Einsamkeit, sozial isoliert, Trostlosigkeit - was tun?

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Einsamkeit, sozial isoliert, Trostlosigkeit - was tun?

201219.03




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Um dir wirklich eine Rückmeldung geben zu können warum du auf andere Menschen so wirkst musste man dich Life im Gespräch erleben, dann hat man Anhaltspunkte. Daher kann ich dir nur sagen wie auf mich das wirkt was du von dir geschrieben hast und daher ist das total subjektiv und obliegt dir ob du dich darin wiedererkennst oder nicht. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass du im Kontakt mit anderen immer eine Rolle zu spielen versuchst und dann wohl auch noch unterschiedliche Rollen ausprobierst. Das wirkt auf deinen Gegenüber mehr als verwirrend und abstoßend, weil man dann nicht weiß, wer du wirklich bist und wann du keine Rolle spielst. Wenn du dir deiner selber sicherer bist und sein kannst wie du wirklich bist, dann kommst du auch Real rüber und in der Konsequenz wirst du dann auch jemanden finden, der sich in dich verliebt und in den du dich auch verlieben kannst. Ob mit Übergewicht oder ohne. Eine Therapie kann dir sicherlich helfen zu dir selber zu finden. Ich weiß ja nicht ob du unter den von dir probierten Rollen noch selber weißt wer du eigentlich wirklich bist.

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  20.03.2012 01:19  
@charmest

Wenn du, wie du sagst, es in mehreren Jahren nicht zustande bringst eine Therapie anzufangen, dann weißt du doch, was mit dir nicht stimmt. Entweder hast du nie mit einem Arzt Kontakt aufgenommen (das geht bei Therapeuten sogar per E-Mail) oder du hast dich bei einem Arzt in einem anderen Land gemeldet und dieser verstand nicht, was du von ihm wolltest. Mal ehrlich, selbst wenn man mit langen Wartezeiten abgespeist wird, geht man einfach zu einem anderen Arzt, und wenn es allgemein in einer Region länger als 6 Monate dauert, kannst du auch immer noch stationär eine Therapie anfangen.





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  20.03.2012 20:06  
Hallo,
ich war bereits bei vier Psychotherapeuten. Einer konnte mich nicht therapieren, weil er ein Paartherapeut war (so seine Begründung). Der nächste ein Tiefenpsychologe. Er meinte, es läge am mangelnden Selbstvertrauen. Außerdem meinte er, es läge an meiner traumatischen Kindheit. Ich dachte mir persönlich, dass die Verhaltenstherapie eher angebracht wäre, weil es nicht nur genetisch ist, sondern ich müsste mein Verhalten vllt ändern.

Eine weitere Anlaufstation war die Psychotherapeut. Ambulanz der Universität. Dort hätte ich wohl während eines Gesprächs mit einer Psychologin auffallend beim Thema Suizid gelacht, dass eine zusätzliche Therapeutin hinzugezogen wurde (diese war eine richtige Psychotherapeutin). Für die Psychologin musste ich 9 Monate warten, auf PT'lerin zusätzliche 3-6 Monate. Schließlich kam heraus, dass ich in meiner Kindheit gemobbt wurde und nun deshalb eine Art Schutzschild hätte - indem ich dauernd lächeln würde.

Nach weiteren 6 Monaten wurde mir ein Psychologe zugeteilt. Mit diesem verstand ich mich allerdings nicht, weil er mich immer nur verärgerte. Er fragte ständig nach. Das war ja ok. Aber er meinte, ich bräuchte keine sozialen Kontakte etc.
Schließlich meinte er, dass ich mir Ziele im Leben setzen sollte. Aber bis dahin hatte ich mich schon auf die Suche nach einem anderen THerapeuten gemacht. Und so geht es weiter...

Bei Psychiatern war ich ebenfalls, nachdem ein PT'ler mir per mail Kontakt zu mir hatte und meinte, ich könnte an einer Depression leiden. Doch die Psychiaterin wollte mich nicht aufnehmen, weil sie meinte, ich wäre ein Fall von für die Psychotherapie, nicht für Psychiater. Ich habe ein Erstgespräch nä. Monat. bei einem Psychotherapeuten (Verhaltenstherapie), der auch Kommunikationstraining macht. Aber wann die Therapie richtig beginnen könne, ist unklar.
Mir ist aufgefallen, dass ich keine Persönlichkeit besitze! Ich bin zwar introvertiert, werde manchmal extrovertiert. Irgendwie zwing ich mich, extrovertierter zu werden. Zu meinen Fähigkeiten: Ich kann nur das, was ich gelernt habe. Nicht weiter!

