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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 01.Sep.2011, 12:28 
Hallo Sarah!

Zitat:
Wie geht es dir?
Wie läuft es mit der Eifersucht?
Vielen Dank für die Nachfrage. Mir geht es recht gut, mein Alltag ist zur Zeit nur ein wenig zu doll stressig. Aber das wird auch wieder anders werden.

Mit der Eifersucht läufts spitze! Hatte vor ein paar Tagen mal wieder eine Gelegenheit, mich zu beweisen! Als ich meinen Schatz kennenlernte, ein paar Wochen, bevor wir zusammen kamen, erfuhr ich, dass sie mal eine Beziehung oder Affäre zu einem Mann hatte und, obwohl das einige Zeit her, noch immer nicht so ganz drüber weg sei. Sie erzählte von ihm und der Beziehung und fing irgenwann währenddessen an zu weinen.

Kannst Dir ja in etwa vorstellen, wie bis vor kurzem meine Eifersucht nur auf die Erwähnung des Namens dieses Mannes reagiert hat. Jedenfalls erzählte meine Liebste, dass sie ihn vom Auto aus mal wiedergesehen hätte. Sofort war die Eifersucht da. Dann erzählte sie mir, dass wäre schon ein paar Tage her gewesen, und sie hätte mir das nicht erzählt, weil sie erst einmal schauen wollte, wie es ihr damit ginge, ihn wiedergesehen zu haben. Die Eifersucht kochte für einen ganz kurzen Moment hoch.

Das lästige Monster wollte sofort wissen, ob er sie denn auch gesehen hätte. Ich hab meine Liebste angeschaut, habe gedacht "ich liebe Dich!", mußte Lächeln, weil ich mich freute, so eine tolle Frau gefunden zu haben, und das wars, die Eifersucht zog sich zurück. :D Als ich sie dann fragte, wie es ihr denn damit ginge, fühlte ich mich kein wenig verunsichert. Das Lächeln blieb auf meinem Gesicht, weil ich mich nun zusätzlich über meinen Erfolg freuen konnte. Das kurze Gespräch, dass wir dann führten war total entspannt und das Thema dann auch abgehakt. Ich weiß immer noch nicht, ob er sie gesehen hat. Ich weiß, dass er ganz in der Nähe unserer Wohnung arbeitet, wohl auch nicht so weit weg wohnt, dass sie seine und er ihre Telefonnummer hat. Ich weiß, dass es irgendwann passieren könnte, dass sie sich mit ihm auf einen Kaffee verabredet. Schon bei dem Gedanken wirds in mir unruhig. Aber das Vertrauen in sie, das ich inzwischen fast immer deutlich spüren kann, gibt mir Sicherheit. Und so hat auch hier die Eifersucht keine Chance. Wenn es mal so weit ist, werde ich es nicht leicht haben, aber ich fürchte mich nicht mehr davor, weil ich weiß, dass ich das schaffen kann! :D

Zitat:
Erste Erfolge schleichen sich bei mir ein
Ich versuche umzudenken und es klappt. Bestimmt wird es noch das eine oder andere mal am Umsetzen scheitert aber das wird schon. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.
Super, sei stolz auf Dich! Genau so, einen Schritt nach dem anderen und nicht nachlassen! Ich finde auch, Du bist auf dem richtigen Weg. Und glaub mir, es wird von Woche zu Woche leichter, weil Du Übung bekommst, und sich die positiven Gedanken in Deinem Kopf und das Vertrauen in Deinem Herzen festsetzen.

Zitat:
Bei mir brennt dann eine Sicherung durch wenn ich merke, dass ich nicht weiter komme.
Geht mir manches Mal ähnlich. Kommunikation ist ein schwieriges und sehr Umfangreiches Thema.

Ich bin der Meinung, dass es erst einmal wichtig ist, zu erkennen, was sich bei Dir selbst während einer Auseinandersetzung abspielt. Es geht darum, herauszufinden, welche Gefühle Du vor der Wut hast, die Gefühle und Gedanken, die die Wut auslösen. Und dann im nächsten Schritt zu schauen, wie Du anders auf diese Gefühle reagieren kannst, um zu verhindern, dass Du wütend wirst.

