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 Betreff des Beitrags: Schulden, Ärger in Familie, Depressionen, Lebensmüdigkeit
BeitragVerfasst: 09.Mai.2011, 08:19 
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Registriert: 11.Dez.2009, 11:51
Beiträge: 45
Wohnort: Bonn
Hallo liebe Forengemeinde!

Ich habe heute Nacht einen fetten "Bock abgeschossen".

Wie es dazu kam:
Ich habe Schulden. Leider inzwischen so schlimm dass schon allerhand gelbe Briefe ins Haus geflattert sind. Meine Eltern haben mir schon einmal aus den Schulden geholfen und ich musste hoch und heilig schwören dass mir das nie wieder passiert. Dieses Versprechen habe ich gebrochen. Nicht weil ich zuviel einkaufe etc., sondern weil ich als studentische Hilfskraft nicht wirklich viel verdiene und sich bei mir sehr oft die Frage stellt: "Rechnungen begleichen oder etwas zu Essen kaufen?!"
Meine erneute Verschuldung habe ich aus Angst vor der Reaktion meiner Eltern natürlich verschwiegen.

Gestern stand ein Familienbrunch an und meine Eltern holten mich von zu Hause ab. Als meine Stiefmutter vor meiner Tür wartete zog sie ein Prospekt aus meinem Briefkasten, sah einen solchen gelben Brief vom Amtsgericht durchblitzen und leerte diesen. Es gab natürlich sofort ärger und sie tat ihre Enttäuschung kund. Ich spielte alles herunter und behauptete ich hätte genug Geld um meine Rechnung direkt heute Morgen zu begleichen.

Der "Bock":
Ich hab mich so in meine Wut über meine Stiefmutter (und andere Differenzen), dass sie an meine Post geht und über mein eigenes Versagen reingesteigert dass ich total hysterisch und heulend heute Nacht meine Großmutter mütterlicherseits gebeten habe mich zurück zu rufen... Da mein Festnetz aber zur Zeit gesperrt ist weil ich auch diese Rechnung lange nicht begleichen konnte kann man mich offensichtlich nicht mehr übers Festnetz erreichen.

Meine Oma wollte dann auf meinem Handy anrufen, hatte aber noch meine alte Nummer die meine Stiefmutter übernommen hat und hat so meine Eltern aus dem Bett geklingelt.
Mein Vater rief mich daraufhin an und ich habe glucksend irgendwelches Zeugs gebrabbelt. Mein Vater gab mir zu verstehen dass er mich nun für vollkommen irre hielte und mir nicht mehr helfen würde. Ich behauptete dass ich das eh alleine schaffen will. Er befahl mir meine Großmutter anzurufen und die Sache aufzuklären. Dadurch noch mehr in rage rief ich meine Oma wieder an, aber anstatt die Sache auf sich beruhen zu lassen schimpfte ich wie verrückt über meine Eltern, weinte und war nicht mehr zu beruhigen. Dann versagte mein Handyguthaben und ich ließ meine Großeltern also mitten im Gespräch "zurück". Was danach noch bei meinen Eltern oder Großeltern geschah- ich weiß es nicht.

Ich bin also die ganze Nacht wachgeblieben und habe mir ausgemalt wie es sei, nicht mehr unter den Leben zu weilen. Und hätte ich gewusst wie, bzw. eine bombensichere Methode gehabt, würde ich nun diesen Text nicht mehr verfassen können. Sogar einen Abschiedsbrief habe ich schon verfasst der meinen winzigen Nachlass regeln sollte. Diesen habe ich inzwischen aber wieder zerissen. Wenn den jemand findet, wäre mein Unglück perfekt! Auch jetzt habe ich den sehnlichen Wunsch entweder "unterzutauchen", was unmöglich ist oder mir das Leben zu nehmen, was ebenso wenig in Frage kommt. Denn vor der Umsetzung habe ich Angst. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll... :sad

Ich war bereits u.a. wegen lebensmüden Gedanken und Depressionen in einer psychiatrischen Klinik, was meinen Eltern auch sehr missfiel. Sie verstehen es nicht wie man sein Leben so sehr in den Sand setzen kann. Weil sie es einfach nicht kennen...
Inzwischen bin ich nur noch in ambulanter Psychotherapie.

Ich habe das Gefühl niemandem mehr unter die Augen treten zu können und auch mein Schuldenproblem sitzt mir jede Sekunde im Nacken!

Am liebsten würde ich wieder in eine Klinik gehen. Dort habe ich mich gut aufgehoben gefühlt. Dies würde aber auch bedeuten dass ich meinen Job verliere und wahrscheinlich auch den winzigen Rest der Zuneigung meiner Eltern für mich.

Leider kann ich es nur nochmal wiederholen: Ich weiß nicht mehr was ich machen soll! Dass ihr das natürlich für mich auch nicht beantworten könnt ist klar, aber vielleicht ist es ja jemandem mal ähnlich ergangen wie mir und hat sich wieder aus dem Sumpf rauswuseln können... Eine Anleitung zum Suizid suche ich natürlich auch nicht. Ich möchte doch eigentlich in die andere Richtung gehen...

Traurige Grüße,
Ira


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 Betreff des Beitrags: Re: Schulden, Ärger in Familie, Depressionen, Lebensmüdigkeit
BeitragVerfasst: 10.Mai.2011, 20:04 
Hallo Ira,
da hast du wirklich einen Bock geschossen!
Ich möchte nun nicht als Moralapostel daher kommen, doch ich empfinde deine Überlegungen sich aus dem Leben zu schleichen oder in die Klinik zu gehen als eine "Flucht nach hinten". Nun stehe zu deinem Bock, und sei erwachsen genug um nach Lösungen zu suchen.
Als erstes würde ich z.B. eine Schuldnerberatung aufsuchen, dann überlegen ob evt. ein anderer Job mit mehr Lohn in Betracht gezogen werden kann. Außerdem sollte die Überlegung kommen, wie du die Eltern wieder Handzahm bekommen könntest, die Oma beruhigen und über deine Überreaktion sprechen.
Du solltest nochmals ernsthaft über eine Therapie nachdenken, und dabei neben der Depression und Suizidgedanken auch das abnabeln von den Eltern bearbeiten. Du bist erwachsen, und für dein Leben ganz alleine verantwortlich, egal was kommen mag...
Deine Eltern "müssen" dich nicht verstehen, aber du kannst lernen das Unverständnis deiner Eltern zu respektieren.
Und wenn du die finanziellen Probleme alleine bewältigt hast, steigt auch dein Ansehen vor DIR selbst, und ganz nebenbei bei deinen Eltern.


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