Zum Thema Flirten: Welche Seiten wären denn ratsam? Ansprechen gelingt mir, aber Small Talk nicht. AYbends, beim Weggehen schaffe ich es aber nicht, eine Unterhaltung zu führen. Ob der Psychotherapeut mir auch in dieser Hinsicht weiter helfen können wird ...?

@void: Ich bin Student und habe mir vorgenommen in den nä. Semesterferien eine psychiatr. station. Klinik aufzusuchen - statt Ambulanz!



  21.03.2012 22:22  
charmest hat geschrieben:
Nach weiteren 6 Monaten wurde mir ein Psychologe zugeteilt. Mit diesem verstand ich mich allerdings nicht, weil er mich immer nur verärgerte. Er fragte ständig nach. Das war ja ok. Aber er meinte, ich bräuchte keine sozialen Kontakte etc.

Schließlich meinte er, dass ich mir Ziele im Leben setzen sollte. Aber bis dahin hatte ich mich schon auf die Suche nach einem anderen THerapeuten gemacht. Und so geht es weiter...
Er hat aber Recht. Soziale Kontakte können kein Ziel sein. Derartige Wünsche werden gerne vorgeschoben wenn der Bezug zu sich selbst fehlt. Der Bezug zu den anderen soll das Manko ersetzen. Und das funktioniert eben nicht. Wenn kein Bezug zu sich selbst da ist, kann man auch mit den anderen nichts anfangen. Vielleicht weißt du gerade deshalb nicht, worüber du dich mit ihnen unterhalten sollst.

Wenn du schreibst: Ich habe keine Persönlichkeit, dann guck unter Depersonalisation nach. Die kommt nämlich als Folge von Kindheitstraumen durch langanhaltendes Mobbingoder emotionale Vernachlässigung durch Eltern im Kindesalter durchaus in Frage.

Wenn dich der Therapeut verärgert hat, kannst du dir auch ziemlich sicher sein, dass er bei dir genau ins Schwarze getroffen hat. Dass er das angesprochen hat, was du aus welchem Grund auch immer verdrängst. Verdrängung ist aber z. T. auch Selbstschutz. Deshalb wird ein geschützter Raum für eine Therapie gebraucht, ... genau das, was ein Online-Forum nicht ist.

LG Bird





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  22.03.2012 03:15  
Hallo,

@Bird: Ja, das ist genau richtig! Ich wurde von meiner Familie und ihren Verwandten seit meiner Geburt gemobbt/schikaniert! Ich merke auch, dass ich anscheinend eine Bindungsstörung habe (-- fehlende Emotionalität von der Familie).

Was das Andere angeht: Ich bin derzeit dabei zu erkennen, dass ich vollkommen in ordnung bin und nicht minderwertig, abscheulich, wertlos, ... wie es meine Familie mir immer wieder versucht einzureden.

Was der Psychologe sagte, war nicht ins Schwarze, sondern im Abseits! Er stichelte irgendwo anders herum. Er lag vollkommen falsch!
Er fragte, wieso ich soziale Kontakte haben wolle, wieso ich nicht vollkommen allein leben möchte, wieso ich denn meinen würde in Einsamkeit abzuschweifen etc.
Meine Antwort: Ich merke, dass ich vereinsame und gerne andere Menschen um mich haben möchte, integriert sein möchte.
Später übersprang er den Punkt und meinte, dass ich also einfach nur Spaß haben möchte.

Ich habe mich bereits voll und ganz angenommen. Mit meinen Mitmenschen kann ich nicht kommunizieren, weil ich kein Gesprächsstoff/Unterhaltungsthema habe. Aber ich schaue trotzdem mal nach Depersonalisation nach.
Mir sagte jemand, dass ich ja lieb und nett, freundlich wäre. Da MÜSSTE ich Freunde haben. Wenn überhaupt, dann läge es daran, dass ich mich nicht interessant genug machen würde.
Doch: Ohne soziale Kontakte -- Einsamkeit -- Depression -- Tod
Hilft es wenn ich schreibe dass ich introvertiert bin?