Ich hab gelernt, dass wir viel zu oft gar nicht genau wissen, was wir fühlen. Und noch weniger, sind wir dann in der Lage Worte für diese Gefühle zu finden, weil wir sie halt nicht so oft benutzen. Ich finde immer noch das Beispiel aus der Therapie gut. Da wurde man zu Beginn der Stunde gefragt, wie es einem geht. „Mir geht’s gut“ oder „mir geht’s schlecht“ oder „geht so“ waren dann die Antworten. Aber was sagt das dem Gegenüber? Er kann erahnen, in was für einer Stimmung wir sind, aber mehr auch nicht. Wir habe nicht ein einziges Gefühl zum Ausdruck gebracht. Man könnte zum Beispiel sagen „Ich bin fröhlich, weil ich heute einen erfolgreichen Tag auf der Arbeit hatte!“

Denk mal darüber nach, wie viele Worte Du kennst, die Deine Gefühle ausdrücken. Wut, Trauer, Fröhlichkeit, Freude, Zuversicht, Frustration, Zorn, Furcht, Angst, Stolz, Mitleid, Enttäuschung, Ärger, Ausgeglichenheit…

Gleiches gilt auch für unsere Bedürfnisse. Auch die drücken wir nicht besonders oft in Worten aus. Auch da neigen viele Menschen dazu, zu umschreiben, beispiellastig zu formulieren. Wenn Du für Dich herausfinden kannst, welche Bedürfnisse bei Deinem Streit nicht erfühlt werden, so dass Du am Ende zornig wirst, kannst Du gezielt auf die Erfüllung Deiner Bedürfnisse achten. Quasi, bevor es überhaupt zu einer Missstimmung kommt, rechtzeitig erst für Dich selbst, dann für Deinen Partner Dein Bedürfnis zum Ausdruck bringen.

Gefühle entstehen oft durch die Erfüllung oder Nichterfüllung unserer Bedürfnisse. Zum Beispiel, Du hast das Bedürfnis, verstanden zu werden. Wenn Du in einem Streit nicht weiter kommst, fühlst Du Dich bestimmt oft unverstanden. Oder vielleicht auch alleine, verzweifelt, hilflos, deprimiert, verletzt, unsicher, unzufrieden usw. Ich jedenfalls, kann mit sehr gut vorstellen, dass all diese Gefühle sich sehr schnell in Form von Wut oder Aggression gegen den vermeintlichen Verursacher wandeln können.

Wenn Dich das interessiert, dann suche mal im Internet nach „Gefühlsliste“.

Hier ein Beispiel einer Gefühlsliste:
http://www.improwiki.de/improtheater/Gef%C3%BChlsliste

Und noch eines, das mir besser gefällt, weil die zu Grunde liegende Definition, was ein Gefühl ist, noch genauer ist. Enthalten ist da auch eine Liste von Bedürfnissen auf Seite 3.
http://www.gfk-mediation.de/downies/GefuehleBeduerfnisse.pdf

Ein weitere Bedürfnissliste findest Du zum Beispiel unter:
http://mosaik.homepage.t-online.de/gfkbed1.htm

Hier mal ein paar Beispiele im Vergleich:

„Du verstehst mich nicht!“ oder „Du willst mich nicht verstehen!“
„Ich habe den Eindruck, dass Du mich nicht verstehst!“
Behauptung und Unterstellung gegen Feststellung und Information.

„Ich will, dass Du mir zuhörst!“ oder „Hör mir doch zu!“
„Ich habe den Eindruck, dass Du mir nicht zuhörst. Ich wünsche mir jetzt gerade Deine Aufmerksamkeit!“
Druckvolle Aufforderung oder Verlangen und/oder Befehl gegen Feststellung und Wunsch

Wenn man erst einmal bei sich selbst schaut, „was geschieht jetzt mit mir“ und „warum fühle ich mich jetzt so“, anstatt dem anderen gleich Vorwürfe zu machen oder in sein Verhalten oder seine Aussagen etwas hinein zu interpretieren, kann man selbst viel zielgerichteter vorgehen, ohne dass es gleich zu einem lauten Streit kommen muss.

Überhaupt denke ich, kann auch mein Gegenüber mich viel eher verstehen, wenn ich Gefühle benenne, anstatt Andeutungen mache und ihm Spielraum für Spekulationen lasse. Denn Gefühle kennt jeder.

