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Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 06.Aug.2010, 17:23 
Warum lebe ich? Diese Frage stelle ich mir jeden Morgen bereits beim Aufstehen. Ich habe die 30 überschritten, hatte noch nie eine Freundin und es sieht nicht danach aus, dass ich jemals eine haben werde. Ich habe auch keine Freunde, keine Bekannten mit denen ich etwas unternehmen könnte und ehrlichgesagt hatte ich da auch noch nie wirklich welche. Ich wohne alleine, mit meiner Familie habe ich kaum noch Kontakt.

Wenn schönes Wetter ist, bin ich relativ viel draußen unterwegs und mache eben, was man alleine so machen kann: Fahrrad fahren, spazieren gehen, in der Stadt rumbummeln. Nur laufen die Leute alle für sich und ich wüsste nicht, wie ich da jemanden kennen lernen könnte. Ich bin auch leider der eher ruhigere Typ, d.h. ich hab erstens schon mal Schwierigkeiten auf andere zuzugehen, zweitens sehen die Leute generell keinen Bedarf, sich mit einem zurückhaltenden Typen zu arrangieren und drittens, haben die Frauen grundsätzlich kein Interesse an einem notorischen Einzelgänger.

Ich bin vollkommen hilflos, was meine Lage anbelangt und auch sehr verzweifelt und unglücklich. Aktuell bin ich auch (mal wieder) auf einer Singleseite angemeldet. Aber in drei Wochen kam kein einziger Kontakt zustande. Was mich nicht (mehr) überrascht, da auf anderen Kennenlern-Communities mit mehreren Monaten, bzw. Jahren, Mitgliedschaft meine Erfolgsquote auch praktisch null war.

Mit Discos und lauten Bars und Kneipen kann ich überhaupt nichts anfangen. In derartigen Umgebungen fühle ich mich äußerst unwohl. Ich kann da auch nicht „aus mir raus gehen“. Erstens, weil Abtanzen und die Hemmungen verlieren alleine doof ist und zweitens, weil ich überhaupt nicht der Typ für so was bin.

Entsprechend in die Hose ging auch der Tanzkurs, den ich mal versucht habe. Ich habe in solchen Kreisen einfach nichts verloren. Kurse an der VHS mögen eine gute Idee sein, aber ich scheine unfähig zu sein, mich in größeren Gruppen (mehr als 2-3 Leute) unterhalten zu können und mich einzubringen. Ich bin leider nicht besonders eloquent. Im Grunde sitze ich eigentlich immer nur da und kucke und versuche wenigstens einigermaßen halbwegs interessiert zu wirken.

Mein Leben besteht darin, dass ich mich jeden Tag in die Arbeit hangle und das ich die Restzeit ungewollt alleine vor mich hinbrödle. Kurzum, es macht keinen Sinn. Nur was soll ich tun???


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 06.Aug.2010, 17:34 
Offline

Registriert: 05.Aug.2010, 17:36
Beiträge: 71
Wohnort: südliches Südbaden
Hmmm...das klingt nach einer ziemlich verfahrenen Situation. Aber es ist gut, das du dich schon mal hierher "verirrt" hast:)

Ich gehe auch fast auf die 50 zu, bin nun schon 36, und auch ich bin nicht der Typ für Discos und ähnliches. Da ich körperlich auch eher zum Waschbärbauch neige (das reicht für 2 Waschbären), ist auch das Thema Frauen nicht grad eine Welle der Ekstase in meinem Leben^^

Aber ich habe gute Freunde, ich habe Kollegen, und bin auch im Moment heftig am flirten.

Was ich mich frage ist: Was kannst du ändern, um da raus zu kommen?

Das ist aus der Entfernung sehr schwer zu sagen. Inwiefern könnten dir Hobbys weiterhelfen? Evtl hier im Forum nach gleichgesinnten in deiner Nähe suchen. Versuch ein wenig aus dir raus zu kommen, ich weiß, das ist leicht gesagt, aber vielleicht kann dir dazu jemand hier auch noch gute Tips geben.

