Agoraphobie - Häufige Fragen

angst und panik forum - angst und panik informationen

::::::: Angst Panik
Hilfe Forum
::::::::

Soziale Ängste

Soziale Phobie

Redeangst

Angst, zu zittern

Angst vor Ablehnung

Angst Ratgeber
Auflage 210.000 Exemplare

Ratgeber Panikattacken

Panikstörungen


Panikattacken

Angst vor der Angst

Angst vor Veränderung

Agoraphobie

Video Agoraphobie

Dr. Doris Wolf
PDF Ratgeber Agoraphobie

Ratgeber Agoraphobie


Spezifische Phobien

Phobien

Angst vorm Erröten Erythrophobie

Dysmorphophobie
Die Einbildung, hässlich zu sein

Höhenangst

Klaustrophobie

Emetophobie
Die Angst, zu erbrechen

Übungen der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson

Entspannung nach Jacobson

Weitere Angststörungen

Generalisierte Angststörung
Zukunftsangst

Angst vor Krankheiten
Hypochondrie


Weitere Themen

Einsamkeit

Psychotherapeuten
Anschriften von Kassenpsychologen
Verhaltenstherapie

Lebenshilfe Lexikon

Surftipps

Impressum
Copyright Haftung

Sitemap


Häufig gestellte Fragen zur Agoraphobie (Platzangst)

Hier finden Sie Antworten auf folgende häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Platzangst.

Wie kann ich als Angehöriger bei einem akuten Angstanfall helfen?
Wie soll ich mich als Angehöriger generell verhalten?
Wann ist eine Therapie sinnvoll?
Ist es sinnvoll, zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente zu nehmen?
Rückfall nach einer Therapie – wie damit umgehen?
Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe in meiner Nähe?
Welche Kliniken arbeiten verhaltenstherapeutisch?

Wie kann ich als Angehöriger bei einem akuten Angstanfall helfen?

Wenn Ihr Partner gerade einen Angstanfall hat, dann sind alle Maßnahmen hilfreich, durch die Ihr Partner von seinen angstvollen Gedanken und Gefühlen abgelenkt wird. Es gibt kein Patentrezept, das in allen Situationen hilfreich wäre. Deshalb lautet der erste Tipp:

TIPP: Fragen Sie ihn, was Sie tun können. Vielleicht tut es ihm gut, in diesem Moment in den Arm genommen zu werden, vielleicht möchte er etwas trinken oder essen - das hilft manchen Menschen in einer akuten Situation.

TIPP: Reden Sie mit ihm, egal über welches Thema, Hauptsache, er kommt auf andere Gedanken, ist abgelenkt.

TIPP: Versichern Sie Ihrem Partner, dass nichts Schlimmes passieren kann und wird. Veranlassen sie ihn, ruhig und langsam zu atmen. Fordern Sie ihn auf, seine Muskeln zu entspannen, seine Schultern, Arme und Beine. Sagen Sie ihm: atme ruhig, atme langsam, entspann dich. Wenn Sie Zweifel haben, ob hinter den geäußerten Symptomen nicht doch eine ernsthafte körperliche Ursache stecken könnte, gehen Sie mit Ihrem Partner zum Arzt.

TIPP: Machen Sie mit ihm die folgende Atemübung.
Atmen Sie etwas tiefer ein als gewöhnlich und atmen in einer Bewegung wieder aus, d.h. ohne den Atem nach dem Einatmen anzuhalten. Wenn Sie ausgeatmet haben, halten Sie Ihren Atmen für ca. 6 bis 10 Sekunden an, indem Sie in Gedanken von 1001 bis 1006 oder 1010 zählen. Finden Sie selbst heraus, welche Zeit für Sie am angenehmsten ist.

Nachdem Sie den Atem angehalten haben, atmen Sie wieder ein, atmen in einer Bewegung wieder aus (ohne den Atmen anzuhalten) und halten ihn dann für weitere 6 bis 10 Sekunden an. Wiederholen Sie diese Atemübung für 2 bis 3 Minuten bzw. so lange, bis Sie deutlich entspannter und ruhiger sind.

Was Sie unterlassen sollten: Seine Angst ist real und vielleicht sieht er sich in Lebensgefahr, d.h. es nützt nichts, ihm zu sagen, er solle sich zusammenreißen oder nicht so anstellen. Auch Kommentare wie "Du brauchst doch keine Angst zu haben" sind nicht hilfreich, denn Ihr Partner hat gerade Angst.

Wie soll ich mich als Angehöriger generell verhalten?

