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Hallo ihr Lieben,

Ich bin neu hier und suche den Austausch mit Menschen die das gleiche durchmachen und hoffe hier etwas Mut und Hoffnung zu finden.

Ich bin 27 und leide jetzt seit fast 4 Jahren an einer Angststörung und Agoraphopie. Früher war ich sehr selbstbewusst und hab alles gemacht nach was mir der Sinn stand, ich bin viel Snowboard gefahren und war viel draußen. Mit Anfang 20 lernte ich dann einen Mann kennen zu dem ich dann 3 Monate später auch gezogen bin. Am Anfang lief alles super, später hat er immer mehr angefangen mich zu kontrollieren und zu isolieren von meinem Umfeld. Ich durfte keine Überstunden bei der Arbeit machen, keinem Hobby nachgehen, nicht alleine einkaufen, anziehen was er gut fand und bitte den Haushalt schmeißen. Wenn nicht gab es streit und ich wurde sehr abgewertet. Es war schlimm. :cry: Ich wollte gehen aber ich hab mich nicht getraut weil ich gleichzeitig eine Arbeitsstelle hatte auf der ich gemobbt wurde. Da konnte ich auch nicht bleiben und ich wusste nicht wie ich es schaffen soll ohne Job eine Wohnung zu finanzieren. Wir hatten auch 2 KAtzen, ich hätte mich nicht um sie kümmern können da mir das Geld nicht gereicht hätte, spätestens wenn es mal zum Tierarzt gegangen wäre. Also hab ich versucht durchzuhalten und hab einfach weiter gemacht und versucht alles zu retten :stirn Irgendwann hielt ich es einfach nicht mehr aus und bin abgehauen mit so viel wie in mein Auto gepasst hat. Ich hab alles zurück gelassen, auch die Tiere. Ich hatte nichts mehr und stand dann bei meinen Eltern vor der Tür die mich aufgenommen haben und die mir erstmal ein Bett und ein Kleiderschrank gekauft haben. Später hab ich dann meine Job gekündigt.

Danach viel ich in ein riesiges Loch, kam 3 Monate nicht aus dem Bett und hatte Panikattacken wenn ich das Haus verlassen hab. Mein Hausarzt hat gleich reagiert, Kur beantragt und hab zufällig direkt einen Platz für amb. Therapie gefunden. Ich war in Reha und nach 1,5 Jahren hab ich mich ziemlich gefangen und ging wieder arbeiten. Meine Attacken waren kaum noch da. Es war fast wieder wie vorher!

Letztes Jahr fing dann alles wieder von vorne an. Ich hab einen neuen Partner und hatte einen Streit mit ihm der alles mit einem Ex-Freund wieder hochgeholt hat. Im Sommer ging es mir dann total schlecht. Nach 3 Wochen war ich am Ende meiner Kräfte, psychisch wie auch körperlich. Ich ging für 9 Wochen stat. in einer psychosom. Klinik. Danach ging es mir besser, ich hab bei der Arbeit ab Okt. 15 eine Wiedereingliederung gestartet und zu Hause gemacht was ging. Was leider nicht viel war da die Arbeit schon einen großteil meiner Energie verschluckt hat. Jetzt ging es mir zusehends schlechter wieder und ich bin ziemlich am Ende meiner Kräfte.

Seit letzte Woche bin ich wieder Krank geschrieben. Ich fiel wieder in ein Loch, ich komm kaum noch hoch. Jetzt versuche ich es das erste mal mit Medis und nehme seit 7 Tagen Esciatlopram, bin noch am Einschleichen mit 5mg. spätestens gegen Mittag zwinge ich mich hoch zu kommen und gehe eine Stunde spazieren oder so und versuche etwas im Haushalt zu machen. Ich bin sehr unruhig aber gleichzeitig auch so unendlich müde und schlapp. Ich setze im Moment meine ganze Hoffnung auf die Medikamte. ich weiss nicht was ich noch machen soll wenn sie nicht wirken! Ich hab das Gefühl als gehen mir die Optionen aus. Ich mach schon so lange Therapie und hab mich immer wieder in Konfrontationen begeben aber bekomme es nicht in Griff. Es Holt mich immer wieder ein und ich merke wie mir mehr und mehr die Kraft ausgeht das durchzuhalten. :seufzen

Ich habe eigentlich gar keine spezielle Frage an euch, ich hatte nur so das Bedürfnis meine Sorge zu teilen mit Menschen die das verstehen.