Danke für den Beitrag.

PS: Wie kann man Depersonalisation therapieren/heilen? Geht es auch alleine? Was meinst du mit "geschützter Raum" ? Dass man dort nicht unter Beobachtung steht? Ich wurde dort schon gefilmt!
Als mein Vater verstarb empfand ich Kälte! Keine Tränen!





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  22.03.2012 03:37  
@Bird: Nein, ich habe keine negativen Erfahrung mit Tiefenpsychologen gemacht. Nur habe ich mal gehört, dass man mit Tiefenpsychologie lange brauchen würde und mit Verhaltenstherapie weitaus schneller vorwärts käme. Außerdem beschäftige sich die Tiefenpsychologie mit Kindheitstraumata usw.
Ich dachte, dass ich mein Verhalten ändern müsste um erfolgreich in dieser Hinsicht zu sein/haben.
Eine Psychotherapeutin, die damals hinzugezogen wurde, meinte dass ich mit der Verhaltenstherapie auf dem richtigen Weg wäre (sie selbst war auch Verhaltenstherapeutin).
Eine Psychiaterin von der Vitos Klinik meinte, dass ich sowohl eine Tiefenpsycholog. als auch Verhaltenstherapeut. Behandlung benötigen würde. Und etwas zw. Psychotherapie und Psychiatrie.

PS: Wie kann ich es üben, mit Menschen zu kommunizieren/über die richtigen Themen zu sprechen?





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  22.03.2012 04:01  
Nachtrag:
@Bird: Was meinst du mit "Bezug zu mir selbst" finden? Sich selbst zu lieben? Selbstbewusstsein stärken?
Ist es heilbar oder zu retten? Dauert es lange? Wie kann ich es manuell wieder hinbekommen?
Mittlerweile liebe ich mich schon.



  23.03.2012 12:32  
charmest hat geschrieben:
Was der Psychologe sagte, war nicht ins Schwarze, sondern im Abseits! Er stichelte irgendwo anders herum. Er lag vollkommen falsch!
Er fragte, wieso ich soziale Kontakte haben wolle, wieso ich nicht vollkommen allein leben möchte, wieso ich denn meinen würde in Einsamkeit abzuschweifen etc.
Meine Antwort: Ich merke, dass ich vereinsame und gerne andere Menschen um mich haben möchte, integriert sein möchte.
Später übersprang er den Punkt und meinte, dass ich also einfach nur Spaß haben möchte.

Das wird von den Psychologen oft so gehandhabt, weil - wenn ich aus meiner Unvollständigkeit heraus Kontakte - quasi als Rettungsanker - gestalte, kann sich keine wirkliche Intengrität einstellen. Das, was sich daraus ergibt, sind Instrumentalisierungen und Abhängigkeiten. Was eine Therapie bewirken soll, ist ein Wandel zur Autonomie und Unabhängigkeit, die ja auch wieder die Voraussetzung für zufriedenstellende zwischenmenschliche Beziehungen ist.

So gut wie eine Regel ist, dass unverarbeitete Kindheitserlebnisse Menschen immer wieder unbewusst in Beziehungsstrukturen führen, die denen ihrer Ursprungsfamilien ähneln. Erstens ist das etwas bekanntes, man erlebt dadurch ein Gefühl "wieder zu hause zu sein", zweitens lebt ein ehemaliges "Schlachtfeld" auf, falls man es überhaupt zwischendurch abgeschafft hat (in den seltensten Fällen), auf dem man hofft doch endlich mal Gerechtigkeit zu erfahren und all das zu bekommen (Zuwendung usw.), das einem mal verwehrt wurde. Das funktioniert rein technisch nicht, alle solche Einbußen sind verlorenes Land, das müsste man sich immer wieder vor Augen halten. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht fähig wäre etwas vollkommen anderes, zufriedenstellendes, aufzubauen. Noch dazu kommt, dass Menschen, die ein solche Verhaltensweisen an den Tag legen wie z. B. - wie du es auch in deiner Familie wahrnimmst - Unterdrückung, andere niemals "gewinnen" lassen, sie sind in so einem Fall dem Schicksal dankbar, einen Menschen gefunden zu haben, der Defizite aus der Kindheit mit in die Beziehungen bringt, den die sind aus ihrer Sicht der Garant für den vermeintlichen Ausgleich ihrer eigenen Selbstwertprobleme. Natürlich ist dem nicht so, du kannst dir sicher sein, dass niemand, der dich mobbt dadurch ein glücklicher Mensch wird. Jedenfalls sind die Bemühungen in solchen Kontakten etwas für irgendjemand positives zu erreichen eher zum Scheitern verurteilt.