Gib dich nicht auf, arbeite drann:)


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 06.Aug.2010, 21:55 
Offline

Registriert: 09.Jun.2010, 19:55
Beiträge: 855
hallo,
wenn du alleine weggehst, lernst du keine frau kennen.
vielleicht ein paar freunde, aber keine frau.

gehe doch in irgendeinen verein erstmal.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 14:10 
Das man beim alleine weg gehen Freunde kennenlernt, wär mir neu. Früher bin ich am Wochenende immer alleine weg gegangen (weil ist ja WE, muss man ja :crazy ). Ich steh (bzw. stand) da aber immer nur alleine in der Ecke rum und hab gekuckt. Ich kann nicht reden, ich kann nicht auf andere zugehen und vor allem, ich pass nicht rein. Die Leute sind so anders als ich, vor allem in der Disco und Bars. Im Verein stellt sich leider auch das Problem, dass ich nicht reden kann. Bin zu dumm dafür. Alleine schaff ich es nicht, mein Problem zu lösen, aber das mir dabei jemand hilft und mich irgendwo eingliedert, darauf kann ich lange warten. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob ich einen Waschbärbauch habe oder nicht. Weiß selber nicht, wie ich das die ganze Zeit aushalte. Ich kenne es praktisch nicht anders. Ich war schon immer alleine, nie Freunde oder Bekannte, nie jemanden zum irgendwas unternehmen, nie jemanden, der mich besucht. Ok, hab mich ein paar mal mit irgendwelchen aus dem Internet getroffen, aber das waren Verzweiflungstaten. Über mehr als ein Treffen ging es normalerweise nie hinaus und es war eigentlich immer nur für die Katz, weil es ganz einfach nie gepasst hat. Für mich scheint es nur Ausgrenzung und ewige Einsamkeit zu geben. Ich möchte ja die Hoffnung noch nicht aufgeben, auch wenn das dümmlich wirkt, wenn man ja ganz offensichtlich zum Verlierer des Lebens bestimmt ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 14:59 
Offline

Registriert: 17.Apr.2009, 07:00
Beiträge: 2386
Wohnort: Bayern
Huhu Flip,

Was, außer Tanzen, wäre denn noch etwas das dich interessiert?

Du sagst du bist nicht der Typ für Disco, Party oder Bars. Okay. Wenn man sich wo unwohl fühlt und sich trotzdem hin zwingt hat man meist keinen Erfolg darin interessant oder offen zu wirken weil die Andere einem an der Nasenspitze ansehen dass man da nicht hin gehört.
Aber über Hobbies findet man zumeist leicht Freunde. Und man wird quasi "zwangsweise" integriert, einfach über die Anderen die auf einen zu kommen oder -im Sportverein- über den Trainer der einem eine Rolle und Aufgabe zuweist.
Ich konnte z.B. früher auch nichts mit Disco oder Party anfangen (heute geht's) und war dann eben im Wanderverein, Schützenverein oderTierschutzverein tätig. Das waren zwar nicht DIE typischen Hobbies für Mädels in meinem Alter, aber das is doch wurscht, dafür hat man da seinen Spaß! Eine meiner besten Freundinnen hab ich über den Tierschutzverein kennen gelernt, und im Schützenverein sogar meinen ersten Freund.
Tanzen ist schon mal gelaufen für dich, aber was gäb's denn noch? :)

Gerade als Mann ist man z.B. im Tierschutz super aufgehoben. Bei 95% Frauenquote muss einfach mal eine dabei sein die auf einen steht. Und fürsorgliche engagierte Männer wirken auch noch *--* :wink:


Aufmunternde Grüße,
Bianca

_________________
Time spent wishing is time wasted.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 15:43 
Offline

Registriert: 07.Aug.2010, 07:24
Beiträge: 2
Wohnort: Bremen
@Erdnussflip


Da geht es dir wie mir, nur dass ich schon sehr bald 48 Jahre werde. Ich habe dank meiner narzisstischen Krisen nur sehr wenig Freunde gehabt, die meisten haben mittlerweile dass weite gesucht. Ich war auch niemals fähig eine Beziehung zu führen, hielt oder halte mich an One-Night-Stand oder besuche die käufliche Damenwelt.

Natürlich vermisst man dabei die Zuneigung und Liebe, sehr oft geht es mir deswegen schlecht, und voller Wehmut und Verzweiflung sieht man seine Felle den Fluss herunter treiben. Frage mich seit Jahren was ich falsch gemacht haben könnte, und wenn man etwas findet versucht man es zu ändern. Nichts hat geholfen.