Grüße Mimose

Auf das Thema antworten
Danke2xDanke


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  22.01.2016 08:55  
Hallo Mimose,
wie kommt man auf einen solchen namen? :) aber immerhin gut zu merken :)
zunächst einmal ein herzliches willkommem im "Club der Angsthasen" :D
Du findest hier viele die das gleiche durchmachen aber fast alle kämpfen um sich ihr
"altes Angstfreies Leben"zurückzuholen.Angst zerrt an den Kräften und da ist es völlig normal das man manchmal kaputt,müde und ausgelaucht ist.Dein Schreiben klingt auch danach und leider auch vielleicht nach einer kleinen depressiven Verstimmung?
Du hast dich hier angemeldet und das ist schonmal ein guter weg.du kannst hier Hilfe,Tipps,Anregungen und vieles andere für dich mitnehmen,sofern du dazu bereit bist.
Laß nicht den Kopf hängen :stirn es geht auch mal wieder bergauf...irgendwann.es liegt an dir und in deiner Hand.
wünsche dir einen hilfreichen und regen Austausch von dem du viel positives mitnehmen kannst
LG und viel spaß(der gehört auch dazu) :daumen:





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  22.01.2016 09:06  
ich mag Pflanzen und steh total auf Mimosen, ich find das total witzig wie sie reagieren wenn man sie anpackt. Und sie sind echt sensibel, kleine Mimosen halt :lol: ich kann mich damit irgendwie identifizieren, auch wenn das komisch klingt.

Ich muss zugeben das meine kleine Verstimmung im Moment wohl nicht sehr klein ist :( Ich weiss das auch und versuch dagegen anzugehen weil ich weiss das nichts anderes hilft aber es ist gerade so schwer. Ich bin dankbar und bereit für alle Tipps und Hilfestellungen!

Letzte Woche war ich nochmal in der Klinik und wollte mich nochmal aufnehmen lassen. Sie meinten das das evtl nicht viel bringt, hab ja Therapie gemacht, ich soll es ambulant weiter versuchen. Es wäre wichtig wenn ich es aus eigener Kraft schaffen würde. Ich verstehe das und versuche es jetzt. Bin aber so verblieben das wenn es nicht besser wird ich so in ca 3 oder 4 Wochen doch nochmal aufgenommen werde.

Dazu kommt das ich jedes Jahr mit meiner Schwester mit eine Auszeit gönne und Anfang Mai für 16 Tag weit weg in den Uraub fliege. Irgendwie hab ich mich zum buchen dieses Jahr drängen lassen und jetzt hab ich Angst im Mai nicht fliegen zu können weil es mir zu schlecht geht. Meine Schwester wäre so enttäuscht und ich eigentlich auch.



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  22.01.2016 09:30  
Nun ja,dass mit dem Urlaub wäre blöd aber falls es dazu kommt,was du jetzt noch nicht wissen kannst,machst du es ja nicht mit Absicht sondern wegen deiner Gesundheit(die immer im Vordergrund stehen sollte)und dafür müsste eigentl.jeder Verständniss haben.
Wie lange warst du in der klinik und aus wechem Grund,wenn ich fragen darf?eine and.Frage schließt sich gleich an:vermisst du die klinik,die leute oder viell.das man mal seine verantwortung in andere Hände legen kann und somit weg vom Alltag ist was natürlich auch zur nötigen ruhe beiträgt oder tragen kann?
LG





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  22.01.2016 09:43  
Ich war dort 9 Wochen weil ich es zu hause nicht mehr ausgehalten und nicht mehr ging. Ich hab keine mehr die Türe geöffnet, bin auch nicht mehr raus gegangen, hatte sehr starke Unruhe, keinerlei Appetit mehr, es ging einfach nichts mehr, ich konnte nicht mehr. ich hab innerhalb von 3 Wochen 6 kg abgenommen, für mich ist das relativ viel da ich eh nur 56kg wiege mit 170cm. Im Sommer war es ja dann auch noch so heiß, ich kam dann einfach auch körperlich an meine Grenzen. Ich hab dort die Sache mit meinem Ex aufgearbeitet und viel über den Umgang mit Angsterkrankung gelernt.

Wieder in die Klinik zu gehen bedeutet für mich es nicht geschafft zu haben und versagt zu haben aber gleichzeitig bin ich hier zu hause wieder so das ich meinen alltag nicht schaffe und ich weiss das mit dort geholfen wurde. es ist eher das gefühl dort aufgefangen werde, also sicherheit. ich glaube deswegen ist es umso wichtiger das ich das alleine schaffe, ich hab das gefühl ich würde dorthin flüchten. aber wenn ich es zu hause nicht schaffe? das muss ja einen Grund haben? ich frage mich ob da nicht doch noch etwas ist, außer meinem ex das meine krankheit auslöst. Als ich aus der Klinik entlassen wurde lief es erstmal gut und ging weiter aufwärts. im dezember fing es an wieder rückwärts zu gehen bis jetzt.

LG



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  22.01.2016 09:51  
Hallo,
Zitat:
Ich mach schon so lange Therapie und hab mich immer wieder in Konfrontationen begeben aber bekomme es nicht in Griff.
Was sagt deine Therapeutin dazu oder ist die Therapie zu ende?