Das Ziel der Therapie bzw. des Wandels der Denkweist ist, sich der eigenen Problematik bewußt zu werden und dementsprechend handeln. Z. B. Abstand von Gefahrensituationen sowie unbefriedigenden Kontakten halten. Deshalb raten auch Psychologen nicht dazu, in schwierigen Phasen des Lebens das Heil in beliebigen Kontakten zu suchen. Verstehst du das?

Ein Therapeut(-in) sagte zu dir, dass beide Therapiearten für dich wichtig wären, Psychoanalyse und VT. Das kann ich gut nachvollziehen, weil ich bei dir den Bedarf über deine Kindheit zu reflektieren sehe, und das ist auch ein guter Ansatz.

Geschützter Raum bedeutet, dass alles, was in der Therapie geschieht, auch dort bleibt, das ist eine Interaktion ohne irgendwelche Folgen für die Zukunft und auch unter Ausschluss unbeteiligter Personen. Einzeltherapie heißt also nur der Therapeut und du, eine Gruppentherapie die Gruppe plus Therapeut.

Zitat:
Mir sagte jemand, dass ich ja lieb und nett, freundlich wäre. Da MÜSSTE ich Freunde haben. Wenn überhaupt, dann läge es daran, dass ich mich nicht interessant genug machen würde.
Doch: Ohne soziale Kontakte -- Einsamkeit -- Depression -- Tod
Hilft es wenn ich schreibe dass ich introvertiert bin?

Selbst wenn man ein netter und geselliger Mensch ist: Wenn man ungelöste Probleme mit sich herum trägt, kommt man mit den anderen nicht mit. Man lebt in sich selbst eingeschlossen, isoliert. Wenn man durch eine schwierige Kindheit oder auch durch gegenwärtige belastende Lebensumstände einen Teil seiner jugendlichen Unbeschwertheit eingebüßt hat, kann sich das durch eine Therapie grundlegend ändern, das kann sich auch im Laufe der Jahre von selbst ändern, wenn man durch eine gewisse Lebenserfahrung an Fähigkeiten gewinnt, die eigene Problematik durchzublicken.

Nicht vorbelastete Menschen gibt es gar nicht, jeder hat ein Päckchen zu tragen. Es passiert nicht selten, dass Menschen, die äußerlich ein intaktes Leben führen urplötzlich psychische Störungen bekommen oder Selbstmord begehen, und das belegt ja nur die Tatsache, dass wir vieles verdrängen, vieles nicht wahrhaben wollen, was uns dann vielleicht mal gerade dann einholt, wenn wir darauf am wenigsten vorbereitet sind. Deshalb ist jede Art von Symptomatik eigentlich eine positive Sache, wenn man diese Warnsignale ernst nimmt und sich mit den Ursachen ernsthaft auseinandersetzt.

Zitat:
Danke für den Beitrag.

Gern geschehen.

Zitat:
PS: Wie kann man Depersonalisation therapieren/heilen? Geht es auch alleine? Was meinst du mit "geschützter Raum" ? Dass man dort nicht unter Beobachtung steht? Ich wurde dort schon gefilmt!

Ich hoffe ich habe deine Fragen beantwortet. Und - du wurdest doch sicher wegen der Aufnahmen vorher um Erlaubnis gebeten?

Zitat:
Als mein Vater verstarb empfand ich Kälte! Keine Tränen!

Das sind Dinge, die man in der Therapie klärt. Natürlich muss ein Therapeut zu einem menschlich passen, aber der erste Eindruck muss nicht immer entscheidend sein. Vielleicht wäre es sinnvoll dem Therapeuten Nr. 1 (Psychoanalytiker) eine Chance zu geben.

