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 Betreff des Beitrags: Unsicherheit & Zurückhaltung II
BeitragVerfasst: 01.Feb.2012, 21:32 
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Registriert: 25.Mär.2011, 18:46
Beiträge: 12
Hallo,

Das letzte Mal als ich zu dem Thema gepostet hab war vor einem Jahr. Das Problem ist zwar noch da, aber ich kann es jetzt präzisieren:

Es geht nämlich darum, dass meine Zurückhaltung darauf basiert, dass ich oft denke mein Gegenüber ist mir feindlich gesinnt und interpretiert alles was ich sag als dumm und falsch, so bleibe ich in mir - ein Muster dass mich seit der Kindheit eingeprägt hat, durch meine ältere Schwester. ..
Daraus folgt, dass ich dann unsicherer bin und tatsächlich so eine Atmosphäre herauf beschwöre.
Ich möchte nicht meinem Gegenüber oder meiner Schwester die Schuld dafür zuweisen (wie ich das tat).

Die Frage ist vielmehr, wie kann ich mit meiner Zurückhaltung, meiner Verklemmtheit, meiner Ernstheit und Schüchternheit die sich zur Depression entwickelte umgehen.

Wenn ich verklemmt bin, verliere ich meine Leichtigkeit, mein Gefühl für die Dinge, was ja sehr wichtig ist, sonst bekommt man ein verzerrtes Blickfeld.

Ich möchte unmittelbarer und geradeheraus reagieren können.

Bei meinem Freund hat es geholfen, dass ich ihm gesagt habe dass ich eben manchmal zurückhaltender bin, weil ich nicht anders kann... Aber in einer Gruppe wär das zuviel Seelenstriptease, oder?

Ich probiers mal mit entspannen :-),
lg teri

_________________
Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen


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 Betreff des Beitrags: Re: Unsicherheit & Zurückhaltung II
BeitragVerfasst: 02.Feb.2012, 00:16 
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Registriert: 01.Feb.2012, 20:33
Beiträge: 7
Wohnort: Mannheim
Hi Teri..

ich hab auch ähnliche Probleme, schon seit längerer Zeit. Allerdings bin ich mir immer noch sicher, ob ich einfach schüchtern bin oder ob das doch schon mehr ist. Diese Haltung "alles und jeder ist mir gegenüber feindlich gesinnt" kenne ich. Mir passiert es manchmal, dass ich Leute vorbeilaufen oder vorbeifahren sehe und sobald sie mich anschauen, bekomme ich dieses Gefühl.Allerdings hab ich leider auch keine Lösung dafür, außer, genug Vertrauen zu jemandem zu entwickeln, sodass diese Angst zumindest größtenteils verschwindet.

Ich hoffe, es hilft dir wenigstens ein bisschen, zu wissen, dass auch andere solche Probleme haben (mir hilft das allemal... bevor ich angefangen hab, im Internet zu suchen, hab ich mich gefühlt, als wäre ich der einzige dem es so ginge...) und vielleicht klappt das mit dem "lockerer sein" bei dir ja ;) Viel Glück auf jedenfall!


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 Betreff des Beitrags: Re: Unsicherheit & Zurückhaltung II
BeitragVerfasst: 02.Feb.2012, 01:24 
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Registriert: 25.Mär.2011, 18:46
Beiträge: 12
hallo simmy,

danke für die antwort! mir hat übrigens auch geholfen dass ich die ursachen die meine zurückhaltung gefördert/erzeugt haben präzisieren kann...

alles gute, teri

_________________
Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen


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 Betreff des Beitrags: Re: Unsicherheit & Zurückhaltung II
BeitragVerfasst: 02.Feb.2012, 02:11 
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Registriert: 31.Jan.2012, 16:07
Beiträge: 14
Wohnort: Nürnberg
Vorweg erstmal ... ich kenne diese Gefühle und Erlebnisse sehr gut. Wenn ich weit in meine Kindheit zurrückblicke empfand ich damals schon so. Ich bin Menschen sehr mistrauisch und ich erwarte von Anfang erstmal das sie mir schaden. Erst durch längere Zeit und dutzende Prüfungen dürfen Menschen näher Kontakt zu mir haben. In meinem Studium hat es dazu geführt das ich 2 Semster mit 50 Personen von Raum zu Raum gezogen bin aber nie mehr als "zusammen nen Kaffee trinken" zugelassen habe. Wenn ich mich in Öffentlichkeit aufhalte bin ich zwar relaxt aber nur solange ich das Gefühl habe ich werde von anderen Personen nicht wahrgenommen. Sobald mich jemand länger wie 2 Sekunden anschaut oder mich sogar anspricht geht der Gaul mit mir durch. Ich bewegen mich in der Öffentlichkeit gerne so unauffällig wie nur möglich um in der Masse unterzugehen. Werde ich beachtet dann glaube ich das es daran liegt, dass man mir schaden will.

