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201011.01




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Hamburg
Hallo!

Meine Frau hat sich vor drei Monaten von mir getrennt. Nach allen Recherchen, die ich bislang betrieben habe, spricht alles für eine Beziehungsangst. Zusätzlich weiß ich mittlerweile, dass sie auch ihre letzten 5-6 Beziehungen plötzlich beendete. Immer nach dem gleichen Muster: Verliebt, zusammengezogen und dann plötzlich getrennt. Immer mit den gleichen Begründungen: Es wurde ihr zu eng, sie brauche ihre Freiheit. Mir sagt sie außerdem, dass sie mich nicht mehr liebt, wir nicht zusammen passen usw. Alles Gründe, die ich nicht fassen und verstehen kann. Wir haben im Jahr 2008 voller Liebe geheiratet, weil es uns nicht mehr ausreichte, uns nur zu sagen, dass wir uns so sehr lieben. Alles war unbeschreiblich schön. Wir freuten uns gemeinsam darauf, im Jahr 2009 endlich zusammenzuziehen. Bis dahin führten wir eine Fernehe und sahen uns nur an den Wochenenden. Im März 2009 begannen wir dann mit der Wohnungssuche. Und von diesem Moment begann das Elend. Plötzlich gab es keinen Sex mehr. Meine Frau entfernte sich mehr und mehr von mir, arbeite lange, auch an den Wochenenden. Unsere im Jahr 2008 noch so sehr gehegter Kinderwunsch fiel plötzlich der Karriere zum Opfer. Es kam natürlich zu Diskussion. ich verstand das alles nicht. Warum hatte sie sich so verändert. Immer wenn wir drüber sprachen, kamen nur Sätze wie, "Ich fühle mich zurzeit nicht wohl, "Weiß auch nicht woran es liegt", usw. Im Oktober machte sie dann Schluss: "Sie liebe mich nicht mehr, wolle ausziehen, brauche ihre Freiheit. Mittlerweile IST sie ausgezogen und ich hänge natürlich immer noch an ihr, will sie nicht verlieren. Nachdem ich sie mehrfach auf ihr Problem der Beziehungsangst angesprochen habe, gab sie das auch mehr oder weniger zu, meinte jedoch trotzdem, ihre Gefühle reichten nicht mehr für eine Beziehung. Eine Beratung oder Therapie will sie nicht machen. Freunde, die sie aufgrund ihres Verhaltens kritisieren, eine Ehe nach so kurzer Zeit so wegzuschmeißen, meidet sie. Über Scheidung haben wir jedoch noch nie gesprochen. Wir verstehen uns auch noch gut. In den letzte vier Wochen haben wir uns allerdings nur 2 Mal kurz gesehen. Nachdem man mir Freunde nahelegten, in solchen Situationen Abstand zu halten, mich rar zu mache, versuchte ich das - auch wenn es unfassbar schmerzhaft ist.

Jetzt weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Wenn ich sie nicht mehr auf ihr Problem anspreche, wird sie es weiterhin verdrängen und nie in den Griff bekommen. Dann hat unsere Ehe keine Chance. Auf der anderen Seite, fällt es mir nicht nur schwer, mich bei Begegnungen mit ihr zu verstellen und so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre, dummerweise bin genau ich, von dem sie sich so "eingeengt" gefüllt hat, wohl auch der Falsche, der mit ihr darüber sprechen sollte?!. Ein Teufelskreis. Ich weiß nicht mehr weiter. Freunde, Bekannte und Eltern reden ihr nach dem Mund und vermeiden das Thema Beziehungsangst. Wie erwähnt, meidet sie die, die sie auch mal drauf ansprechen. Was kann ich tun? Ich bin hilflos!

Vielen Dank für eure Hilfe!

Sven



  14.01.2010 23:25  
sbring hat geschrieben:
Jetzt weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll. Wenn ich sie nicht mehr auf ihr Problem anspreche, wird sie es weiterhin verdrängen und nie in den Griff bekommen.

Es gibt sicher auch eine andere Sicht der Dinge, nämlich die deiner Frau. Auch ein "eingeengt sein" hat seine Hintergründe und Ursachen und die zu erkennen ist wichtig wenn man die Lösung finden will.

sbring hat geschrieben:
Auf der anderen Seite, fällt es mir nicht nur schwer, mich bei Begegnungen mit ihr zu verstellen und so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre,

Das brauchst du doch nicht, es ist nicht alles in Ordnung. Wenn bereits 5 oder 6 Beziehungen deiner Frau nach diesem Muster beendet wurden, ist dahinter ein Problem, dass du aber nicht als "ihres" bezeichnen solltest, denn - egal wie oft schon voher in ganz anderen Situationen es da gewesen ist -, betrifft es gegenwärtig euch beide.

sbring hat geschrieben:
... dummerweise bin genau ich, von dem sie sich so "eingeengt" gefüllt hat, wohl auch der Falsche, der mit ihr darüber sprechen sollte?!. Ein Teufelskreis.

Eben, ein Teufelskreis, aus dem man ausbrechen möchte. Ob es euch gelingen wird, kann niemand sagen, aber du bist im Moment der einzige richtige Ansprechpartner, der auch das Recht darauf hat die genauen Hintergründe der Trennung zu erfahren. Ein Gespräch ohne Schuldzuweisungen und gegenseitige Vorwürfe engt nicht ein, sondern schafft mit etwas Glück Klarheit, für beide.

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