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AnB79
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Betreff des Beitrags: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 03.Dez.2011, 22:05 |
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Registriert: 10.Jun.2011, 10:04 Beiträge: 27
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Hey,
ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich bin w,32 J. und werfe mir selbst nur noch Steine in den Weg. Ich versuche mich kurz zu halten:
Ich war immer eher der schüchterne Typ. Hatte zwar in der Schule immer ein paar Freundinnen. War aber z. B. nicht fähig - und bin es heute noch nicht - enge Freundschaften aufrecht zu halten. Wenn Menschen außerhalb meiner Familie öfter als 1x die Woche bei mir anrufen oder öfter als vielleicht alle 2 Wochen mal was mit mir unternehmen wollen, dann wird es mir zu viel. Ich gehe nicht ans Telefon, lasse mich verleugnen, habe Ausreden.
Beruflich: nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Mediengestalterin gemacht und insgesamt 6 Jahre in dem Beruf gearbeitet. ABER: Und da fängt es schon an, was ich einfach nicht verstehe - Mich hat dieser Beruf nicht glücklich gemacht, weil ich immer das Bedürfnis hatte, einen Beruf auszuüben, in dem ich helfen kann. Da es sowieso gerade betriebliche Umstrukturierungen gab und mir die neue Geschäftsleitung etc. nicht gefallen hat, hab ich mich für folgendes entschieden:
Als Kind wollte ich immer Tierarzt werden. Weil ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin und immer mit Tieren zu tun hatte. Also habe ich Tiermedizin studiert. Das Studium war super hart. Und in Praktika habe ich mich eigentlich nie richtig wohl gefühlt, weil ich mich nicht getraut habe, irgendetwas zu sagen oder zu fragen und ich hatte immer Angst dass ich mich blamiere. Wenn ich etwas praktisch machen durfte/musste, habe ich gezittert, dass sich alle drüber lustig gemacht haben. Und das Zittern hat sich bis heute nicht gebessert. Habe das Studium trotzdem durchgezogen, weil ich gedacht habe: Wie peinlich. Jetzt habe ich meinen Job extra gekündigt - obwohl da schon alle gesagt haben: willst Du einen sicheren Job dafür aufgeben? - und jetzt kann ich nicht wieder aufhören. Außerdem fand ich es thematisch ja total interessant - solange es nicht um Nutztiere & Lebensmittel ging. Es ist jetzt kompliziert das hier zu erklären - aber kurz gesagt, konnte ich es mir finanziell nicht leisten, eine Dr.-Arbeit ans Studium anzuschließen. Das bedeutete für mich, dass es ohne Dr.-Titel für mich nur die Möglichkeit gab/gibt, in der Großtierpraxis zu arbeiten (-> kommt für mich nicht in Frage, weil gegen Massentierhaltung), oder im Veterinäramt inkl. Fleischkontrolle (-> kommt für mich nicht in Frage, weil Vegetrarier) oder in die Kleintierpraxis (was auch zu Beginn des Studiums mein Wunsch war - eben, weil ich helfen wollte). Nun habe ich 5 Monate in einer Kleintierpraxis gearbeitet und habe es nicht mehr ausgehalten. Viel zu viel Kundenkontakt für mich und die ganze Zeit wird man bei dem, was man macht beobachtet. Ende Oktober habe ich mich krankschreiben lassen. Nach 3 Wochen habe ich die Kündigung bekommen. Jetzt bin ich arbeitslos.
Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll: Praxis kommt für mich nach diesen Erfahrungen nicht mehr in Frage. Zurück in den alten Beruf auch nicht, weil ich ja eben dieses extreme Bedürfnis habe, etwas zu machen, was (für mich gesagt) "Sinn" macht. Ich verspüre einfach den unheimlichen Drang etwas medizinisches/soziales/erzieherisches zu machen.
Aber: Wie soll das gehen, wenn ich die Anwesenheit von Menschen, die ich nicht kenne, nicht ertrage. Es ist nicht so, dass ich nicht in einem Team arbeiten kann - grundsätzlich. Ich kann nicht mit Leuten arbeiten, von denen ich nicht weiß, was sie von mir denken bzw. wo ich denke, sie finden mich unsympathisch.
Ist halt wohl nicht wirklich ne Sozialphobie. Aber es behindert mich gerade total. Soll ich jetzt noch eine neue Ausbildung machen? Denke über Berufe nach wie Erzieherin, Grundschullehrerin, Sozialpädagogin... Ausgerechnet? Warum habe ich diesen Wunsch, obwohl ich nicht wirklich gut mit Menschen umgehen kann, introvertiert bin und schüchtern? Warum befriedigt mich ein Bürojob nicht?
