STAHLMANN - Nichts Spricht Wahre Liebe Frei



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  20.05.2017 01:10  
Wenn ich dir ein Ratschlag geben kann, sauge nicht das leid von anderen in dich hinein, egal wie sehr du meinst das etwas falsch ist. trotzdem gut, das du helfen konntest.





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Status: Online online
  20.05.2017 01:26  
Ich geb dir recht... nur wie soll man das schaffen bei den Menschen, die man mehr liebt wie sein eigenes Leben? Ich hab kaum Zugang zu meinen Gefühlen, geh aber kaputt an dem ganzen schei. der Tag für Tag auf einen einprasselt.

Danke1xDanke


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  20.05.2017 01:45  
Frag mich das nicht. Ich versuche für Tierrechte einzutreten, bin aber umgeben von ihrem Elend rechts und links. Ich versuche hier anderen zu helfen, darf mich aber nicht emotional in sie hineinversetzen. Man muss helfen, ohne das es einen seelisch mitreißt, irgendwann entwickelst du sehr starke Schuldgefühle und Mitleid für jeden und alles. ich war da schon.

Es ist wie immer eine Waage wo die Waagschalen im Gleichgewicht gehalten werden müssen, was sehr schwierig ist.

Mach jetzt lieber etwas für dich.

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