Sehr nützlich und spannend fand ich das Soziale Kompetenz Training während der Therapie. Da gibt es bestimmt Bücher oder Kurse zu. Hilfreich kann auch sein, sich ein wenig mit dem Prinzip der gewaltfreien Kommunikation auseinander zu setzen. Man muss das ja nicht gleich eins zu eins umsetzen wollen. Dafür braucht es sehr viel Übung und Geduld, denke ich. Aber die Ideen und Ansätze finde ich klasse.

Ich denke, es gibt sehr viele Möglichkeiten, sein eigenes Streitverhalten zu ändern, ohne sich verbiegen zu müssen. Darüber hinaus ist es aber natürlich durchaus sinnvoll, die Gefühle auch mal rauszulassen. Ist halt nur die Frage, ob man zulassen muss, dass man wütend wird, oder ob man das nicht rechtzeitig verhindern kann.

Aber zu diesem Thema gibt es hier bestimmt noch ganz viele andere Ideen!

Ganz lieber Gruß und Dir weiter noch viel Erfolg. Würde mich freuen, weiter von Deinen Fortschritten zu lesen.
Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 01.Sep.2011, 21:33 
Offline

Registriert: 28.Aug.2011, 22:53
Beiträge: 5
Hallo zusammen,

Danke nochmal für eure lieben Worte.

Die letzten zwei Tage habe ich versucht bestmöglich meine Vorsätze in die Tat umzusetzen. Und mein Resumé? Zwar leidet meine Laune noch sehr darunter, dass ich immer noch nichts von meinem Freund gehört habe, aber ich habe statt in Mitleid zu versinken recht viel unternommen und versucht mich abzulenken. Mein Facebook-Profil hat erheblich an Informationen verloren und meine Posts sind wesentlich positiver geworden - ohne viel von mir, meiner Laune und meinen aktuellen Problemen preiszugeben. Und ich fühle mich tatsächlich besser. Ganz weg möchte ich von sozialen Netzwerken nicht, das gehört sogar u.a. zu meinen Studieninhalten. Aber einfach die Art und Weise wie und wofür man diese Netzwerke nutzt, macht es wohl aus.

Am Montagabend habe ich noch einmal alles Revue passieren lassen und habe mir alles von der Seele geschrieben. Schreiben ist für mich eine Art Therapie, ich kann auf diese Art auch am besten verarbeiten, erklären und beschreiben. Da ich das Gefühl hatte, dass ich ihm am Telefon sonntags nicht alles gesagt hatte, ist aus meinem Geschriebenen eine sehr lange E-Mail geworden, die ich ihm nach einigen Überlegungen schließlich geschickt hatte. Danach habe ich mich wie befreit gefühlt udn ich hatte ebenfalls das Gefühl das Richtige getan zu haben, egal ob er die Mail nun gelesen hat oder nicht, Antwort erwarte ich darauf keine.

Seitdem warte ich auf seine Entscheidung, dass er sich endlich bei mir meldet. Es ist sehr schwer Geduld zu üben, aber es ist einfach das beste, was ich machen kann. Wenn ich jetzt nachfrage, zeigt das nicht, dass ich eigentlich verstanden habe, worum es jetzt geht. Und ich vertraue ihm in soweit, dass er sich mit mir aussprechen möchte bevor ich am Dienstag wieder in die andere Stadt fahre. Und ich vertraue ihm, dass er - wenn es zu einem Ende kommt - wenigstens so fair ist und das mit mir persönlich bespricht. Also wird er wohl in den nächsten Tagen von sich hören lassen...

Ich weiß nur nicht, wie ich mich verhalten soll, wenn wir uns am Sonntag auf einem Event über den Weg laufen. Zumindest weiß er, dass ich Karten für die Veranstaltung habe und er wird dort voraussichtlich arbeiten. Ich habe einfach Angst, dass wir bis dahin womöglich noch nicht geklärt haben, wie es mit uns weiter geht... Aber vorher bei ihm nachzufragen widerspricht ja meinem Vorsatz ihn in diesem Fall entscheiden zu lassen... :(