- Wir sollten ihn behutsam und mit sanftem Druck zu kleinen Schritten ermutigen und ihn loben, wenn er den Schritt bewältigt hat.
- Wir sollten ihn immer wieder bestärken, mit der Angst in Situationen zu gehen.
- Wir sollten ihm immer wieder daran erinnern, dass die Angst mit Übung abnehmen wird.
- Wir sollten ihn motivieren, leichten Sport zu machen; durch die körperliche Betätigung wird sein Körper wieder belastbarer und das ist enorm wichtig.
- Wir sollten ihm zur Therapie raten, wenn er sich nicht alleine aus seinem Gefängnis der Angst befreien kann.

Generell sollten Sie immer bedenken: Eine Hilfe, die die Unselbständigkeit Ihres Partners fördert und verstärkt, ist keine Hilfe - auch wenn es Ihrem Partner durch Ihre Hilfe vielleicht kurzfristig besser geht, weil er nicht mit seinen Ängsten in Berührung kommt. Langfristig schaden Sie ihm durch Ihre Hilfe, da sich seine Angst immer mehr verstärken und festigen wird.

Nehmen Sie Ihrem Partner also keine Aufgaben ab, vor denen er Angst hat oder bei denen es ihm mulmig ist, die er aber dennoch selbst erledigen könnte. Eine zu große Fürsorge ist bei der Angstbewältigung nicht förderlich. Im Gegenteil: die gutgemeinte Hilfe kann sich zum Schaden Ihres Partners verkehren.

Schauen Sie sich das Agoraphobie Video für Angehörige an. In ihm finden Sie weitere Hinweise.

Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Leichte Angsterkrankungen können wir in Eigenregie mit Hilfe eines Ratgebers oder Informationen aus dem Internet überwinden. Dauern die Angstreaktionen schon länger an, sind sie sehr intensiv oder auf sehr viele Lebensbereiche ausgedehnt, sollte man sich Unterstützung in einer ambulanten oder stationären Psychotherapie holen. Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder der Austausch in einem Forum kann sehr entlastend, Mut machend und hilfreich für uns sein.

Wichtig ist, dass Sie frühzeitig professionelle Hilfe suchen. Viele Agoraphobieklienten warten Jahre, bis sie den Schritt in eine psychotherapeutische Praxis oder Klinik wagen. Das ist schade. Sie leiden dadurch unnötig lange. Wenn Sie also einen Angstanfall hatten, Sie Angst haben, dass dies wieder passieren könnte und Sie beginnen, Alltagssituationen zu meiden, machen Sie umgehend einen Termin bei einem Psychotherapeuten. Je früher Sie eine Therapie machen, umso leichter und schneller werden Sie Ihre Angst wieder los.

Ist es sinnvoll, zusätzlich zur Psychotherapie Medikamente zu nehmen?

Untersuchungen weisen darauf hin, dass sich eine therapiebegleitende medikamentöse Behandlung eher ungünstig auf den Therapieerfolg auswirkt. Nach Absetzen der Medikamente verschlechtert sich die Panikstörung wieder. Dies rührt daher, weil Medikamente nur eine Krücke sind und die körperlichen Symptome lindern.

Wir lernen durch die Medikamente nicht, mit der Angst umzugehen und diese zu kontrollieren. Wir entwickeln kein Vertrauen in uns und unseren Körper und das ist letztlich wichtig bei der Überwindung der Angst. Wenn wir therapiebegleitend Medikamente nehmen, dann wissen wir nie, ob die Fortschritte auf die Medikamente oder die Psychotherapie zurückzuführen sind.

Rückfall nach einer Therapie – wie damit umgehen?

Sie haben eine Therapie gemacht und haben Ihre Angst vor der Angst verloren. Stück für Stück haben Sie es geschafft, Ihr altes Leben zurück zu erorbern. Sie sind stolz auf sich, alles wieder alleine machen zu können und keine Medikamente mehr zu brauchen. Und dann plötzlich, nach einem Jahr oder später, ist sie wieder da, die Angst. Plötzlich, von jetzt auf nachher, sind Sie wieder bei Null gelandet. Sie sind verständlicherweise verzweifelt und am Boden zerstört. Was soll ich tun, fragen Sie sich?

Was Ihnen passiert ist, ist nichts Ungewöhnliches. Es gibt nicht Wenige, die berichten, einige Zeit nach der Therapie sei die überwunden geglaubte Angst zurückgekehrt. Sinn einer Therapie ist es nicht, die Angst abzutrainieren. Angst ist sinnvoll und nützlich. Ihre Fähigkeit, Angst zu empfinden, ist auch durch die Therapie erhalten geblieben.

