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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 12:39 
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Registriert: 19.Apr.2009, 17:24
Beiträge: 61
Wohnort: Osnabrück
boah sorry,ich sehe gerade,dass ich beim zitieren ständig was falsch gemacht habe!!! :D

_________________
....Und wer geliebt wird,der braucht nicht vollkommen zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 13:08 
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Registriert: 04.Jan.2012, 11:54
Beiträge: 77
Wohnort: Baden-Württemberg
Oh das kenne ich. Mir geht es mit meinen Eltern da nicht anders. Mein Bruder wurde täglich geschlagen, gegen die Wand geschleudert, er musste sich als Kind selber als Arschloch titulieren, musste mit blauen Augen, geschwollener Lippe zur Schule (Ist natürlich hingefallen jaja), ich als kleiner Bruder konnte nur zusehen, kaum machte ich mit 14 meinen Mund auf war komischerweise Jeder gegen mich! Sie sagten "Ist doch gut jetzt, Alles vergessen und vergeben"

Ich kenne diese Gefühle. Oh ja und da gehe ich lieber nicht näher darauf ein weil es wirklich im wahrstem Sinne des Wortes die Hölle sein kann.

Ich habe meinen Eltern oft genug die Meinung gesagt. Ich bin so durchgedreht dass Sie sogar umgezogen sind. Ich hab´s total rausgelassen, aber hat sich was geändert? GAR NICHTS!

Ich hatte meine Eltern 4 Jahre nicht mehr gesehen, bin diese Weihnachten zu Ihnen aber ich kann Sie nicht mehr sehen. Ich muss meinen Frieden damit machen, muss einen Schlussstrich ziehen. Im Grunde ist es wie Urlaub von Ihnen weg zu sein es ist das Beste was ich machen kann. Leider muss ich so wohl einen Grossteil meiner Familie "verlassen" (Auch mein Bruder übergibt meinem Vater seine Kinder, besucht Sie jeden 3ten Tag usw was ich gar nicht fassen kann).

Aber was soll´s? Ich glaube man muss nur akzeptieren können dass das Leben auch wirklich miess sein kann und es keinen gott gibt der dort irgendwelche Wunder wirkt. Klar tut es den Gläubigen weh zu erkennen "Man Gott kann nicht mal dort was ändern" aber es ist die Wahrheit und damit muss und will ich ehrlich gesagt auch leben.

Im Leben muss man im ist wühlen sollen schöne Pilze darauf wachsen. Akzeptiere es irgendwie auf eine Weise die dir liegt dann kommst du von Ihnen los denke ich. Ich bin der festen Überzeugung meine Eltern und einige aus meiner Familie diese Weihnachten das letzte Mal gesehen zu haben. Es tut weh aber das akzeptiere ich gerne.

Liebe Grüsse :P


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 19:06 
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Registriert: 30.Jan.2008, 01:18
Beiträge: 5399
@ AQDAE2Y

Hört sich ja auch schlimm an, was du über deine Jugend und Familie erzählst. :shock:
AQDAE2Y hat geschrieben:
Akzeptiere es irgendwie auf eine Weise die dir liegt dann kommst du von Ihnen los denke ich. Ich bin der festen Überzeugung meine Eltern und einige aus meiner Familie diese Weihnachten das letzte Mal gesehen zu haben. Es tut weh aber das akzeptiere ich gerne.
Mit anderen Worten: Du hast ihnen nicht "verziehen" und meinst auch nicht, dass das unbedingt nötig ist?


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 21:30 
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Registriert: 04.Jan.2012, 11:54
Beiträge: 77
Wohnort: Baden-Württemberg
GastB hat geschrieben:
@ AQDAE2Y

Mit anderen Worten: Du hast ihnen nicht "verziehen" und meinst auch nicht, dass das unbedingt nötig ist?[/quote]

Es ist so dass es einfach nicht möglich ist. Nötig vielleicht, aber wie soll man jemandem verzeihen können der es nie einsieht, der sich rauslügt und leugnet und Anderen die Schuld in die Schuhe schiebt und so tut als wäre nichts geschehen.
Man kann mit Ihnen nicht darüber reden und ich versuch es gar nicht erst wieder.
Einem Menschen verzeihen der meint nichts getan zu haben? Wie denn? :stirn

Es ist nicht leicht das zu akzeptieren glaube mir, und es ist ein riesiges Problem dieses hin- und hergerissen sein, nicht zu wissen was man machen soll. Irgendwann sagt man einfach "Gott, ihr habt Schuld an der Sache, mir reicht es nun wirklich mit eurem rumgetue"

Irgendwann ist der Ofen aus. Die Menschen haben oft genug weggesehen wenn Verbrechen passiert sind. Soll das ewig so weitergehen und soll man sich auch noch wie ein guter Mensch dabei fühlen wenn man wegsieht und alle Verbrechen verzeiht?