@ Lioness:
Ähnlich war es bei mir auch. Gerade als wir zusammen kamen, wusste er bereits, dass ich mich auf 4 Studienplätze in ganz Deutschland beworben hatte - zwei in der Nähe und die anderen beiden jeweils 200km und 600km entfernt. Aber ich wollte einfach meinen Weg gehen, mein Job hatte ich gekündigt und wir wussten, worauf wir uns einlassen und haben es versucht. Wie es gerade um unsere Beziehung steht, hast du ja gelesen. Was mir fehlt, habe ich schon mal angesprochen, ein bisschen was hat sich auch gebessert. Ich möchte ihn als Menschen nicht verändern und so zurecht biegen wie es mir passt - das wäre der falsche Weg - zumal ich mich ja auch wegen bestimmter Eigenschaften in ihn verliebt habe. Aber eine Beziehung besteht nun mal aus einigen kleineren Kompromissen auf beiden Seiten, ohne die funkiert es meiner Meinung nach nicht. Und das ist der Punkt: Won ist die Grenze zwischen Kompromiss und dauerhafter Veränderung?
Eine Fernbeziehung würde ich so auch nicht mehr eingehen, das zeigt mir die Erfahrung.
Ich hoffe aber für euch, dass ihr die richtige Lösung für euch findet. Ihr seid wohl auch schon etwas länger zusammen, wenn ich das richtig gelesen habe? Vllt. möchtest du ihm einfach "folgen" und ihr startet einen gemeinsamen Anfang in einer neuen Stadt?! Das wäre wahrscheinlich die schönste Lösung für euch beide. Das würde ich mir auch für mich und meinen Freund wünschen. Aber momentan backe ich erst einmal kleine Brötchen und bin froh, wenn er überhaupt erst mal wieder auf die Beine kommt, einen festen Stand hat und sich dadurch unsere Beziehung bessert.

Bei euch anderen scheint es auch aufwärts zu gehen. Ich finde es wirklich schön nicht alleine mit ähnlichen Problemen zu sein.

Viele Grüße
Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 05.Sep.2011, 15:55 
Offline

Registriert: 21.Aug.2011, 14:38
Beiträge: 42
Hallo Sven!

Erstmal will ich dir sagen, wie toll ich es finde dass du so gut mit der Situation „Freundin und frühere Affäre“ umgehen konntest.
Denn mal ehrlich, dass man da nicht etwas eifersüchtig wird, wäre ziemlich unnormal.
Und du hast das ja super gemeistert und ich denke du gibst ihr so ein Stück Sicherheit zurück, dass Sie jeder Zeit offen mit dir über solche Situationen reden kann ohne Angst haben zu müssen das du Eifersüchtig wirst.
Echt super wie du Fortschritte machst :D

Du hast voll kommen recht, es wird immer etwas leichter.
Ich gehe jetzt seit ca. 1 Montag in Therapie um mein Selbstwertgefühl aufzubauen und auch das wird wirklich besser. Ich kann mich langsam anfangen selbst zu akzeptieren.
Nein ich find mich sogar richtig toll =)
Und auch das hilft mir ungemein, besser mit der Eifersucht umgehen zu können.
Denn ich weiß mein Partner ist mit mir zusammen und liebt mich weil ich toll bin so wie ich bin. Echt das ist richtig schön, so positiv von sich zu denken.

Vielen Dank für deine vielen Tipps und Vorschläge. Du hast Recht. Oft weiß man gar nicht was man genau fühlt. Ich denke ich bin auch sehr Harmoniebedürftig…also ich habe keine Angst vorm Streiten aber ich habe es ungern wenn zwei ungleiche Meinungen im Raum bleiben.
Obwohl es natürlich unmöglich ist und auch ziemlich langweilig wäre wenn man immer derselben Meinung wäre…aber mich macht das unruhig und unsicher. Ich möchte immer gern solche Sachen vom Tisch haben. Und mir ist jetzt auf gefallen wenn mein Partner sich nicht mir anpasst also mir recht gibt, dann tue ich es irgendwann und denke ich hätte einen Fehler gemacht.
Obwohl man doch zwei Meinungen einfach als zwei verschiedene Meinungen belassen kann.
Das muss ich noch dran arbeiten :wink:


Hallo Fernweh!

Und wie geht es dir? Hat er sich schon gemeldet oder seit ihr euch vielleicht auf dem Event begegnet?

Ich finde es echt super, wie du es schaffst geduldig zu sein. Ich hätte es wahrscheinlich mir genauso vorgenommen aber am Ende mich doch gemeldet.
Und ich finde es toll, dass du versucht bei Facebook dich einfach etwas zurück zu nehmen. Ich denke das hilft dir bestimmt weiter.