Ziel der Therapie war es vielmehr, die Zusammenhänge zwischen Ihren Panikgedanken und Ihren Panikgefühlen zu erkennen und zu durchbrechen. Sie haben gelernt, körperliche Symptome wie Herzstolpern oder Herzrasen, anders zu bewerten. Sie haben gelernt, dass Sie umso mehr Panik verspüren und diese umso wahrscheinlicher auftritt, wie Sie an die Panik denken. Und Sie haben vermutlich gelernt, die Angst zuzulassen und zu erleben, dass Sie sie aushalten können. Sie haben gelernt, sich Ihrer Angst zu stellen, statt sie zu vermeiden.

Diese Erkenntnisse und Strategien gilt es nun wieder aufzufrischen und sich ins Gedächtnis zu rufen. Was Ihnen einmal geholfen hat, kann und wird Ihnen auch dieses Mal helfen. Es geht also darum, dass Sie gewissermaßen Ihre Therapie auffrischen, nur, dass Sie dies vielleicht dieses Mal ohne Therapeut tun können. Machen Sie sich bewusst, was Sie in der Therapie gelernt haben. Welche Strategien haben Ihnen damals geholfen? Welche könnten Sie jetzt nutzen, um mit Ihrer Angst fertig zu werden?

Letztlich geht es doch nur um eines: keine Angst mehr zu haben vor den Symptomen einer Panikattacke, sich keine Sorgen um vermeintlich gefährliche Körpersignale zu machen, richtig? Und was haben Sie darüber in Ihrer letzten Therapie gelernt? Vermutlich dass es Ihre Gedanken sind, Ihre Bewertung der Symptome, die Ihren Körper verrückt spielen lassen und für Ihre Panik verantwortlich sind. Richtig? Hier gilt es als aller Erstes anzusetzen - an Ihren Panikgedanken. Machen Sie sich klar: Ich bin sicher. Alles in Ordnung. Das geht vorrüber.

Machen Sie Gebrauch von den Erste-Hilfe-Strategien bei einem Panikanfall. Wenn Sie die Möglichkeit haben, rufen Sie Ihren Therapeuten an und vereinbaren einen Termin, in dem Sie das bereits Gelernte nochmals in einigen wenigen Therapiegesprächen auffrischen.

Ein Rückfall ist nur ein Stolpern. Ein Kind, das Laufen lernt, fällt hunderte Mal hin, ehe es sicher auf den Beinen steht und laufen kann. Es steht immer wieder auf, läuft, fällt hin, steht auf, läuft – und so lernt es Laufen. Und genauso können Sie lernen, Ihre Angstanfälle zu überwinden. Laufen Sie, stellen sich Ihrer Angst, lassen sie zu, setzen sich mit ihr auseinander und sie wird wieder verschwinden.

Ein hilfreicher Weg, das, was Sie in der Therapie erfahren und gelernt haben, nicht zu vergessen, ist mit anderen in einem Angst und Panik Forum darüber zu sprechen, anderen zu helfen. Indem Sie anderen helfen, helfen Sie auch sich.

Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe in meiner Nähe?

Ein Verzeichnis von Selbsthilfegruppen finden Sie bei

NAKOS Selbsthilfe, Kontakt- und Informationsstelle
http://www.nakos.de/site/

Treffpunkte von Selbsthilfegruppen können Sie auch erfragen über:
Deutsche AngstSelbstHilfe, DASH, Bayerstr. 77 a Rgb, 80335 München, Tel. 089-51555315

Psychic Angst und Panik Selbsthilfegruppen

Welche Kliniken arbeiten verhaltenstherapeutisch?

Hier eine Auswahl

Klinik Berus, Orannastr. 55, 66802 Überherrn-Berus
Psychosomatische Klinik Windach-Ammersee, Schützenstr. 16, 86949 Windach
Psychosomatische Fachklinik, Kurbrunnenstr. 12, 67098 Bad Dürkheim
Vogelsbergklinik, Jean Berlit Str. 31, 36355 Grebenhain
Klinik Roseneck, Am Roseneck 6, 83209 Prien
Psychosomatische Fachklinik Bad Pyrmont, Bombergallee 10, 31812 Bad Pyrmont
Nexus Klinik, Hermann Sielcken Str. 80, 76530 Baden Baden, 07221- 301960 (Privatklinik)

Die Einrichtungen der Christoph Dornier Stiftung bieten Konfrontationstherapie an. Allerdings müssen die Kosten privat getragen werden.
http://www.christoph-dornier-stiftung.de/

© 2006-2011 psychic.de - Hilfe bei Agoraphobie - Häufig gestellte Fragen von Betroffenen und Angehörigen zur Platzangst