Das geht nicht.

Manchmal gibt es einfach nur noch den Rücken kehren :stirn Niemand hat gesagt dass es leicht ist aber eine andere Lösung sehe ich persönlich bei meinem Problem nicht mehr und bei Mara29 scheint es noch um ein Vielfaches krasser zu sein.
Da gibt es auch keine "Heile Welt" mehr, Irgendwann ist es vorbei.

Das harte ist eben wenn man nicht davon loskommt. Weil man irgendwie noch an der Familie hängt, aus welchen Gründen auch immer. Das ist ein grosses PProblem kann ich dir sagen.

Aber ich habe gelernt den Schmerz zu akzeptieren, ihn wieder und wieder zu durchleben damit ich wieder Klarheit bekomme und Sicherheit in dem Bestreben solche Menschen nicht wieder sehen zu wollen. Ich persönlich muss da immer wieder durch. Leider, aber es geht eben nicht anders und ist schon besser so. :?


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 22:01 
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Registriert: 30.Jan.2008, 01:18
Beiträge: 5399
@ AQDAE2Y

Ich hoffe, du hast meine Rückfrage nicht als Vorwurf oder Anspruch verstanden. Ich bin ja deiner Meinung, und so ist auch meine persönliche Erfahrung.

Ich wollte es nur für Mara klarstellen. Denn sie stellt offenbar an sich den Anspruch, unbedingt erst zu verzeihen, bevor sie loslassen kann (und will). Ich halte diesen Anspruch für zu hoch.

Ich kann nicht verzeihen und so tun, als ob nichts wäre, solange der/die andere überhaupt kein Einsehen zeigt. Ich kann höchstens lernen, die Achseln zu zucken und abzuhaken. Solange ich diese Person nicht sehe. Wenn ich sie sehen muss, bin ich abweisend. Da kann ich nicht anders, bzw. will ich auch nicht. Auch wenn ich mir eine heile Welt wünsche.


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 22:09 
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Registriert: 04.Jan.2012, 11:54
Beiträge: 77
Wohnort: Baden-Württemberg
GastB hat geschrieben:
@ AQDAE2Y

Ich hoffe, du hast meine Rückfrage nicht als Vorwurf oder Anspruch verstanden. Ich bin ja deiner Meinung, und so ist auch meine persönliche Erfahrung.


Doch hab ich :D Ich dachte "oje der ist sicher Pfarrer oder so ne Esotante" :D

Ansonsten gebe ich dir voll und ganz Recht. Nur eben ist es bei der Familie so, dass ihre Stimmen tief sitzen. Da kann man nicht immer die Schulter zucken oder sich kratzen wie ein Hund der eben Flöhe hat. Das geht leider etwas Tiefer, aber wenn man den Mut hat dieses Tiefe zu akzeptieren, sei es Schmerz oder Angst oder sonst was, dann hat man auch den Mut zu seiner Entscheidung zu stehen. Das ist es was ich meine und was mir selber über den Berg hilft wo ich die Stimmen meiner Familie dann nicht mehr höre.

So zumindest ist es bei mir. Wenn ich den Stimmen, dem Schmerz nachgehe höre ich auch wieder diese Lügen, diese Heuchelei und dann weiss ich wieder was Sache ist. Wie ne kalte Dusche, wer da nur mit den Schultern zucken kann muss schon abgebrüht sein :?


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 04.Jan.2012, 23:17 
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Registriert: 14.Dez.2011, 12:51
Beiträge: 133
Was mich an mir selber schon lange zum Thema "verzeihen" nervt ist folgenes:

Jemand verletzt mich mehr oder weniger heftig.

Ich bin verletzt, traurig, am Boden zerstört, fühle mich gedemütigt, hege Rachegefühle.

Spätestens nach ein paar Tagen, hat sich mein aufgebrachtes Gemüt wieder beruhigt und ich fange an nachzudenken, WARUM der/die mir das angetan hat.

Und dann fällt mir oft auf, das der "Täter" auch ein "Opfer" ist, oder was es nicht leichter macht, das ich nicht nur "Opfer" sondern vielleicht sogar auch direkt oder indirekt der "Täter" bin.
So nach dem Motto, der/die Arme kann ja garnichts dafür, ist ja so arm an Geist und sozialer Kompetenz und ich habe auch wieder mal nicht aufgepasst oder mich Fehlverhalten.
In diesem Moment meiner Erkenntnis kommt sofort das Gefühl des "Verzeihens" in mir hoch, obwohl ich das garnicht immer will, weil dadurch in mir dann relativ schnell das Gefühl des "Verloren habens" hochsteigt.

Durch MEIN voreiliges und bestimmt oft auch nicht angebrachtes "inneres Verzeihen",
kann der "Mistkerl" mich immer wieder verletzen, und eine Entschuldigung ist dann ja auch nicht mehr nötig.

