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W.B.
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Betreff des Beitrags: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 06:54 |
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Registriert: 27.Jul.2011, 05:44 Beiträge: 4
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Hallo meine lieben Freunde! Traurig? Einsam? Fühlst dich mehr tot als lebendig, abgeschnitten von dieser Welt, in der jeder jeden hat und scheinbar nur du zum Alleinsein verdammt bist? Und beklagst dein Leben, siehst keinen Ausweg aus diesem heraus, fragst dich, ob du jemals so etwas wie einen Freundeskreis besitzen wirst? Herzlich Willkommen im Club der sensiblen Menschen, jener Sorte Menschen die es eigentlich auf der Welt öfters geben sollte. Da dies aber so nicht ist, befindest du dich in der Gesellschaft der Bekloppten. Ich war lange Zeit sehr einsam, hatte keine Freunde und wenn, dann haben diese "Freunde" mich ausgenutzt und mich im passenden Moment liegen gelassen. Früher war ich stets hilfsbereit, hörte den Leuten aufmerksam zu, half einigen Mitschülern durchs Abi, habe im Zivildienst mich mit einem Einwanderer angefreundet und ihm ebenfalls geholfen nicht abgeschoben zu werden. Der Dank sah dann so aus, dass ich am Wochenende alleine daheim saß und sich für mich niemand, absolut niemand interessierte. Und dann ging's halt los: Fühlte mich schlecht, zweifelte an mir, wollte mich sogar umbringen, dann begann ich diese Gesellschaft zu hassen und am Ende hatte ich eine schwere Depression. Ich war ein Musterschüler. Benehmen war top. Im Zivildienst bekam ich viel Lob für mein gutes Benehmen: Ich sei so erwachsen und so verantwortungsbewusst. Recht schnell merkte ich aber, dass mein gutes Benehmen zu Überstunden führte, während andere Zivis früher gingen oder die Pause mehr als überspannten. Am Ende bekam ich, der Ordentliche und die anderen, die Chaoten, einen feuchten Händedruck und ein Gutschein. Während ich nach Hause ging, erfuhr ich später, dass die anderen feiern waren und zusammen mit den Kollegen, die mich ja so toll und anständig fanden. Während ich nach Hause fuhr, gingen die anderen feiern zusammen mit den Kollegen, die mich so toll und anständig fanden. WTF?Es gibt unzählige Alltagsgeschichten die eine ähnliche Parallele aufweisen. Ist denn der Anständige, derjenige der seine Arbeit ordentlich und fleißig macht, nicht gerade der Erwünschte? Freilich, aber daraus folgt nicht die Ableitung, die ich früher vorgenommen hatte: Strebsam und Fleiß macht dich beliebt und so ergatterst du Freunde. Tatsächlich wurde ich beliebt, aber nur deshalb, weil man so schön die Aufgaben bei mir abladen konnte. Früher hatte ich eine handvoll "Freundinnen" und "Freunde" in der Schule, denen ich gerne geholfen hatte. Ich war bis 16.00 Uhr auch recht beliebt. Gerne ging man zu mir, wenn man mal Mathe nicht gecheckt hat. Und gerne verglich man Hausaufgaben mit mir. Aber sobald der Schulgong ertönte wünschte man mir ein schönes "bis Morgen". Während die Leute am Wochenende feierten, blieb ich daheim. Im Studium setzt sich das Muster fort. Natürlich hab ich ab und zu "vorsichtig" angefragt, ob man nicht was zusammen machen können. In diesem Fall kamen die sonderbarsten Ausreden. Worauf will ich überhaupt hinaus? Kurz und knapp: Alle Einstellungen und Verhaltensweisen (Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Strebsamkeit etc.), die so gerne propagiert, werden in der Gesellschaft gerne gesehen, zugleich möchte man mit solchen Menschen nicht zu tun haben. So ist Sensibilität bei Frauen sehr hoch im Kurs, kaum eine Frau die sich nicht einen