Ich verstehe das nicht.... Ich bin momentan so verwirrt. Hab Montag nen Termin beim Arbeitsamt, um meine Arbeitslosigkeit "offiziell" zu machen. Weiß gar nicht, was ich da weiter sagen soll, wie ich weiter machen will....
Lg a.
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han123
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 03.Dez.2011, 22:44 |
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Registriert: 17.Okt.2011, 21:27 Beiträge: 88
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Hallo, klingt ein bisschen verworren das Ganze neigst Du dazu, dich selbst zu bestrafen? Das kam mir in den Sinn, als ich deinen Text gelesen habe. Ich meine das so, dass Du Dir immer Situationen aussuchst, in denen Du höchst wahrscheinlich scheitern wirst aufgrund deiner Probleme. Ist nur ein Gedanke von mir, wenn er totaler Unsinn ist, dann vergiss ihn einfach... Ich kenne das Problem mit dem Verleugnen und nicht ans Telefon aber auch, um ehrlich zu sein, bin ich haargenau so wie Du in der Beziehung  Ich habe es bis heute in 34 Lebensjahren nicht geschafft, wirklich Freundschaften zu führen. Inzwischen bin ich halt total vereinsamt, weil ich es auch nicht auf die Reihe kriege, eine Freundschaft zu führen. Beziehungen haben komischerweiser einigermaßen funktioniert, aber das lag wohl eher daran, dass ich immer an oberflächliche Frauen geraten bin, die nicht viel Tiefe erwartet haben... Ich glaube, dass es ein Problem für uns ist, wenn man jemanden öfter sieht und sich öffnen soll oder will, dass wir uns dann zurückziehen, weil wir vor irgendetwas Angst haben. Vielleicht weil der andere dann erkennen kann, dass wir Fehler haben? Ich weiß es nicht und bin dem ganzen immer noch auf der Spur, aber bei mir geht das in die Richtung... Ich will halt immer stark sein und wenn die Gefahr besteht, dass jemand vielleicht herausfindet, dass das nicht der Fall ist, dann mache ich einen Rückzieher  Und eigentlich soll man doch in einer Freundschaft auch mal Schwäche zeigen dürfen... Das ist lustig, dass Du als Mediengestalterin gearbeitet hast... Ich habe bis zu meinem Burnout als selbständiger Webdesigner/Programmierer gearbeitet und war auch nie wirklich glücklich. Im Hinterkopf schwebt mir schon seit längeren, mich noch kreativer auszuleben. Vielleicht zu schreiben oder etwas in der Art. Ich hab diese Seite von mir eigentlich mein ganzes Leben lang verleugnet und merke in den letzten Monaten, dass das ein Riesenfehler war. Deine Probleme im Studium wunder mich nicht wirklich... Durch die fehlenden Freundschaft hast Du doch gar keine Erfahrungen, wie es ist, wenn man etwas nachfragt oder wissen will. Und da kommt wieder der Punkt zum Vorschein, den ich eben angesprochen habe: Das Zeigenkönnen von Schwäche oder Unwissen. Du hast halt Angst davor, dass die Leute merken, dass Du etwas nicht weißt... Aber das ist ja grade der Sinn und Zweck, warum man nachfragt!!! Mir ist das aber auch immer unangenehm gewesen und ich hab lieber geschwiegen... Wie so oft in meinem Leben:( Und einen Punkt will ich Dir mal noch zum Nachdenken geben: Weißt Du denn bei Dir bekannten Leuten, was sie wirklich über dich denken? Nein oder? Also ist es im Prizip doch kein Unterschied, ob Du mit Dir bekannten oder unbekannten Leuten zusammenarbeitest. Es ist nur eine Gewöhnungssache und mehr nicht... Ich bekomme das aber auch nicht in meinen Schädel rein;) Um deine abschliessenden Fragen zu beantworten... Vielleicht willst Du einfach helfen, um deine Leere in Dir zu füllen. Ein Bürojob tut dies ja nicht. Der dient ganz klar nur dazu, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und da muss man schon hartgesotten zu sein, um sich dem immer bewusst zu sein. Hoffe ich konnte Dir zumindest ein bisschen weiterhelfen.. Wenn nicht frag einfach  LG Thomas
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AnB79
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 03.Dez.2011, 23:11 |
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Registriert: 10.Jun.2011, 10:04 Beiträge: 27
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Hey Thomas,
danke für Deine Gedanken. Nein mit Bestrafung hat das definitiv nichts zu tun. Denn in diesen seltenen Momenten, wenn ich tatsächlich das Gefühl hatte, dass ich helfen konnte, fühle ich mich einfach zufrieden und gut.
