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Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 11.Jun.2011, 18:59 
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Registriert: 26.Apr.2010, 14:26
Beiträge: 11
Hi,

zunächst: Danke TomTom für das Zurückkommen auf das Thema.

Mir ist auch mal aufgefallen, dass ich übertrieben viel auf den Schmuck anderer geachtet habe. Aber ich denke, dass das normal ist. Wenn man sich vor Spinnen ekelt und es läuft eine über die Wand, kann man den Blick ja auch nicht von ihr lassen. Schlecht wird es nur, wenn man anfängt die Menschen danach zu beurteilen, bzw. zu VERurteilen, was sie für Schmuck tragen.
Nachdem mir das klar wurde, habe ich auch lässiger damit umgehen können und jetzt achte ich viel weniger darauf. Wo ich bin tragen alle Frauen immer und zu jedem Anlass ihren gesamten Schmuck und da kann man keine Unterschiede mehr machen, es gehört dazu.

Aber ich finde es auch nicht besonders schön, wenn Frauen garkeinen Schmuck tragen. Und ich finde es auch schade, dass ich es nicht kann. Jetzt habe ich mir ein paar Armreifen gekauft aus Holzperlen und Stoff, aber da muss man halt auch aufpassen, dass sie trotz des rustikalen Materials trotzdem feminin wirken. Das kann echt schwer sein! Plastik geht in manchen Fällen auch, aber halt nicht immer. Und dabei kann man so kreativ sein, wenn man Schuck berühren kann, die westliche Gesellschaft ist nur so steif in ihren vorgeformten Fugen.

Dass ich keinen Schmuck berühren kann, finde ich nicht schlimm, sondern einfach nur schade. Mich überwinden kann ich aber auch nicht und mir gruselts auch vor dem Gedanken es jemals zu tun.

grüße.


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 05.Aug.2011, 13:21 
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Registriert: 05.Aug.2011, 12:26
Beiträge: 3
Hallo
Bin neu hier und finde es gut, ein paar Leute zu finden, die meine Abneigung teilen. Ich wusste doch, dass ich nicht allein bin :)
Alles in allem habe ich (männlich, 39) ein relativ entspanntes Verhältnis zu meinem Ekel vor Schmuck. Er ist halt einfach da und bisweilen lästig, z. B. bei der Suche einer Partnerin, aber ich leide jetzt keine Höllenqualen und erzähle Menschen, die mir wichtig sind meistens recht offen und mit einem Augenzwinkern darüber. Ich habe festgestellt, dass viele Menschen mit noch weitaus merkwürdigeren Abneigungen zu tun haben und dem gegenüber ist meine Abneigung wirklich harmlos… Ich erzähl einfach mal, wie es sich bei mir äußert:

Mein Ekel bezieht sich, wie ich mit der Zeit herausfand, nicht nur auf Schmuck, sondern auf Metall, aber dieses eben in besonderer "Ausführung". Ich habe mit vielen Metallteilen im Alltag kein Problem. Ich esse ja auch mit Messer und Gabel. Aber schon wenn die ganz stark verziert sind und fein ziseliert, beginnt langsam die Abneigung. Ganz schlimm ist es dann bei Silber Besteck, aber das ist glaube ich noch mal auf eigene Art eklig, da ich auch von anderen Menschen hörte, die das nicht mögen.
Geldstücke und Schlüssel fallen auch in die Ekel Kategorie. Das wird von Freunden, denen ich das erzähle meist recht leicht verstanden, wenn ich sie auf den widerlichen Geruch von diesen Gegenständen hinweise. Bei der Suche nach dem versteckten "Muster" meiner Abneigung kam ich darauf, dass es oft um Metall geht, das viel im Kontakt mit dem Körper ist (Geld, Schlüssel und eben vor allem Schmuck) und/oder an dem sich viel Dreck ansammeln kann - eben das fein verzierte oder filigrane das schon mehrfach erwähnt wurde. Für mich haben diese Metallsachen immer etwas "schmutziges" und ich hab ein bisschen das Bedürfnis, mit die Hände zu waschen, wenn ich sowas anfassen musste. - kann's mir aber auch verkneifen und die Hände an der Hose abwischen. Ein bisschen hat es wohl auch mit Korrosion zu tun glaube ich denn es sind gerade die Metalle, die sich irgendwie verändern, die ich nicht mag. Schlimm finde ich z.B. Kupfer, Messing, Silber. Warum die Empfindung dann aber auch so stark auf Gold übergeht verstehe ich nicht ganz, denn Gold korrodiert ja glaube ich eben gar nicht…