einfühlsamen Mann wünscht, aber weil Sensibilität nur selten zur Erregung führt, werden beim Kennenlernen doch andere Merkmale vorgezogen. Die Gesellschaft ist deshalb bekloppt, weil sie erregt werden möchte, weil die Individuen Lust spüren und befriedigt werden wollen. Probleme, die es ohne Zweifel gibt, werden daher veralbert, weggesoffen, weggefickt, weggetanzt, weggekifft etc. Einsame Menschen haben hier Schwierigkeiten. Wir sind deshalb so unangenehm, weil wir unsere Probleme (unter anderem die Einsamkeit selbst) im Blick haben, sie quasi jeden Tag spüren und wir kaum Möglichkeiten haben diese mithilfe anderer Menschen zu verdrängen. Einsame Menschen sprechen über sich, ihren Gefühlen und ihren Problemen, erwarten dann auch, dass andere zuhören, sie vielleicht trösten und in bester Freundschaft Ratschläge geben. Nur gibt es da einen Haken: Die meisten Menschen haben absolut keinen Bock auf Probleme, schon gar nicht auf Probleme von anderen Leuten. Das musste ich unter den Schmerzen der Einsamkeit herausfinden. Ich musste mein Bild "über die Freundschaft" korrigieren und einsehen, dass es Freunde, wie ich sie mir vorstellte (man hält zusammen wie quasi in einer Daily Soap, hält durch dick und dünn), nur selten, in den meisten Leben gar nicht gibt. Freundschaften sind in Zeiten des globalisierten Egoismus höchst fragile und temporäre Gebilde, die nur dann zusammenwachsen, wenn die Basis stimmt. Die Basis können gemeinsame Aktivitäten sein. Kaum einer wird dein Freund aus "Mitleid", weil du so ein schweres Leben hast und du in den Tiefen eines Herzens eine Umarmung wünscht. Freunde gewinnt man, zumindest in meiner Altersstufe, wenn man gemeinsam Sport treibt, "säuft", mit deinen Errungenschaften angibst oder (/bei Frauen beliebt) andere niedermachst und lästerst. Das alles ist sehr bekloppt, aber im Grunde effektiv um seine Alltagsprobleme, die die meisten schon gar nicht mehr lösen wollen (bzw. können), zu verdrängen. Mittlerweile habe ich einen echt großen Freundeskreis und jetzt kommts: Ich werde sogar am Wochenende angerufen  . Aber das hatte auch einen großen Preis. Ich bin nicht mehr der, der ich einmal war. Früher rührte ich kein Alkohol, hasste rauchen und ich behandelte die Frauen mit großen Respekt (Ergebnis: Einsamkeit). Heute? Ich gehe so viel Feiern wie es nur geht, knüpfe oberflächliche Kontakte die ich dann in Facebook zur Schau stelle, trinke Alkohol und benehme mich wie der letzte Depp  , rauche Shisha und bin nicht mehr allzu hilfsbereit. Letztens war ich mit Kollegen weg und brachte den Spruch "Hey, jetzt saufen wir und dann nehmen wir alle Mädchen". Früher hätte ich mich geschämt, aber jetzt? Ich bekam Applaus, sogar Mädels lachten.  Ich schäme mich folgendes zu sagen, ich hätte das früher vehement bestritten, aber der Erfolg gibt mir recht: Je schlechter ich Frauen behandle, desto attraktiver wurde ich. Sex hatte ich erst dann, als ich begann mit dem "Nettsein" aufzuhören. Die Gesellschaft ist recht bekloppt und knallhart auf Lustgewinn aus. Einsame Menschen, also ihr, könnt euch diesem Treiben anschließen oder alleine bleiben. Nur muss man euch irgendwann die Illusion nehmen, dass DIE "Freundin" oder DER "Freund" kommt, der euch aus der Einsamkeit entreißt. Eure Probleme sind eure Probleme und leider interessiert sich kaum einer für Probleme (außer natürlich die Psychotherapeuten). Natürlich ist der Beitrag bisschen überzeichnet und man muss nicht gleich saufen um Freunde zu gewinnen. Leider muss man sich anpassen... was anderes bleibt einen nicht übrig... P.S.: Vielleicht kann ein Moderator den zweiten Thread, den ich unabsichtlich erstellt habe, löschen?