LG Bird



  23.03.2012 12:42  
charmest hat geschrieben:
Eine Psychiaterin von der Vitos Klinik meinte, dass ich sowohl eine Tiefenpsycholog. als auch Verhaltenstherapeut. Behandlung benötigen würde. Und etwas zw. Psychotherapie und Psychiatrie.

Genau das meinte ich.

Zitat:
PS: Wie kann ich es üben, mit Menschen zu kommunizieren/über die richtigen Themen zu sprechen?

Wie schon gesagt: Das funktioniert nicht wenn man durch eigene Probleme überfordert ist, da ist man so mit sich beschäftigt, dass man einfach kein Gefühl für andere haben kann. Das ist aber auch der Hinweis darauf, dass man erstmal an sich selbst arbeiten sollte..



  23.03.2012 13:37  
charmest hat geschrieben:
Nachtrag:
@Bird: Was meinst du mit "Bezug zu mir selbst" finden? Sich selbst zu lieben? Selbstbewusstsein stärken? Ist es heilbar oder zu retten? Dauert es lange? Wie kann ich es manuell wieder hinbekommen? Mittlerweile liebe ich mich schon.

Mit dem Bezug meinte ich Depersonalisation. Hier z. B. ist ein guter Ausschnitt

http://de.wikipedia.org/wiki/Depersonal ... hotherapie

Weißt du, ich selbst halte nichts vom Selbstwert, vom Werten überhaupt. Weil das Werten aus dem Vergleichen hervorgeht, und das Vergleichen ist ja das Problem der Neurose... hier nach Adler wenn du willst, das ist sehr hilfreich, du findest keinen Menschen, der so etwas nicht in sich hat, weil das zu der angeborenen Beschaffenheit unserer Denkstrukturen gehört...

http://www.wissen57.de/alfred-adler-neu ... dheit.html

Das Werten ist also das Problem. Ein krasses Beispiel: Wenn ich z. B. einen Menschen erlebe, der pausenlos im Internet andere damit beballert, dass er ein Wissender ist, in Amerika studiert hat, alle Gedichte der Welt kennt, der seine Spezialgebiete vorstellt, sie den anderen unter die Nase schmiert und sich für eine Art Menschenführer ausgibt (alles miterlebt), dann denke ich mir: Wie armselig und einsam sich ein Mensch fühlen muss, der sich an solche "Werte" klammert und seine eigene manipulative Art nicht erkennen kann. Was und wen will man manipulieren - und vor allem wozu? Wenn mich jemand anhand meiner Kompetenzen schätzt, dann geschieht das wieder nur anhand des Wertens und hat mit mir als Mensch nicht zu tun.

Der Bezug zu sich selbst, ist eine Selbsterfahrung, die nichts mit dem diskursiven Denken zu tun hat, nichts mit Auf- oder Abwerten. Im Grunde kann das Intuition genannt werden... absichtslos und ehrlich zu sich selbst zu sein. Und das impliziert eben auch die Bereitschaft all die Verdrängungsmuster in sich zu erkennen und lernen, mit ihnen so umzugehen, dass sie sich weder für uns noch für andere benachteiligend auswirken.

Zitat:
Mir sagte jemand, dass ich ja lieb und nett, freundlich wäre. Da MÜSSTE ich Freunde haben. Wenn überhaupt, dann läge es daran, dass ich mich nicht interessant genug machen würde.

Aber was ist für den anderen interessant? Für mich ist interessant, wenn Leute nichts vorheucheln und so sind, wie sie sind.

So wie du oder andere hier imstande sind über ihre Schwierigkeiten zu berichten, ohne etwas beschönigen zu wollen. Das ist doch ok. Dann hat man genügend Raum dazu, die anstehenden Probleme zu lösen..

Zur Depression habe ich schon wo anders einen Text verlinkt. Im Grunde entsteht Depression aus einer Illusion heraus. Man will etwas, was es nicht gibt und das, was ist, will man nicht... und dann entsteht eben die Frustration. Oft ist aber das, was ist, wirklich schwer zu verarbeiten. Vielleicht sollte man, wenn es wirklich von den äußeren Umständen her zu hart kommt, bereit sein, das Gewohnte zu verlassen und ein ganz neues Leben anzufangen.

LG Bird

« ich weiss auch nicht so recht. Gegen-Einsamkeit in Hamburg » 

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