Das Schreiben als Therapie kenne ich zu gut. Ich schreibe ganz oft gaaaaaanz lange Emails an meine beste Freundin aber sende sie nicht ab. Da sie einfach manchmal ganz viel Stress mit der Uni hat und ich ihr den Kopf frei lassen will. Aber alleine das ich die Email geschrieben habe entspannt mich und nimmt mir die Lasten ab. Und auf einmal wenn ich mir die Email noch mal durch gelesen habe, hat sie mancher Kummer aufgelöst.


Zitat:
Aber eine Beziehung besteht nun mal aus einigen kleineren Kompromissen auf beiden Seiten, ohne die funktioniert es meiner Meinung nach nicht.


Das sehe ich zu 100% genauso! Und auch das man seinen Partner nicht ändern soll, denn das funktioniert eh nie und macht beide nur unglücklich.
Leider habe ich das auch erst vor kurzem endlich eingesehen und bin jetzt dabei meinen Partner mit seinen Macken (die ich ja genauso habe) zu akzeptieren auch wenn es manchmal echt schwer ist. Nähreres bei Beispiel 2 (siehe unten).


Zitat:
Wo ist die Grenze zwischen Kompromiss und dauerhafter Veränderung?


Das ist eine echt gute Frage?!?!?!?!

Also ich kann mal versuchen ein Beispiel (1) aus meiner Beziehung zu geben:
Mein Freund ist unter der Woche immer gut beschäftigt und ruft meistens in der Mittagspause mal kurz an oder schreibt eine Email/Sms.
Ich würde gerne, dass er mal bei mir unter der Woche übernachten würde. Aber ihm ist es einfach zu stressig weil es für ihn morgens Hektik bedeuten würde.
Also ihm ist es zuviel und mir ist aber der derzeitige Kontakt zu wenig.
Daher habe ich ihn darum gebeten, dass wir unter der Woche mal etwas mehr telefonieren wenn die Zeit da ist. Das ist für ihn absolut okay und er telefoniert ja auch gerne mit mir (wäre auch schlimm wenn nicht) :P
Auf jeden Fall finde ich, dass ist nicht zu viel verlange mit dieser Bitte und ein Kompromiss für beide Seiten ist ohne das er sich einer ändern muss.

Ein Beispiel (2) was schon mehr Veränderung heißt:
Mein Freund ist manchmal ein Spaßvogel (ich aber manchmal auch :lol: ) und er macht auch gern mal einen Witz auf meine Kosten. Meistens verstehe ich ihn und wir können zusammen lachen.
Aber manchmal übertreibt er es und überspannt den Bogen. Er merkt dann einfach nicht wenn es zuviel wird. Er meint es nicht böse aber mich verletzt es dann und er überschreitet meine Grenze.

Ich will auf keinen Fall das er sich plötzlich in eine ernsten Menschen verändert.
Dann wäre er ja auch nicht der Mann in den ich mich verliebt habe aber ich nehme mir das Recht heraus ihn zu bitten, dass er vielleicht etwas mehr darauf achtet was er und welche Scherze er auf meine Kosten macht.
Ich weiß jedoch auch, dass dies für ihn nicht leicht ist...weil er das seit er Kind ist nicht anders kennt. Er und seine Schwester bombardieren sich ja heute noch bei jedem Familienessen.

Das ist das einzige was mir zur Zeit noch sehr zu schaffen macht.
Ich nehme ehrlich gesagt auch manches zu schnell persönlich. Doch er kann auch sehr anstregend sein und dann rasseln nur so die Witze und "blöden" Bemerkungen nur so auf mich herein und irgendwann ist es mir dann zu viel.

Nur ich weiß so wird er immer sein und wenn ich mit ihm glücklich werden will, dann muss ich ihn so nehmen wie er ist und es mir nicht immer so zu Herzen nehmen.

Ich bin ja auch manchmal eine Dramaqueen und er nimmt mich wie ich bin :biggrin


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 05.Sep.2011, 22:37 
Offline

Registriert: 30.Jan.2008, 01:18
Beiträge: 5384
Eines Tages wird er die Witze auf Kosten deiner/eurer Kinder machen :x


Ich kenne sowas ... Kind ist jetzt 30 und braucht dringend eine Therapie ... (für mich sicher, dass es aus diesem Grund ist, ich hab es kommen sehen) ... Kann aber nicht, da es vor der Verbeamtung steht ... :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 07.Sep.2011, 07:22 
Hallo Sarah!