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timeplanet
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 07:21 |
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Registriert: 01.Nov.2007, 16:11 Beiträge: 5
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in vielen Punkten has du Recht......die Gesellschaft ist bekloppt.....aber Einsamkeit ist auch eine Form der Ehrlichkeit.Sich nur anzupassen für Oberflächlichkeiten, sich verbiegen nur um der Gesellschaftsnorm zu entsprechen...da bin ich nir nicht so sicher ob es das ist was wirklich über Einsamkeit hinweghilft. Frag dich mal ob du noch DU bist.... Persönlich würde ich vorziehen dann für immer und ewig allein zu bleiben wenn ich meine Individualität für Oberflächliche Freunde aufgeben müsste.....wer mich mit meinem wirklichen Ich nicht mag.....de braucht mich auch nicht mögen wenn ich ein anderer bin.....
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blauebanane
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 08:27 |
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Registriert: 08.Jul.2011, 20:31 Beiträge: 38
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Wir leben halt mittlerweile in einer reinen Spaß-Gesellschaft. Fun und Party 24 Stunden am Tag und möglichst 7 Tage die Woche. Oberflächlichkeit zählt ! Viele leben, als gäbe es kein Morgen. Wer da nicht mitmacht, ist ein Außenseiter und steht ziemlich alleine da. Das ist schade, aber leider Realität. 
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focus
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 09:56 |
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Und du bist einn teil dieser Geselschaft geworden und ich hofe das diese Geselschaft wert ist das du deine Gesundheit auf"S spiel setz.Ich denke du wirst irgendwan trotzdem anders darüber denken,weil du kannst dich nicht lange für deine Geselschaft verstellen,vor sich selba kann mann nicht laufen.In vielen sachen hast du recht,aber sich anpassen in dem du dich betrinkst und rachust.....
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W.B.
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 10:55 |
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Registriert: 27.Jul.2011, 05:44 Beiträge: 4
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focus hat geschrieben: Und du bist einn teil dieser Geselschaft geworden und ich hofe das diese Geselschaft wert ist das du deine Gesundheit auf"S spiel setz.Ich denke du wirst irgendwan trotzdem anders darüber denken,weil du kannst dich nicht lange für deine Geselschaft verstellen,vor sich selba kann mann nicht laufen.In vielen sachen hast du recht,aber sich anpassen in dem du dich betrinkst und rachust..... Das Glück auf Erden, gibt's nicht zum Schlussverkauf, irgendein Preis muss immer bezahlt werden. Ich befürchte, dass die Einsamkeit, das permanente Unglücklichsein mit sich und seinem Leben zu größeren Schäden führen kann. Wer weiß, hätte ich mich nicht gewandelt, vielleicht würde ich heute wieder darüber nachdenken mir was anzutun? Und vielleicht hätte ich es dann auch getan? Ich weiß es nicht, aber mir gefällt mein Leben ganz gut und ich bin zufrieden. Ich trinke jetzt auch nicht im Übermaß, aber für mich spricht nun nichts mehr ein oder zwei Drinks am Wochenende zu trinken. Gerade weil mir meine Gesundheit wichtig ist, habe ich mich gewandelt. Als ich einsam war, war ich körperlich ein Wrack, kaum Ausdauer, fühlte mich