Natürlich bin ich immer um die Häuser gezogen und habe eine Partnerin gesucht, durch meine psychischen Probleme wirke ich unnahbar und unantastbar, und da findet man(n) niemanden. Vereine und Sport habe ich probiert was aber nicht mein Ding war. Ich arbeite wie du sehr viel, gehe gelegentlich mit Kollegen weg, verbringe viel Zeit im Internet. Wenn ich Lust darauf habe und das Wetter mitspielt bin ich mit dem Rad unterwegs, manchmal am Wochenende zum Schwimmen mit meiner Schwester oder Nichte.

Ich habe ein befreundetes Paar zu denen ich Kontakt habe, mal Essen oder Kaffee trinken, eine ältere Dame um die ich mich ein wenig kümmere (Einkauf-Arztbesuch-Kaffee Klatsch), dort kann ich mich auch mal aus heulen wenn es mir schlecht geht. In den Urlaub fahren macht mir alleine keinen Spaß, habe es mal mit einer Gruppe versucht, aber dies war nur Stress. Aus Rasteder Zeit habe ich eine nette Freundin, wir telefonieren sehr oft und besuchen uns manchmal gegenseitig. Auch sie kommt aus ihrer Mausfalle nicht heraus.

So vergeht Tag ein Tag aus, und ehrlich gesagt kann ich dir nichts raten. Zur Therapie, auch Gruppentherapie habe ich kein Interesse mehr, mir reichten die 9 Jahre. Vielleicht werde ich mich irgendwann noch einmal für eine Kur (Psychotherapie) überwinden, angeraten wurde es mir damals in Rastede.

Müsste ich mich an Hand einer Tabelle von 1 bis 10 bewerten käme jeden Tag etwas anderes heraus, eine 9 oder 10 erreiche ich aber nie. Ich freue mich aber über Kleinigkeiten und Gesten, zum Beispiel wenn mein Bruder mich für ein paar Tage besuchen kommt, wir sehen uns nur selten. In dieser kurzen Zeit lache ich mehr als den Rest des Jahres über! Ich kann nur schwer lachen oder mich freuen, deswegen lasse ich auch komplett meine Finger von Alkohol und Drogen. Aber ich rauche sehr viel, teilweise 40 Zigaretten am Tag.

Ich wünsche dir alles gute und hoffe das du bald mal etwas mehr Glück hast.-

Ist jemand aus Bremen hier dann darf er/sie sich gern bei mir melden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 18:47 
Tanzen ist nicht interessant für mich. Ich habe das nur mal versucht, weil mir das als DIE Lösung propagiert worden ist. (Übrigens von einer Therapeutin. Die ging aber nur stur von sich aus, was Ihr gut tut - wie eben die meisten Menschen, wie ich meine.) Das mit dem Verein ist ja eine schöne Idee, aber man wächst da am besten rein (durch andere, z.B. Dorfjugend oder sowas) und platzt nicht wie aus heiterem Himmel als Fremder in eine Gruppe, in der sich alle kennen. So etwas klappt wenn dann nur als extrovertierte Persönlichkeit. Da ich sehr zurückhaltend bin, würde das nicht klappen. Ich spreche da übrigens schon aus Erfahrungen. Wenn überhaupt habe ich nur eine Chance in eine Gruppe dazuzustoßen, in der alle neu sind und man von Grund auf etwas aufbauen kann. Aber selbst da ist es für mich fast unmöglich.

Gruppenurlaub hab ich auch schon versucht, aber musste leider hierbei die Erfahrung machen, dass das eher die "forscheren" Typen sind, die sowas mitmachen. Fühlte mich als lästiger Konkurrent (in Sachen Frauen) und wurde ausgegrenzt bzw auch recht dumm angemacht. (Die Leute waren zu allermeist sehr gebildet, aber das Aggressionspotential war für mich recht erschreckend. Auch wie die Leute untereinander umgingen und anbandelten war für mich eher befremdend.)