Vielen herzlichen Dank für die lieben Worte! :D

Ich freue mich sehr für Dich, dass Du so erfolgreich bist und schnell voran kommst. Hab ich nie dran gezweifelt! :D

Zitat:
Echt das ist richtig schön, so positiv von sich zu denken.
Das hast Du ja so recht! Es ist ein guten Gefühl, auch mal mit sich zufrieden sein zu können. Es gibt einem Sicherheit, für alles, was man tut.

Zitat:
Und mir ist jetzt auf gefallen wenn mein Partner sich nicht mir anpasst also mir recht gibt, dann tue ich es irgendwann und denke ich hätte einen Fehler gemacht.
Das kann auf Dauer ne ganz üble Sache fürs Selbstwertgefühl sein. Dann braucht man in Auseinandersetzungen mit Dir also nur entschieden und ausdauernd sein eigene Meinung vertreten?! Gut zu wissen! :mrgreen:

Zitat:
Obwohl man doch zwei Meinungen einfach als zwei verschiedene Meinungen belassen kann.
Das muss ich noch dran arbeiten
Tja, wenn es Dich beruhigt, dass fällt auch mir noch manches mal schwer. Je mehr ich überzeugt bin recht zu haben, fällt mir Zurückhaltung schwer. Aber auch je mehr jemand anderes versucht, mich zu überzeugen. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Jeder hat halt auch seine eigene Wahrheit.

Ganz lieber Gruß und ein fröhliches WEITER SO!
Sven


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 11.Sep.2011, 17:47 
Offline

Registriert: 28.Aug.2011, 22:53
Beiträge: 5
Hallo!

Ihr habt jetzt ein paar Tage nichts mehr von mir gehört, aber geändert hat sich seitdem nicht so arg viel bei mir.

Vor 1 1/2 Woche habe ich mich nochmal mit meinem Freund für 2h getroffen, aber nicht ich/er war das Thema, sondern meine Schwester, weil es ihr erheblich schlechter ging. Meine Eltern sind morgens in den Urlaub gefahren und die einzigen beiden Freundinnen, die von all dem wissen, mit denen wollte und konnte ich nicht darüber reden. Die eine ist momentan 700km entfernt am anderen Ende von Deutschland und die zweite ist gerade in einer Verliebtheitsphase, wo es leider nicht möglich ist vernünftig mit ihr zu reden, weil sie nach jedem zweiten Satz wieder auf ihren Schwarm zusprechen kommt. Also habe ich mich überwunden und meinen (noch?) Freund gefragt, ob er deswegen Zeit hat und er hat sich die Zeit genommen. Sind dann auch irgendwann auf grundsätzliche Probleme in meiner Familie zu sprechen gekommen - früher wie heute.
Alles in allem hat es gut getan mit ihm zu reden. Kurz bevor er wieder weg musste, habe ich ihn gefragt, ob er sich schon über uns Gedanken gemacht hat. Er meinte nur sowas wie "Ja, aber aufgrund unseres Gesprächs eben müsste er nochmal drüber nachdenken." Wie genau das gemeint war, weiß ich bis heute nicht und es gibt auch noch keine Entscheidung oder Resaktion diesbzgl.

Einen Tag später haben wir uns nur kurz auf dem Event gesehen, für 3Min oder so, aber er war am Arbeiten und geredet haben wir eigentlich auch nicht wirklich miteinander. Das war letzten Sonntag, Montagabend haben wir auf meine Bitte hin nochmal telefoniert. Ich will so extrem private Angelegenheiten nicht am Telefon klären, aber ich habe ihm zu verstehen gegeben, dass ich einen Tag später wieder die Heimat verlasse und ich die Angelegenheit endlich vom Tisch haben möchte. Der Rest des Telefonats war wie immer.

Seitdem habe ich aber nichts mehr großartig von ihm gehört. Nochmal kurz 2-3 Mails hin und her geschrieben, ob wir uns evtl heute sehen, ich hab ihm weitere Gedankengänge mitgeteilt, die ich in einer schlaflosen Nacht geschrieben habe. Das war am Donnerstag, seitdem keine Reaktion mehr. Auch keine Zu- Absage, ob wir uns heute sehen können. Aber da der Tag fast rum ist, wird da auch nichts mehr kommen und ich denke ich kann nicht mal einen Anruf erwarten.