Ich hab schon überlegt, was passieren würde, wenn ich ein "fabrikneues" Schmuckstück in die Hand bekäme, das also noch völlig "sauber" ist, und da sinkt zwar tatsächlich der Ekelfaktor ein kleines bisschen, ist aber nie ganz wegzukriegen. Gerade Schmuck will ich einfach nicht anfassen. Ich kann mich tatsächlich ganz arg zusammenreißen und einen auf "erwachsen" machen, aber das ist wirklich die ganz große Ausnahme wenn's nicht mehr anders geht.

Mir scheint, dass da aber auch zwei Sachen zusammenkommen: Die Abneigung gegen das Material, und die Abneigung gegen Schmuck an und für sich, weil mir das einfach halt nicht gefällt, wenn Menschen da was an sich dran haben… möglicherweise sich dafür noch irgendwas durchbohrt haben. Aber der Anteil ist bei mir eine Geschmacksfrage und hinsichtlich meiner Situation Off-Topic.

Die Probleme, die einige hier beschreiben kann ich gut nachvollziehen. Bei meiner Arbeit kann es vorkommen, dass mich eine Kollegin bittet, ihr die Kette zuzumachen - aber in diesem Umfeld konnte ich sehr frei darüber reden, und die können damit auch umgehen. Inzwischen fragt mich keiner mehr.
Geldstücke gehen so lala, es sei denn, ich muss sie lange in der Hand halten, so dass durch den Handschweiß der Geruch an der Hand haftet. (In D-Mark Zeiten waren Markstücke einigermaßen ok, die Pfennige waren ekliger wegen des anderen Metalls Bei den Euromünzen ist es wegen des Materialmixes etwas diffuser) Fremde Schlüsselbunde sind auch unangenehm und ich greife dann gerne an den Schlüssel, der einen Plastikkopf hat, oder der möglichst glatt und/oder neu ist.
Ich kenne auch das Problem, dass man bei interessanten Frauen sofort abcheckt, ob sie was tragen. Wenn da was ist, dann geht da schon recht schnell so ein imaginärer Rollo herunter, das verhindert, dass man sich näher auf diese Menschen einlässt. Ich habe aber das Glück gehabt, immer Beziehungen zu Frauen gehabt zu haben, die keinen Schmuck getragen haben (doch, die gibt's ;-) ). Aber es engt die Auswahl schon enorm ein…

Achja, weil's mir noch einfällt: Was TomTom über Creolen schreibt kann ich auch nachvollziehen, wenn das Metall glatt und sauber ist, ist es für mich ein kleines bisschen weniger schlimm, aber der Verschluss bleibt eklig. Das scheint ja tatsächlich bei einigen so zu sein, dass das feine, filigrane, fein ziselierte ein Problem ist. Das fand ich jedenfalls spannend zu lesen.