Ich will dich nicht verängstigen oder dir irgendwas einreden. Bei mir hat es jedoch so krasse Auswirkungen auf meinen Alltag das ich jeder Gefahr nur noch aus dem Weg gehe und daher bin ich unter anderem seit einiger Zeit in therapeutischer Behandlung. Mein Interesse wäre, wie weit beeinflusst es dich? Ist es nur ein Detail deiner Person, schüchtern zu sein ist grundlegend ja nichts schlimmes und mistrauisch zu sein in Maßen auch nicht. Wichtig finde ich halt einfach ... welche Auswirkungen und Konsquenzen gibt es. Kommt man zurrecht und ist zufrieden, dann ist das OK, es gibt ja auch extrovertierte Personen die voll zufrieden sind. Aber wenn es einschrenkt, Möglichkeiten nimmt und negative Konsequenzen hat, dann wäre es gut für sich zu entscheiden ob man das so möchte. Wenn es einen ganzen Teil deines Leben beeinflusst und z.b. ein geregelten Job zur Hölle macht dann ist es zumindest etwas was man sich näher anschauen sollte. Wenn man aber einfach nur etwas zurrückhaltend ist dann kann das auch voll OK sein. Meiner Meinung ist ein Problem erst dann ein Problem wenn es Probleme macht ... Das dein Freund das OK findet und damit zurrecht kommt ist doch schonmal toll. Und bei nem guten Freundeskreis sollte auch Verständnis da sein, was ich allerdings nicht einschätzen kann, da ich die entsprechenden Personen ja nicht kenne. :wink:

Auf jeden Fall ist eine schüchterne Persönlichkeit nichts schlimmes oder aufregendes und es gibt Millionen davon auf der Welt. Mir fällt keine Situation im Leben ein, wo man wirklich alleine auf der Welt steht, irgendwo gibt es immer jemand der genauso fühlt. Verrückt machen würde ich mich jedenfalls nicht sondern das einfach nüchtern betrachten und entsprechenden Schlüsse daraus ziehen.

liebe und aufmunternde Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Unsicherheit & Zurückhaltung II
BeitragVerfasst: 03.Feb.2012, 00:57 
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Registriert: 25.Mär.2011, 18:46
Beiträge: 12
Hallo Misch!

Schön das es dieses Forum gibt! Man ist offenbar mit keinem Gefühl allein :-)

Bei mir fühlt es sich wie eine Einschränkung/Widerstand an teilweise und deswegen geh ich auch 2x wöchentlich zur Therapeutin.
Ich studiere und hab mit vielen Menschen zu tun, da wird einem das Problem oft vor Augen geführt... und habe dann immer Zweifel - es fällt mir dann sehr schwer zu wissen was ich will und fühl mich dann total entwurzelt, zerissen, beschissen.

Es ist auch gut zu wissen welche Ereignisse einem geprägt haben. Laut meiner Osteopathin ist es sehr gut, wann man sich diesem Gefühl intensiv widmet, sich ihm aussetzt, erst dann kann sich wieder was verändern. Man kann sich auch fragen wie spürt es sich im Körper an, man redet mehr darüber, dh es wird kein persönliches Tabu geschaffen und so entschärft. Es gibt viele kleine Schritte auf dem Weg zur Besserung/Linderung.
Ich arbeite seit einem Jahr ernsthaft daran. Ich muss auch dazu sagen ich bin erst seit 1,5 Jahren dass erste Mal in einer eigenen Wohnung (bin 30) und dass hat auch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit mir geführt... Vorher wars leider nicht möglich -dominante Mutter, kein Selbstbewußtsein...
So sieht/sah mein persönlicher Weg aus und die Therapie ist in dieser Zeit eine sehr gute Stütze.
Aber wie du sagst, man muss sich nicht verrückt machen. Jeder hat seine Geschichte, seine Probleme... C'est la vie.

Nur das Allerbeste,
Teri

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