ICH habe ja verstanden und verziehen. :stirn

Hat vielleicht jemand von euch für dieses Problem nen Tipp für mich?

Ach ja, und ich spreche nicht von kapitalen Verletzungen die für mich sowieso nicht zu verzeihen wären, es sind eher die täglichen Gemeinheiten die einem so im Umgang mit Familie oder Arbeitskollegen passieren.

Danke schon mal.
Cerbi


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 05.Jan.2012, 11:11 
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Registriert: 04.Jan.2012, 11:54
Beiträge: 77
Wohnort: Baden-Württemberg
@Cerberus.

Du hast das Problem perfekt geschildert. Solche Situationen kenne ich nur zu gut.

Du musst den Mut aufbringen den "Schmerz" einer "Verletzung" auf dich zu nehmen, dann fängt dein Inneres auch an zu kämpfen.

Ich denke nämlich das Problem ist dass wir immer meinen wir könnten frei aller Probleme werden durch irgendwelche Therapien, Medikamente oder einer Religion etc. Das ist aber falsch meiner Meinung nach. Wichtiger ist den Schmerz heranlassen zu können, ihn zu begreiffen und zu erfassen, denn er kommt ganz sicher irgendwann wieder und unser Inneres weiss das ganz genau und läaat es von daher nicht zu wenn wir dem Schmerz davonrennen.

Kurz und Knapp: Schau der Realität in´s Auge wie es ist, wer die Augen zumacht sieht den bösen Wolf nicht auf sich zurennen.

Viele Menschen sagen "Ach wie schön das Leben sein kann" ich persönlich aber sage "Zum Glück weiss ich wie beschissen das Leben sein kann". Das sind 2 sehr verschiedene paar Schuhe, mit der Ausnahme dass ich mich auch relativ gut dabei fühle bei dem was ich sage und mir der erste Satz eher wie Wunschdenken vorkommt.
Es ist sehr wahrscheinlich dass du zur Kathegorie des ersten Satzes gehörst "Wie schön das Leben sein kann" und von dem her eher verzeihst um dieser Einstellung auch gerecht zu werden.

Also ich bin auch kein Dauerpessimist, natürlich kann das Leben auch sehr schön sein, aber es gibt eben doch sehr viele Ausnahmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: nicht loslassen und nicht verzeihen können..
BeitragVerfasst: 22.Jan.2012, 14:34 
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Registriert: 21.Jan.2012, 13:16
Beiträge: 24
Also, ich kann hier jetzt ja nur für mich sprechen bzw. schreiben. Meine Mutter hat mich rausgeschmissen als ich 17 war. Klar, wir hatten uns seit Beginn meiner Pubertät fast nur noch gestritten und uns wohl mehr und mehr auseinander gelebt( geht das überhaupt bei Mutter und Tochter?) Aber ich weiß nicht wie ichs anders beschreiben soll. Bin übrigens bei meiner Mutter aufgewachsen, da meine Eltern sich haben scheiden lassen als ich noch nen Baby war, da mein Vater Alkoholiker ist.

Anfangs hab ich meine Mutter gehasst, weil sie mich rausgeschmissen hat, weil sie nie für mich da war, mir vieles verboten hatte... dennoch war sie bis dahin meine einzige Familie, seit meine Oma gestorben war.

Heute bin ich 36 und nach nem 3 wöchigen Kuraufenthalt und ner 2jährigen Therapie vor nen paar Jahren hab ichs geschafft loszulassen und mit meiner Vergangenheit abzuschließen. Zuvor hab ich auch jahrelang gekämpft, bin durch die Hölle gegangen, war essgestört, da ich immer alles in mich reinfressen hatte, war irgendwann mein Hunger weg und ich hatte mehr oder weniger aufgehört zu essen.

Und heute kann ich endlich sagen, ich habs geschafft! :) Ich hasse meine Mutter nicht und trage ihr nichts nach, denn es gibt nichts zu verzeihen. Sie hat das getan was sie tun musste und ich tat was ich tun musste. Und es war richtig ins Heim zu kommen, denn sonst hätten wir uns irgendwann die Köpfe eingeschlagen! :x Heute hab ich nur sporadisch Kontakt zu meiner Mutter, was aber auch nen Grund hat. Sie hat ihr Leben nie auf die Reihe bekommen und wenn mir jetzt wieder den Kontakt hätten würde sie mich wenn auch ungewollt mit runterziehen und da hab ich kein Bock drauf!

Natürlich ist es immer schade, wenn es so ist, aber für mich ist das Richtige, denn hab kaum Bezug zu meiner Mutter und will es auch gar nicht haben. Ich kann gut damit leben! :D

Ich glaube aber was nicht loslassen und nicht verzeihen können angeht, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es kommt immer drauf an was passiert ist, wie man damit umgeht, jeder Mensch da halt anders. Man kann eigentlich nur das Beste hoffen und sich Hilfe suchen.


LG


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