Biographisch vielleicht noch dazu: Ich hab das eigentlich seit ich denken kann und ich kann mich an keinen "Auslöser" erinnern. Ich fand das einfach immer doof. Anekdote dazu: Meine Tante schenkt mir zu Ostern (ich war etwa 6) einen Sternzeichenanhänger, und meiner Mutter war es lange Jahre noch peinlich, wie klar ich ihr gegenüber meine Abneigung zum Ausdruck brachte und das Geschenk nicht annahm…

So. Soweit mal ein Rundumschlag über meine Situation. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen seine Abneigung zu verstehen oder zu akzeptieren. Ich fand's nett, ein paar "Spleen-Genossen" zu finden (die auch wieder zum Thema zurückgefunden haben ;-) )

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 05.Aug.2011, 23:19 
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Registriert: 16.Jan.2010, 03:04
Beiträge: 8
Wohnort: Niedersachsen
hallo lasse,
willkommen hier ;-)

so wie du deinen bericht geschrieben hast konnte ich mich fast komplett in deine lage versetzen und mich in deiner beschreibung wieder finden.
ich glaube wir sind uns da ziemlich ähnlich, denn es passt fast alles komplett auch auf mich.

einzig das mit dem geld ist nicht ganz so schlimm, aber wo du das schreibst wegen dem dreckigen metall muss ich gestehen das das bei mir so ähnlich ist, aber nicht ganz so schlimm, also ich habe mit geld nicht das problem, aber etwas komisch ist es mir schon.

wahnsinn... ich finde es gut, das da noch jemand draußen ist, der quasi genauso ist wie ich.

und deine ebschreibung mit dem frauen finden finde ich auch gut, quasi das abchecken ob eine tolle frau schmuck trägt steht bei mir auch relativ oben und wenn es denn so ist, ist die frau schon etwas uninteressanter. wobei ich natürlich auch bekannte habe die schmuck tragen und ich mit dehnen kein problem deswegen habe.
auch deine aussage, dass es tatsächlich frauen gibt die keinen schmuck tragen finde ich toll.... das gibt mir noch hoffnung, denn bisher habe ich wohl frauen kennengelernt die meinetwegen auf schmuck verzichtet haben, aber ich habe noch keine kennengelernt die das von sich aus doof fand.

p.s. wo kommst du her, lasse?

gruß tomtom aus niedersachsen in der nähe von vechta


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 05.Aug.2011, 23:48 
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Registriert: 05.Aug.2011, 12:26
Beiträge: 3
Zitat:
wobei ich natürlich auch bekannte habe die schmuck tragen und ich mit dehnen kein problem deswegen habe.


Ja, es ist ja nicht so, dass man diese Leute deswegen hasst. Aber sie gelangen halt nicht in den Kreis derer, bei denen man sich eine intimere Nähe als einfach Freundschaft wünscht, oder zumindest wird dieser Wunsch durch den Ekel vereitelt. Mir ist ja rational klar, dass das zum Teil sehr liebe Menschen sein können. Aber so eine Abneigung ist eben nicht rational.
Wenn dann noch Geschmacksfragen dazukommen - das ist jetzt eher off-topic, und ich will keine Diskussion darüber anfangen, aber: mir gefällt MakeUp nicht so, und ich würde auf Dauer mit Raucherinnen nicht klar kommen - tja da bleibt wirklich nur die Hoffnung, dass mir irgendwo "die eine" begegnet… Aber ich geb die Hoffnung nicht auf :-)

ps: Bayern


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 28.Aug.2011, 19:36 
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Registriert: 09.Jan.2011, 14:45
Beiträge: 5
@TomTom
Die Antwort von mir kommt leider etwas spät >_< Ich hatte mal ne Schutzengelkette als ich klein war die mochte ich recht gerne (hat mir meine Mum erzählt) und vor meiner zweiten Herz OP haben mir die Schwestern das Teil einfach runtergerissen meine Mum hat gesagt ich hab nur noch geschrien und geheult XD. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern und ich bin mir auch nicht sicher ob es davon kommt, aber das wäre meine Theorie XD"

Erst gestern hatte ich wieder grobe Probleme wegen dieser dummen Phobie, da mir meine Arbeitskollegen zum Geb. ein Bettelarmband geschenkt haben. Ich hätte heulen können und wusste nicht wirklich wie ich reagieren soll >_< Ich meine ich finds total nett und der Katzen anhänger der drauf ist, ist total süß und ich würds mir ja echt gerne raufmachen, aber allein wenn ich schon dran denke würde ich am liebsten in Tränen ausbrechen. Schlimm ist das >_<


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 15.Sep.2011, 13:20 
Offline

Registriert: 26.Apr.2010, 14:26
Beiträge: 11
Hallo meine Lieben,

an Lasse: Es ist schön, dass nach so langer Zeit immer noch Neue in das Forum kommen und uns derart aus der Seele sprechen können, wie du es tust. Willkommen in der Runde.