immer erschöpft. Zudem war ich neidisch und irgendwie sauer auf die Welt da draußen und habe der Gesellschaft Oberflächlichkeit vorgeworfen.Von daher kommen mir die Reaktionen bekannt vor und höchstwahrscheinlich hätte ich vor zwei Jahren genauso reagiert. Und klar man muss jetzt nicht rauchen und trinken um Freunde zu gewinnen, aber es gibt viele andere Punkte in den man auf andere zugehen kann. Früher verteufelte ich Sport, aber Sport ist vielmehr als Bewegung, es ist der Aufhänger für eine Freundschaft schlechthin. Hätte mir das nur mal jemand während der Schulzeit gesagt, dann hätte ich dem Fach mehr Beachtung geschenkt  . blauebanane hat geschrieben: Wir leben halt mittlerweile in einer reinen Spaß-Gesellschaft. Fun und Party 24 Stunden am Tag und möglichst 7 Tage die Woche. Oberflächlichkeit zählt ! Viele leben, als gäbe es kein Morgen. Wer da nicht mitmacht, ist ein Außenseiter und steht ziemlich alleine da. Das ist schade, aber leider Realität.  Deshalb ist die Gesellschaft auch bekloppt und bei näherer Betrachtung ist ihr Streben sinnentleert. Doch ich muss dennoch kritisch reingrätschen: Ich denke auch nicht an Morgen. Sicherlich ich habe wage Vorstellungen von meiner Zukunft und auch im Einzelfall recht konkrete Ziele, aber das Wort "Zukunft" spielt nicht mehr die Rolle, wie noch vor einigen Jahren. Ich bin in einigen Sachen nicht mehr so verbissen und versuche wirklich auch mal komplett abzuschalten. Früher hatte das Studium oberste Priorität. Ich hatte zu einem Kommilitonen gesagt, dass ich durch das Studium keine Zeit für eine Freundin hätte.  Mittlerweile versuche ich mehr zu leben und hab auch Mut zur "Lücke". (Hätte ich meine Einstellung nicht geändert, dann müsste ich konsequenterweise sagen, dass ich erst im Rentenalter Zeit für Frauen hab... ein kleinwenig zu spät, nicht wahr  ?) Man muss sich wirklich ein wenig von den Ansprüchen der Leistungsgesellschaft frei machen und seine Erwartungen in menschlichen Beziehungen reduzieren. Als ich angefangen habe regelmäßig wegzugehen ,hatte ich zuerst eine Reihe von losen, eher oberflächlichen Kontakten. Oftmals kannte ich von der Person Name und Handynummer. Menschen waren in der Zeit austauschbar, es gab keine feste emotionale Bindung zu ihnen: Ob sie nun Robert, Sabrina, Lena, David etc. hießen, war ganz egal, denn man hatte mit ihnen den gleichen Spaß. Aber dabei bleibt es nicht. Die losen Kontakte werden nach einiger Zeit immer fester. So wird ein Kommilitone zu einem Kumpel und schließlich der Kumpel zum Freund. Bloß muss man erst von der Oberfläche sich zum Kern bohren. Das dauert und braucht Zeit. Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele einsame Menschen hier, keine Zeit und "Arbeit" in Menschen investieren möchte um von der Oberfläche (Warst du schon im Kinofilm XYZ?) zum Kern (Wie fühlst du dich nach der Trennung ?) zu kommen. Andererseits weiß ich zu gut, dass die Kraft und Mut fahlen kann um aus der Einsamkeit zu entkommen.Und Menschen zwischen 30 - 50 erleben sicher eine andere Qualität der Einsamkeit als die jüngeren. Seid einfach nett zu den Menschen, lächelt und fragt wirklich nach banalen DIngen wie Wetter, Kinofilmen, Hobbies etc. Die zweite Stufe ist dann Sport treiben, feiern oder über andere Leute lästern (der Aufhänger bei Frauen schlechthin). Erst in der dritten Stufe dürft ihr es wagen, ab und zu, wirklich fein dosiert über eure Probleme zu reden.  Mehr aber ist meiner Meinung oft nicht drin.