Leider trafen in meinem Beruf durch mein Gefühl des Unwohlseins unter Menschen auf gefühlte 200 UNbefriedigende Kontakte vielleicht mal 1 erfüllender Kontakt. Eben solche Momente, wo ich das Gefühl hatte, die Menschen waren mir dankbar.
(Es ist ja auch nicht wirklich so, dass ich "gescheitert" bin. Habe meine Ausbildung mit 1,0 bestanden und wurde als 2. Landesbeste ausgezeichnet. Und mein Studium habe ich mit 2,1 bestanden und bin damit unter den besten 30% meines Jahrgangs.)
Lg a.
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PaddySun
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 03.Dez.2011, 23:59 |
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Registriert: 24.Nov.2011, 21:20 Beiträge: 14 Wohnort: Heidelberg
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Hallo AN,
das ist ja irgendwie richtig doof, mit was du dich da rum schlägst.
Du hast doch durch dein Studium eigentlich Gute Chancen was aus dir zu machen. Und Helfen tust du ja auch... Was genau würdest du denn da machen? Läufst du als Tierärztin oder als Helferin? Auf jeden Fall scheint dein Problem zu sein, das du dich von den Tier Besitzern beobachtest fühlst, oder? Dann solltest du dir vor Augen halten, das alles die mit ihren Tieren kommen, gekommen sind weil sie ihrem Tier selber nicht helfen können. Also Vertrauen sie dir und werden nicht denken das du nichts kannst, etc. ODER?
Das du jetzt Arbeitslos bist ist nicht schön und ich würde es dir wünschen das du wieder Arbeit findest! Vielleicht ja doch wieder in einer Kleintierpraxis? Wahrscheinlich musst du nur deine Denkweise ändern und zu dir selbst stehen. Vielleicht könnte dir da auch ein Psychologe helfen??
Wie lange genau hast du in der Praxis gearbeitet? Ich verstehe nicht, warum sie Dich Gekündigt haben, nur weil du Krank warst, waren die zu frieden mit dir?
Ich wünsche dir alles Gute, gruß paddy
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Schlaflose
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 04.Dez.2011, 08:41 |
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Registriert: 09.Jun.2011, 10:01 Beiträge: 560
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Hallo AnB79,
das meiste von dem, was du schreibst trifft auch auf mich zu. Ich wollte unbedingt Anglistik und Romanistik studieren und bin dadurch zwangsläufig Lehrer gworden. Nach über 20 qualvollen Jahren im Beruf konnte ich nicht mehr und war von Januar bis vor kurzem krank geschrieben. Durch viel Glück habe ich seit 2 Wochen einen Verwaltungsjob im Bildungsministerium, wo ich wenig Kontakt mit Leuten habe. Natürlich habe ich eine Reihe von Kollegen, mit denen ich zu tun habe, aber das macht mir nichts aus. Ob mich die Büroarbeit auf Dauer ausfüllen wird, weiß ich noch nicht, aber eins weiß ich sicher: so schlimm wie die Schule wird es nie sein. Nachdem was du über dich geschrieben hast, wäre Erzieher oder Lehrer für dich wahrscheinlich eine noch schlimmere Katastrophe als Tierarzt zu sein. Da hast du nämlich nicht nur mit den Kindern ständig zu tun, sondern vor allem auch mit den Eltern, die permanent alles kritisieren und meinen, sie wüssten alles besser. Du stehst ständig im Mittelpunkt und unter Beobachtung und musst Nerven wie Drahtseile haben. Du meinst, dass es bei dir keine Sozialphobie ist. Da hast du wohl Recht, es ist viel mehr als das. Die Diagnose, die ich von meinem Therapeuten bekommen habe mit den gleichen Symptomen lautet: ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung. Du solltest auch überlegen, eine Therapie zu machen um dem Problem auf den Grund zu kommen.