ONS praktiziere ich nicht. Zum einen lege ich keinen großen Wert auf so etwas, zum anderen würden mich derartige Frauen sowieso nicht für so etwas aussuchen. Dafür wirke ich viel zu harmlos und wie gesagt, kann ich ja nicht auf andere zugehen bzw mich gekonnt verkaufen. Käufliche Damen kommen für mich auch nicht in Frage. Erstens zu teuer, zweitens fehlt die Zuneigung, drittens graust mir.

Selbst wenn ich mal unter Leute komme, verbocke ich es. Die "gebildeteren" kommen eigentlich immer zu dem Schluss, dass ich mehr oder weniger zurückgeblieben bin. Viele haben Ihre Gestik und Mimik nicht sonderlich gut im Griff, was auch wieder belastend ist für mich. Ich ärgere mich dann auch oft über mich selbst und oft fällt mir im nachhinein ein, was ich hätte besser machen können. Und wenn ich vor lauter Aufregung wieder irgendeinen Stuß brabble, muss ich mich selber fragen, wie weit her es mit mir eigentlich ist.

Was mich nur wundert ist, dass ich anscheinend nicht wie blöd aussehe. Das zeigen mir die Reaktionen von den Leuten, wenn sie mir über den Weg laufen und mich noch nicht kennen. Die Schlußfolgerungen entstehen erst, wenn ich den Mund aufmache.

Mein Leben ist eigentlich nur ein einziger langer Alptraum und Glück ist etwas, das nur anderen passiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 18:54 
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Registriert: 30.Jan.2008, 00:18
Beiträge: 4870
Ich empfinde Partnerschaft als extrem anstrengend. Man/frau muss sich täglich, in der Freizeit stündlich und minütlich am anderen orientieren, muss sich mit ihm/ihr abstimmen, muss über alles mögliche sprechen und diskutieren, was man sonst einfach alleine entscheiden kann. Man muss haufenweise Kompromisse machen, muss Dinge tun, die man eigentlich nicht tun möchte, muss sich zu etwas aufraffen, obwohl man gerade müde und lustlos ist, muss sich andere Klamotten anziehen als wenn man alleine wäre, muss ausgeschlafen und interessiert sein oder wirken, auch wenn man es nicht ist. Muss außerdem im allgemeinen mehr Geld ausgeben als wenn man alleine wäre, weil man mehr essen geht, mehr ausgeht. Muss anrufen. Muss es aushalten, wenn der/die andere nicht anruft, wenn man selber Sehnsucht hat. Und und und. :sad

Ich bringe einfach nicht dir Kraft auf, das alles zu tun. Der Spaß, den die Partnerschaft auch bringt, wiegt das für mich alles einfach nicht auf.
Und deswegen lasse ich es immer wieder sein.

Und ich glaube, dass viele Singles in Wirlichkeit zu bequem oder zu kraftlos für eine Partnerschaft sind und sich das nur nicht eingestehen. :cool:

Zitat:
Da ich sehr zurückhaltend bin, würde das nicht klappen.

Schau mal, du bestehst darauf, "zurückhaltend" als deine Charaktereigenschaft zu behalten; aber wenn du dich "zurück-hältst", musst du dich doch nicht wundern, dass du nicht "an-kommst", oder? :cool: Man muss vorwärts gehen, wenn man irgendwo ankommen will - sowohl im realen als auch im übertragenen Sinne.

Andernfalls wirkt das wie "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Man kann nicht beides haben, sich zurückhalten und irgendwo ankommen. :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 19:03 
Erdnussflip hat geschrieben:
Selbst wenn ich mal unter Leute komme, verbocke ich es. Die "gebildeteren" kommen eigentlich immer zu dem Schluss, dass ich mehr oder weniger zurückgeblieben bin.

Ach, das möchte ich noch ergänzen. Die "ungebildeteren" kommen eigentlich genauso zu dem Schluss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 07.Aug.2010, 19:10 
Offline

Registriert: 05.Aug.2010, 17:36
Beiträge: 71
Wohnort: südliches Südbaden
Ich kann ja nur meine Eindrücke wiedergeben, aber so, wie du hier schreibst und argumentierst, bist du keineswegs ungebildet oder gar zurückgeblieben.

Ich hab das Gefühl, das du ein riesen Problem mit dem Selbstbewusstsein hast.


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