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Capricorn
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 11:10 |
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Registriert: 26.Dez.2010, 13:31 Beiträge: 551 Wohnort: Bayern
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@W.B.: Die Wahrheit setzt sich früher oder später immer durch! Was hat das mit deinem Posting zu tun? Nun ja. Ich meine, wenn deine frühere Menschenfreundlichkeit tatsächlich deinem innersten Wesen entspricht, dann wird sie sich irgendwann wieder durchsetzen. Und das, was du jetzt machst, ist "nur" eine Phase, weil du (noch) nicht selbstsicher genug warst. Wenn aber deine frühere Menschenfreundlichkeit von Familie und Umfeld anerzogen war, oder du dich so verhalten hast, um Lob und Anerkennung zu bekommen, dein innerstes Wesen aber eigentlich ein "Bruder Leichtfuß" ist, dann - Gratulation! - du bist bei dir angekommen Zudem sagt mir meine Lebenserfahrung, dass so gut wie JEDE/-R irgendwann seelische Trauer, Schmerz, Leiden und Einsamkeit erfährt. Lass mal diese jungen, oberflächlichen Leute heiraten und Kinder in die Welt setzen, was meist passiert EBEN WEIL sie so gedankenlos sind und nicht erkennen, was das für Konsequenzen hat (besonders in dieser Gesellschaft!). Was glaubst du, wie schnell die von ihrem Spaß- und EGO-Tripp runterkommen? Denn auch für die Oberflächlichkeit gilt: "Je höher man steigt, desto tiefer wird der Fall!" - und DAS ist ein Naturgesetz, dem kann kein Mensch entrinnen. Dir jedenfalls alles Gute beim Ankommen bei dir selbst LG Capri Und obendrauf ein kleines Gedicht von meiner "Wenigkeit"  : UND NIEMAND WILL DIR GESELLSCHAFT LEISTEN Du bist einsam Und niemand will dir Gesellschaft leisten Dabei haben sie dich nie richtig kennen gelernt Sich nie ganz auf dich eingelassen Nimm's nicht schwer, Es geht allen Fremden so Was fremd ist macht Angst Und was Angst macht, wird gemieden Betrachte sie ruhig, wenn sie sich abwenden, Ängstlich, auf der Flucht vor dir Und sei nicht traurig, die Zeit wird kommen, Dich ihnen vertraut zu machen Doch noch bist du einsam, Und niemand will dir Gesellschaft leisten Komm, lass dich trösten Komm, lass dich umarmen - Einsamkeit.
_________________ Auch wenn 50 Millionen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit (A.France)
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manitou
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 11:30 |
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Registriert: 04.Jul.2011, 15:31 Beiträge: 145
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Wenn Ihr meine Meinung zum Thema hören wollt, dann ist es die, dass ich ganz oft das Gefühl habe, dass nicht wir die Kranken sind, sondern die Gesellschaft.
Die Gründe würde hier schon so oft erwähnt. Schaltet man dazu die Medien ein oder liest man die Zeitung wird man in seiner Annahme noch bestärkt. Wir sind die "Anderen", weil wir uns nicht nach dieser selbsternannten Norm bewegen und verhalten - wir sind anders, weil wir uns über alles zu viel den Kopf zerbrechen, mehr Angst und Befürchtungen haben. Wir werden für komisch gehalten, weil wir uns mit Dingen nicht nur bis zur Tischkante beschäftigen und ihnen auf den Grund gehen möchten. Das ist dem Normalbürger alles zu anstrengend. Da wo Bequemlichkeit gefördert und Umstände eingedämmt werden können, wird es getan. Denken und Bilden ist out - Unterhalten und Berieseln ist in!
Das, was wir als höchste Tugenden der Menschseins ansehen, spielen in der "normalen" Gesellschaft wenig bis keine Rolle. Wen interessiert es denn, ob Du ehrlich bist oder ehrlich Dein Geld verdienst? Wen interessiert, ob Du fair und hilfsbereit bist - richtig, nur denen, die es wiederum für sich ausnutzen und sich bereichern.
Es sind doch alle nur am Schachern - seit Jahrhunderten. Das wird sich nie ändern und wir werden auf dieser Welt immer die Dummen sein.