Zitat:
...spätestens gegen Mittag zwinge ich mich hoch zu kommen und gehe eine Stunde spazieren oder so und versuche etwas im Haushalt zu machen. Ich bin sehr unruhig aber gleichzeitig auch so unendlich müde und schlapp.
Als depressive Verstimmung würde ich das gar nicht mehr bewerten. Ich denke, da steckt schon mehr dahinter. Es dauert eine Weile, bis man auf Medikamente so eingestellt ist, daß sie wirken. Da muß man geduldig sein. Manchmal wechselt man auch zu einem anderen Medikament, weil die Wirkung nicht so gut ist ect.

Bei mir hat es viele Jahre gedauert, ehe ich begriffen habe, daß ich die Agoraphobie nicht mehr los werde. Konfrontation verschlimmert es nur und meine Therapeutin hat bei mir gleich ausgeschlossen, irgendwas mit Konfrontation zu versuchen. Bei mir helfen antrainierte Abläufe. Die beseitigen die Agoraphobie nicht, sondern lassen mich besser damit umgehen und verhindern, daß ich in Hilflosigkeit untergehe. Schlimm wird es, wenn ich in depressive Tiefphasen rutsche, die bei episodischer Depression immer hübsch wiederkommen. Auch dagegen half das Training sehr gut und ich behalte das bei.

Grübelst du viel?

Danke1xDanke




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  22.01.2016 10:06  
Morgens ist es so schlimm das ich meinen Zustand wieder kaum aushalte. Ich kann gar nicht genau sagen was es zu unerträglich macht aber ich habe oft das Gefühl es nicht mehr auszuhalten. Heute Morgen ist es wieder echt schlimm. Ich hoffe das Medi wirkt bald, wenn nicht und ich muss wechseln, weiss ich nicht wie ich das bis dahin aushalten soll.

ja im moment grübl ich sehr viel und denke über alles nach, warum es jetzt so ist und wie ich es denn besser machen kann und wie es weiter geht

Danke1xDanke


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  22.01.2016 10:07  
keinesfalls ist es ein versagen wenn man weitere hilfe benötigt und in anspruch nimmt.egal ob nun ambulant oder stationär,wobei ich finde dass der stationäre aufenthalt noch mehr kraft benötigt als ambulant.es ist kein urlaub den man dort macht(was manche menschen offensichtlich glauben)sondern arbeit zu der auch mut gehört um die therapien zu machen und vor allem dinge aufzuarbeiten die es erst zu diesem zustand hat kommen lassen.von daher ist es völlig ok und legitim erneut die hilfe in anspruch zu nehmen wenn man an den punkt gerät der einem sagt:stop,falscher weg
und nochmal eine zeitlang den anderen weg beschreiten.das kannst nur du allein beurteilen und dazu stehen,egal was andere sagen,reden und denken.Es ist dein Leben!und das will von dir gelebt werden und nicht von anderen.
Weißt du vielleicht ob es im Dezember einen best.vorfall gab?Streit,Stress oder ähnliches?





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Status: Online online
  22.01.2016 10:11  
Urlaub ist das tatsächlich ganz und gar nicht. es ist heftig und sehr anstrengend.

ich war Ende November mit meinem Alltag etwas überfordert und hatte im Dezember dann Urlaub. Tat mir eigentlich ganz gut. Weihnachten war leider nicht gut. Bei meinen Eltern habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, in Sicherheit, und an weihnachten aber überhaupt nicht! ich hab gar nicht verstanden warum, es hat mir ziemlich zugesetzt, ich wollte einfach nur heim! Das fand ich ziemlich enttäuschend.

Meine Therapeuten weiss im Moment auch nicht richtig weiter, sie sagt es ist komisch das sich meine Angst immer wieder neue Wege sucht und das ich in einem Zustand bin, der sie an Trauer erinnert

Danke für eure Zeit hier, es tut mir gut darüber zu schreiben.



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40764 Langenfeld
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  22.01.2016 10:24  
Hallo Mimose,

ich bin Gärtnerin und kenne Mimosen. Lese ich mir Deine Zeilen durch, passt es. Aber erst einmal ein genz liebes Willkommen hier bei uns.

Therapien, Reha ist das Eine; Medis das Andere. Solange nimmst Du Escitalopram noch nicht und würde mich noch ein wenig in Geduld ueben. Dennoch nützt dies alles nichts, wenn Du nicht willst und mitarbeitest. Daher nützt auch das ewige Konfrontieren nur sekundär.

Was sind Deine wirklichen Probleme; warum hat Dich dies mit dem Freund alles so runtergezogen? Und, die Katzen zurück zu lasen ist auch nochmal ne andere Sache; habe selber 3.

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