Viele Grüße
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Amily
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 04.Dez.2011, 16:24 |
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Registriert: 04.Feb.2008, 23:19 Beiträge: 21
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Liebe AnB79, das ist ja irre, was Du bisher schon alles erreicht hast - Hut ab! Ich habe großen Respekt davor, wenn gerade Menschen mit psychischen Belastungen ein Ziel haben und es erreichen. Nach dem Lesen Deines Beitrages verstehe ich den Konflikt, denke ich, ganz gut. Einerseits der Wunsch danach, andere Menschen zu befriedigen. Andererseits die Unfähigkeit, sich selbst zu befriedigen. Mittlerweile hast Du zwei Berufe gelernt. In beiden gäbe es die Gelegenheit durch den passenden Einsatzort, Lebewesen zu helfen, sozial und/oder erzieherisch zu arbeiten. Zum Beispiel als Dozent, als Kursleiter, als Betreuer im Medienbereich. Auch mit einem Studium in Veterinärmedizin eröffnen sich alternative Berufsfelder im Bereich Unterricht oder auch Therapie, Tierschutz, etc. Darum erscheint es mir so, als würdest Du neue Berufe erlernen, aber dem eigentlichen Problem ausweichen. In beiden Berufen kannst Du Deinen Wunsch nach Helfen nachkommen. Aber egal in welchem Beruf der Welt geht das Helfen eben nie ohne Kontakt zu anderen. Und das macht Dich wohl irgendwie auch so fertig. Die Ursache für das sozial-vermeindende Verhalten können so vielfältig sein. Zuletzt ist es ja auch möglich, dass Du z.B. einfach ein dünnhäutiger, hochsensibler Charakter bist. In Krankheitsbildern wir AD(H)S, Asperger-Syndrom oder Autismus lässt sich dieses Merkmal sehr gut beobachten. Und auch fernab von Krankheiten gibt es eben einfach herzensgute Menschen, die gern helfen würden, aber zu empfindsam sind, die sozial schnell verunsichert sind und sich in der Gegenwart anderer nicht wohl fühlen. Innerhalb dieser Gruppen taucht häufiger als anderswo übrigens auch überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit oder Hochbegabung auf. Dieser Gedanke kam mir bei Dir, da Du ausgezeichnete intellektuelle Leistungen erbracht hast. Um zu Deinen Fragen Stellung zu nehmen: An Deiner Stelle würde ich mir das mit dem neuen Beruf überlegen, denn dem Kernproblem entgehst Du auch mit einem neuen Berufsbild nicht. Solltest Du z.B. aus einer psychischen Störung heraus so introvertiert sein, so ist Deine Schüchternheit oder "Steifheit" ein Symptom und verschwindet, sobald das Krankheitsbild erkannt und behandelt wird. Erst danach würde ich entscheiden, ob Du wirklich einen anderen Beruf erlernen möchtest. Der Wunsch, anderen zu helfen, kann auch ein Indikator dafür sein, von eigenen Bedürfnissen abzulenken. Es ist leichter, sich Befriedigung über andere zu verschaffen. Allerdings macht man sich dadurch auch abhängig von der Meinung anderer und neigt je nach Motivation dazu, bis zur Erschöpfung nach "Gegenliebe" zu lechzen. Darum ist es schwer zu sagen, warum Dich ein Bürojob nun langweilt. Weil "langweilt mich" leichter über die Lippen geht als "überfordert mich, weil alle was von einem wollen, man festgenagelt ist, etc."? Am Ende bist Du halt einfach nicht der Mensch für einen Büroalltag. Aber gleichzeitig stehen noch einige Baustellen im Weg, um der Mensch für den Soziale-Arbeit-Alltag zu sein. Das kann für Dich auch eine riesige Triebfeder bedeuten  Ich drück die Daumen für Dich, danke für das Teilen Deiner Gedanken! Amily
_________________ Die Welt an sich hat keinen Sinn, erst der handelnde Mensch verleiht ihn ihr. (A. Camus)
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AnB79
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 06.Dez.2011, 19:37 |
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Registriert: 10.Jun.2011, 10:04 Beiträge: 27
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Hallo,
eure Antworten haben mich zum Nachdenken gebracht.
Von einer Ex-Studien-Kollegin habe ich gehört, dass es in meinem Nachbarort einen Tierarzt gibt, der einen Assistenten sucht. Dieser soll wohl auch kein Problem damit haben, jemanden zu nehmen, der noch nicht viel kann.
Jetzt habe ich mich gefragt, ob ich es da nochmal wagen sollte. Das wäre sehr wahrscheinlich ein Teilzeit-Job. Und ich frage mich, ob ich es vielleicht schaffe, wenn ich erstmal nur 20-30 Std. die Woche arbeite. Wenn ich mich sozusagen langsam an die Menschen gewöhne. Denn ich ertappe mich schon dabei - jetzt wo ich nachmittags vorm TV sitze und Sendungen wie "menschen-tiere-doktoren" auf vox gucke, dass ich es vom Thema her sehr spannend finde. Von daher ist Tierarzt einfach mein Traumberuf. Wenn nur die Menschen nicht wären.