Ich frage mich wie es weiter gehen soll. Ich habe keine Lust und ehrlich gesagt auch keine Kraft mehr zu versuchen irgendwas gerade zu biegen, unsere Beziehung zu retten oder sonst irgendwelche schiefgelaufenen Familiengeschichten zu begradigen. Für mich fühlt sich das alles wie ein gesamter Rettungsversuch der Welt an. Alles zu viel und ich kapituliere. Das einzige, was ich will, ist wenigstens eine halbwegs intakten Beziehung und Familie :( Stattdessen heul ich mir Tag um Tag und Nacht um Nacht die Augen aus dem Kopf und warte, dass sich irgendwas ändert. Ich selbst kann wohl nicht mehr viel tun außer zu warten. Ob und wann er sich nochmal bei mir meldet, ist vollkommen offen. Ich möchte mit ihm zusammen sein und traue ihm so viel "Arschloch" auch nicht zu, aber wenn er sich nicht mehr meldet, verläuft sich das von mir aus eben im Sand. Ich kann eben einfach nicht mehr :(


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 12.Sep.2011, 16:02 
Offline

Registriert: 21.Aug.2011, 14:38
Beiträge: 42
Hallo Fernweh!!!!

Ich kann nicht in eure bisherige Beziehung schauen und ob es bis dahin gut gelaufen ist aber die ganze Geschichte hört sich für mich sehr sehr merkwürdig an.
Wie lange seit ihr denn überhaupt zusammen?

Ich weiß nicht aber ich finde dein (noch?) Freund verhält sich extrem komisch.
Da hätte mein Freund mir aber schon lang den Laufpass geben müssen nur weil ich mal einen Fehler mache und Eifersüchtig reagiere.
Zur Liebe gehört doch auch verzeihen und das was du gemacht hast war doch eine einmalige Geschichte wo jetzt auch nicht soooo extrem tragisch war.
Ich finde da muss noch was anderes dahinter stecken.

Auch sein Satz:
"Ja, aber aufgrund unseres Gesprächs eben müsste er nochmal drüber nachdenken."
Was soll diese Aussage?
Und so lässt du das im Raum stehen?
Ich hätte da gar nicht ruhig bleiben können, ich hätte sofort wissen wollen was er damit meint!

Was willst du denn da groß retten oder gerade biegen? Du hast dich doch entschuldigt.
Mein Gott bei dir ist einmal die Sicherung durchgebrannt und dein Freund macht so als hättest du ihn betrogen.
Mal ganz ehrlich findest du das okay wie er dich behandelt?
Er ignoriert dich einfach und lässt dich einfach so sitzen.

Ich finde du kannst da sehr gut etwas ändern.
Komm mal zu dir selbst zurück und mach dich nicht kleiner als du bist.
Was dein Freund da gerade mit dir abzieht ist ja wohl das letzte.
Wenn er wegen so eine Kleinigkeit die Beziehung abbrechen will, wie will er dann größere Hürden überstehen?

Also wenn er bis Ende der Woche nicht bei dir meldet würde ich ihn um eine klare Antwort bitten. So kann das doch nicht laufen!

Meine beste Freundin wohnt auch knapp 600 km weg :(
Mit jemanden zu telefonieren oder persönlich zu sehen ist einfach was ganz anderes....ich weiß das ist echt manchmal nicht leicht!

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Was meint ihr? Ist Vertrauen lernbar oder eine Entscheidung?
BeitragVerfasst: 12.Sep.2011, 16:08 
Offline

Registriert: 21.Aug.2011, 14:38
Beiträge: 42
Ach ich wusst du hattest es schon mal geschrieben.
Ihr seit ca. 15 Monate zusammen!!!!
Ich bin mit meinem Freund jetzt auch 16 Monate zusammen....
Keine Ewigkeit aber immerhin schon mehr als ein Jahr :wink:

Und wir beide können nicht mehr ohne den Anderen.
Es gibt mal Meinungsverschiedenheiten und Streit aber jeder verzeit dem anderen wieder und man versucht einen Mittelweg zu finden.

Obwohl wir auch nur eine Wochenendbeziehung haben sind wir uns sehr nah.
Also mit meinem Ex war ich erst nach 4 Jahren so vertraut.

Seit ihr euch sehr vertraut? Oder ist es für ihn wirklich so einfach....sich nicht bei dir zu melden und im Notfall einfach die Beziehung zu ändern?

LG


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