_________________ Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?
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GastB
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 11:47 |
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Registriert: 30.Jan.2008, 01:18 Beiträge: 5385
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Was du sagst, W.B., stimmt m.E. zu 90 %. Vor allem das hier trifft auf viele Einsame, auch viele, die hier schreiben, zu: W.B. hat geschrieben: Zudem war ich neidisch und irgendwie sauer auf die Welt da draußen und habe der Gesellschaft Oberflächlichkeit vorgeworfen. Alles hat seinen Preis, und wenn man nicht bereit ist, mit den Wölfen zu heulen, muss man eben ein einsamer Wolf sein. Wo du dir m.E. selbst widersprichst, ist, dass du zuerst dich mit deiner (alten) Einstellung aus der Sicht der anderen als "bekloppt" darstellst (und so sehen die anderen solche Menschen wirklich), dann plötzlich behauptest, die anderen seien bekloppt, die "Gesellschaft" sei bekloppt. Wobei du in dem o.g. Zitat sagst "Früher habe ich der Gesellschaft Oberflächlichkeit vorgeworfen." Es hört sich so an, als würdest du das heute nicht mehr tun. Im weiteren Text tust du aber genau das wieder! Ich meine, das Lustprinzip, nach dem die Menschheit/Gesellschaft lebt, als bekloppt zu bezeichnen, ist bekloppt.  Bzw. es ist noch eine unreife Sichtweise. Denn wenn es das Lustprinzip nicht gäbe und wenn nicht jeder Organismus nach diesem Prinzip gelebt hätte, dann gäbe es uns Menschen überhaupt nicht, und selbst wenn die Natur bis zu uns durchgekommen wäre, wären wir schon längst ausgestorben. Und selbst wenn wir noch nicht ausgestorben wären, wären wir heute noch auf dem Stand der Neandertaler. Denn jedes menschliche Streben, die menschliche Entwicklung, die Fortpflanzung sowieso, beruht darauf, dass die Menschen ein Mehr an Lust, Spaß, Freude und ein Weniger an Problemen, Schmerz, Arbeit angestrebt haben. Das Lustprinzip bzw. Problemvermeidungsprinzip treibt uns immer weiter und hat uns in Deutschland und der übrigen industrialiserten Welt die schick gekachelten Badezimmer, elektrische Rolläden, Aufzüge, Theaterbauten, Sportstadien, Penthäuser, mikroinvasive Operationen und vieles andere mehr beschert. Deswegen ist das Lustprinzip nicht bekloppt, sondern lebensnotwendig. Was du selbst vorher geschrieben hast: "Früher war ich deprimiert, früher war ich sauer" usw.
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Capricorn
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 11:50 |
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Registriert: 26.Dez.2010, 13:31 Beiträge: 551 Wohnort: Bayern
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manitou hat geschrieben: Wenn Ihr meine Meinung zum Thema hören wollt, ... ich schon manitou hat geschrieben: dann ist es die, dass ich ganz oft das Gefühl habe, dass nicht wir die Kranken sind, sondern die Gesellschaft. So seh ich das auch. Und außer mir und dir auch Dr. Manfred Lütz, der erst kürzlich ein Buch darüber geschrieben hat: "IRRE - Wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen!" editiert: BITTE keine Texte von anderen Webseiten etc. hierher kopieren!!! Danke! Petrahttp://www.amazon.de/Irre-behandeln-Fal ... 015&sr=8-1Meine Meinung: Lütz hat recht. Obwohl er mir bei öfftentlichen Auftritten (TV; Radio; youtube) zu sehr als Erzkatholik auftritt. *Die Aussage stimmt sicher, nur sollte man auch die unzähligen "Normalen" erwähnen, die Hitlers willige Handlanger waren. Sich alleine auf Hitler zu kaprizieren hilft überhaupt nichts, außer dass man ein bequemes Feindbild hat. Also: insgesamt stimm' ich dem zu, den Worten "unseres" manitu! 
_________________ Auch wenn 50 Millionen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit (A.France)
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GastB
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Betreff des Beitrags: Re: Die Gesellschaft ist bekloppt Verfasst: 27.Jul.2011, 11:54 |
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Registriert: 30.Jan.2008, 01:18 Beiträge: 5385
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"Unklug" ist es m.E. nur, das Lustprinzip immer nur kurzfristig anzuwenden und nicht an mittel- und längerfristige Folgenfür sich oder andere zu denken. Da wäre die Anwendung von Vernunft und Verzicht oft besser. Trotzdem finde ich diese Abwägung immer schwierig, denn die Erwartungen an die Zukunft sind immer sehr unsicher und haben sich schon oft als falsch herausgestellt. Oft ist es nach meiner Erfahrung tatsächlich besser, sich kurzfristig nach dem Lustprinzip zu verhalten und nicht an denkbare spätere Konsequenzen zu denken. Ich finde z.B. die komplette Entsagung, Butter zu essen, wenn man sie sehr gerne isst, weil die - angeblich - den Cholesteringehalt des Blutes erhöht und man deswegen vielleicht 1-2 Jahre weniger lebt, "bekloppt". Wozu länger mit Margarine leben. Oder, wer leidenschaftlich gerne Berge erklettert: Soll er dann aufs Klettern verzichten, weil das oft zu Abstürzen führt? Nur der "Vernunft" (Angst) gehorchen? Nicht sein eigenes Leben leben?
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