Und jetzt überlege ich auch: Wenn ich mich da bewerbe...an welcher Stelle würdet ihr eure Probleme ansprechen? Bei mir gehts vor allem auch darum, dass ich, wenn mir jemand auf die Finger guckt - besonders am Anfang - stark zittere. Und ich weiß, dass ich noch verklemmter bin und mich nicht konzentrieren kann, wenn ich denken muss: "Oh Gott, gleich sieht er, wie ich zitter." Ich habe das Bedürfnis, das zu klären, bevor er das erste Mal guckt, wie ich mich anstelle (bei einem Probearbeitstag z. B.). Ich fühle mich dann nicht mehr so unter Druck.
Versteht ihr, was ich meine? Wie mache ich das am Besten? Glaubt ihr überhaupt, dass das der richtige Weg ist?
Lg a.
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GastB
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 06.Dez.2011, 19:48 |
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Registriert: 30.Jan.2008, 01:18 Beiträge: 5412
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Zitat: Die Ursache für das sozial-vermeindende Verhalten können so vielfältig sein. Zuletzt ist es ja auch möglich, dass Du z.B. einfach ein dünnhäutiger, hochsensibler Charakter bist. In Krankheitsbildern wir AD(H)S, Asperger-Syndrom oder Autismus lässt sich dieses Merkmal sehr gut beobachten. Und auch fernab von Krankheiten gibt es eben einfach herzensgute Menschen, die gern helfen würden, aber zu empfindsam sind, die sozial schnell verunsichert sind und sich in der Gegenwart anderer nicht wohl fühlen. Innerhalb dieser Gruppen taucht häufiger als anderswo übrigens auch überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit oder Hochbegabung auf. Dieser Gedanke kam mir bei Dir, da Du ausgezeichnete intellektuelle Leistungen erbracht hast. Dieselben Gedanken hatte ich auch. Aber was ich nicht verstehe: Ein Humanmediziner braucht keinen Doktortitel, um eine eigene Praxis führen zu können. Dann sollte doch ein Tierarzt erst recht keinen brauchen?  Google doch mal "tierarzt ohne doktortitel" - da findest du viele Aiussagen dazu. Wofür brauchst du diesen Titel? Außerdem: Es gibt viele Institutionen, die Promotionsstipendien vergeben. Hast du dich da mal umgeschaut?
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AnB79
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 06.Dez.2011, 21:33 |
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Registriert: 10.Jun.2011, 10:04 Beiträge: 27
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nein, in der Praxis braucht man den Dr.-Titel auch nicht. Deswegen ist das ja momentan so ziemlich das einzige, was ich beruflich mit meinem Studium machen kann. Aber da hab ich eben gezwungenermaßen Menschenkontakt.
Wenn ich aber in die medizinische Forschung will, dann brauche ich den Dr.-Titel. Das ist sozusagen ein "offenes Geheimnis" und steht auch in jeder Stellenanzeige.
Um Stipendien habe ich mich vor einem Jahr sehr bemüht. Da ich aber kein politisches/soziales/kirchliches Engagement vorweisen kann (was aber ja auch wieder mit meinem Problem mit dem Umgang mit Menschen zusammenhängt), habe ich da keine Chance. Ein anderer Grund ist, dass solche Stipendien meist nur an Menschen, die jünger als 30 Jahre sind, vergeben werden oder eben so gering sind, dass sie mir auch nichts bringen.
Lg a.
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han123
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Betreff des Beitrags: Re: Probleme mit Menschen. Trotzdem "Helfersyndrom" Verfasst: 06.Dez.2011, 21:40 |
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Registriert: 17.Okt.2011, 21:27 Beiträge: 88
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Wenn da ein Tierarzt in der Nähe ist, der jemanden für eine Teilzeitstelle sucht, dann würde ich mich da mal hinterklemmen und sogar persönlich mal vorbeischauen und dich direkt vorstellen. Im gespräch kannst Du dein Problem auch direkt anschneiden und sehen, wie er reagiert. Das ist auf alle Fälle besser, als wenn Du das in einer schriftlichen Bewerbung schreibst und dein Gegenüber dann dich vielleicht sofort in Ablage P packt. Versuchen würde ich es zumindest und wenn Du eine Absage bekommst, dann weißt Du jedenfalls, dass Du es probiert hast. Naja und was Stipendien angeht.. Ich hab damals Jugendleiter in der Kirche gemacht und war auch noch sowas wie ein Pfadfinderonkel bei den kleinen.. Ich hab damals auch kein Stipendium fürs Studium bekommen und konnte es dann irgendwann knicken... Was ich damit sagen will, selbst ohne deine Probleme mit Menschen hast Du da kaum eine Chance... Man braucht Vitamin B sonst wird das nie was Ich drück Dir aber die Daumen, dass Du was bei dem Tierarzt erreichst.
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