Eine Frage hab ich jedoch: Sie haben gemeint, dass Sie wussten, dass Sie damit nicht allein gewesen sein können. Aber finden Sie es nicht verwunderlich? Jedes Mal wenn ich wieder auf das Forum komme und die Beiträge anderer lese, bin ich verblüfft, wie genau die Beschreibungen meinen eigenen Gefühlen und Erfahrungen entsprechen. Ist es nicht irrwitzig, dass wir alle die selbe komische Abneigung gegen Dinge haben, die für andere ganz normal sind? Und das diese Abneigung bis aufs Detail bei allen übereinstimmt?

herzlich Willkommen,

Perikes


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 15.Sep.2011, 14:19 
Offline

Registriert: 05.Aug.2011, 12:26
Beiträge: 3
Natürlich ist es verwunderlich. Und auf bestimmte Weise auch faszinierend, dass dies bei vielen offensichtlich einem sehr ähnlichen Muster folgt. Wer weiß, was da eigentlich dahinter steckt. Die esoterische Tante einer Freundin war sich sicher, das sei kosmisch, aber das wäre mir denn doch zu primitiv gedacht ;). Aber vielleicht haben wir alle eine Unverträglichkeit gegen ganz bestimmte Korrosions-Stoffe und unsere Psyche wandelt das in Ekel um? Wer weiß… :D


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 24.Nov.2011, 06:33 
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Registriert: 24.Nov.2011, 06:21
Beiträge: 1
Wohnort: Berlin
HI... Ich kenne das auch extrem!
Es ist bei mir sogar so schlimm, dass ich mir eure Texte dazu kaum durchlesen kann ohne dieses schreckliche Gefühl in meinem Körper zu bekommen.

Ich kann es weder sehen, noch anfassen noch darüber sprechen. Das Wort dazu ausschreiben fällt mir schon extrem schwer... *beep*.... so gehts (Löffelchensprache).

Zum glück habe ich eine sehr verständnissvolle Freundin die darauf verzichten kann.

Was ich auch mit dem thema in verbindung bringe sind z.b. sehr kleine pillen zu schlucken oder kleine gegenstände in die hand zu nehmen oder zu berühren...

Woher das bei mir kommt weiss ich nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 06.Feb.2012, 14:57 
Offline

Registriert: 26.Apr.2010, 14:26
Beiträge: 11
He, das stimmt.

Da hatte ich noch garnicht dran gedacht: Kleine Tabletten, wenn sie so eine glatte Beschichtung haben damit sie sich besser schlucken lassen. Die sind auch ekelig. Vorallem, wenn man sie länger in der Hand hatte... Aber die kleinen Metallgegenstände finde ich ekeliger. Naja.

Verguck ich mich, oder bist du auch neu in der Runde? Willkommen!


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 Betreff des Beitrags: Re: schmuckphobie... gibt es das?
BeitragVerfasst: 08.Feb.2012, 00:14 
Offline

Registriert: 16.Jan.2010, 03:04
Beiträge: 8
Wohnort: Niedersachsen
Perikes hat geschrieben:
He, das stimmt.

Da hatte ich noch garnicht dran gedacht: Kleine Tabletten, wenn sie so eine glatte Beschichtung haben damit sie sich besser schlucken lassen. Die sind auch ekelig. Vorallem, wenn man sie länger in der Hand hatte... Aber die kleinen Metallgegenstände finde ich ekeliger. Naja.



also damit habe ich überhaupt keine probleme
komisch


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